Hallo Pumuckl,
25 - 50 km schaffe ich alleine, ja.
Ich hab letztes Jahr sogar 150 km geschafft. Wir haben uns einen VW-Bus mit Bett gekauft (hatte erst mal mit der Angst nichts zu tun). Dann kam der Urlaub und wir sind 50 km gefahren, übernachtet, Radtour gemacht und 20 km weiter gefahren usw. Es ist, wie wenn etwas bekannt werden kann, es fühlt sich nach einer Weile "sicher" an, dann kann ich weiter.
Meine Sicherheitszone ist dann ja "nur" 20 km weg. Solange wir dann fahren, denke ich mir "20 km zurück und du bist wieder in Sicherheit" - so hab ich die 150 km geschafft.
Z.Zt. gehts mir schlecht, ich würde das nicht hinkriegen. Ich kann grade mal 3 km vom Auto weg.
Ich hab Wanderkarten, da suche ich mir eine kleine Runde aus, die gehe ich dann und am nächsten Tag gehe ich die nochmal und hänge ein kleines Stück (500 Mtr) dran.
Das mache ich immer und immer wieder.
In ganz verschiedenen Umgebungen. Rund um meinen Wohnort.
Jeden Tag werde ich ein wenig freier. Ich gewöhne mich an den Wald, an die Wiesen...
Das hab ich schon mal so gemacht und da kamen dann die 100 km bei raus, oder eine Bergtour von 6 Stunden in unbekannter Umgebung.
Es ist föllig egal, wie weit du heute kommst und du hast den Rest deines Lebens Zeit. Was willst du auch sonst unternehmen. Das kann uns leider keiner abnehmen.
Also: Jeden Tag raus, jeden Tag ein Stück weiter. Wenns heute nur 500 Meter sind und morgen 200 Meter weiter, in ein paar Wochen schafft man 5 km weiter wie am Tag zuvor!
Der Kopf lernt dabei "alles gut, es kann nichts passieren".
Es wird immer besser. Ich bin dabei nicht einmal in eine Panik gekommen.
Ich tu mir aus Prinzip nichts an, was fürchterlich ist, immer nur die kleinen Schritte, die meine Seele verkraften kann.
Natürlich muß man sich überwinden, weil man ja gerne faul ist, weil es Arbeit ist aber es lohnt sich unbedingt!
Stell dir mal vor, du könntest dieses Jahr dein Zelt nehmen und endlich mal wieder an einem See, in der Nähe, so etwas wie 1 Woche Urlaub machen - das wäre doch herrlich, das wäre doch ein Ziel - oder?
Das würde ich dir auch zutrauen.
Wenn du die 2 km gefahren bist, dann fahr doch einen kleinen Schlenker und wieder zurück.
Zuhause fährst du dann nochmal los und fährst das Stück nochmal, machst einen kleinen Umweg in die nächste Richtung. Es ist föllig egal, wie viel du schaffst, und wenn es nur eine Parallelstraße ist, es ist ein Stück mehr Freiheit.
Wenn wir nichts unternehmen, ist es wie in einem Boot, auf einem Fluß: Es geht rückwärts.
Toll ist auch, daß mit der zunehmenden Freiheit und somit weniger Angst, die Kraft zurück kommt.
Diese Angst laugt doch aus und wenn sie kleiner wird, kommt immer mehr Kraft hinzu

Ich war so weit, daß ich mir kein Wochenende mehr Gedanken gemacht hab. Ich bin einfach zu meinem Freund ins Auto gestiegen und er ist losgefahren. Ich konnte durch Wälder gehen, auf Berge steigen, alles - kein Gedanke mehr an die Angst.
Ich hatte einen Rückfall (überfüllter Bus, wo die Türen nicht mehr aufgingen), PA, dann der dunkle Winter und 3 Wochen krank im Bett, daher gehts mir wieder schlecht aber ich hol mir das zurück!
Und - das wünsche ich euch allen auch -> nicht aufgeben, kämpfen, kleine Schritte aber immer etwas tun!
LG
Lilu