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Wie fühlt es sich an? Ist es schlimm? Gehts sie von alleine weg? Muss man Medikamente einnehmen während einer psychose? Kann man das überhaupt?

10.09.2021 15:15 • 12.09.2021 #1


4 Antworten ↓


Wenn du eine akute Psychose hast, würdest du eigentlich nicht darüber nachdenken, ob du eine hast.

10.09.2021 15:47 • #2



Hattet ihr schonmal eine Psychose?

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Menschen mit akuten Psychosen sind in dem Moment in einer eigenen Welt. Sehen und hören Dinge, die nicht real sind, denken Dingen, die nicht unbedingt schön sind und in der Regel verhalten sie sich dann der von ihnen wahrgenommenen Situation angemessen, was wiederum von außen betrachtet seltsam bis verrückt anmutet. Für den Psychiotiker kann die Situation an sich schlimm sein, je nachdem, welchen Geistern er sich gegenüber sieht, aber mitunter auch toll, euphorisierend, voller Glück , Zuversicht und Selbstvertrauen.
Nicht selten werden sie zwangseingewiesen und mit Medikamenten versorgt bis sie sie selber nehmen können.

10.09.2021 16:21 • x 2 #3


silverleaf
Ich kann mich nur Inabella und Pauline anschließen, Du würdest nicht darüber nachdenken, wenn Du eine hättest.

Das Problem in der Psychose ist ja, dass Dir Dein Erleben vollkommen real erscheint, darum zweifelst Du dann Dein Umfeld an, aber nicht Deine psychische Situation. Jedem Menschen, der Dir erzählt, dass die Realität anders ist als Du sie wahrnimmst, wird misstraut.

Seine eigene psychische Situation beobachten zu können, eine Satellitenposition dazu einnehmen zu können, die Metaebene reflektieren zu können, all das geht in der akuten Psychose nicht.

Ich habe in meinem Umfeld mehrere wirklich fiese Psychosen erlebt, das ist wirklich beängstigend und man bekommt zu diesen Menschen in Akutphasen auch keinen Zugang mehr. Je mehr Du versuchst, sie von der Realität zu überzeugen, umso mehr misstrauen sie Dir, weil sie ihrer Wahrnehmung trauen (die aber leider verschoben ist).
Und ja, das muss mit Medikamenten eingestellt werden. Psychotiker nehmen zumeist dauerhaft Medikamente.
Die Psychose hat ja eine sehr biochemische Komponente, und die kann oftmals nur medikamentös kontrolliert werden.
Die Medikamente können meistens über die Jahre in der Dosierung reduziert werden, aber die meisten Betroffenen behalten eine Minimaldosis ihres Medikaments für eine sehr lange Zeit, werden diese zu früh abgesetzt, kommt es sehr oft zu erneuten psychotischen Schüben, die dann meistens erstmal im geschlossenen psychiatrischen Umfeld aufgefangen werden müssen.
In den akuten Zuständen nehmen die Betroffenen ihre Medikamente häufig nicht, oder nicht regelmäßig, im Krankenhaus werden sie dann medikamentös so eingestellt, dass sie wieder einen klaren Blick auf die Realität bekommen, und dann können sie ihre Medikamente auch irgendwann wieder selbstständig nehmen.

Aber in der akuten Psychose geht diese Verbindung zur Realität verloren, das Erleben der Betroffenen ist von der tatsächlichen Realität sehr weit entfernt, fühlt sich für sie aber total real an. Darum fangen sie dann auch häufig an, ihrer Familie oder Freunden immer mehr zu misstrauen. Sie zweifeln ihr Umfeld an, aber sie zweifeln nicht ihre Wahrnehmung an, die ist für sie real.

LG Silver

10.09.2021 16:22 • x 1 #4


Hey, wie gehts dir heute?

12.09.2021 01:18 • #5




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