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Ständige Angst, Panikattacken, Derealisation

Hallo allerseits,

ich bin zur Zeit sehr verzweifelt... Weiß nicht wohin mit mir... Die Krankheit macht mich fertig.

Ich leide unter starker Angst, habe diese permanent. Es belastet mich sehr und es gleitet immer mal wieder in eine furchtbare Panikattacke ab. Die Derealisation habe ich 24/7. Dazu körperliche Beschwerden.. Manche davon sind pyschomatisch, andere nicht. Ich bin immer müde, kraftlos und manchmal gleichzeitig unruhig. An manchen Tagen schaffe ich es nicht mal mir ein Brot zu schmieren. Mein Partner kümmert sich um mich, aber auch ihn belastet das alles.

Ich litt Jahrzehnte unter einer körperlichen Krankheit weswegen ich Morphin nehmen musste, diese wurde nach langer Zeit behandelt, hat mich aber natürlich sehr belastend. Ich habe mich hilflos ausgeliefert gefühlt, weil mir kein Arzt in so langer Zeit helfen konnte. Ich hatte eine Odyssee von Arzt und Klinik Terminen hinter mir bis mir jemand geholfen hat. Das Morphin hat bei mir keine ausreichende Schmerzstillung erreicht, was auch eine Erfahrung war die mich sehr geängstigt hat. Ich habe in der Hinsicht kaum Unterstützung bekommen. Trotzdem bin ich in dem Zustand über 10 Jahre weiterhin Vollzeit arbeiten gegangen. Es war sehr Kräfte zerrend.

Seelisch krank bin ich schon seit frühster Kindheit. Es wurde immer schlimmer... Meine Angst war damals noch situationsbedingt. Nun habe ich sie permanent und die Panikattacken kommen aus heiterem Himmel. Ich weiß einfach nicht wieso ich das alles habe. Das heißt ich kann mich meiner Angst kaum stellen, ich weiß nicht was das auslöst, es ist ein *beep* Spiel. Mal geht es gut und dann verliert man. Vom verlieren muss ich mich Tage regenerieren und hoffe das ich wenigstens wieder auf meinen vorherigen erbärmlichen Zustand zurück komme.

Ich wurde damals als Kind lange missbraucht. Aber darüber kann ich gut sprechen, denn ich habe mich dafür nie geschämt. Ich bzw. auch meine Therapeuten finden die wirkliche Ursache meiner Krankheit einfach nicht.

Ich bin derzeit in Gesprächstherapie, auch beim Psychiater, habe viele AD ausprobiert, habe als Notfallmedikament ein Benzo das ich verantwortungsbewusst gebrauche, aber selbst das hilft mir seit einiger Zeit kaum noch. Meine Angst ist so massiv.

Ich hatte schon so oft Todesangst. Ich weiß ich sterbe nicht und für mich ist das das Schlimme daran. Ständig dieser Prozess, es fühlt sich so an als ob und man erlebt es wieder und wieder. Ein endloser Kreislauf.

Ich will so gerne leben, aber nicht so. Ich kann gar nicht in Worte fassen was diese Krankheit aus mir macht. Sie ist ein permanenter Zustand geworden... Es reißt einen immer weiter in den Abgrund. Ich bin zu nichts mehr fähig, alles unter großer Anstrengung. Arbeiten kann ich seit 2 Jahren nicht mehr. Seitdem werde ich intensiv betreut.

Ich war auch schon in Kliniken aber das hat mir nicht geholfen. Der letzte Aufenthalt hat mich noch weiter runter gerissen. Ich will funktionieren und schaffe es nicht mehr. Das Personal dort hat mich so sehr in die Ecke gedrängt das ich einen Nervenzusammenbruch hatte und am Ende nur noch 46kg gewogen habe. Ich habe mich so unfähig gefühlt. Ich konnte das Programm einfach nicht durchstehen, der Stress Pegel war zu hoch. Das haben sie dann am Ende eingesehen, aber die schlechte Erfahrung habe ich nun gemacht. Und das war in der Akut Psychiatrie in meinen Einzugsgebiet. Ich habe ständig darauf hingewiesen das es mir zuviel wird, aber es wurde nicht reagiert.

Nun habe ich in 2 Wochen wieder ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Klinik. Die soll sehr gut sein, aber ich habe natürlich Angst das dies wieder so endet.

Mittlerweile bin ich körperlich und nervlich wirklich am Limit. Ich weiß nicht was passiert wenn die Symptome sich nochmal verschlechtern. Bis jetzt ging es immer nur weiter bergab. Ich bemühe mich wirklich alles anzunehmen und mitzumachen, aber irgendwie verliere ich langsam die Hoffnung.

Bitte seht das nicht als Ankündigung etc. Ich möchte mir das einfach mal von der Seele reden. Jemand finden dem es auch so geht?
Ich selber kenne niemanden bei dem das so extrem ausgeprägt ist.

Ich kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen das es überhaupt nochmal besser wird .. Habe furchtbare Angst das es noch schlimmer wird... Fühle mich einfach nur hilflos und bin traurig.

Bei meiner letzten Panikattacke bin ich Stunden lang vom Bett ins Bad gekrochen, hin und her. Habe gebrochen, Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Magendarm Probleme, Angst seelisch zu sterben, komplett den Verstand zu verlieren. Kann mich da einfach nicht mehr beruhigen. Ich habe Skills und trainiere die jeden Tag z.b den Gedankensttop aber es bringt nichts. Ich versuche es weiter, aber es ist so frustrierend.

Hat das noch jemand in der Form?

Ich hoffe ich habe es nicht zu wirr geschrieben.

Ich freue mich über jede Art von Rückmeldung. Falls nicht, danke das ich mir das von der Seele reden durfte...

15.06.2018 01:15 • 16.06.2018 #1


2 Antworten ↓


Hotin
Hallo SchneeSturm,
Zitat:
Ich leide unter starker Angst, habe diese permanent. Es belastet mich sehr und es gleitet immer mal wieder in eine
furchtbare Panikattacke ab. Die Derealisation habe ich 24/7. Dazu körperliche Beschwerden.. Manche davon sind
pyschomatisch, andere nicht. Ich bin immer müde, kraftlos und manchmal gleichzeitig unruhig. An manchen Tagen
schaffe ich es nicht mal mir ein Brot zu schmieren. Mein Partner kümmert sich um mich, aber auch ihn belastet das alles.


Was Du hier beschreibst hört sich leider sehr belastend an. Ich hoffe und wünsche Dir,
dass Du bald mit einer anderen Einstellung zu Deinen Symptomen eine deutliche Abschwächung Deiner Ängste erreichst.
Zitat:
Seelisch krank bin ich schon seit frühster Kindheit. Es wurde immer schlimmer... Meine Angst war damals noch situationsbedingt.
Nun habe ich sie permanent und die Panikattacken kommen aus heiterem Himmel. Ich weiß einfach nicht wieso ich das alles habe.


Nun ich denke, Du weißt es schon, warum Du Deine Ängste hast. Nur bisher scheinst Du noch nicht herausgefunden zu haben,
wie Du dagegen angehen kannst.

Zitat:
Ich wurde damals als Kind lange missbraucht. Aber darüber kann ich gut sprechen, denn ich habe mich dafür nie geschämt.


Dafür brauchst Du Dich auch nicht zu schämen. Das wäre auch noch ein Ding. Allerdings finde ich, dies kann noch immer
eine große Rolle bei Deinen Ängsten spielen.
In solchen Fällen reicht es nicht, darüber sprechen zu können. Du brauchst zu Deinen belastenden Erlebnissen
eine gedanklichen Abstand und eine andere, so weit wie möglich versachlichte Einstellung.
Zitat:
Ich bzw. auch meine Therapeuten finden die wirkliche Ursache meiner Krankheit einfach nicht.


Etwas ist immer ganz wichtig. Therapeuten können die Ursache Deiner Ängste vermutlich kaum finden. Ich denke da
erwartest Du etwas Falsches. Niemand kann Deine Gedanken lesen. Die Ursache Deiner Ängste kannst Du deshalb
meiner Meinung nach nur selbst finden.

Zitat:
Ich will so gerne leben, aber nicht so. Ich kann gar nicht in Worte fassen was diese Krankheit aus mir macht.
Sie ist ein permanenter Zustand geworden...


Ich glaube, ich kann mir das so ungefähr vorstellen.
Zitat:
Ich war auch schon in Kliniken aber das hat mir nicht geholfen. Der letzte Aufenthalt hat mich noch weiter runter
gerissen. Ich will funktionieren und schaffe es nicht mehr.


Von dem Gedanken zu funktionieren solltest Du möglichst ein Stück weit weg kommen.
Zuerst solltest Du Dich mal besser selbst kennen lernen, Dich selbst finden. Bitte versuche möglichst wenig im
Alltag zu funktionieren.

Zitat:
Nun habe ich in 2 Wochen wieder ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Klinik. Die soll sehr gut sein, aber ich
habe natürlich Angst das dies wieder so endet.


Wie das endet, hängt vor allem von Dir selbst ab. Sehr gut finde ich, wenn Du da einen neuen Versuch startest.
Zitat:
Ich bemühe mich wirklich alles anzunehmen und mitzumachen, aber irgendwie verliere ich langsam die Hoffnung.


Bitte verliere nie Deine Hoffnung und Deine Überzeugung, dass Du es schaffen wirst, Dich gedanklich zu befreien.
Um was genau bemühst Du Dich denn alles anzunehmen?
Zitat:
Angst seelisch zu sterben, komplett den Verstand zu verlieren. Kann mich da einfach nicht mehr beruhigen.


Du wirst seelisch nicht sterben! Und schon gar nicht, Deinen Verstand verlieren!
Dafür gibt es keinen Grund.
Du wirst leben! Und es wird sich gut anfühlen, wenn Du Dich von einigen schlimmen Gedanken und falschen
Überzeugungen ein wenig befreit hast.

Zitat:
Ich hoffe ich habe es nicht zu wirr geschrieben.


Für mich ist da überhaupt nichts wirr. Alles lese ich klar verständlich. Und ich vermute, ich habe eine
Ahnung davon, warum es Dir so geht.

Viele Grüße

Bernhard

16.06.2018 02:53 • #2


petrus57
Moin SchneeSturm

Ich hatte es nur in er Klinik und auch noch Wochen danach so krass. Seit ein paar Monaten geht es mir relativ gut. Habe zwar ab und zu wieder Rückschläge aber die halten meist nicht an.

Die Klinik hat mir damals auch nicht gut getan. War einfach zu viel Stress für mich. Bin da schon mit einem Blutdruck von 180 wachgeworden. Musste dann gleich mit Notfallmedis behandelt werden, die aber nichts brachten.

Nehme jetzt morgens 15 mg Escitalopram und 0,5 mg Tavor, abends dann 30 mg Mirtazapin.

Petrus

16.06.2018 09:29 • #3




Mira Weyer