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Zitter40

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Hallo ihr Lieben,
ich bin neu hier und momentan kaum Herr meiner Sinne.

In der jetzigen Situation war ich noch nie und ich muss es mir einfach mal von der Seele schreiben, da meine Situation niemand aus meiner nächsten Nähe versteht.

Ich arbeite seit genau einem Jahr in dem Büro einer Ärztin. Ich mochte sie von Anfang an sehr und freute mich auf die Arbeit bei ihr.
Ich habe keine Kollegen, sondern erledige alles eigenständig und allein. Es gibt auch keine Praxis in dem Sinne sondern das Büro ist das Arbeitszimmer bei ihr in der Wohnung.
Heißt, ich bin den ganzen Tag allein in ihrer Wohnung und wir telefonieren nur. Live sehe ich sie maximal 4x im Monat.

Es hat mir anfangs nichts ausgemacht, weder der Streß noch die Einsamkeit in dem Büro.
Aber irgendwann hat sich alles zugespitzt. Sie hatte keine Zeit, und wenn, dann sollte ich bis Nachmittags/Abends im Büro warten, damit wir uns noch kurz besprechen konnten. Hab ich ja auch alles brav gemacht - private Termine verschoben, mein Kind von Bekannten abholen lassen etc.

Ich bin jemand, der sehr gut die (auch unterdrückten) Gefühle von meinem Gegenüber spüren kann, leider nehme ich dies in dem Fall viel zu bewusst auf. Ich habe in diesem Jahr vom 02.01. bis Mai komplett durchgearbeitet, ohne Urlaub. Irgendwann sind die Akkus leer - sie ist ein Workaholic, immer 15-20 h am Tag für den Job (auch am WE!).
Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber nach meinem Urlaub war irgendwas anders. Ihre Stimmung mir gegenüber war sehr angespannt, was ich gleich in der ersten Mail (drei Seiten ausgedruckt) zu spüren bekam. Es war für mich ein Schlag ins Gesicht. Und leider ging es so weiter - egal was, ich musste mich wegen allem erklären. Übrigens führe ich minutiös auf, was ich am Tag mache, mit wem ich telefoniert habe und um was es ging (ihr Wunsch). Somit weiß sie, was ich mache und dass ich nicht nur rumsitze.
Trotzdem - ich muss mich erklären, warum ich Aufgabe XY nicht fertig gebracht habe - die "Ausrede" keine Zeit lässt sie nicht gelten. Gefühlt gibt es 1000 Dinge am Tag, die erledigt werden müssen. Bei jedem Telefonat mit ihr kommen neue Dinge dazu - sie hat es somit aus ihrem Kopf und ich muss es erledigen. Jeden Tag wächst der Berg mit den superdringend zu erledigenden Aufgaben immer mehr.
Und immer muss ich genau erklären, warum ich etwas nicht geschafft habe.

Wir hatten darüber ein Gespräch, bei dem ich mich bereits sehr unwohl gefühlt habe und auch geheult habe. Meine Güte, ich heule sonst nicht wegen jedem Mist!
Danach ging es eine Zeit.

Zwischenzeitlich ist sie selbst 3x umgekippt bzw. musste ins Krankenhaus - aber das wusste ich nicht von ihr, sondern durch eine Mail an ihre Bekannte, welche sie über die Arbeitsmailadresse verschickt hatte.

Seit dem ersten Gespräch habe ich bei mir Veränderungen bemerkt: ich war nicht mehr so locker, zog mich auch zu Hause zurück.

Schleichend wurde es wieder extremer im Büro und auch bei mir: mittlerweile bin ich nur noch am zittern, hab Herzrasen, kann nicht schlafen, alles schlägt mir auf den Magen.
Es stand ein Personalgespräch mit ihr an: ich weiß ja, dass sie eine "Fehlerliste" über mich führt - alles, was ihr irgendwie auffällt oder was irgendwo nicht passt, kommt da drauf. Sie ist extrem akribisch.
Ich habe ihr gesagt, dass es mir körperlich und seelisch nicht gut geht u. ich kein Problem habe, wenn sie ersatz für mich suchen würde - ihr Reaktion: Tränen und die Bermerkung, sie würde sich den Strick nehmen, wenn ich kündige.

Oberflächlich ging es wieder, aber mein Körper hat sich nicht richtig beruhigt. Dann wieder ein Gespräch - Treffen später Nachmittag irgendwo in einem Kaffee. Hier wieder ihre Kälte und Unnahbarkeit. Ich habe ihr dann gesagt, dass wir so eng miteinander arbeiten und sie mir nicht mal sagt, dass sie im KH war hätte mich getroffen, und dann packt sie voll die Keule aus: sie könne mir nicht mehr vertrauen, weil ich ihr superwichtigen Dinge angeblich nie pünktlich fertig mache; ihre Gesundheit ginge mich nichts an; ich solle ihr immer alles mitteilen, was überhaupt im Büro los wäre und wenn ich mal eher gehen möchte, dann will sie das ebenfalls sofort wissen und so ging es weiter. ich hab wieder nur geheult.

Mittlerweile war ich vor 3 Wochen beim Arzt, ich hab Angst, dass ich mich hier nicht mehr rausziehen kann. Jetzt habe ich einen Termin beim Psychologen, um alles mal durchzusprechen. Meinen Chefin weiß das. i

Ich hatte einen Antrag auf Genehmigung einer Nebentätigtkeit gestellt. Da sie unsere Treffen 3x abgesagt hatte, hab ich in meiner Verzweiflung dieses Blatt einfach nur auf ihren Schreibtisch gelegt. Das hat bei ihr etwas ausgelöst. In den letzten 2 Wochen hatte ich Urlaub und während dessen eine Mail von ihr, dass ich die Nebentätigkeit nur ausführen darf, wenn ich von meinen knapp 30 Stunden knapp 30% weniger für sie arbeite. Ich habe im ersten Moment zugesagt, dann aber überlegt, wie viel Geld ich dadurch verliere. Also hab ich meine Mailzusage zurückgenommen mit dem Kommentar, dass es mich etwas irritiert, plötzlich so wenig Arbeit zu haben. Dann kam die Anfrage von ihr, sich mit mir zu treffen um Missverständnisse zu besprechen. Ich bin wieder hingefahren. Es war schrecklich. Sie war kalt wie ein Eisblock, es gab kein Lächeln. Ihre erste Bemerkung: "Ich dachte, Sie bringen mir gleich ihre Kündigung mit". Ich war perplex.
Danach weiter - ihr Vertrauen in mich wäre erschüttert, ich nehme mir zu viel raus, ich teile ihr wichtige Dinge nicht mit etc.

Ich habe nicht geweint. Ich möchte kündigen. Morgen. Und ich habe Angst vor dem Zusammentreffen mit ihr. Weil sie auch super nett sein kann und anscheinend momentan auch ist, so wie ich die Whatsapps von ihr mit Smilies lesen kann.
Aber ich kann nicht mehr. Ich bin einfach durch. Nur am heulen, wenn ich dran denke ihr zu sagen, dass ich nicht mehr mit ihr arbeiten kann. ich zitter wie Espenlaub. kann nichts mehr essen.

sch. man, ich hab ein Kind. Ich muss an mich denken. Aber ich fühle mich so ausgeliefert und hilflos. Ich habe so Angst, morgen zu ihr zu fahren und mir ihr zu sprechen. Es macht mich fertig.

Danke an jeden, der diesen wirren Text bis zum Schluss gelesen hat.

11.09.2019 13:32 • 13.09.2019 #1


27 Antworten ↓


Mindhead

Mindhead


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Hallo du

Das hört sich alles andere als gut an.
Irgendwie merkwürdig, dass sie sich plötzlich so geändert hat. Hast du sie gefragt, ob etwas passiert ist?
Es hört sich für mich an, als wäre bei ihr auf jeden Fall etwas passiert, was so viel ausgelöst hat und das wirkt sich auf dich auf.

Es klingt, als ständest du (oder hast du schon) ein Burnout. Da musst du ganz dringend auf dich achten!
Hast du ihr schon gesagt, dass du ihr Verhalten gegenüber dir nicht in Ordnung findest und dass ein Mensch nun mal nicht alles komplett erledigen kann in den Stunden, die du arbeitest? Dass sie immer mehr von dir verlangt?

Es ist schade, dass du sonst kündigen musst. Aber verständlich. In so eine Situation musst du das machen, was für DICH am besten ist.
Hast du dich schon nach anderen Arbeitsstellen umgeschaut?

11.09.2019 13:40 • x 1 #2


Zitter40


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Danke für deine Antwort.

Ja, einen Burn Out hat mein Hausarzt schon bestätigt, deswegen ja der Termin beim Psychologen.

Sie hat momentan extremsten Streß: im Job, Paartherapie mit ihrem Mann weil es da nur Streit gibt und ich funktioniere nicht richtig.
Ich habe ihr bereits beim ersten Mal gesagt, dass ich nur soviel machen kann, wie ich Stunden zur Verfügung habe. Ich mach mir nicht mal einen Kaffee während der Arbeit! Nur sitzen und durchziehen. Und trotzdem fallen dann einige Punkte am Tag an, die ich nicht schaffe. Und das stößt ihr auf. Und die sammelt sie dann, um es mir wochen später unter die Nase zu reiben. Und mich dann im Nachhinein zu erklären schaffe ich nicht. Weil ich es einfach nur verdrängen will.

Klar fragt sie mich, was sie ändern soll und wie sie mir helfen kann: sie will aber genaueste Angaben. Und ich kann mich einfach nicht mehr erklären oder mich damit auseinandersetzen. Keine Kraft mehr...

Nein, ich hab mich noch nicht umgeschaut. Ich muss erstmal mit mir klar kommen. Und ich kann einfach nicht mehr.

11.09.2019 14:07 • #3


Mindhead

Mindhead


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Okay, gut, dass du zum Psychologen gehst!

Das ist nicht in Ordnung von ihr. Dann soll sie gefälligst eine zweite Person einstellen.
Hast du überhaupt Pause während der Arbeit?

Es ist verständlich, dass du dich nicht einfach so verteidigen kann. Es ist sowieso schon merkwürdig, wie akribisch sie dich kontrolliert. Das ist nicht in Ordnung. Hat sie das vom Anfang an gemacht? Nein, oder?
Ich glaube, dass sie das gar nicht so darf, wie sie das macht. Aber sicher bin ich mir nicht.

Es ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung zu kündigen. So geht es nicht weiter und wenn deine Arbeitgeberin da nichts ändert, ist das auch auf keinen Fall deine Schuld.

Eine Frage: Die Suizidankündigung, war das von deiner Chefin aus? Hat sie dir das so gesagt, falls du kündigst? Habe ich das richtig gelesen?
Wenn ja, dann bitte erst zur Polizei gehen, bevor du kündigst und das dort ein mal ansprechen, dass du dir deswegen Sorgen machst, du aber definitiv vor hast zu kündigen.

11.09.2019 14:17 • x 1 #4


Luna70

Luna70


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Zitat von Zitter40:
Übrigens führe ich minutiös auf, was ich am Tag mache, mit wem ich telefoniert habe und um was es ging (ihr Wunsch). Somit weiß sie, was ich mache und dass ich nicht nur rumsitze.


Ehrlich gesagt finde ich das wirklich etwas gruselig. Sie lässt dich zwar auf der einen Seite alleine in ihre Privatwohnung, auf der anderen Seite kontrolliert sie dich aber absolut übertrieben. Fehlt nur noch, dass sie eine Kamera installiert, um dir den ganzen Tag bei der Arbeit zuzusehen. Bei dem ganzen Dokumentieren von jedem Schritt ist es ja kein Wunder, wenn du viel zu tun hast. Vieles an deiner Chefin passt nicht zusammen, sie sollte sich vielleicht mal selbst behandeln.

Da hilft wohl nur, entweder kündigen oder sich selbst ganz klar abgrenzen. Was nicht erledigt ist, bleibt eben liegen. Wenn Feierabend ist, gehst du nach Hause. Wenn sie schlecht drauf ist und kalt, ist sie es eben. Sie ist nicht deine Freundin und von daher muss es dich auch nicht tangieren, ob sie sich tot arbeitet. Sie bezahlt einfach nur dein Gehalt und dafür schuldest du ihr die vereinbarte Arbeitsleistung, nicht mehr. Überhaupt wäre eure Zusammenarbeit wahrscheinlich einfacher, wenn dein Büro in der Praxis wäre. Ist da kein Platz oder warum diese merkwürdige Lösung? Ein guter Arbeitsablauf ist in der Konstellation kaum möglich.

Es kommt mir so vor, als hätte deine Chefin ein ordentliches Problem. Diese ganze Sprunghaftigkeit, die Zusammenbrüche usw. Hast du mal in Erwägung gezogen, dass sie irgendeine Abhängigkeit haben könnte?

11.09.2019 14:17 • x 2 #5


Zitter40


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Zitat von Mindhead:
Eine Frage: Die Suizidankündigung, war das von deiner Chefin aus? Hat sie dir das so gesagt, falls du kündigst? Habe ich das richtig gelesen?
Wenn ja, dann bitte erst zur Polizei gehen, bevor du kündigst und das dort ein mal ansprechen, dass du dir deswegen Sorgen machst, du aber definitiv vor hast zu kündigen.


Das hatte sie mir bereits zwei mal gesagt, so im Spaß nebenbei. Eben weil ich ja alles mache und um sie rum organisiere.

Zitat von Luna70:
Was nicht erledigt ist, bleibt eben liegen. Wenn Feierabend ist, gehst du nach Hause. Wenn sie schlecht drauf ist und kalt, ist sie es eben.


So einfach geht das nicht bei ihr, hab ich bereits probiert. Wie gesagt, sie sammelt dann die Punkte und knallt es mir irgendwann mal um die Ohren. Mich lässt das nicht kalt, leider.


Zitat von Luna70:
Sie bezahlt einfach nur dein Gehalt und dafür schuldest du ihr die vereinbarte Arbeitsleistung, nicht mehr. Überhaupt wäre eure Zusammenarbeit wahrscheinlich einfacher, wenn dein Büro in der Praxis wäre. Ist da kein Platz oder warum diese merkwürdige Lösung? Ein guter Arbeitsablauf ist in der Konstellation kaum möglich.


Es gibt keine Praxis, sie ist Arbeitsmedizinerin und fährt überall rum. Ein Büro sollte bereits vor meiner Einstellung gesucht werden, aber das ist so ein Punkt, der auf die lange Bank geschoben worden ist.


Zum Thema Kontrolle: ich musste von Beginn an alles notieren, damit sie die Gespräche etc. beim Kunden abrechnen kann. Nur reicht eben nicht der Kommentar "Telefonat" - nein, sie will wissen, um was genau es ging. Wenn dann mal drei Patienten nacheinander anrufen, hab ich das erste Telefonat schon vergessen... Oder Zeit, wenn ich suchen muss in dem gesammelten Wust von Daten und Infos überall im PC - das dauert teilweise, aber wenn ich dann hinschreibe "interne Recherche" ist es auch nicht recht...

Für mich ist die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen getroffen und nicht änderbar. So masochistisch war ich lang genug.
Nur morgen wird hart und dann die ganzen nächsten Wochen in der Zusammenarbeit. Sie findet so schnell keinen Ersatz, zumal sie null Zeit hat, jemanden einzuarbeiten.

Sie trifft mich mit ihrer Art an einem Punkt in mir, denn kein Arbeitgeber jemals treffen darf.

11.09.2019 14:46 • #6


soleil

soleil


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Ich wünsche dir für das morgige Gespräch viel Kraft und die richtigen Worte.
Ich könnte unter diesen Bedingungen dort auch nicht arbeiten.
Ein Wunder, dass du es überhaupt so lange ausgehalten hast.
Deine Vorgesetzte verhält sich, sagen wir mal etwas "merkwürdig".
Vielleicht braucht sie selbst psychologische Hilfe. Das sind meine Gedanken dazu.

11.09.2019 14:57 • x 2 #7


Mindhead

Mindhead


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Ich schließe mich da an, deine Vorgesetzte scheint auch dringend professionelle Hilfe zu benötigen.

Bist du dir ganz sicher, dass sie die Sachen zum Suizid nicht ernst gemeint hat?
Ich frage das nur, weil man verpflichtet ist Ankündigungen zu melden, wenn es der Fall ist, oder wenn man sich nicht sicher ist.

Ich wünsche dir für morgen auf jeden Fall ganz viel Erfolg und Stärke! Du schaffst das. Es ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung, da könnte ich auch nicht arbeiten und ich denke, viele andere unter den Bedingungen auch nicht. Das ist kein gutes Arbeitsklima/-verhältnis.

11.09.2019 15:19 • x 2 #8


Luna70

Luna70


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Da hilft wohl nur zu versuchen, das alles mit professioneller Distanz zu sehen. Du bist nur Arbeitnehmerin, keine Freundin und erst recht keine Sklavin. Du hast das Recht zu kündigen und bist ihr keine lebenslange Treue schuldig.

Nimm es als Situation, an der du wachsen wirst. Das nächste mal wirst du dich sicher nicht mehr so behandeln lassen, sondern viel früher die Notbremse ziehen. Spätestens wenn es Tränen gibt, ist es ja eigentlich höchste Zeit zu handeln, denn dann ist die professionelle Ebene schon verlassen worden.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft morgen. Zieh dich schick an und dann gehst du mit geradem Rücken (denk an die Krone ) in das Gespräch und sagst, dass du dein ordentliches Recht auf Kündigung wahrnimmst. Das passiert in Deutschland jeden Tag tausendfach (vermute ich) und ist ein ganz normaler Vorgang. Versuche es so zu sehen, nicht als irgendwas, was dieser Frau schlimmes antust. Nur dein Recht.

11.09.2019 15:25 • x 4 #9


Bernie1970

Bernie1970


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Hallo Zitter40,

irgendwas führt Deine Chefin im Schilde. Kann es sein, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung hinschmeißen will und Angst hat, Dich abfinden zu müssen? Du bist zwar erst ein Jahr bei ihr, aber es ist nicht so einfach, Dich bei unbefristetem Arbeitsvertrag zu kündigen.
Wenn Du kündigst, kann sie Praxis in Ruhe abwickeln. Sie hat es leider verbockt, hat kein Händchen für Organisation und steht kurz vor dem Zusammenbruch. Das dürfte sie in der Klinik eingesehen haben. Wenn sie sich irgendwo anstellen lässt, schiebt sie eine vergleichsweise ruhige Kugel.

Ist nur ein Schuss ins Blaue, könnte aber so sein. Wenn dem so ist, würde ich ihr morgen KEINE Kündigung hinlegen, sondern einen arbeitsgerichtlichen Vergleich vorschlagen. IdR per Anwalt außergerichtlich, geht flott und ist billiger. Beide Parteien wahren ihr Gesicht...auch nicht ganz unwichtig.

Alles Gute

11.09.2019 15:45 • #10


Schlaflose

Schlaflose


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Ich würde an deiner Stelle nicht selbst kündingen, sondern mich so lange krank schreiben lassen, bis sie dir kündigt. Wenn du selbst kündigst bekommst du nämlich die ersten 3 Monaten kein Arbeitslosengeld.

11.09.2019 16:17 • x 1 #11


Mindhead

Mindhead


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Zitat von Schlaflose:
Ich würde an deiner Stelle nicht selbst kündingen, sondern mich so lange krank schreiben lassen, bis sie dir kündigt. Wenn du selbst kündigst bekommst du nämlich die ersten 3 Monaten kein Arbeitslosengeld.


Aber gekündigt werden macht sich auch nicht gerade gut bei der Arbeitssuche :/
Kommt es mit der Kündigung nicht auf den Grund an? Oder habe ich das falsch verstanden.

11.09.2019 16:33 • #12


Zitter40


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Danke für eure Antworten.

Ich hatte eine super schlechte Nacht und bin jetzt bereits fix und fertig.

Aber die Kündigung muss ich durchziehen, mich nur krank schreiben zu lassen bekomme ich nervlich nicht hin, da mir meine Chefin immer wieder auf die Nerven gehen würde mit Nachfragen etc. Das pack ich nicht, deswegen lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Drückt mir die Daumen, in 9 Stunden ist alles durch.

Gestern 04:50 • #13


Bernie1970

Bernie1970


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Alles, alles Gute!

Gestern 05:18 • x 1 #14


soleil

soleil


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Den Spruch - Lieber ein Ende mit Schrecken, als eine Schrecken ohne Ende -
sagte mein verstorbener Vater auch immer.
Du hast für dich eine Entscheidung getroffen und es ist die richtige.
Du packst das!
Alles Gute dir und viel Kraft!

Gestern 06:06 • x 1 #15


Mindhead

Mindhead


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Es ist gut und richtig, dass du jetzt auf dich aufpasst und das für dich machst.
Ganz viel Kraft dir! Du schaffst das!

Gestern 06:21 • x 1 #16


Luna70

Luna70


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Alles gute für heute. Berichte mal wie es gelaufen ist.

Gestern 06:26 • x 1 #17


Zitter40


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Kurze Zwischenmeldung - ich habe mich heute morgen mega schwer getan, das Auto Richtung Büro zu fahren...

Dann steh ich vor der Tür und mir wurde der Schlüssel nicht hinterlegt, also musste ich sie anrufen. Und echt, sie klang so super nett und lieb am Telefon, könnt ihr euch nicht vorstellen. Ihr Mann war 5 Minuten später da und hat mir aufgeschlossen.

Jetzt muss ich noch warten, sie wird erst ca. 12 Uhr zurück sein.

Wenn sie immer so nett wäre, jetzt hab ich richtig ein schlechtes Gewissen, weil ich die Reißleine ziehe und sie komplett im Stich lasse...

Ich weiß, das ist total bescheuert eigentlich.

Gestern 09:54 • #18


soleil

soleil


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Zitat von Zitter40:
Wenn sie immer so nett wäre, jetzt hab ich richtig ein schlechtes Gewissen, weil ich die Reißleine ziehe und sie komplett im Stich lasse...

Das ist sie eben nicht und sie hat dir durch ihr Verhalten das Leben zur Hölle gemacht. Vergiss das nicht. Du stehst kurz vor einem Burnout oder hast schon einen - wegen der Zustände im Job. Versuch, ihre plötzliche Nettigkeit und Empathie richtig zu deuten und mach dir bewusst, dass sie im nächsten Augenblick schon wieder ganz anders sein kann.
Lass dir von ihr keine Schuldgefühle einreden. Du hast dich nicht ohne Grund für diesen Schritt entschieden. Sollte sie wieder auf die weinerliche Tour kommen von wegen "Wenn Sie gehen, bringe ich mich um..." dann verbiete dir so eine emotionale Erpressung. Ich würde dann kontern " SIE haben mich zu diesem Schritt gezwungen, da ich es hier nicht mehr aushalte..." und mich auf keinerlei Diskussion einlassen. Es ist dein gutes Recht zu kündigen, du bist nicht ihr Eigentum. Auf eine Aktion folgt eine Reaktion. Und deine Reaktion ist eben, dass du diesen toxischen Arbeitsplatz verlässt.

Nur Mut, du packst das!

Gestern 10:04 • x 3 #19


Mindhead

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Zitat von soleil:
Das ist sie eben nicht und sie hat dir durch ihr Verhalten das Leben zur Hölle gemacht. Vergiss das nicht. Du stehst kurz vor einem Burnout oder hast schon einen - wegen der Zustände im Job. Versuch, ihre plötzliche Nettigkeit und Empathie richtig zu deuten und mach dir bewusst, dass sie im nächsten Augenblick schon wieder ganz anders sein kann.Lass dir von ihr keine Schuldgefühle einreden. Du hast dich nicht ohne Grund für diesen Schritt entschieden. Sollte sie wieder auf die weinerliche Tour kommen von wegen "Wenn Sie gehen, bringe ich mich um..." dann verbiete dir so eine emotionale Erpressung. Ich würde dann kontern " SIE haben mich zu diesem Schritt gezwungen, da ich es hier nicht mehr aushalte..." und mich auf keinerlei Diskussion einlassen. Es ist dein gutes Recht zu kündigen, du bist nicht ihr Eigentum. Auf eine Aktion folgt eine Reaktion. Und deine Reaktion ist eben, dass du diesen toxischen Arbeitsplatz verlässt. Nur Mut, du packst das!


Das hat @soleil perfekt gesagt! Hätte ich nicht besser sagen können.

Bitte pass auf dich auf und mach jetzt, was für DICH richtig ist, ja? Du schaffst das! Denk daran, dass sie dich sonst wieder erniedrigen wird. Und das darf nicht sein. Sonst gehst du ja auch noch mit Angst zu Arbeit (oder tust es schon).

(Und wenn sie sagt, sie bringt sich um, wenn du kündigst/gehst, dann bitte informiere die Polizei! Egal ob denkst wie ernst es gemeint ist, wissen kann man das nicht, wenn bei sowas das gesagt wird).

Gestern 10:19 • x 1 #20




Dr. Christina Wiesemann

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