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Hallo!

Ich leide seit ein paar Jahren an Panikattacken und generalisierter Angststörung. War eine Zeit stationär und bekam Tabletten. Nach einiger Zeit der Besserung kam alles wieder und ich mache seit vielen Monaten eine Verhaltensterapie. Das klappt ganz gut und ich habe auch viele Erfolge. Manchmal habe ich noch Rückschläge mit denen ich aber gut umgehen kann.

Ich versuche solche Attacken einfach durchzustehen oder mich abzulenken.
Heute hat das nicht geklappt.

Ich hatte einen Termin beim Hausarzt um Schilddrüsenwerte auszuwerten. Die Zeit im Wartezimmer wurde aber immer unangenehmer. Ich kann gar nicht richtig sagen, welche Symptome ich nun hatte. Von allem ein bisschen, eigentlich gar nicht so schlimm. Und ich habe mir auch gesagt, dass das Panik ist, ich schon viel Schlimmeres durchgestanden habe und mir ja nichts passieren kann.
Das ging fast eine Stunde mal besser mal schlechter. Mein Buch konnte mich nicht ablenken. Auch das Aufschreiben der Gefühle brachte nichts.
Ich bin raus. Sicher wäre ich in den nächsten Minuten dran gekommen, aber ich konnte nicht mehr länger.
Ich wollte raus, an die Luft, nach Hause. Jetzt habe ich natürlich ein schlechtes Gewissen. Ich habe nicht befolgt, was die Therapeutin sagt, ich habe den Arzttermin platzen lassen und darf beim nächsten Mal wieder ewig warten.

Was ich mich frage ist, warum musste ich raus, wenn doch die eigentliche Panik gar nicht so schlimm war? Und was bedeutet das für das nächste Mal. Da ist doch die Erwartungsangst noch größer.

Wie geht ihr damit um? Und erwischt es auch euch in Situationen, in denen ihr ja eigentlich in den besten Händen seid, sollte was passieren, z.B. beim Arzt oder Therapeuten?

LG Elisa

09.03.2009 11:25 • 09.03.2009 #1


6 Antworten ↓


Hallo Elisa
Mir passiert das auch schonmal in Situationen, in denen ich eigentlich so sicher wie möglich bin.
Neige auch dazu. Ich glaube das liegt daran, dass man selbst denkt: so hier bin ich sicher vor meiner Panik, unterbewusst die Angst aber doch thematisiert, wie zum Beispiel: und wenn es mir hier doch auch passiert? wo bin ich dann noch sicher?
Das natürliche Verlangen nach Sicherheit kann glaub ich niemand ausschalten.
Mach dir keine Sorgen übers nächste Mal. probiers aus, wieder rauf aufs Pferd!
Nichts hilft besser gegen Angst, als ihr mit bodenloser Furcht zu begegnen um sie mutig und erleichtert wieder verlassen zu können.
Liebe Grüße.

09.03.2009 11:43 • #2



Flucht aus dem Wartezimmer

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Hi elisa
Wie geht ihr damit um? Und erwischt es auch euch in Situationen, in denen ihr ja eigentlich in den besten Händen seid, sollte was passieren, z.B. beim Arzt oder Therapeuten?

[/quote]


Es ist mir auch schon passiert gut es ist ärgerlich aber bewerte es nicht als Versagen ein , Beim nächsten Arzttermin klappt es dann besser,

Ich versuche ich immer abzulenken oder verlasse das Wartezimmer und rufe kurz ne Freundin draussen vom Handy aus an und erzähle ihr von dem was ich gerade erlebe , meiner Situation und schon beruhige ich mich und kann wieder ins Wartezimmer zurückkrehren. Auch eine Kurzform der PME hilft immrer rasch. Oder spreche kurz über belangloses(übers Wetter) mit der Sprechstundenhilfe, klappt immer und hilft .


LG Schutzengel51

09.03.2009 11:51 • #3


Zitat von Katalana:
Hallo Elisa
Mir passiert das auch schonmal in Situationen, in denen ich eigentlich so sicher wie möglich bin.
Neige auch dazu. Ich glaube das liegt daran, dass man selbst denkt: so hier bin ich sicher vor meiner Panik, unterbewusst die Angst aber doch thematisiert, wie zum Beispiel: und wenn es mir hier doch auch passiert? wo bin ich dann noch sicher?
Das natürliche Verlangen nach Sicherheit kann glaub ich niemand ausschalten.
Mach dir keine Sorgen übers nächste Mal. probiers aus, wieder rauf aufs Pferd!
Nichts hilft besser gegen Angst, als ihr mit bodenloser Furcht zu begegnen um sie mutig und erleichtert wieder verlassen zu können.
Liebe Grüße.

09.03.2009 11:53 • #4


Liebe katalana genau so seh ich das auch,

LG Schutzengel

09.03.2009 11:54 • #5


Hallo Elisa,

ich kenne das nur zu gut. Schon vor meiner Angststörung habe ich es gehasst im Wartezimmer zu sitzen. Daher ist es jetzt natürlich die reinste Qual für mich. Unbequeme Stühle, still sitzen, bloss nicht auffallen. Und trotzdem fühlt man sich beobachtet und einfach beengt, weil man nicht einfach raus kann.

Mittlerweile bin ich über meinen Schatten gesprungen und mache alle was mir guttun könnte. Ich teile den Rezeptionistinen ganz unverhohlen mit, dass ich damit ein Problem habe und frage sie erstens nach einem Termin, bei dem ich nicht lange Warten muss. Ausserdem gibt es in fast jeder Praxis ein Plätzchen wo man in Ruhe warten kann. Einfach mal fragen. Und wenn möglich, dann nehme ich jemanden mit. Einfach um mir die Zeit zu vertreiben. Und zur Not geh ich kurz raus nachdem ich bescheid gesagt habe.

Man hat immer furchtbare Angst aufzufallen und anderen Arbeit zu machen. Aber wichtig ist, dass DU dich in dieser Situation wohl fühlst und nichts anderes. Der Arzt und seine Mitarbeiter sind auch nur Dienstleister. Also kann man Forderungen stellen.

09.03.2009 12:25 • #6


Zitat von Domo:

Mittlerweile bin ich über meinen Schatten gesprungen und mache alle was mir guttun könnte. Ich teile den Rezeptionistinen ganz unverhohlen mit, dass ich damit ein Problem habe und frage sie erstens nach einem Termin, bei dem ich nicht lange Warten muss. Ausserdem gibt es in fast jeder Praxis ein Plätzchen wo man in Ruhe warten kann. Einfach mal fragen. Und wenn möglich, dann nehme ich jemanden mit. Einfach um mir die Zeit zu vertreiben. Und zur Not geh ich kurz raus nachdem ich bescheid gesagt habe.

Man hat immer furchtbare Angst aufzufallen und anderen Arbeit zu machen. Aber wichtig ist, dass DU dich in dieser Situation wohl fühlst und nichts anderes. Der Arzt und seine Mitarbeiter sind auch nur Dienstleister. Also kann man Forderungen stellen.


Hi Domo


Dein Beitrag ist sehr produktiv klasse



LG Schutzengel51

09.03.2009 12:38 • #7




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