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Hallo Community,
Kurz zu meiner Person, bin männlich, 17 und mache derzeit mein Abitur. Bin gerne mit Freunden unterwegs und war eigentlich immer lustig drauf. Im April fing alles mit einer Panikattacke ohne Grund an. Wie es fast jeder danach macht, ab zum Hausarzt- EKG und Bluttest waren in Ordnung. Dann wurde mir eingeredet dass es stressbedingt sei und das habe ich auch so akzeptiert, bin gejoggt und habe täglich Magnesium genommen und war wieder den ganzen Sommer glücklich.

Ende Sommer fing es dann damit wieder an. Es begann eigentlich mit dieser Flüchtlingskrise, ich habe mich versucht in einen dieser Flüchtlinge hinein zu versetzen und hatte wieder eine Panikattacke bekommen. Seitdem nehme ich meine Umwelt ganz anders war. Ich wohne in einem kleinem Haus am Rande eines Ghettos, meine Schule liegt leider mitten darin. Das heißt ich bin eigentlich täglich von Menschen umgeben, denen es finanziell nicht gut geht. Immer wenn ich einen solcher Menschen begegne, drehen sich meine Gedanken nur darum: Wie hält er das aus?;Er sieht ziemlich niedergeschlagen aus;hat er eine körperliche oder seelische Störung?; hoffentlich bringt der sich nicht um. Das sind meine Gedanken dazu. Das krasse ist aber immer, dass ich diese Menschen nicht kenne.

Wenn ich das ab könnte, würde es mich auch garnicht jucken aber ich habe das Gefühl ich kann das nicht filtern. Klar, man sollte auf seine Mitmenschen achten aber doch nicht so? Dadurch bekomme ich ein ziemlich schlechtes Bild auf das Leben und meine größte Angst, worum sich eigentlich alles dreht, ist, dass ich später einmal genauso enden werde, damit nicht klar komme und mir das Leben nehme oder in einer Psychatrie ende, wo es wieder auf Suizid hinausläuft. Ich frage mich immer wie Psychologen sowas ab können, sich den ganzen Tag die Probleme der Leute anhören und davon nicht selber meschugge zu werden. Ich weiß es hört sich krass an, aber leider habe ich wirklich ziemliche Zukunftsangst. Ich habe auch Angst dass diese Gedanken für immer bleiben...
Ich habe letztens jemanden kennen gelernt, der wirkt auf den ersten Blick ziemlich fertig mit den Nerven aber ist trotzdem lustig drauf. Das Problem bei ihm ist, man merkt dass er das spielt, da er krampfhaft versucht lustig zu sein. Als ich mich mit ihm unterhalten hatte, erzählte er mir, dass es ihm wirklich nicht grad gut ginge. Und immer wenn ich mit solchen Leuten abhänge, habe ich Angst, ich werde genauso, wie oben bereits beschrieben. Von daher meide ich krampfhaft Leute die sich selbst verletzten, die ihren Pessimismus durch die Gegend werfen und vor allem ziemlich komisch wirken. Ist das noch normal?

Mir wurde von einer guten Freundin gesagt, ich sei sehr feinfühlig. Das mag ja sein, aber leider bin ich ein ziemlicher Idiot und muss jedes Wort dass sich wie eine Krankheit anhört, googlen und die sagen ernsthaft, dass feinfühlige Menschen zu schizophrenie und Depressionen neigen. Seitdem beherrscht mich auch permanent die Angst, Schizophren zu werden und jedes kleinste Anzeichen- Panikattacke. Ich weiß nicht mehr weiter, ist das noch normal dass ich Fremde Menschen so abchecke? Ich habe einfach das Gefühl ich bin damit alleine. Weil früher, war ich nicht so.
Vielen Dank für jede Antwort
MfG

PS: Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin

23.10.2015 18:34 • 23.10.2015 #1


4 Antworten ↓


Ich denke, nahezu alle Menschen mit psychischen Problemen oder Besonderheiten sind besonders feinfühlig.

Wichtig ist es, sich selbst nicht zu vergessen und sich immer wieder selbst zu reflektieren. Es ist einfacher, die Probleme und Sorgen anderer zu lösen oder sich ihnen anzunehmen, als die eigenen. Es ist ja auch schwerer und emotionaler mit den eigenen Problemen umzugehen.

Sollten sich Deine Panikattacken verstärken, wäre die Gang zu einem Therapeuten der richtige Weg - bevor sich alles manifestiert.

23.10.2015 20:24 • #2



Fremde Menschen beurteilen?

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Icefalki
Ich habe meine erste PA bekommen, als mir eine Bekannte von ihrer Panikattacke erzählt hat.

Im Nachhinein gesehen, war aber bereits schon lange ein Ungleichgewicht in mir.

Das wird bei dir auch der Fall sein, denn zur Angst gehört dieses Entgleiten in das Negative.

Ich würde dir raten, schnellstens einen Weg zum Therapeuten zu suchen..erstens dauern Termine lange und hat sich die Angst erstmals gezeigt, geht sie so schnell nicht wieder weg.

Je früher man beginnt, sich damit unter fachkundiger Hilfe auseinanderzusetzen, desto besser.

Und Feinfühligkeit ist ein Fluch und ein Segen. Abgrenzung ist absolut erlaubt..

23.10.2015 22:33 • #3


Hi,
Erstmal danke für eure Antworten. Aber was heißt das jetzt, ist ein Segen und ein Fluch?.. Habe ich diese Gedanken und die daraus resultierende Angst jetzt für immer..?:0

23.10.2015 23:06 • #4


Icefalki
Ja und nein. Das wird in der Therapie erarbeitet.

Diese Gedanken und Gefühle sind normal bei der Angst. Das sind die Symptome.

Du wirst entweder lernen, damit umzugehen, oder eben nach dem Grund dieses Denkens suchen. Je nach therapieansatz.

Noch reflektierst du deine eigene Angst auf die Menschen drumrum. So willst du nicht enden. Das hat jetzt nichts mit mangelndem Mitleid zu tun, sondern es geht unbewusst um dich.

Du befürchtest, dass du entgleitest und irgendwie schrecklich enden wirst.

Darum mache Therapie.

23.10.2015 23:25 • #5




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