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Hallo zusammen,

melde mich hier, weil ich wirklich in Not bin und nicht weiter weiß.
Ich leide insgesamt seit fast 15 Jahren unter PAs. Habe bereits eine Therapie gemacht und es gab auch Phasen , in denen es mir sehr gut ging aber so schlimm wie jetzt war es noch nie.
Weil es mir in der letzten Zeit stressbedingt nicht gut ging (zahlreiche PAs) habe ich vor 14 Tagen eine Psychaterin und Psychotherapuetin aufgesucht. Sie hat mir sofort Paroxetin und Lorazepam verschrieben, mir eine AU für 14 Tage ausgestellt und gesagt ohne Medikamente würde ich es nicht mehr schaffen können , da meine Kraft am Ende sei.
Zunächst war ich am Boden zerstört. Schließlich hat mich die Tatsache, dass ich es zumindest immernoch geschafft habe zu arbeiten auch immer positiv gestützt.
Hab dann widerwillig das Paroxetin genommen und mir ging es zwei Tage schrecklich! Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Panik, totale Gleichgültigkeit und stark depressive Gedanken. Das hat mir solche Angst gemacht, dass ich das Medikamnet nach den zwei Tagen nicht mehr genommen habe. Ich dachte, dann geht es mir zumindest wieder so wie vorher und ich komme wieder irgendwie im Alltag klar.
Jetzt ist es aber so, dass ich nach den zwei Tagen Dauerpanik gar nicht mehr alleine sein kann, nicht mal zu Hause. Es muss immer Jemand bei mir sein. Wenn ich versuche wieder was alleine zu machen, raste ich sofort völlig aus, absolute Panik, kopfloses Umherlaufen und manchmal schreie ich sogar vor Angst (in dem Moment ist mir auch egal ob es andere mitbekommen).
Ich habe zwei kleine Kinder, einen lieben Mann und eine Mutter und Schwiegermutter die uns zZt sehr unterstützen aber so geht es ja nicht weiter....
Ich wollte es immer ohne Medikamente schaffen, habe aber in den letzten Tagen so ziemlich den Glauben daran verloren. Andererseits weiß ich auch nicht, wie ich die Zeit mit den heftigen Nebenwirkungen der Antidepressiva überstehen soll.
Hat Jemand von Euch einen Rat für mich?
LG
das erdmaennchen

07.05.2010 23:28 • 10.05.2010 #1


8 Antworten ↓


Christina
Hi,

Paroxetin verträgt nicht jeder. Du könntest es mit einem anderen SSRI versuchen, das angeblich nebenwirkungsärmste ist Cipralex - wobei einzelne Erfahrungen leider immer ganz anders aussehen können. So oder so hat es auch Einschleichwirkungen, denen man aber entsprechend begegnen kann: Man schleicht es ein, nimmt also für ca. 10 Tage nur die halbe Dosis. Gegen die zu erwartende Übelkeit etc. lässt man sich Domperidon verschreiben (kein MCP - das verträgt sich nicht). Gegen Angstzustände hast du Lorazepam. Das ist hochwirksam, sollte aber keine Dauerlösung werden, weil es abhängig machen kann. Dann vielleicht lieber zusätzlich Opipramol oder Atosil bereithalten. Mit so einem Equipment übersteht man die Anfangszeit, bis nach ca. drei Wochen die Wirkung einsetzt.

Es ist absolut keine Schande, sich mal medikamentös unterstützen zu lassen. Und falls es sich herausstellen sollte, dass du generell SSRI nicht verträgst, gibt es noch andere, ältere und bewährte ADs.

Die Erfahrung mit Paroxetin war ein gewisser Schock, den du erstmal verdauen musst. Das wird sich aber wieder einrenken, du wirst dich bald wieder mit dir selbst zurecht finden.

Liebe Grüße
Christina

08.05.2010 01:11 • #2



Nichts geht mehr - ständige Angst!

x 3


Hallo,

auch ich war immer total gegen Medikamente. Habe nur Neurexan (pflanzlich) eingenommen weil ich meinte es so schaffen zu können.

Dann ging es mir aber ähnlich schlecht wie Dir. Ich wurde auf Venlafaxin eingestellt. Und reagierte ähnlich wie Du. Panik bis in die Fingerspitzen. Ich konnte nicht mehr alleine sein, weinte nonstop, weil ich die Panik nicht aushielt. Nach 2 Tagen setzte ich ab. Die Nebenwirkungen gingen, die Angst und Traurigkeit blieb.
Meine Hausärztin setzte das Medikament dann in schwächer wieder an. Es passierte genau dasselbe nur das die Nebenwirkungen diesmal noch schlimmer waren und ich 2Nächte nicht in der Lage war nur 1 Stunde zu schlafen. Nach der 2. Nacht wies ich mich selber ein, weil ich dachte ich drehe durch.

Im KH sagte mir der Psychiater, dass ich dies Medikament absolut nicht nehmen dürfe, weilich das nicht vertrüge. Es wurde abgesetzt. 2 Wochen später wurde ich auf Valdoxan eingestellt und das ohne Nebenwirkungen.

Vielleicht war es einfach das falsche Medikament. Gib nicht auf. Geh zum Arzt und berichte und teste etwas anderes. Es braucht Geduld, aber am Ende wird es _Dir besser gehen.

machst Du jetzt parallel Therapie?

LG Esprit

08.05.2010 10:50 • #3


jadi
mir gings auch schon ein paar mal so schlecht....tagelang und ich war auch kurz davor was zunehmen..........aber ich schaffe es immer wieder hoch ohne medis.....mir gehts dann genau so panik bis in den fusspitzen....kann net alleine sein........nachts klammerte ich mich an meinen mann........aber ich finde man kann es auch ohne schaffen...ich habe viele vorbilder........jeder muss selbst wissen was er möchte.....meine ärztin gab mir gestern citalopram mit...und meinte falls sie sich es doch anders überlegen.........ich sagte NEIN

08.05.2010 10:55 • #4


Na, ist einfach eine Sache der Perspektive. Mir hat das Medikament sehr sehr viel Druck rausgenommen, ich bin seitdem viel ausgeglichener.

08.05.2010 11:11 • #5


Danke für Eure aufmunternden Worte!
Ja, ich werde auch parallel eine Psychotherapie machen. Mein Hausazt hat mir einen Termin bei einer Therapeutin besorgt.
Für Montag habe ich mir vorgenommen mal mit ihm über andere SSRI wie Citalopram o.ä. zu sprechen und zu schauen was er sagt. Meinen momentanen Zustand kann ich vor allem meinen Kindern nicht dauerhaft zumuten. Als Mutter möchte man doch Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und nicht ständig die *beep* Panik in den Augen haben.
Ob ich nochmal zu der Psychaterin gehe, weiß ich noch nicht. Die beiden Male als ich bei Ihr war, bin ich heulend und völlig am Boden zurück gekehrt.

08.05.2010 11:24 • #6


Hallo,

ich habe jetzt heute angefangen Citalopram zu nehmen. Bin mal gespannt wie die Nebenwirkungen jetzt am Anfang sein werden. Habe aber vertrauen darin, dass es mir dadurch wieder besser gehen wird. Ich war und bin bis jetzt eig. noch unsicher Tabletten zu nehmen, aber es ist eine Hilfe die man in Anspruch nehmen sollte, wenns einem echt dreckig geht um wieder Kraft zu finden.

Ich kann gerne mal berichten, wie es mir die nächsten 14 Tage ergeht.
Aber auch hier: Das bin Ich nicht Du! Mir kanns schlecht gehen, dir darauf aber gut.
Es soll vielleicht nur ein Richtwert sein.

Grüße

08.05.2010 14:58 • #7


Das angeblich nebenwirkungsarme und gute Cipralex war bei mir das Schlimmste, was ich je nahm. Aber wirkt halt bei jedem anders.

09.05.2010 14:51 • #8


@yash
Ich habe gerade eine halbe Citalopram genommen - mein Arzt hat mir die empfohlen. Bin ganz schön aufgeregt und gespannt wie ich sie vertrage.
Wie geht es Dir denn mit dem Medikament?
LG

10.05.2010 11:20 • #9




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