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Hallo hier ans Forum,

Ich weiss nicht mehr weiter... Ich war 7 Wochen auf der Psychiatrischen Station und konnte nach viel Expositionstraining wieder in die Innenstadt laufen, das ein oder andere einkaufen und auch kleinere Busfahrten klappten. Seit ich in der Tagesklinik bin, hab ich Schritt für Schritt wieder abgebaut. Kontakt mit meiner Ex die sich während meiner stationären Behandlung von mir trennte (Trennung, Wohnungsauflösung, Eltern die sich in mein Leben einmischen etc.) und mit einem nun ehemals guten Freund zusammen ist. Ich bin jetzt wieder soweit unten, das ich nur wenige Schritte vor der Tür gehen kann. Ich habe ständige Anspannung wenn ich raus gehe, bekomme sehr schnell Herzrasen, schweissige Hände, Schwindel und zittere am ganzen Körper. Ich erleide Todesänngste in diesen Momenten. Selbst Begleitung ist keine Hilfe, auch da krieg ich die Attacken. Ich fühle mich auch abgeschlagen und ohne Kraft mehr mich den Attacken entgegenzusetzen. Hat jemand Erfahrung mit solch heftigen Rückschlägen ? Wie geht Ihr damit um ? Was soll kann ich tun damit es wieder vorwärts geht ? Das sclimmste ist, das ich weiss was die Symptome bedeuten und hab schon viele Attacken überlebt. Dennoch hab ich jedesmal eine riesen Angst davor. Ich will so gerne mein Leben zurück haben und weiss gerade nicht wie das gehen soll.
Ich bin wirklich dankbar über jede Mail.

Vielen Dank
Campi

16.11.2008 14:58 • 17.05.2021 #1


18 Antworten ↓


Hallo Campi,
man, dass tut mir leid und ja, ich hatte diesen Rückfall im April und krabbel langsam wieder hoch.
Es wird Ausdruck deiner kompletten Überforderung mit den widrigen Umständen sein, vor denen du dich ja leider nicht wirklich schützen kannst, nur indem du es nicht so an dich ran lässt, aber das wirst du im Moment nicht können.
Wie man damit umgeht? Wie immer, ehrlich gesagt. Besuche deinen Hausarzt doch einmal und frage ihn um Rat. Vielleicht übergangsweise tatsächlich noch mit Medikamenten, sozusagen als " Brücke", oder einer ambulanten therapeutischen Begleitung?
Es ist wirklich hart, was dir passierte, deswegen wohl diese Extremreaktion.
Schnapp dir, wenn du hast, ein Selbsthilfebuch und versuche einfach alles, was dich irgendwie, wenn auch vielleicht nur kurzzeitig, entspannen könnte und vergiß nie: Panikattacken bringen dich nicht um.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen!
Liebe Grüße
Iris

16.11.2008 15:09 • #2



Hilfe, ständige Panikattacken

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Danke für die schnelle Antwort. Mir sagt mein Arzt auch, das es von den konfrontationen kommt und das es ein Musterverlauf bei mir ist. Tabletten krieg ich ja. Cymbalta 90mg morgens und Lyrika jeweils 150mg morgens und Abends. Anfangs half es aber seit ich in der Tagesklinik bin und mit allen äusseren Dingen konfrontiert bin gins bergab, aber so richtig. Ich brauche ständig jemanden der mich fährt und wo hinbringt. In der hiesigen Tagesklinik der Psychiatrie krieg ich keine Hilfe, nur immer gesagt. Üben und aushalten.. Therapie gibts da keine.. nur Ergotherapie oder Selbstsicherheitstraining, Soziotherapie.. aber keine psychologischen Gespräche oder dergleichen. Ich hab das Gefühl, das ich die Attacken nicht in den Griff bekomme, die erreichen mich mittlerweile so früh.. Hab vorhin die Autoreifen von meinem Auto (das meine Schwägerin fährt da ich es nicht kann) gewechselt. Da bekam ich als So ein komisches Klopfen in der Brust und mir wurde estrem schwindelig. Und meine Firma will jetzt auch ein Gespräch mit mir, da ich schon 3 Monate krank bin und jetzt wieder am Anfang stehe.

Viele Grüße
Campi

16.11.2008 15:15 • #3


Nach meiner Meinung ist es im Moment still und ergreifend noch alles viel zu viel für dich.
Natürlich wäre grundsätzlich " aushalten" richtig, aber wer nicht schon am Abgrund war, kann da leicht reden.
Hast du Selbsthilfebücher?
Oder sag in der Tagesklinik, dass es dir einfach nicht gelingen will und was du nun machen kannst.
Grüssli
Iris

16.11.2008 15:21 • #4


Ich hab viele Selbsthilfebücher, da ich viel über die Krankheit gelesen habe. Auch hab ich eine CD mit der Progressiven Muskelentspannung, mache das nur nicht regelmäßig. Da fehlt mir auch irgendwie der Sinn des Zweckes. Was hab ich von den Entspannungsübungen in der Akut Situation ? Ich mach die Übungen ja daheim im liegen....

Campi

16.11.2008 15:41 • #5


Du hast nur die Panikstörung behandelt, oder? Hast du auch den Ursprung der Panik geklärt? Hast du die Probleme die deine Panik produzieren gelöst?

Wenn nicht, musst du dich nicht wundern. Es liegt in deiner alleinigen Verantwortung diese Probleme zu lösen, lass dich nicht verhätscheln, dir kann keiner helfen du musst das selber anpacken und du kannst das schaffen. Sobald du das erkannt hast und es fühlst wird dir Panik nichts mehr anhaben können.

Da helfen Affirmationen sehr gut, ich kann nur jedem empfehlen sich das zur täglichen Routine zu machen.

Die meisten Menschen mit Panikstörung wirken auf mich sehr inkompetent, ohne Selbstvertrauen, als würden sie die Hände in den Schoß legen und auf Hilfe von aussen warten, geringe Initiative, Opferhaltung. (Ich gehe von denen aus die ich hier lese, kenne keine anderen Panikopfer.)

So wie du schreibst hinterlässt es bei mir den Eindruck als würdest du die Augen vor einigen Problemen in deinem Leben verschliessen.
Du behandelst vielleicht nur die Früchte der Panik aber nicht die Wurzel.

16.11.2008 16:06 • #6


Ob man nun an der Wurzel des Übels, oder aber an der Bewertung der Panik anfangen muss, darüber streiten sich sogar noch die Gelehrten. Bei ihm ist es ganz offensichtlich, was das ausgelöst hat.
PM innerhalb einer Attacke ist ja auch Blödsinn, du musst versuchen zu entspannen, dich hinzulegen, oder setzen und dann PM machen. Sie wirkt langsfristig, nicht sofort. Mit über 60% brauche ich es auch gar nicht erst zu versuchen, da lenke ich mich ab, renne treppen, oder sonst was.
WAS du innerhalb einer Attacke tun kannst, müsstest du allerdings nun wissen. Deine Aufgabe im Moment scheint zu sein: Nicht aufgeben
Jede Panikattacke erschöpft sich irgendwann einmal selber, du KANNST unmöglich dauerhaft die 99% halten.
Dafür sorgt im Zweifel das Parasympatische Nervensystem. Trotzem ist es eine höllen-Zeit, die du gerade durch machst und hast mein volles Mitgefühl.
Nicht aufgeben, nutze deine erlernten Strategien, es wird besser werden.

P.S. @ Craven: du meinstest nicht mich, oder?

16.11.2008 16:37 • #7


Craven, Deine Frage muss ich eindeutig mit Nein beantworten. Ich habe zwar Vermutungen wo die Ursache liegt, jedoch bekomme ich keine Hilfe in der Tagesklinik diesbezüglich, da es dort kein Therapieangebot gibt. Dort bekomme ich gesagt, ich solle an einer ambulanten Verhaltenstherapie weiter arbeiten. Ich habe auch eine Therapeutin gefunden die kognitiv arbeitet. Jedoch kann die mich erst im Frühjahr 2009 bzw. frühestens im Februar 2009 aufnehmen. Alle anderen die ich anrief, hatten keinen Platz oder Wartezeiten bbis zu einem Jahr. Ich selbst habe überlegt nochmal in eine psychosomatische Klinik zu wechseln. Die nächste von hier ist die Klinik Hohe Mark in Oberursel, die sind unter anderem auf Agoraphobie mit Panikstörung spezialisiert und dort würde ich auch an Gruppengesprächen und indikativen Sitzungen teilnehmen. Im Moment macht mir auch mein Arbeitgeber Sorgen. Ich hab ein Schreiben bekommen mit einer Terminvorgabe, jedoch kann ich zur Zeit nicht hin und weiss auch nicht was die wollen,oder wie ich mich der Firma gegenüber verhalten soll.

Grüße
Campi

16.11.2008 18:19 • #8


Und was machst du selbst gegen deine Panik?

17.11.2008 13:34 • #9


HAllo Ich bin neu hier und bin froh das ich endlich mit anderden Betroffenden über meine Ängste schreiben kann. ich leide schon länger an Entfremdungsgefühlen und habe tierische angst verrückt zu werden ich würde mich super freuen wenn ich antworten bekomme von jemanden den es ähnlich geht

17.11.2008 15:48 • #10


@craven
Ich versuche täglich druassen die strasse einmal auf und ab zu laufen, kleine schritte. immer wenn ich am ende der strasse bin überwältigen mich die ersten paniksymptome, die mich auf dem Rückweg begleiten. Ich mache das solange bis keine Angst / Panik mehr auftritt, dann versuche ich zu erweitern. Ab Donnerstag bin ich nicht mehr in der Tagesklinik, dann hab ich täglich sehr viel Zeit zu üben, bis dann der Termin für die Fachklinik kommt in die ich schon gehen will. Zwischenzeitlich werde ich wieder anfangen mit dem Buch von Frau Doris Wolf zu arbeiten. Leider hab ich im Moment das Gefühl, zu schwach zu sein. Meine Beine fangen schon von alleine an zu zittern und fühle als Anspannung. Naja und die Angst vor der Angst ist eben sehr ausgeprägt. Dafür hab ich nun wirklich nicht die Lösung
Viele Grüße
Campi

@Larissa
Herzlich willkommen hier im Forum!

17.11.2008 16:56 • #11


Dein gesamtes Anspannungsniveau ist halt extrem weit oben, da hilft nur " loslassen" ( ich weiss, ist schwer )
PM, ruhen, sich etwas Gutes tun, ausreichend schlafen, oder hier noch mal der Link Angst vor der Angst
https://www.psychic.de/angst-vor-der-angst.php

17.11.2008 17:00 • #12


Ich hatte auch Panik, nicht die umgangssprachliche sondern die echte. Sie kam aus heiterem Himmel, scheinbar aus dem Nichts. Ich kleiner, schwacher Mensch fühlte mich mit höheren Mächten konfrontiert, so als würde der Teufel mich holen.

Diese Panik war also an keine bestimmte Situation gebunden, sie verfolgte mich überall hin, meine Lebensmotivation war auf einen Schlag weg, ich spürte nichts mehr ausser Angst konnte nur in den Schlaf flüchten und hatte noch im Halbschlaf Anfälle.

Ich machte es mir zur Aufgabe diese Angst zu erforschen, zu beoabchten. Ich ging aktiv in die Panik hinein, es gab für mich doch Situationen die Panik begünstigten und ich nutzte diese zur Konfrotnation (die Stille, große leere Flächen, leere und lange Gänge). Die Panik hat mir nie etwas angetan, und ich liess mich nicht davon knechten ich hab einfach weitergeamcht wie früher, meinen normalen Alltag aufgenommen... einfach so. ''aber die Panik..'' es gibt keine Panik. Ich habe einfach so weitergemacht. Und wenn ich mich noch so zerbrechlich fühlte, ich provozierte die Panik weiterhin, denn es gibt keine Panik. Meien angst war unbegründet und mein Leben dass ich mir aufgebaut hatte, war mir zuviel wert es aufzugeben, lieber sollte mich der Teufel holen. Vielleicht bin ich deswegen gesund geworden, ich kämpfe schon seit Jahren gegen meine soziale Phobie für das Leben dass ich mir wünsche, habe Kampfgeist entwickelt.

Ich habe jetzt keine Panik mehr, 2 Wochen nach der 1. PA war schon klar dass die Panik beträchtlich abnimmt und mich fortan nie mehr an den Eiern hat. Ich hatte auch kurze Rückfälle aber die hab ich überlebt ich wurde nur stärker. Es gibt einfach keine Panik. Da ist Nichts. Willst du dein Leben aufgeben? Es muss dir nicht viel wert gewesen sein.

Arbeite mit Affirmationen, dringende Empfehlung, sehr dringend. vor allem unter Alk. konnte mir das permanent den Schmerz lindern. Es ist überhaupt sehr einfach sein Unterbewusstsein von einer logischen Tatsache zu überzeugen wie zB ''Da ist nichts!'' während man sich die Panik wild und lebhaft ausmalt. Denn da ist wirklich nichts.

17.11.2008 20:27 • #13


Sagenhaft Craven, wie du das gemacht hast.
so viel Mut habe ich noch nicht, aber ich arbeite daran.
Liebe grüsse
Iris

18.11.2008 08:54 • #14


Hey ,
Ich bin 24 undhabe mittlerweile seit 1/2 jahren ständige panikattacken ,Es fing an als sie wie aus dem nichts vor'm spiegel auftauchte als meine freundinn im urlaub war .
Ich bin aus der wohnung gerannt auf der strasse , habe meinen vater angerufen und gesagt er soll mich zum krankenhaus bringen . Direkt danach aber einen krankenwagen gerufen die ganze zeit hat mein herz gepochert wie verrückt . Der krankenwagenfahrer hat sofort gesagt ich habe eine panikattacke .

Seitdem habe ich immer und immer wieder diese panickattacken ich konnte mich das gesamte jahr nicht auf meinen job konzentrieren das zieht mich wirklich runter , weil ich bis vor 2 jahren echt ein sehr lockerer typ war und total bekloppt unterwegs . Heute merke ich jedes herzklopfen denke wenn mir schwindelig wird es sind herzaussetzter oder werde gleich ohnmächtig .

Mittlerweile war ich beim Arzt, kardiologen und krankenhaus ( letzter krankenhausbesuch freitag )dort sagte man mir nach etlichen blutbildern und 2 maligen test es ist alles perfekt wie es sein soll . Bin seit november 2017 bei einer psycholgin die mir zeitweise sevr geholfen hat wo es aber jetzt wieder nachgelassen hat .
Jetzt mal ganz ehrlich wie viel bestätigung brauch ein mensch ? Ich fühle mich so dumm meine beziehung leidet zurzeit sehr dadrunter wir sind seit 4 jahren zussamen.
Hat jemand das selbe problem wie ich ?

27.08.2018 21:57 • #15


Flousen
Hey.
Wichtig ist das du erstmal Lernst das diese Panik Attacken nicht schlimm bzw dir nix antun können! Du fürchtest dich davor hast angst das sie wieder kommen das hält sie aufrecht. Und der Auslöser muss gefunden werden. Ich habe das auch seit 5 Jahren und kann dir sagen es ist eine Achterbahn fahrt von Gefühlen. Mal habe ich es Monate lang nicht und dann habe ich es Tage lang wieder. Rückschläge kommen leider mal im Leben sollten einen aber nicht aus der Bahn werfen. Alle befürchtungen die man bei einer Panikattacke hat treffen eh nie ein! Ich sehe sie als Schutz das ich wieder zu viel Stress hatte und dann wenn ich wieder an den Stress Punkten arbeite gehen sie wieder. Man steigert sich gern rein!

Mir hat es geholfen sie zu Akzeptieren wenn sie kommen und ich habe mehr verlangt danach. Klingt total bescheuert aber es hilft wenn man will das sie Stärker werden denn dann merkst du das es alles mist ist!

Viel Erfolg.

27.08.2018 23:06 • x 1 #16


Ich würde mich auch mal bei einem Psychiater vorstellen.

Spätestens ,wenn es im Job schwierig wird und die Beziehung immer mehr darunter leidet sollte man rechtzeitig mit einem Medikament gegensteuern.
Nicht zuletzt um zu verhindern,dass sich auch noch Depressionen hinzugesellen.

Bei Angststörungen finde ich trizyklische Antidepressiva am sinnvollsten,da sie beruhigend UND antidepressiv wirken.
Und man dann nicht neben einem anregenden AD (dass die Angst und Unruhe noch verstärkt) auch noch Tavor nehmen muss.

28.08.2018 06:25 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Phönix2020

17.05.2021 17:22 • #18


cube_melon
Hallo,

das kann ich dir nicht genau sagen, weil mir deine Biografie unbekannt ist.

Angst und Panik ensteht, wenn der innere Stresspegel die Angstschwelle überschreitet.

Ist durch Lebensumstände oder dem Umgang mit dir selbst dieser Pegel dauerhaft erhöht, können auch geringere Ereignisse das auslösen. Weil eben nach oben hin der Puffer einfach geringer ist.

Also reflektiert man ob und wo Stressfaktoren sind, wenn man das wissen will.

17.05.2021 17:43 • x 1 #19



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Dr. Hans Morschitzky