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Zitat von Havi:
Dieser Punkt, verursacht er nicht eher Schmerzen, durch die man dann von der Angst abgelenkt wird?

Mein Therapeut gab mir einen ähnlichen Tipp: Zwischen Zeigefinger und Daumen gibt es einen Punkt (den er ganz gezielt findet, ich nie), der ziemlich schmerzt, wenn man darauf drückt. Da lenkt aber dann der Schmerz ab.


Hallo Havi,

nein, ich denke nicht, daß es der Schmerz ist. Es funktioniert bei mir zumindest ja schon im Voraus, wenn ich diesen Punkt nur massiere. Ich beruhige mich dann und alles scheint (erst mal wieder) normal.
Ich hab mal nachgesehen, bei den Reflexzonen - es ist der Punkt des sog. Sonnengeflechts.

Ich muß da auch nicht ganz gezielt suchen, dieser Punkt ist so groß wie etwa ein 2 € Stück, also nicht wirklich zu verfehlen. Versuchs einfach mal. Muß ja wie gesagt kein Panikabenteuer sein. Wenn du nicht gerne in ein gefülltes Kaufhaus gehst, einfach vorne hinstehen, den Punkt massieren, warten bis du dich beruhigt hast, ein paar Meter rein gehen und sehen, was passiert. Oder was auch immer für dich gerade ein Problem darstellt.

Gruß Lilu

30.05.2013 18:33 • #61


Hallo Pumuckl,

25 - 50 km schaffe ich alleine, ja.
Ich hab letztes Jahr sogar 150 km geschafft. Wir haben uns einen VW-Bus mit Bett gekauft (hatte erst mal mit der Angst nichts zu tun). Dann kam der Urlaub und wir sind 50 km gefahren, übernachtet, Radtour gemacht und 20 km weiter gefahren usw. Es ist, wie wenn etwas bekannt werden kann, es fühlt sich nach einer Weile "sicher" an, dann kann ich weiter.
Meine Sicherheitszone ist dann ja "nur" 20 km weg. Solange wir dann fahren, denke ich mir "20 km zurück und du bist wieder in Sicherheit" - so hab ich die 150 km geschafft.

Z.Zt. gehts mir schlecht, ich würde das nicht hinkriegen. Ich kann grade mal 3 km vom Auto weg.
Ich hab Wanderkarten, da suche ich mir eine kleine Runde aus, die gehe ich dann und am nächsten Tag gehe ich die nochmal und hänge ein kleines Stück (500 Mtr) dran.
Das mache ich immer und immer wieder.
In ganz verschiedenen Umgebungen. Rund um meinen Wohnort.
Jeden Tag werde ich ein wenig freier. Ich gewöhne mich an den Wald, an die Wiesen...
Das hab ich schon mal so gemacht und da kamen dann die 100 km bei raus, oder eine Bergtour von 6 Stunden in unbekannter Umgebung.

Es ist föllig egal, wie weit du heute kommst und du hast den Rest deines Lebens Zeit. Was willst du auch sonst unternehmen. Das kann uns leider keiner abnehmen.
Also: Jeden Tag raus, jeden Tag ein Stück weiter. Wenns heute nur 500 Meter sind und morgen 200 Meter weiter, in ein paar Wochen schafft man 5 km weiter wie am Tag zuvor!
Der Kopf lernt dabei "alles gut, es kann nichts passieren".
Es wird immer besser. Ich bin dabei nicht einmal in eine Panik gekommen.
Ich tu mir aus Prinzip nichts an, was fürchterlich ist, immer nur die kleinen Schritte, die meine Seele verkraften kann.
Natürlich muß man sich überwinden, weil man ja gerne faul ist, weil es Arbeit ist aber es lohnt sich unbedingt!
Stell dir mal vor, du könntest dieses Jahr dein Zelt nehmen und endlich mal wieder an einem See, in der Nähe, so etwas wie 1 Woche Urlaub machen - das wäre doch herrlich, das wäre doch ein Ziel - oder?
Das würde ich dir auch zutrauen.
Wenn du die 2 km gefahren bist, dann fahr doch einen kleinen Schlenker und wieder zurück.
Zuhause fährst du dann nochmal los und fährst das Stück nochmal, machst einen kleinen Umweg in die nächste Richtung. Es ist föllig egal, wie viel du schaffst, und wenn es nur eine Parallelstraße ist, es ist ein Stück mehr Freiheit.

Wenn wir nichts unternehmen, ist es wie in einem Boot, auf einem Fluß: Es geht rückwärts.

Toll ist auch, daß mit der zunehmenden Freiheit und somit weniger Angst, die Kraft zurück kommt.
Diese Angst laugt doch aus und wenn sie kleiner wird, kommt immer mehr Kraft hinzu

Ich war so weit, daß ich mir kein Wochenende mehr Gedanken gemacht hab. Ich bin einfach zu meinem Freund ins Auto gestiegen und er ist losgefahren. Ich konnte durch Wälder gehen, auf Berge steigen, alles - kein Gedanke mehr an die Angst.

Ich hatte einen Rückfall (überfüllter Bus, wo die Türen nicht mehr aufgingen), PA, dann der dunkle Winter und 3 Wochen krank im Bett, daher gehts mir wieder schlecht aber ich hol mir das zurück!

Und - das wünsche ich euch allen auch -> nicht aufgeben, kämpfen, kleine Schritte aber immer etwas tun!

LG
Lilu

30.05.2013 18:55 • #62



Panikattacke auf der Autobahn

x 3


Autobahn:

Zuerst suchte ich mir ein kuzes Stück aus, also rauf auf die Autobahn und nach 3 oder 5 km wieder runter.
In der Nähe stellte ich mein Auto ab.
Dann ging ich zu Fuß, neben der Autobahn her, bis zur Abfahrt. Ich hab mich vergewissert, daß es einen Seiterstreifen gibt, ich kann also jederzeit sagen, daß mein Freund anhalten sol, dann kann ich aussteigen, über die Leitplanke klettern und zur nächsten Straße laufen, wo er mich dann abholt.
Dann habe ich mich auf den Beifahrersitz gesetzt und gesagt: "Fahr zu, und wenn ich sterbe vor Angst, fahr einfach weiter"!
Es ist nichts passiert! Die Angst schwoll an, war mächtig, gigantisch, genau so lange, bis wir auf der Autobahn waren und plop - weg war sie!
So geht mir das immer und 2 Autobahnstücke (10 und 15 km) kann ich schon ohne Probleme fahren. Ich denke nicht einmal mehr dran. Ich unterhalte mich mit meinem Freund und mir fällt nicht einmal mehr auf, daß wir auf der Autobahn sind.
Eine der beiden Strecken kann ich auch schon alleine fahren.... und an all die anderen trau ich mich auch nicht ran

Man, sind wir nicht gut dran? Andere bezahlen 100 € für ein Bunje-Sprung, wir haben den gleichen Kick, wenn wir nur ne Autobahn sehen *lach*

30.05.2013 19:05 • #63


Also wenn ich stehen bleiben soll - z. B. vor einem Kaufhaus -, dann geht die Angst doch automatisch runter. Das ist ja eine Gesetzmäßigkeit der Angstkurve. Das funktioniert mit und ohne Hand massieren. Oder geht es dann schneller? Oder besser?

30.05.2013 20:59 • #64


Finde ich toll, dass du dich so oft konfrontierst.
Ich bin aber der Meinung:Wenn man unsicher ist und Angst hat, hat man nichts auf der Autobahn verloren. So lange ich Panikattacken habe, bleibe ich schon da weg. Wenn ich nämlich mal ne Panikattacke bekomme und mir einbilde, ich müsste nun anhalten, dann wird das auf der Landstraße keinen jucken. Auf der Autobahn gefährde ich aber mich und andere und außerdem ist dann der Lappen womöglich weg.
Oder was passiert, wenn die Polente kommt und man steht hinter der Leitplanke, obwohl man keine Panne hat? Da ist man sicher ganz schnell mal bei der MPU, oder?

30.05.2013 21:09 • #65


Papillon
Wow.. Ihr geht da alle echt toll mit um. Autobahn ist für mich echt das absolute No-go. Wenns wirklich mal ein Notfall ist, schaffe ich es zum Supermarkt und zur Apotheke. Ich nehme total viele Unanehmlichkeiten in Kauf, um nicht fahren zu müssen. Ich fahre Bahn und Bus und laufe weite Strecken zu Fuß.. Das ist ziemlich anstrengend, da ich in einem kleinen Kaff wohne, wo die Busanbindung so schlecht ist Mit Auto wär vieles leichter. Manche Menschen reisen ja sogar weite Strecken mit dem Auto... Das würde ich gar nicht aushalten. Mein Gehirn wäre von der übermäßigen Konzentration schnell überlastet. Wenn ich mir vorstelle, so 5-6 Stunden Autobahn... Da zieht sich bei mir alles zusammen.

31.05.2013 01:55 • #66


Schlaflose
Zitat von pumuckl:
Ich bin aber der Meinung:Wenn man unsicher ist und Angst hat, hat man nichts auf der Autobahn verloren. So lange ich Panikattacken habe, bleibe ich schon da weg. Wenn ich nämlich mal ne Panikattacke bekomme und mir einbilde, ich müsste nun anhalten, dann wird das auf der Landstraße keinen jucken. Auf der Autobahn gefährde ich aber mich und andere und außerdem ist dann der Lappen womöglich weg.
Oder was passiert, wenn die Polente kommt und man steht hinter der Leitplanke, obwohl man keine Panne hat? Da ist man sicher ganz schnell mal bei der MPU, oder?


Man darf selbstverständlichen auf dem Seitenstreifen auf der Autobahn ahalten, wenn es einem nicht gutgeht. Da ist doch nicht gleich der Lappen weg. Was meinst du wieviele Leute anhalten müssen, weil ihr Kreislauf versagt oder weil sie plötzlich starke Schmerzen haben oder was auch immer. Um den Führerschein muss man sich nur dann Sorgen machen, wenn man anhält und die Polizei stellt fest, dass man Alk. oder Dro. im Blut hat.

31.05.2013 11:55 • #67


Aber wenn man der Polizei dann sagen muss, dass man unter Panikattacken leidet und Angst hat, könnte es doch gut sein, dass sie da was einleiten, oder? Oh nein und schreib doch nicht sowas wie Kreislaufversagen. Da kriege ich sofort die Krise. Das ist meine größte Sorge.
Und zu Fuß gehen ist für mich besonders schlimm, Papillon. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, weiß ich, dass ich binnen kurzer Zeit wieder daheim sein kann. Ich habe ein riesen Problem, viel befahrene, überhaupt Straßen, zu überqueren. Ich denke dann, mir wird schwindelig, ich falle auf die Straße und werde überfahren. Allein das nach links und rechts gucken bereitet mir dann Schwindel. Ich würde dann am Liebsten nur mit Schirm oder Krücke raus, um mich irgendwo abzustützen. Bescheuert. Bessert sich vielleicht im Alter, wenn ich einen Rollator habe

31.05.2013 15:09 • #68


Schlaflose
Zitat von pumuckl:
Aber wenn man der Polizei dann sagen muss, dass man unter Panikattacken leidet und Angst hat, könnte es doch gut sein, dass sie da was einleiten, oder


Muss man ja nicht unbedingt. Man kann einfach sagen, dass es einem schlecht geworden ist. Aber ich wüsste auch nicht, dass es ein Gesetz gibt, das das Autofahren mit einer Panikstörung verbietet. Aber da müsstest du dich besser auskennen. Hast du nicht Rechtsanwaltsgehilfin oder so ähnlich gelernt?

31.05.2013 15:33 • #69


Ich bin Rechtsfachwirtin. Aber die Rechtslage kennt man natürlich nur, wenn man so einen Fall schon mal hatte. Da müsste ich ja in die entsprechenden Gesetze rein schauen.
Ich denke, wenn man "aktenkundig" wird und desöfteren irgendwo anhalten muss, wo es nur im absoluten Notfall gestattet ist, kann man schon Probleme bekommen.
Problematisch dürfte es schon werden, wenn man mit dem RTW abgeholt wird und womöglich in einer Nervenklinik landet?! Bzw. man dann hinterher den Abtransport des PKW bezahlen muss.
Aber wahrscheinlich passiert das eher selten bis gar nicht. Jemand, der daheim schon eine Panikattacke vom Allerfeinsten hat, wird wahrscheinlich nicht über die Autobahn fahren.

31.05.2013 16:04 • #70


Schlaflose
Zitat von pumuckl:
Jemand, der daheim schon eine Panikattacke vom Allerfeinsten hat, wird wahrscheinlich nicht über die Autobahn fahren.


Stimmt. Wenn es häufiger vorkäme, würde man in den Medien darüber hören. Aber im Grunde kann man auf der Autobahn ungefährlicher halten als auf eine schmalen Landstraße, wo der Randstreifen vielleicht nur einen Meter breit ist. Da ist die Unfallgefahr durch ein parkendes Fahrzeug viel größer.
Im Grunde dürfte dann niemand, der starkes Übergewicht und einen hohen Blutdruck hat Autofahren, weil er jederzeit einen Schlaganfall oder herzinfarkt bekommen könnte. Oder jemand der einen zu niedrigen Blutdruck hat, könnte während der Fahrt in Ohnmacht fallen usw. Ich denke, wenn man eine Panikattacke bekommt, fühlt man das kommen und hat Zeit, zu reagieren und rechts ranzufahren.

31.05.2013 16:24 • #71


Hallo Miteinander,

na meine Selbsttherapie hat ja einige Meinungen losgetreten.
Das ist doch alles nur Kopfsache.
Es ist, bei mir zumindest, meist nur die Angst vor der Angst und letzlich passiert garnichts.
Ich bau mir doch mit all dem Zeug: Seitenstreifen, aussteigen können etc. nur eine Krücke im Kopf.
Ich bin ja auch seltenst allein unterwegs.
Also wie gesagt, mein Partner könnte gleich weiterfahren und ich würde über die Leitplanke zur nächsten Straße laufen. So zumindest sieht es in der Phantasie aus.
Das sind meine Krücken, damit ich überhaupt auf so eine Straße gefahren werden kann.

Wenn ich dann da ein paar mal gefahren worden bin, ist die Angst weg und ich kann so ein Stück auch alleine fahren.
Passiert ja nix, wenn ich als Beifahrer ne PA bekomme!
Ist ja dann mein Problem - der Fahre würde das warscheinlich nicht mitbekommen.
Ich bekomme feuchte Hände, Herzklopfen, hab das Gefühl als bekäme ich keine Luft mehr aber ich sitze ganz ruhig da, mach evtl. das Fenster auf und noch einen Knopf an meiner Jacke - das wars dann auch schon - aber wie gesagt, die schlimmste Minute ist die, wenn wir auf die Autobahn fahren. Wenn wir dann drauf sind, geht es wieder.

-> Ich war heut auch wieder unterwegs - bin 2 mal 7 km Schnellstraße gefahren worden und hab mir dabei die schönen Häuser rechts der Straße angesehen - ich muß in Übung bleiben, ansonsten bin ich irgendwann so weit, daß ich mich nicht mehr zur Tür raus wage.

Ich weiß ja nicht wie es euch erging, ich hatte schon bessere Zeiten im Leben - ich war einmal ganz normal, ich war sogar eine Heldin - bin Gleitschirm geflogen, Motorrad gefahren, war auf Bali und in Thailand.
Ich hab den ganzen Mist erst seit 7 Jahren.

Da mir sowieso keiner helfen kann, muß ich es eben selber tun (bin austherapiert). Meine Therapie ist die Therapie der kleinen Schritte, ganz so, wie es meine Seele verkraftet aber die Richtung ist vorgegeben: Vorwärts!
Und das eisern, einfach etwas tun, egal was, alles ist besser als nichts zu tun.

31.05.2013 20:21 • #72


Ich finde das toll lilu.
Mein Problem war und ist weniger das Autofahren. Bis auf die Autobahn und das habe ich mir glaube ich selbst eingeredet. Ich rede mir dann so Sachen ein wie: Gleich musst du los. Unterwegs könnte dir so schwindelig werden, dass du in Ohnmacht fällst.Dann baust du einen Unfall etc. Und dann geht es mir natürlich erst recht schlecht.
Wenn ich Termine habe, ist es besonders schlimm. Denn sonst kann ich es ja schieben, wie ich will.
Früher fuhr ich problemlos und recht schnell. Heute beschränke ich mich auf Landstraße. Da stört es eh keinen. Da ich einen alten großen Mercedes fahre, denken wahrscheinlich eh alle, dass ein alter Opa vor ihnen her fährt. Wobei ich jetzt nicht schleiche. Ich fahre aber auf Bundesstraßen und Autobahnen nicht schneller als 120-130 km/h und innerorts fahre ich meist im Bereich der Geschwindigkeitsvorgabe. Aber das reicht ja heutzutage schon, um bedrängt und bepöbelt zu werden.
Aber ich habe keine Lust, ein Kind oder eine alte Oma zu überfahren oder geblitzt zu werden.
Ich habe irgendwie die Angst, dass ich weiter weg fahre und dann nicht mehr aus eigener Kraft zurück komme. Genauso geht es mir bei längeren Wegen zu Fuß. Aber ich will nicht jammern. Mein Radius hat sich erheblich gebessert. Ich fahre wieder ganz alleine einkaufen, gehe in größe Geschäfte und mache auch Ausflüge mit meinem Mann. Ich kann zum Friseur, alleine zum Arzt, Zahnarzt und zu meiner Therapeutin. Ich bin sehr dankbar dafür und hoffe, dass es so bleibt. Was ich durchgemacht habe, war der Horror.

31.05.2013 20:34 • #73


Hallo Pumuckl,

siehst du, du hast auch Erfolge aber die hast du bestimmt nicht, weil du dich um alles gedrückt hast!
Du hast etwas unternommen, bist raus, fährst Auto, so muß das sein, dann wird es immer besser.
Landstraße ist doch in Ordnung, man kommt überall ohne Autobahn hin.

Nur: Man kommt nicht überall ohne Aufzug hin - da muß ich was erzählen:
Liegt meine Mutter letztes Jahr im KKH, mit einem Herzinfarkt, ich sofort die 50km zum KKH gefahren, bauen die da an dem KKH rum.
Ich bin um das ganze, rießige Ding 2 mal rumgelaufen, bis mir jemand sagte, daß ich doch tatsächlich in den 2ten Stock nur mit dem Auzug komme.
Das glaubte ich nicht, es muß ja schließlich Feuertreppen geben! Ja, meinte die Schester aber die Türen sind verriegelt und gehen nur bei Feuer auf!
Das stelle sich mal einer vor.
Ich habe sie nicht besucht, die 50 km waren umsonst und Gott sei Dank, es geht ihr wieder gut.

Für weiter weg fahren habe ich auch eine Gedankenkrücke:

Du kannst jederzeit dein Auto stehen lassen, ein Taxi rufen, der bringt dich heim und dann holt dein Mann dein Auto ab. --- gaaaanz einfach!
Also fahr zu!
Es passiert eh nix und wenn schon ... dann rufst eben das Taxi

Weißt, ich glaube das schlimmste ist die Angst vor der Angst und dafür kann man sich die Krücken bauen, weil letztlich passiert doch nichts - oder ist etwas schon mal was passiert.... und falls ja, wie hoch ist die Warscheinlichkeit, daß sich das wiederholt?

Nur weiter so! Deine Richtung stimmt!

31.05.2013 20:52 • #74


Oh das ist aber auch eine heftige Geschichte mit dem Krankenhaus. Meine negativen Erlebnisse waren, dass ich mal abends Brot kaufen wollte und mich nicht in den Supermarkt getraut habe. Oder dass ich meine Einkäufe habe stehn lassen und raus gerast bin. Oder dass ich abgeholt werden musste, weil ich dachte, ich kollabiere. Oder dass ich mehrfach den ärztlichen Notdienst und die Notaufnahme aufgesucht habe, weil ich das Gefühl hatte, kaum noch laufen zu können vor lauter Schwindel.
Das ist im Nachhinein so peinlich. Oder auch, dass ich so schrecklich nervös war immer und überall. Dass Leute dachten, ich würde mich vordrängen wollen. Habe mich nur in Begleitung in den 2 km entfernten Supermarkt getraut. Gräßlich. Alles wegen dieser blöden körperlichen Symptome, die ich entwickelt habe. Ich hatte überhaupt keine anderen Gedanken mehr. Ich ging dann lieber nicht zum Friseur, lieber keine Klamotten kaufen, traf mich lieber nicht mit Leuten. Ich hatte auch eine ganze Palette von Ausreden. Der ganze Tag bestand quasi nur aus einer riesigen Panikattacke.
Mir war auch alles Zuviel. Und ich habe das nun schon zwei Mal erleben müssen. Manchmal ging ich in die Küche, wollte einen Kuchen backen, suchte die Zutaten zusammen und stand dann da und es war mir schlichtweg Zuviel, das zu machen. Also räumte ich wieder alles weg. Keine Ahnung. Ob das eine Depression war, wie mein Hausarzt meint?

31.05.2013 21:10 • #75


Hallo pumuckl,

diese Gedanken, daß ich gleich kollabiere, sterbe oder ersticke, die hab ich hinter mir gelassen und hier die Geschichte dazu:
Mein Elend fing mit hammermäßigem Tinnitus an und mit Tablettenangst. Ich mußte irgend wann ins KKH, weil ich nicht mehr in der Lage war mich um mich selbst zu kümmern.
Wenn ich einkaufen war, hatte ich keine Kraft mehr zu kochen, wenn ich gekocht hatte, hatte ich keine Kraft mehr zu essen ... hab ziemlich schnell auf 59 kg abgenommen (bei 1,72 Körpergröße einfach zu wenig).
Also -> KKH.
Da lag ich nun, sollte Infusion bekommen. Nun steckte in dem Kochsalzbeutel über mir aber noch ne Spritze drin. Ich bat um den Beipackzettel und da laß ich mindestens 10 Todesurteile.
Wie ein Schatten meiner Selbst lag ich jammernd im Bett.
Ich wollte auch nicht mehr leben, weil mir das alles zuviel war.
Meinte meine Nachbarin zu mir: "Na, wenn du sowieso sterben willst, kannst das ja auch hier erledigen, dann ist doch egal, was in dieser Spritze drin war!"
Hart aber herzlich.
Und so dachte ich mir dann immer, wenn ein dummes Körpergefühl da war "... und wenns das nun war, dann solls eben so sein" und ich hab immer weniger auf diese Gefühle gegeben.

Allerdings, das Gefühl keine Luft zu bekommen, das hat mich schon sehr mitgenommen. Bin dann mal nachts in die Notaufnahme, die stellten einen Blutdrucksoberwert von über 200 fest.
Nach einigem Hin und Her, in dieser Zeit, hat sich dann rausgestellt, daß mein Blutduck generell zu hoch ist (hatte auch Herzstrolpern).
Also Herz war i.O., meinte der ähm - Kardiologe ist das gelle - so, und der Blutduck, da nehm ich nun Blutdrucksenker, gegen das Strolpern Betablocker.
War zwar hart, bis ich die das erste mal runter gebracht hatte, aber nun, ein Jahr später, bin ich schon wieder am reduzieren (waren insgesamt 4 Medikamente, jetzt nur noch 3).
Es geht mir dahingehend gut, ich treibe viel Sport, ernähre mich gesund und zumindest das, wird immer besser.

Es war ein Zufall, daß ich dahinter gekommen bin, daß einem die Luft weg bleibt, wenn der Blutduck zu hoch ist.
Ist ansich so simpel aber ich kann nur jedem raten eben diesen mal zu messen (z.B. Apotheke, macht das kostenlos). 80 zu 140 sollte man nicht überschreiten. 70 zu 120 ist gut.
Natürlich noch besser, man hat ein eigenes, kleines Handgerät zuhause.

Aber wer kommt schon darauf, wir glauben uns ja selber nicht mehr.
Mir gings auch so.

Peinlich - mir ist sowas nicht peinlich, mich befällt die blanke Wut, wenn Normalos versuchen in ihrer besserwisserischen Art mir Ratschläge zu geben. Ich sage dann immer : "Du solltes Gott auf Knien danken, daß du nicht meine Probleme hast, anstatt dich über mich lustig zu machen oder mir dumme Ratschläge zu geben".

Nein, das braucht dir beileibe nicht peinlich zu sein. Du tust, was in deiner Macht steht und mehr kann man von keinem Menschen verlangen!

01.06.2013 11:37 • #76


Hallo, bin ganz neu hier. Habe mir gerade eure Beiträge wegen der Autobahn durchgelesen. So ähnlich geht es mir auch. Mein Magen krampft sich zusammen sowie die Autobahn leicht ansteigt und es in eine Kurve geht. Ich habe Angst umzukippen und steuere automatisch dagegen. Das heisst, ich fahre halb auf der rechten Seite und halb auf dem Standstreifen. Nächsten Monat soll es nach Löhne gehen. Mein Vater wird 75. Wer kann mir helfen? Das ist kein Zustand. Ich würde ja auch Landstraße fahren. Aber das funktioniert nicht.

06.05.2018 16:34 • #77



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