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fragezeichen
Hallo, ich habe mich heute neu angemeldet, in der Hoffnung, dass ich mit meinem Problem evtl. doch nicht so ganz alleine dastehe.
Ich leide eigentlich seit meiner Jugend (werde jetzt 36) an Angst-und Panikattacken. 2001 hat sich mein Unterbewußtsein "geöffnet" und Teile meiner Vergangenheit als Erinnerungen ausgespuckt-sexueller Missbrauch..
Ich möchte und kann aber für mich nicht akzeptieren, dass dies auch der Grund für meine Angst ist. Ich hatte zwischendurch auch Phasen in denen es mir gut ging.
Hatte seit 2004 tgl. Citalopram genommen und Ende 2009 haben meine Mann u nich über ein zweites Kind nachgedacht. Daher habe ich die Med. ausgeschlichen und es ging mir auch so 3 Monate ganz gut...
Jetzt seit ca. 3 Wochen ging es total bergab. Ich hatte ja schon immer mal Angst beim Auto fahren. Wovor kann ich nicht mal benennen. Ich kann nicht sagen, davor zu sterben, oder oder.. Auf jeden Fall nicht davor einen Unfall zu bauen.. Das ist es nicht, eher die Kontrolle über mich zu verlieren. Das der Kopf auf einmal abschaltet...Irgendwie so..
Bin ich gefahren und habe gar nicht daran gedacht, ging es bis dahin gut, kam ich dann an eine Stelle, an der ich schonmal eine PA hatte, fiel es mir ein und es ging los. Dieses Gefühl der Leere im Kopf, aufsteigender Schwindel...
Dann war ich die Treppe runter gefallen, Fußzehen gebrochen, konnte kein Auto fahren, mein Mann fuhr, dann Ostern, mein Mann fuhr,, also ich bin ein paar Wochen selbst nicht mehr gefahren und nun geht es gar nicht mehr! Ich kann nicht mal aus dem Ort fahren, der nächste Ort ist grade 1,5km entfernt (was mich ja auch früher beruhigte), mir ist sofort schwindelig und ich stehe neben mir! Ich wollte gestern zum Postkasten im Ort laufen (bin ich auch) aber immer nur mit dem Gedanken, was ist wenn du jetzt umfällst? Soll ich laut schreiebn, dass jemand bemerkt, dass ich hier bin, dass mich auch jemand findet, wenn ich umfalle und auf der Straße liege... Also schnell Brief rein und zack zurück nach Hause. Haustür zu und es ging mir wieder gut...
Ich war immer so selbstständig bin immer gefahren, überall hin!!? Was ist nur mit mir los?! Meine Therapie die ich seit Okt. 09 mußte ich bei der Therapeutin abbrechjen, die wollte nur, dass ich mich von meinem Mann trenne, das ich in die Kirche gehe und lt. Dinge, die mir nicht weiterhalfen...
Habe leider noch mehr Macken...Kennt irgendjemand wenigstens teilweise mein Problem? Oder ist so "durchgeknallt" wie ich, doch keiner weiter?!
Würde mich riesig über Tipps, Anregungen, Erfahrungen freuen...

22.04.2010 13:56 • 27.04.2010 #1


35 Antworten ↓


Christina
Zitat von fragezeichen:
2001 hat sich mein Unterbewußtsein "geöffnet" und Teile meiner Vergangenheit als Erinnerungen ausgespuckt-sexueller Missbrauch..
Ich möchte und kann aber für mich nicht akzeptieren, dass dies auch der Grund für meine Angst ist.
Der Grund für die Angst muss es gar nicht sein. Aber vielleicht der Grund dafür, dass du Schwierigkeiten bekommst, wenn du das Gefühl hast, keine Kontrolle zu haben. Dass es dir besonders schwer fällt, die Angst und ihre Symptome zuzulassen und dass du tendenziell weniger das Gefühl hast, dich auf deinen Körper und deine Wahrnehmung verlassen zu können. Das bereitet der Angst den Boden und macht die Angststörung hartnäckiger.

Zitat von fragezeichen:
Jetzt seit ca. 3 Wochen ging es total bergab. Ich hatte ja schon immer mal Angst beim Auto fahren. Wovor kann ich nicht mal benennen. Ich kann nicht sagen, davor zu sterben, oder oder.. Auf jeden Fall nicht davor einen Unfall zu bauen.. Das ist es nicht, eher die Kontrolle über mich zu verlieren. Das der Kopf auf einmal abschaltet...Irgendwie so..
Falls das hier nicht jeder kennt, dann mindestens jeder zweite. Damit stehst du nicht allein da.

Zitat von fragezeichen:
Bin ich gefahren und habe gar nicht daran gedacht, ging es bis dahin gut, kam ich dann an eine Stelle, an der ich schonmal eine PA hatte, fiel es mir ein und es ging los. Dieses Gefühl der Leere im Kopf, aufsteigender Schwindel...
Auch das ist typisch.

Zitat von fragezeichen:
Dann war ich die Treppe runter gefallen, Fußzehen gebrochen, konnte kein Auto fahren, mein Mann fuhr, dann Ostern, mein Mann fuhr,, also ich bin ein paar Wochen selbst nicht mehr gefahren und nun geht es gar nicht mehr! Ich kann nicht mal aus dem Ort fahren, der nächste Ort ist grade 1,5km entfernt (was mich ja auch früher beruhigte), mir ist sofort schwindelig und ich stehe neben mir! Ich wollte gestern zum Postkasten im Ort laufen (bin ich auch) aber immer nur mit dem Gedanken, was ist wenn du jetzt umfällst? Soll ich laut schreiebn, dass jemand bemerkt, dass ich hier bin, dass mich auch jemand findet, wenn ich umfalle und auf der Straße liege... Also schnell Brief rein und zack zurück nach Hause. Haustür zu und es ging mir wieder gut...
Ich war immer so selbstständig bin immer gefahren, überall hin!!? Was ist nur mit mir los?!
Use it or lose it! Durch den Sturz und seine Folgen bist du außer Übung. Wahrscheinlich hast du bisher immer die Angst erfolgreich niedergeknüppelt und dadurch deine Leidensfähigkeit im Alltag gut trainiert. Jetzt merkst du die Symptome vielleicht stärker, nachdem du einige Zeit ja nicht so hart gegen dich selbst sein musstest. Außerdem ist es gut möglich, dass du kreislaufmäßig ein wenig angeschlagen bist - durch die körperliche Schonung nach dem Sturz und/oder durch die Jahreszeit. Eigentlich ist es aber gut, dass es mit dem Fahren jetzt so gekommen ist, denn ich vermute, du hast dich bisher trotz Angst damit gequält, statt die Angst endgültig zu überwinden. Erfolgversprechender und angenehmer ist es aber, die Angst und ihre Symptome bewusst zuzulassen. Schau dir mal die Beiträge von Winston an - wegen der großen Zahl die von diesem Jahr. Er hatte auch ein ausgeprägtes Problem mit dem Autofahren und hat das mit dem Akzeptieren statt Bekämpfen mehrmals sehr gut und ausführlich erklärt. Er hatte auch einen eigenen Thread dazu, hier sind schonmal Beschreibungen, wie er es geschafft hat.

Zitat von fragezeichen:
Meine Therapie die ich seit Okt. 09 mußte ich bei der Therapeutin abbrechjen, die wollte nur, dass ich mich von meinem Mann trenne, das ich in die Kirche gehe und lt. Dinge, die mir nicht weiterhalfen...
Nicht zu fassen !

Zitat von fragezeichen:
Habe leider noch mehr Macken...Kennt irgendjemand wenigstens teilweise mein Problem? Oder ist so "durchgeknallt" wie ich, doch keiner weiter?!
Um hier die Königin der Verrückten abzugeben, musst du wohl noch gewaltig zulegen...

Liebe Grüße
Christina

22.04.2010 14:29 • #2



Ich kann schlagartig kein Auto mehr fahren, nur aus Angst.

x 3


fragezeichen
Liebe Christina,
ich danke dir von Herzen für deine Antwort

ich werde mir jetzt erstmal deine Empfehlungsbeiträge anschauen. Ich bin schon leicht beruhigter, dass die Sympome bekannt zu sein scheinen...
Das mit dem Akzeptieren ist wahrscheinlich mein Hauptproblem, es geht nicht so einfach...
Ich versuche mich immer zusammen zureissen..und habe es auch die ganze Zeit so gemacht, ignorieren, selbst verletzen um zu spüren, dass der Körper noch gefühlsmäßig da ist... nun keine Kraft mehr...
Ich scheine wohl wirklich endlich mal einen Ort gefunden zu haben, wo mich jemand versteht?!!

22.04.2010 14:37 • #3


fragezeichen
Vielen Dank auch für den verweis auf Winsons Beiträge!
Er hat das alles ziemlich verstanden, kann es super erklären.
Jetzt kommt der Haken, wie kann ich es umsetzen? Wie lerne ich die Angst zu zulassen? Wenn andere meinen, wenn so ein Schwindelanfall kommt, halte an, steige aus und lauf eine Runde ums Auto...das kann ich aber nicht! Bzw. Traue ich mich nicht! Ich habe den Gedanken im Kopf, wenn ich anhalte und aussteige ist es schlimmer! Dann werde ich nie wieder einsteigen und weiterfahren können...
Ich getraue mich auch nicht, mich der Situation auszusetzen und es mal "auszuhalten".. Ich kann mir nicht vorstellen was dann passiert?! Ich muss immer an den "Erlkönig" (das Gedicht) denken..."und in seinen Armen das Kind war tot..." es war vor lauter Angst gestorben. Ich glaube, dass man vor lauter Angst sterben kann, oder dass man wirklich verrückt werden kann.
Mein Mann arbeitet dazu noch mit Behinderten Menschen zusammen und erzählt , wer früher mal, ganz "normal" den und den Beruf hatte und dann "drehte er frei"... ich habe Angst, dass das bei mir auch passiert. Ich weiß nicht, wie lange der Körper die Kraft hat, diese ständige Anspannung auszuhalten?!

22.04.2010 15:05 • #4


Christina
Zitat von fragezeichen:
Ich glaube, dass man vor lauter Angst sterben kann, oder dass man wirklich verrückt werden kann.
Bei aller Mühe, das kann man nicht, wirklich nicht.

Zitat von fragezeichen:
Mein Mann arbeitet dazu noch mit Behinderten Menschen zusammen und erzählt , wer früher mal, ganz "normal" den und den Beruf hatte und dann "drehte er frei"... ich habe Angst, dass das bei mir auch passiert. Ich weiß nicht, wie lange der Körper die Kraft hat, diese ständige Anspannung auszuhalten?!
Körper und Psyche haben irre viel Kraft und für Notfälle außerdem ein ausgeklügeltes Energiespar- und Reservesystem. Wenn du also eine Panikattacke mit maximaler (Todes)Angst bekommst, steuert der Körper nach 20-30 Minuten dagegen und fährt sich selbst wieder runter. Diejenigen, die früher ganz normal waren und dann "durchdrehten", leiden entweder unter Schizophrenie (und zwar recht ausgeprägt), schwersten Depressionen oder schweren bipolaren Störungen oder unter handfesten hirnorganischen Problemen. Niemand endet aufgrund einer Angststörung mit egal wie schlimmen Panikattacken als dauerhaft psychisch weggetreten!

Zitat von fragezeichen:
Jetzt kommt der Haken, wie kann ich es umsetzen? Wie lerne ich die Angst zu zulassen? Wenn andere meinen, wenn so ein Schwindelanfall kommt, halte an, steige aus und lauf eine Runde ums Auto...das kann ich aber nicht! Bzw. Traue ich mich nicht! Ich habe den Gedanken im Kopf, wenn ich anhalte und aussteige ist es schlimmer! Dann werde ich nie wieder einsteigen und weiterfahren können...
Kann ja sein, dass der Schwindel dann schlimmer wird. Der Folgegedanke, dass du nie wieder einsteigen könntest etc., der ist aber mit Sicherheit falsch. Und da musst du ansetzen und Realität von Phantasie/Horrorszenario trennen. Versuch auch, dich genau darüber zu informieren, wie deine Symptome physiologisch zustande kommen. Wenn nämlich das scheinbar übermächtige Gefühl der Angst kommt, ist es gut, wenn wenigstens eine kleine Ecke des Verstandes noch ganz sicher weiß, dass das alles normale körperliche Reaktionen sind. Und die Vorarbeit des Verstandes ist auch nötig, damit du dich überhaupt auf solche "Experimente" einlassen kannst. So lange du davon überzeugt bist, dass z.B. Schwindel eine drohende Gefahr signalisiert, so lange musst du Angst davor haben. Jede andere Reaktion wäre dumm. Also musst du schauen, ob deine Überzeugungen stimmen. Wenn du dich vergewissert hast, dass deine Befürchtungen gemessen an der Realität (und den Erfahrungen tausender anderer Angstbetroffener) voraussichtlich extrem überzogen sind, dann kannst du dich ans Konfrontieren/Akzeptieren machen - egal, wie sehr deine Gefühle dir noch zur Flucht raten.

Liebe Grüße
Christina

22.04.2010 15:35 • #5


Hallo Fragezeichen,
Also zunächst möchte ich Dir einmal Mut machen, denn ich hatte ganz ähnliche Probleme (durchaus auch nicht nur im Auto), aber ich habe das alles weitgehend lösen können. Und zwar wesentlich einfacher, als ich gedacht habe. Ich habe mich (auch durch Therapien) viel zu lange mit Dingen aufgehalten, die null Relevanz hatten und die mich von den eigentlichen Problemzonen weggeführt haben.
Heute geht es mir eigentlich auch nicht mehr um Symptomfreiheit um jeden Preis, sondern eher darum, daß ich meine Probleme realisiert und verstanden habe. Der Rest (nämlich eine Verbesserung der Symptome) ergibt sich daraus eigentlich von ganz alleine.

Gratulieren möchte ich Dir zu der Entscheidung, daß Du die Therapie angebrochen hast. Das zeigt nämlich, daß Du auf Dich und Deine Symptome sehr gut reflektieren kannst. Es ist immens wichtig, selbst zu spüren, was einem gut tut und was nicht, weil leider viele Therapeuten dazu unfähig sind.

Was mich interessieren würde:
Hat der sexuelle Mißbrauch tatsächlich stattgefunden oder ist das eine theoretische Erkenntnis aus einer Psychotherapie ?
Welche Therapierichtungen hast Du bis jetzt in Anspruch genommen ?

Zulassen kannst Du nicht sofort auf Knopfdruck - das ist völlig normal. Du hast ja auch nicht auf Knopfdruck gelernt, im Auto Angst und Schwindel zu haben.
Dafür braucht es Zeit und Geduld.

Ich würde Dir raten, mit möglichst einfachen Übungen anzufangen: Fahr 10x um den Häuserblock und versuche dabei die Angstsymptome zuzulassen. Solange, bis Du Dich wieder wohl fühlst.
Es ist besser 5 Minuten zulassend autozufahren, als 3h Stunden lang im Auto zu sitzen und permanent gegen die Angstsymptome zu kämpfen. Dabei lernst Du nur das kämpfen, aber nicht das zulassen.
Bei der Konfrontation geht es nicht um das "sich stellen auf biegen und brechen", sondern um das Lernen, die Angstsymptome zuzulassen.
Und ein Punkt ist auch noch wichtig: Vermeiden heißt in Deinem Fall nicht, daß Du nicht autofährst, sondern vielmehr, daß Du beim Autofahren Deine Angstsymptome vermeidest. Das heißt, das Fahren alleine ist keine echte Konfrontation, solange Du die Angst nicht dabei zuläßt.

Der Schwindel, den Du hast, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit daher, daß Du Dich körperlich gegen die Angstsymptome wehrst und gegen sie ankämpfst. Dadurch verkrampfst Du die Muskulatur, hältst den Atem an, wirst ganz starr und nimmst dann jede Bewegung (von Dir selbst, vom Auto) als Bedrohung (=Schwindel, Kontrollverlust) wahr, weil Du übersensibilisiert bist.
Das hat sich jetzt vermutlich schon ein wenig automatisiert, daher brauchst Du Zeit und Geduld das wieder umzukehren. Gönne Sie Dir und setz Dich nicht unter Druck.
Sinnvoll wäre vielleicht auch eine Art von Muskelentspannungstraining, weil Du vermutlich schon in einer Dauergrundanspannung drinnen bist, die Du selbst gar nicht mehr wahrnimmst. Und aus einer solchen ist es viel leichter in eine Angstsymptomatik zu kommen, als wenn man entspannt ist.

Desweiteren würde ich Dir raten, Dir erstens möglichst jeglichen Druck wegzunehmen, daß symptomfreies Fahren funktionieren MUSS (es muß nämlich gar nichts funktionieren, Du kommst auch überall ohne Auto hin) und zweitens, daß Du Dich mit dem Thema möglichst wenig beschäftigst. Jede Beschäftigung mit Angst hat nur zur Folge, daß die Angst größer wird. Wieso also solltest Du Deiner Angst diesen Gefallen tun ? Du kannst Dir selbst immens helfen, wenn Du die Angst links liegen läßt. Das muß man natürlich anfangs ganz bewußt so machen.
Du kannst zwar darüber jammern, trauern oder es von 100 Seiten betrachten - es ändert nichts ! Laß los von den Gedanken daran.

Und als letzen Punkt würde ich mal Deine allgemeine Streßlage überprüfen - und zwar völlig unabhängig vom Autofahren. Und zwar die alltäglichen, ganz simplen Stressoren (Nikotin, Coffein, Beruf, Beziehung, Schlaf, Ernährung etc.). Angst ist eine Streßreaktion und ist oft darin begründet, daß sich viele Stressoren aufeinander türmen, bis es irgendwo zum Vulkanausbruch kommt - z.B. wenn der Streß "autofahren" noch oben drauf gesetzt wird. Es ist dann nicht XY ursächlich, sondern die Summe aus allen Stressoren.

Ich habe vieles auch zusammengefasst in einem word.doc - wenn Du willst kann ich Dir das zukommen lassen - kurze PM reicht.

22.04.2010 16:34 • #6


Zum Autofahren an sich möchte ich noch ergänzen:
Für mich war das damals, als ich die Symptome bekam, auch ein schwerer Schlag, vor allem deshalb, weil ich sehr gerne autogefahren bin. Und dadurch habe ich lange Zeit gehadert und mir selbst auch enormen Druck gemacht, daß es wieder funktionieren muß.
Mit Druck geht aber gar nix.

Bei mir war es dann so, daß ich irgendwann zu dem Punkt gekommen bin zu sagen: ok, wenn es nicht klappt, dann klappt es halt nicht, und habe das Auto stehen gelassen und bin zu Veranstaltungen oder ähnlichem mit der U-Bahn oder dem Zug gefahren. Weil ich das ohne das Thema Auto genießen wollte und dann auch konnte.
Ich habe das Thema mal komplett ad acta gelegt und mir gesagt, wenn es nie wieder klappt, ist es mir auch sch....egal, die Erde wird sich weiter um die Sonne drehen. Und in Wahrheit ist es ja auch so. Man kommt überall auch ohne Auto hin.

Und dann habe ich halt angefangen, wieder zu üben. Ganz im kleinen - ohne Druck und mit viel Geduld.
Ich habe nur solange Angst zulassen im Auto geübt, solange ich sie zulassen konnte und habe mich nicht überfordert - so wie etwa früher, als ich stundenlang um jeden Preis total verkrampft weitergefahren bin.
Und ich habe mir auch nicht 2 Wochen vorher vorgenommen, daß ich in 14 Tagen um 14h Angstkonfrontation betreiben werde - nein, ich bin zu Hause gesessen, brauchte etwas von Media Markt und habe kurzfristig entschlossen, daß ich nun mit dem Auto hinfahre.
Und wenn es mal nicht so klappte, habe ich das ganze bewußt nicht bewertet. Weder positiv, noch negativ, sondern einfach zur Kenntnis genommen und abgehakt.

Meine größte Hilfe war mir, daß an jedem Punkt angekommen bin, wo ich bemerkt habe, daß NICHTS hilft. Weil erst dann war ich dazu bereit, die Angst anzunehmen und zu akzeptieren - vorher habe ich immer wieder nur versucht, sie militant zu bekämpfen.
Dabei wollte sie mir im Grunde nur eine simple Botschaft von meinem Körper ausrichten: "Fahr bitte den Streß runter, das ist nicht mehr auszuhalten !"

22.04.2010 16:52 • #7


fragezeichen
Hallo, bin wieder online und konnte gelich heute morgen, die mir mutmachenden Sätze lesen.
Ja, der Missbrauch hat stattgefunden über mehrere Jahre hinweg. Mein Bruder erzählte mir vor 2 Jahren zum ersten mal, dass auch mit ihm durch meinen Stiefvater dasselbe geschah. Im Dezember 2009 haben wir Anzeige erstattet und den schweren Weg genommen und alles bei Polizei, weißem Ring etc. erzählt. Danach kam ich für 6 Eochen stationär um auf den Prozess vorbereitet, statndhaft gemacht zu werden. Welcher dann nicht stattfand-Verjährung!?? Dies ist auch so was, was ich nicht verstehen kann, aber ein anderes Thema...
Bei mir auf das Auto zu verzichten, heißt soviel wie sich damit abzufinden, dass man von der Außenwelt abgeschiden bleibt. Ich wohne in einem kleinen Dorf ohne Einkaufsmöglichkeiten, ohne Bahn etc. Mal abgesehn von der Tatsache, dass ich auch seit 1988 keine Bahn mehr fahre, da ich damals mit der Schule Klassenfahrt, einen Zugunfall hatte. Unser Express fuhr in einen Anderen hinein, kurz vor Berlin. Was ich von Berlinsah in dieser Woche, war die Klinik. Seitdem fahre ich keinen Zug mehr und habe meine Angst auch auf den Bus übertragen, irgendwie im Laufe der Zeit...
Mein nächstes Problem ist, dass die Angst mich soweit im Griff hat, dass ich mich nicht alleine getraue spazieren zu gehen, geschweige denn Fahrrad zu fahren. Ich wünsche mir so sehr, dass schöne Wetter genießen zu können und einfach los zu laufen. Im Haus geht es mir gut und will ich raus, ist wieder das "Rollo" in meinem Kopf runter und die Gedanken kreisen verrückt.
Genauso müßte ich jetzt eigentlich unbedingt in die Stadt zur Apotheke fahren, aber wie??!!
Am Montag bekam ich von meiner neu hingewechselten Ärztin ein 24 Std.Blutdruckgerät dran, da ich mit Kreislauf halt diese Probleme habe. Am Diesntag rief mich die Schwester an ich solle Mittwoch in die Praxis kommen, es wäre ein Befund da. Mittwoch hatte sie nur vormittag Sprechstunde, meine Mann auf Arbeit, wie komme ich hin?!
Er fuhr mich gestern Nachmittag hin. Die Praxis ist im 3. Stock- nun habe ich vor einiger Zeit noch dieses Problem mit Höhe hinzubekommen! Ich habe ständig den Gedanken im Kopf, egal ob Brücke oder im Haus- wenn ich jetzt hier runter springe.! Die Schwester sagte es kann ne Stunde dauern, mein Mann wollte mich dann wieder abholen. Ich saß in der Nähe des Fensters und mir ging nur durch den Kopf, wenn du jetzt das Fenster aufmachst und raus springst?! Ich möchte mich ja nicht umbringen, aber diese Zwangsgedanken sind immer da?!!Die Panik begann und steigerte sich, es war mir so peinlich. immerhin saßen ja einige Patiebnten im Wartezimmer. Meine Gedanken rasten-weglaufen?-auf den Boden legen, dass ich die Höhe nicht sehe ?-ne geht nicht, was sollen die Leute denken?!! Ich konnte nicht stillsetzen, traute mich auch nicht einen anderen Platz zu nehmen, gleich an der Tür.Was deneken die Leute wenn ich aufstehe nur um ich woanders hinzusetzen?! Also auf die Toilette, keine Fenster da.Zum Glück! Kurze Entspannung-Wasser ins Gesicht und über den Puls-wieder ins Wartezimmer, gleich den Platz an der Tür geschafft. Aber nun ging es nicht weg. Ich war so unruhig- kein Kreutworträtsel, Sudoko, alles was mich immer ablenkt funktionierte nicht, ich konnte mich nicht konzentrieren. nach 2 Stunden kam ich dran. Im Schnitt immer zu hohen Blutdruck-bitte 10 kg in den nächsten 2 Jahren abnehmen und solange tgl. Blutdrucktabletten. (Ich habe seit ich Citalopram und was ich sonst die Jahre noch alles nahm, Mirtazapin, Tavor.. 20 kg zugenommen! 85 kg auf 1,65m!)
Als ich aus der Praxis kam, hatte die Apotheke geschlossen- meine Rezept liegt hier und müßte geholt werden. Soll ich wieder warten bis mein mann nach Hause kommt?! Immer diese Abhängigkeit, das kotzt mich so an! Ich war immer so selbstständig! Selbst mein Büro (ich bin selbstständig tätig) haben wir aus der Stadt in unser Haus verlegt. Nun muß ich nicht mehr fahren und arbeite auch von zu Hause aus. Kein Grund mehr, mich zum fahren zu zwingen! Aber auch nicht zum zwangsüben...
Mein Mann ist heute Abend von Arbeitskollegen zum B. trinken eingeladen. Er ist immer für mich da, muß alles mit mir durchstehen und mich überall hinfahren (muß ernicht,macht er aber) Und ich kann ihn nicht mal heute abend dorthin fahren!10 km hin und zurück! Noch vor einem halben Jahr wäre diese Strecke kein Thema gewesen! Ich fühle mich so schlecht! So ausnutzend und nichts wiedergebden könnend....
OK, jammern hilft nicht ich weiß! Aber ich muss es auch mal rauslassen!
Ich will jetzt in die Stadt fahren können!!Ich will! Mein Sche... Kopf! Wie kann eine Frau wie ich, mit meinen Maßen, so einen schwachen Willen haben und sich so von Angst leiten lassen?!
Ich lese viele Bücher über positives denken! Habe mich mit Kinesiologie beschäftigt nun auch mit dem Buch von Rainer Franke-Klopfen sie sich frei. Was in der Praxis vielen Menschen mit Angst geholfen hat, aber ich bekomme alleine nix hin?! Was mach ich falsch?! Mein Mann sagt immer: denk positiv, sehe das gute..aber wo ist das?! Ich bin doch keine vollwertige Frau für ihn, kein Partner auf den man stolz sein kann! Wie oft ruft er tagsüber an: Wie geht es dir? Mach nicht zuviel, du weißt dann geht es dir nicht gut? Muss ich dich heut wohin fahren, oder haben wir frei?.....Es tut mir so leid! Ich muß wieder selbstständig werden! Ich muß!

23.04.2010 09:34 • #8


Liebe Christina...Lieber Winston..


Ich möchte Euch mal beiden meine Hochachtung und ein dickes fettes Lob an euch aussprechen ., Ihr habt das beide so treffend und vollkommen einfach in Eueren Beiträge an fragezeichenerklärt-- HUT ab.. ich verneige mich vor Euch beiden,, -- Ich hab viel von Euch beiden gelernt und bin Euch so unendlich dankbar für alles. hab mir mit Eueren vielen Beiträgen sehr geholfen..-Ihr seit beide unbezahlbar und sehr wertvoll für unser Forum hier. ..

@fragezeichen... wennDu es so schaffst die Ratschlägeumzusetzten von Winston und Christina so wie ich es geschafft habe,, ich hab den gleichen Leidensweg hinter mir wie Du nurich hatte noch Krebs und Todesfälle zu erschwerend hinzu zu verarbeiten..
fast geschafft.. es fehlt nimmer viel.. Ich konnte auch so wie Du nichts mehr... ich war schon TOT...innerlich.... Hab mir mein Leben Schritt für Schritt zurückerobert es ist und war harte Arbeitan sich selbst ein harter Weg ichbin froh diesen Weg gegangen zu sein,, und habe wieder Lebensqualität zurückerlangt..Ich kann Dir nur ans Herz legen ohne Druck zu arbeiten an Dir in kleinen Schritten und dir viel Ruhe und Entspannung zu gönnen .. PMR und Atemübungen,und Suggestionsübungen.. dies hat mir alles geholfenkannst du wieder ein normales Leben leben ich verspreche es Dir .. Ich habs auch so getan..Du Unterstützunghast von Deinem Mann , ich weiss man hat ein schlechtes Gewissen seinem Partner gegenüber ... aber Dein MannsollteDir nicht alles abnehmen denn sonst kommst du in die komplettetotale Abhänhigkeitschieneund Du Konfrontierst dich dann nicht mehr selbst.. Eine zeitlang tut ja auch Hilfe und Unterstützunggut nur es sollte nicht zum Dauerzustand werden..

Ich wünsche Dir alles erdenklich Guteund viel Kraft und Mut und Erfolg..

Kopf hoch die ersten Schritte ins neue Leben sind die schwersten ich weiss das selbst nur allzu gut.
Aber Du schaffst es auch ,, etwas Willenskraft gehört natürlich auch dazu,,,undDurchhaltevermögen.

Ich knuddel dich mal herzlichst hier weiss was in Dir vorgeht

Ganz viele liebe herzliche Grüße an Dich

( Biggi( Suma)

23.04.2010 10:59 • #9


fragezeichen
Liebe Suma,
ich danke dir für deine Worte. Es freut mich von jemandem zu hören, der es schafft.
Ich mache nun schon seit Jahren Autogenes Training, PMR, höre Entspannungs-CD´s , mache Yoga. Ich kann dies sehr gut zum Einschlafen nutzen, aber tags hilft es mir nicht.
Ich fühle mich, als komme ich allein nicht aus dem Loch heraus. Ich habe doch auch den Willen, dass es mir gut geht, dass es wieder klappt- aber dieses Angstgefühl ist weitaus größer und lähmender!
Kennst du es auch mit den Gedanken springen zu müssen, bzw. die Angst vor diesen Gedanken?
Ich wünschte ich hätte die Erfahrungen- die positiven wie ihr...
Aber weißt du, wie gut es tut zu lesen, dass ich wirklich nicht die Einzigste bin!! Ich dachte immer so bescheuert, wie ich kann doch keiner sein und Angst vor dem Leben haben....

Drücke dich ganz dolle zurück und danke nochmal

23.04.2010 11:28 • #10


Nix zu dsanken liebe/s fragezeichen herzlich gern geschehen...
Ja ich weiss es ist nicht einfach seine Gedanken an die Angst vor der Angst zu sortieren ein langer Lernprozess und Umstrucktruierungsprozess.. im Kopf..aber es ist machbar.. sich immer vor Augen zu halten( Gedanken gegenlenken) und richtig zu bewerten... ..es hapert oft an der Sichtweise Einstellungsweise den Dingen gegenüber und seiner Angst( Symptomen) gegenüber---Akzeptanz annehmen zulassen bewerten loslassen....--es ist nicht ganz einfach aber machbar.. und zu schaffen..Ein harter Weg,, ..Angst ist nur ein Gefühl.. völlig irrational...auch fällt man nicht um ...Das Vegetative Nervensystem spielt einem dann1 Streich weil man es immer so zugelassen hat.. und es hat sich so manifestiert in deinem Kopf ( Hirn)und das Adrenalin ist dann hoch bei Angstattacken/ deswegen Herzklopfen,,ectr.. sonst nix es ist nix was man nicht wieder im Griff bekommt... du schaffst das auch.. Nur man darf nie aufgeben.. sich seinen Ängsten stellen... Konfrontieren....aller Anfang ist schwer ich weiss..es ja selbst hab das auch allres durchleben müssen und arbeite ja noch ans Autobahnfahren... aber ohne Druck und Stress ist das Beste..und effiktivste..Step by Step-- Ich wüsche Dir soviel Kraft..

GVLG

Knuddler Suma

23.04.2010 11:52 • #11


fragezeichen
Liebe Suma,

ich bin für heute ziemlich voll im Kopf. Kann jetzt schwer noch was mit mir ausmachen. Habe auch gerade von der Post das Buch Innere Blockaden aufspüren und loslassen erhalten. Werde mich nun vom PC zurückziehen. Ich danke dir gant ganz doll für deine Worte und Anregungen. Räume meinen Schreibtisch auf und starte ins WE. Habe morgen noch Termine zu denen mich mein Mann fahren muß, die ich im Büro nicht erledigen kann. Und bin auch nicht in die Apotheke gefahren
Hätte ich mich zwingen sollen?! Das lesen und nebenbei arbeiten, hat mich aber schon geschlaucht... ich bin immer so schnell "kaputt" ausgelaugt, keine langen Konzentrationsphasen... Komme erst am Montag wieder dazu online zu gehen, voiell. auch Sonntag.
Wünsche dir ein wunderschönes angstfreies bzw. damit auskommendes WE
Ganz liebe Grüße Fragezeichen

23.04.2010 12:27 • #12


Christina
Hi,

du hast ja gerade erst letztes Jahr eine schlimme Zeit durchgemacht. Ich finde es toll, dass ihr den Mut zur Anzeige hattet, und schlimm, dass es an der Verjährung gescheitert ist. Es ist aber um so verständlicher, dass bei dir angstmäßig das Fass übergelaufen ist. Du hattest große Belastungen und Enttäuschungen, das Maß ist voll! Du solltest nachsichtiger und respektvoller mit dir sein, das hast du dir mehr als verdient.

Deine Symptome einschließlich der Zwangsgedanken kenne ich alle und ich habe sie keineswegs alle überwunden. Vor einem Jahr war ich in einer psychosomatischen Klinik und habe vor dem Therapieantritt dort erklärt, dass das 3. OG für mich ein Problem sei - wegen der Angst rauszuspringen. Wie's der Zufall so wollte, war mein Zimmer mit Balkon im 3. OG und die Patientin im Nachbarzimmer hatte dasselbe Problem... Wir sind beide nicht gesprungen. Das haben jedenfalls irre viele Agoraphobiker, wahrscheinlich die meisten. Allein rausgehen, öffentliche Verkehrsmittel etc. - "normale" Angstsituationen für "uns".

Zitat von fragezeichen:
Wie kann eine Frau wie ich, mit meinen Maßen, so einen schwachen Willen haben und sich so von Angst leiten lassen?!
So lange deine Überzeugungen so sind, wie sie sind, musst du Angst haben, das ist normal. Mit einem schwachen Willen hat das nichts zu tun. Hör' v.a. auf, dich so abzuwerten, bloß weil im Moment scheinbar nichts geht. Es war früher anders und wird in Zukunft wieder anders werden. Dein Mann unterstützt dich, so dass du ohne Druck (!) an dir arbeiten kannst. Nutze das und mach dir den Druck nicht selbst! Versetz' dich in seine Lage, würdest du ihn nicht genauso unterstützen, wenn er die Angstprobleme hätte? Und last but not least, du verdienst Geld und kannst notfalls mal in ein Taxi investieren. Am A.... der Welt mag das teuer sein, aber tatsächlich von der Welt abgeschnitten bist du nicht.

Zitat von fragezeichen:
Ich lese viele Bücher über positives denken! Habe mich mit Kinesiologie beschäftigt nun auch mit dem Buch von Rainer Franke-Klopfen sie sich frei. Was in der Praxis vielen Menschen mit Angst geholfen hat, aber ich bekomme alleine nix hin?! Was mach ich falsch?!
Das Einzige, das du da falsch machen kannst, ist diesen schei. zu kaufen. Rainer Franke ist ein übler Scharlatan. Dass dieser Quatsch überhaupt schon mal jemandem geholfen hat, ist eine reine Marketingaussage. Wenn du es zurückgeben kannst, tu das, ansonsten nutz' es in der Grillsaison zum Feuer anzünden.

Liebe Grüße
Christina

23.04.2010 12:43 • #13


Zitat von Christina:
Zitat von fragezeichen:
Ich lese viele Bücher über positives denken! Habe mich mit Kinesiologie beschäftigt nun auch mit dem Buch von Rainer Franke-Klopfen sie sich frei. Was in der Praxis vielen Menschen mit Angst geholfen hat, aber ich bekomme alleine nix hin?! Was mach ich falsch?!
Das Einzige, das du da falsch machen kannst, ist diesen schei. zu kaufen. Rainer Franke ist ein übler Scharlatan. Dass dieser Quatsch überhaupt schon mal jemandem geholfen hat, ist eine reine Marketingaussage. Wenn du es zurückgeben kannst, tu das, ansonsten nutz' es in der Grillsaison zum Feuer anzünden.
Liebe Grüße
Christina


Dem kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen.
Das einzige, was das Klopfen bewirkt ist, daß die Kassen von Franke gefüllt werden und daß Du Deinem Kernproblem damit aus dem Weg gehst, weil Du meinst es würde auf Knopfdruck eine Lösung geben - genau so wird es ja von Franke suggeriert, obwohl er dafür allerdings nicht einmal einen Flugzettel eines Beleges hat.
Ein Meridiansystem GIBT ES nicht und es gibt auch keinen einzige seriöse Studie, die belegt, daß MET irgendeine Wirkung hat.

Du machst hier also gar nichts falsch - der einzige, der hier etwas falsch macht ist Franke, der Leuten Dinge einredet, die NULL Grundlage haben und daraus ein Geschäft macht.
Ich selbst kenne ein dutzend Leute, denen es auch nicht geholfen hat und manche davon haben Jahre erfolglos herumgeklopft, obwohl es ja "Sorgenfrei in Minuten" heißt.
Hier werden Hoffnungen von Leuten mißbraucht und gnadenlos abgezockt und es wird der Zugang zu wirklicher Hilfe blockiert.

Dein Fall klingt sehr ähnlich wie von einer Frau, die ein Buch über ihren Weg geschrieben hat, wie es sie geschafft hat (ich meine nicht das von Marion Bohn, es ist ein anderes). Ich glaube, das könnte Dir weiterhelfen - vor allem was das Überdenken Deiner Einstellungen betrifft. Kann ich Dir gratis zukommen lassen.
Ich denke das Autofahren ist nur ein Symptom einer Angst, die sich schon weiter ausgebreitet hat.
Aber kein Grund zum Verzweifeln, diese Frau und viele andere haben es auch geschafft - es funktioniert vieles eigentlich auch viel einfacher als man denkt.

23.04.2010 15:15 • #14


verrückt, was die psyche so mit dir macht
abgesehen von den ängsten, jetzt sofort sterben zu müssen oder zumindest einen schlaganfall ( wegen kurzfristiger gefühllosigkeit in den beinen ) zu erleiden und dann in den gegenverkehr zu krachen war ich immer froh, wenn ich im (schützenden) auto sass und fuhr; zur not hunderte kilometer am stück. gehen - insbesondere in einer fussgängerzone - war schwierig bis unmöglich, steigungen von mehr als 1% unüberwindbar
mir hat therapie geholfen, das war wie die wand beim squash : die gedanken wurden reflektiert. ohne hätte es bestimmt länger gedauert, aus der angst herauszukommen.

ich bin seit fast 2 jahren nahezu panikfrei, stand vor zwei wochen auf dem balkon des hotels im 6.ten stock und dachte ziemlich emotionslos, wenn ich jetzt springe, ist ruhe, hat bestimmt seinen reiz. früher wäre mein stresspegel durch die decke gegangen, heute habe ich mich umgedreht und den gedankengang weitergesponnen : was fürn blöder gedanke.....

23.04.2010 16:38 • #15


fragezeichen
Hallo zusammen,
ich habe es doch nicht ausgehalten und mußte mich nochmal einloggen.Mein Mann ist nun selbst zu seinem treffen gefahren und ich habe Zeit.
Ihr habt mir ja wieder enorm Mut gemacht.
Ein Heilpraktiker hat mir das Buch von Rainer Franke empfohlen und ich glaubte daran. Man möchte ja auch jeden Strohhalm nutzen...
Lese nun gerade noch ein Buch über Kinesiologie, womit mich der Heilpraktiker ja eine Zeit behandelt hat. Die ersten paar Sitzungen hatte ich auch Glücksgefühle und Erleichterung gefühlt, d.h. ich konnte auch mal wieder fröhlich sein und lachen. Die Angst war zwar nicht weg aber es war leichter.
Nun sagte er, dass er mir nun nicht mehr helfen kann, da er bei mir alles versucht hat und nix wirklich bei mir anschlägt... )
Die Chinesen heilen seit 3000 Jahren auf diese Methode! Warum reagiere ich nicht darauf?!
Am 10.05. habe ich einen Termin zur Cranio-Sacraltherapie da setze ich sehr viele Hoffnungen hinein. Die Therapeutin klang am Telefon super nett und erklärte mir, dass man auch vorher noch nicht wissen kann wielang so eine Sitzung geht, da man nie weiß, was der Körper alles signalisiert. Es klingt zwar alles wieder spirituell und unglaubwürdig, aber ich weiß ja, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als das was wir sehen.Damit habe ich micht ja nun schon lang genug beschäftigt.
Das mit der Angst vorm springen, steht irgendwie halt mit nichts in einem Zusammenhang?! Man kann es sich nicht erklären. Ich bin noch nie irgendwo runter gefallen, gesprungen etc. ich bin früher auch auf hohe Türme und hatte die Aussicht genossen und nun?! Alles vorbei! Ich verstehe die Zusammenhänge nicht! Auch mit über Brücken gehen, ich komme da einfach nicht drüber! Wenn ich mir vorstelle meine Tochter wäre auf der anderen Seite und sie wäre gestürzt oder was auch immer, ich käme nicht zu ihr hinüber! Heute rief sie mich auch an, dass die Schule früher Schluß sei, ob ich sie abholen könnte? Ich konnte nicht! Ich habe mein eigenes Kind 1 Stunde auf den Bus warten lassen! Jetzt hätte sie Ihre Hobbygemeinschaft in der Sternwarte, mein Mann ist weg und ich kann sie nicht hinfahren... Sie kann ihrem Hobby nicht nachgehen, weil ich sie nicht hinfahren kann! Wieviele Mütter sind da draußen auf den Straßen unterwegs und fahren die Kinder von A nach B, ohne Gedanken. Sie fahren von München nach Hamburg, fliegen um die ganze Welt und ich kann keinen km fahren... es ist so sche.....

23.04.2010 17:47 • #16


@ fragezeichen
Ich möchte Dir da nichts ausreden oder so, nur m.M. nach gehst Du mit diesem ganzen esoterischen Zeugs Deinen eigentlichen Problemen nur aus dem Weg.
Angst wird aber nie weniger werden, wenn man ihr ständig ausweicht. Genau deshalb hat sie sich bei Dir schon auf soviele Lebensbereiche ausgedehnt. Du siehst überall DIE Lösung - nur nicht darin, ihr die Stirn zu bieten.

Das ist nichts gegen Dich persönlich, aber wenn Du eine Besserung erzielen willst, dann ist es zunächst auch notwendig, daß man ehrlich sich selbst gegenüber ist.
Und das bist Du meiner Meinung nach nicht, weil Du auf eine Lösung XY hoffst, die es schlicht und ergreifend für niemand gibt, anstatt Deine Kernprobleme Schritt für Schritt anzupacken.
Das machen viele so, weil es nun mal bequemer ist, vermeintlich auf Knopfdruck eine Lösung zu bekommen, als selbstschädigendes Verhalten zu ändern.

Mag sein, daß zwischen Himmel und Erde mehr ist, als wir sehen. Nur es reicht auch das, was Du wahrnehmen kannst, bei weitem dazu aus, um Dir selbst zu helfen. Die Frage ist nur: WILLST Du es wahrnehmen oder weiter ignorieren ?
Die gute Nachricht dabei ist aber: DU SELBST kannst entscheiden, ob Du so weitermachen willst oder ob Du etwas ändern willst ! Nur Du alleine und sonst niemand.

Und zu den Chinesen:
Bei uns in Europa wird es oft so dargestellt, als würde manche Methodik bahnbrechend sein und als hätten sie die Welt neu erfunden.
Wenn man allerdings einen Chinesen fragt, welche Behandlung er vorziehen würde, dann eine schulmedizinische - der einzige Grund, warum er es nicht tut ist, weil er es sich nicht leisten kann.

23.04.2010 18:08 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Bravo Winston besser und hätte ich es nicht formulieren können du hast 1000% recht.

GVLG suma

23.04.2010 18:14 • #18


fragezeichen
Wow Winston, das hat getroffen...
Ich bin selbst gar nicht der Meinung, das ich die Probleme ignoriere oder weglaufe..ernsthaft..ich dachte mit allem was ich tue, auf was ich mich einlasse, das hilft mir und gibt mir eindlich einen Grund.
Ich bin ein Mensch, der für alle seinen Grund benötigt. Wernn ich Schnupfenm habe, dann weil Viren oder Pollen unterwegs sind und ich sie aufgelesen habe, er bleibt ein epaar Tage und ist dann weg, so gibt es für Brüche, etc. auch seine erklärungen. Aber ich finde für mich keine. Mein Mann fragt mich auch immer, eas machst du denn nur hast du soviel Streß? Ruhe dich mehr aus.. Ich kann es snicht beantworten, nur ich weiß dass Ruhe nix hilft! Da ist es eher belastender!
Ich weiß auch nicht wie ich mich konfrontieren soll um es zu akzeptieren,.um es zuzulassen?!! Ich meine es ernst. Ich weiß es einfach nicht!
Wenn ich ja den PC mitnehmen könnte würde ich jetzt ins Auto steigen und losfahren, dann könntest du mir evtl erklären, was du meinst, was sich tun soll.
Ich verzweifle schier! Ich habe eigentlich einen ganz guten IQ und kann auch ziemlich viel erklären und verstehen, aber was in mir abläuft verstehe ich nicht!!
Du klingst so verständnisvoll, so alles ebgreifend, analysierend, für alles eine Antwort.. wie hast du das gemacht?! Ich habe auch Bücher über die Angst gelesen, Leben ohne Angst, habe in der Klinik lange breite Vorträge gehört, wie Angst entshet- Kampf-Flucht...was im Körper abgeht, Notfallkoffer immer dabei haben, aber doch nur für den totalen Notfall...ansonsten in der Situation bleiben...aushalten...nicht telefonieren...keine Musik hören.... aber es geht nicht!! Begreift keiner das ich mich anstreneg, das ich mich verdammt sehr anstrenge und ich WIIIIIIILLLLLLL auch dagegegn vorgehen, aber wie?! Was mach ich falsch, ich ändere es sofort!

23.04.2010 18:25 • #19


Liebes Fragezeichen!

Ich fühle mit Dir! Und mir geht es genauso: auch ich WILL mich konfrontieren, aber ich schaffe es (meist) nicht. Ich WILL an meinen grundlegenden Problemen arbeiten und ich arbeite auch daran, aber es ändert sich nichts. Ich lese viel und WILL das Gelesene anwenden und erlernen, aber es geht nicht.

Ich bin 41 Jahre alt und habe seit 23 Jahren (Todes)Ängste, vieles probiert, mich konfrontiert und therapiert und therapieren lassen. Und mit den Ergebnissen bin ich nicht zufrieden, denn die Angst quält mich eigentlich jeden Tag und auch ich bin manchmal kaum in der Lage, von A nach B zu fahren und auch zu Hause fühle ich mich oft nicht mehr sicher. Soll ich mich denn nur noch im Umkreis von 100m eines Krankenhauses oder einer Psychiatrie sicher fühlen? Ich bin ziemlich ratlos.....

Ich würde nicht wenig dafür geben, wenn ich wüßte, WIE es denn nur gehen könnte, ein möglichst angstfreies (zumindest frei von irrationalen Änsgten) und damit auch menschenwürdiges Leben leben zu können.

Fühl dich gedrückt und verstanden.
TinaLina

23.04.2010 19:24 • #20



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