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Seemannsliebe
Ich brauche Tipps von Mitleidenden, wie ich folgendes Problem angehen kann:

Sobald ich ca. 500m von meinem Saveplace Auto oder Wohnung entfernt bin, kriege ich Angst. Gerade beim spazieren ist es mir arg aufgefallen. ich gehe los und drehe mich um und sehe mein Auto weit weg, kriege sofort Schnappatmung herzrasen und die Gedanken: oh Gott, du schaffst es nicht mehr zurück . wenn dann noch ein Berg oder leichter Anstieg ist, ist es komplett vorbei . das gleiche auch beim Rad fahren mit Wind von vorne. ich bin früher so aktiv gewesen, gewandert mit meinem Mann, gerade weil wir hier auch die perfekten Voraussetzungen haben. da sind wir auch mal locker 6 km gegangen und alles war toll. hier bei uns ist ein schöner Aussichtsturm mit 100 Stufen. allerdings im Wald und Berg hoch. wären ca 5 min zufuss vom Parkplatz,. ich schaffe es einfach nicht, aus Angst ich kriege unterwegs eine Attacke und schaffe es nicht zum Auto!
Ich übe täglich, gehe immer mal ein paar Meter mehr, schaffe auch immer das was ich mit vornehme, kriege aber auch jedes Mal Attacken und es wird nicht besser. Könnt ihr mir was empfehlen?

09.07.2019 14:02 • 10.07.2019 x 1 #1


5 Antworten ↓


Coru
Da hilft nichts außer sich weiter der Angst zu stellen. Es passiert dir nichts. Das Gefühl ist echt unangenehm. Es kann dir aber nichts passieren. Es wird vorbei gehen.

09.07.2019 14:40 • #2



Panikattacken beim spazieren

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HerrPalomar
Hallo,
du bist nicht alleine. Kenne das seit vielen Jahren sehr gut. Dachte, ich hätte es überwunden, aber es gibt immer wieder mal Episoden in meinem Leben, da kommt das wieder zurück. Bei mir beginnt es schon mit Angst vor der Angst, d.h. wenn ich mir nur einen längeren Fußweg vorstelle, gehts los. Am schlimmsten ist es, wenn ich mir körperliche Anstrengung ausmale, oder sie erwarte. Oder Hitze. Oder eine Kombination daraus. Schlimm sind generell große, weite Flächen, lange, breite Wege ohne Gelegenheit, sich festzuhalten oder ohne Sitzmöglichkeiten. Brücken. Und so weiter.
Ich hab das nicht nur beim Spazieren, sondern aktuell auch, wenn ich mir den Weg zur Straßenbahn, Auto oder zum Einkaufen vorstelle.
Ich wünsche dir alles Gute. Sei versichert, dass es anderen auch so geht, und dass wir in unserem Leiden miteinander verbunden sind. Deshalb noch einmal: Du bist niemals allein!

09.07.2019 15:14 • x 2 #3


Seemannsliebe
Zitat von HerrPalomar:
Hallo,du bist nicht alleine. Kenne das seit vielen Jahren sehr gut. Dachte, ich hätte es überwunden, aber es gibt immer wieder mal Episoden in meinem Leben, da kommt das wieder zurück. Bei mir beginnt es schon mit Angst vor der Angst, d.h. wenn ich mir nur einen längeren Fußweg vorstelle, gehts los. Am schlimmsten ist es, wenn ich mir körperliche Anstrengung ausmale, oder sie erwarte. Oder Hitze. Oder eine Kombination daraus. Schlimm sind generell große, weite Flächen, lange, breite Wege ohne Gelegenheit, sich festzuhalten oder ohne Sitzmöglichkeiten. Brücken. Und so weiter.Ich hab das nicht nur beim Spazieren, sondern aktuell auch, wenn ich mir den Weg zur Straßenbahn, Auto oder zum Einkaufen vorstelle.Ich wünsche dir alles Gute. Sei versichert, dass es anderen auch so geht, und dass wir in unserem Leiden miteinander verbunden sind. Deshalb noch einmal: Du bist niemals allein!

Der Text hätte von mir sein können. Gerade strecken ohne Kurven oder Büsche, keine Bänke usw, da wird mir Angst und Bange. Mein Verhaltenstherapeut meinte dass es sehr ungewöhnlich ist... weil die meisten ja eher vor engeren räumen Angst haben.. oh man, ich hoffe, dass ich da wieder raus komme, habe es doch schon mal geschafft Danke für deine aufbauenden Worte!

09.07.2019 17:21 • #4


HerrPalomar
Zitat von Seemannsliebe:
Der Text hätte von mir sein können. Gerade strecken ohne Kurven oder Büsche, keine Bänke usw, da wird mir Angst und Bange. Mein Verhaltenstherapeut meinte dass es sehr ungewöhnlich ist... weil die meisten ja eher vor engeren räumen Angst haben.. oh man, ich hoffe, dass ich da wieder raus komme, habe es doch schon mal geschafft Danke für deine aufbauenden Worte!


Natürlich kommst du wieder raus
Im Moment, wenn man stark von diesen Zuständen betroffen ist, kann man sich ein normales Leben gar nicht vorstellen. Aber es gibt dieses normale Leben, und es ist so viel mehr, als diese Panikattacken.
Wir können mit konsequenter Arbeit an uns selbst alles überwinden. Du bist stärker, als du denkst.

10.07.2019 07:25 • #5


Seemannsliebe, dein Verhaltenstherapeut scheint nicht gut informiert zu sein, das ist überhaupt nicht ungewöhnlich, sondern typische Anzeichen für eine Agoraphobie.
LG Tiffy

10.07.2019 08:06 • x 2 #6




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