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DieSonne
Wenn ich mir vornehme zu kochen. Dann kauf ich dafür ein. Dann kommt irgendwas dazwischen und es ist alles hinfällig. Wenn ich mir z.B. am Mittwoch vornehme zu kochen und dafür am Montag schon einkaufe. Dann habe ich Mittwoch aber doch keine Lust. Es ist bei mir ein teufelskreis

08.11.2021 15:59 • x 2 #21


Luna70
Zitat von Coru:
Das schwierigste ist für mich auch am Ende das stehen an der Supermarktkasse und wenn dann jemand vor mir noch etwas länger Zeit braucht ist es besonders schlimm.


Eigentlich denke ich, du würdest vielleicht besser zurecht kommen, wenn du immer nur für die nächsten 1-2 Tage einkaufen würdest. Dann hättest du einen besseren Überblick, was du tatsächlich brauchst. Dann hast du aber den Stress im Supermarkt mehrmals in der Woche, also hast du nicht viel gewonnen.

Hast du einen Wochenmarkt in Reichweite? Da musst du nicht an der Kasse anstehen und der Stress ist vielleicht weniger für dich als im großen Supermarkt. Oder ein Hofladen oder so. Es gibt in den Städten ja auch Gemüseläden, meistens von türkischen Inhabern, die haben wirklich oft bessere Ware als im Supermarkt. Ich könnte mir vorstellen, dass du in einem kleinen Geschäft weniger Stress hast.

Die haltbaren Sachen wie Nudeln usw. kannst du ja weiterhin zum Liefern bestellen.

08.11.2021 16:22 • x 3 #22


A


Essen Angst vor Kontrollverlust

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rednaxela
Zitat von Luna70:
Eigentlich denke ich, du würdest vielleicht besser zurecht kommen, wenn du immer nur für die nächsten 1-2 Tage einkaufen würdest. Dann hättest du einen besseren Überblick, was du tatsächlich brauchst. Dann hast du aber den Stress im Supermarkt mehrmals in der Woche, also hast du nicht viel gewonnen. Hast du ...

Das ist eine gute Idee.
Was mir auch aufgefallen ist:
Du könntest auch zu bestimmten Uhrzeiten einkaufen gehen.
War letzten Freitag um 21:00 erst einkaufen.
Mit mir waren wir 4 Kunden im Laden.
Samstags bis 10 Uhr ist auch echt wenig los. Ein bisschen die Stoßzeiten vermeiden.

08.11.2021 16:30 • x 2 #23


Coru
Danke für eure ganzen Antworten. Ich habe mir auch alle genau durchgelesen. Ich schaff es nur nicht auf alle einzeln einzugehen . Ich find es interessant wie ihr das alle macht.

Was ich auf jeden Fall mitnehme ist mit dem Thema Essen wegwerfen ein bisschen lockerer umzugehen. Vielleicht auch wenn ich nun nicht die drei letzten Löffel vom gekochten Essen schaffe es da wirklich mal wegzuschmeißen auch wenn es schade ist. Da hat mir vor allem geholfen, dass ich merke, dass ihr das auch mal macht.

Das ich zu anderen Uhrzeiten einkaufen gehe wo es leerer ist. Das würde mir zumindestens schon mal mit meinen Ängsten helfen.

Auch die Idee mit dem Markt oder Hofladen finde ich gut. Da habe ich leider keinen in der Nähe. Da fällt mir nur der Bioladen ein. Das ist leider auf Dauer auch für Obst und Gemüse zu teuer.

Das Thema Essen wird für mich immer schwierig sein. Nun hab ich schon ganz viele Ideen was mir bei meiner Einkaufsangst noch helfen würde. Mit dem Thema essen muss ich langsam lernen lockerer umzugehen. Das braucht sicher seine Zeit.

08.11.2021 16:39 • x 3 #24


DieSonne
Hast du vielleicht jemanden der dich erstmal begleiten könnte? Zum üben. Dann hättest du die Möglichkeit jederzeit aus der Situation zu gehen. Selbst wenn du es nicht machst beruhigt der Gedanke. Und nach und nach immer ein bisschen mehr. Alleine zum Bäcker, zum Beispiel.
Ich habe auch schon Panikattacken im Supermarkt bekommen. Hab es dann aber erst recht wiederholt, um diese Angstgefühle nicht zu festigen. Ich hätte nie gedacht, dass mich einkaufen irgendwann sogar entspannt. Die Produkte in die Hand nehmen, überlegen, ob es mir schmeckt und sich dann auch eine Kleinigkeit zu gönnen. Einen kleinen Blumenstrauß oder so.

08.11.2021 17:18 • x 1 #25


Coru
@DieSonne leider muss ich das alleine schaffen. Ich habe niemanden der mich begleiten kann. Ich fand Einkaufen auch mal gut. Ich koche auch gerne und versuche neue Rezepte. Das hätte ich in meiner langjährigen Esstörung auch früher nicht gedacht. Das hat mir auch geholfen. Manchmal überfordert es mich.

08.11.2021 17:46 • x 1 #26


DieSonne
O.k. dann Stück für Stück. Gehe doch erstmal zum Supermarkt spatzieren ohne reinzugehen. Für ein paar Wochen täglich. Beobachte den Supermarkt. Wann ist viel los, wann nicht. Welche Leute gehen rein und raus. Später irgendwann, wenn dir danach ist richtig reinsehen. Wie sind die Kassen aufgestellt. Wie lang sind die Schlangen. Was machen andere in der Schlange.
Was genau macht dir im Supermarkt Angst? Frage dich. Ist es realistisch? Und dann immer ein Stückchen weiter. Reingehen ohne etwas zu kaufen. Dir überlegen, was du gerne kaufen würdest und irgendwann kaufst du dir erstmal dieses eine Teil.
Was ich sagen möchte. Es gibt viele Zwischenschritte, die du probieren könntest ohne Zwang und für jeden Schritt musst du stolz auf dich sein.

08.11.2021 18:00 • x 2 #27


Flame
Ich bin leider auch essgetört und natürlich ist jede Esstörung ein Kompensationsversuch der Seele weil andere Strategien fehl(t)en.
Kontrolle hat viel damit zu tun,man möchte wenigstens einen Teilbereich seines Lebens (das Gewicht) im Griff haben und das suggeriert einem,dass man sein Leben im Griff hat.

In Wirklichkeit hat die Esstörung uns im Griff.
Wir brauchen sie solange,wie wir nicht gelernt haben,anders auf Stress zu antworten als mit zuviel essen oder hungern oder zwanghaftem Kalorien zählen oder einer unverhältnismässigen Fixierung auf Lebensmittel oder anderen Symptomen einer Esstörung.

Ich würd mal weniger auf das Essen und Lebensmittel schauen sondern mehr darauf,was Dir gut tut und was nicht.
Also den Fokus auf konstruktive,heilsame Prozesse legen.
Das geht mit Fragen wie:

Welche Menschen tun mir gut?
Welche Aktivtäten tun mir gut?
Welche inneren Einstellungen (Glaubenssätze) habe ich,welche sind wahr und somit hilfreich ?
Was hilft mir,Stress abzubauen?


Was man lernen kann ist ,sich selbst für die gestörten Verhaltensweisen nicht zu verurteilen und damit noch mehr Essdruck aufzubauen bzw. Druck,das Essen wieder raus zu befördern.
Du hast ja die Ursachen schon gut erkannt und es hat seine Gründe,warum Deine Seele zu ungesunden Kompensationsstrategien greift.
Das ist zwar nur die zweitbeste Lösung aber es hält immerhin Deine Seele im Gleichgewicht.

Insgesamt halte ich es für das psychische Gleichgewicht wenig förderlich den ganzen Tag alleine zuhause zu sein.
Das mag ein Gefühl der Sicherheit geben aber die Seele will leben und atmen und das ist schwierig,wenn man sich nur einigelt.
Es führt vor allem dazu,dass man viel zuviel Zeit hat zum grübeln, das tut Menschen wie uns,die psychisch labiler sind als andere selten gut.

Weiterhin kannst Du üben,gewissen Gedanken weniger Raum zu geben.
Dazu übt man zunächst ,sie bewusst wahrzunehmen und im zweiten Schritt rechtzeitig wahrzunehmen und erstmal nur wertfrei zu beobachten.
Und dann können wir die Gedanken beeinflussen.
So dass nicht mehr die Gedanken uns kontrollieren sondern umgekehrt,darin liegt innere Freiheit und deswegen lohnt es sich sehr,daran zu arbeiten.
Das wird auch in der Verhaltenstherapie gelehrt,vielleicht kennst Du das daher schon.

Es gibt auch einiges an Literatur dazu ,z.B. dies:
https://www.amazon.de/achtsame-Weg-zum-...=ABIS_BOOK


Und dann tut es gut,sich bewusst auf positive und hilfreiche Themen zu konzentrieren.
Mir zum Beispiel tut es gut,mich mit buddhistischen Ansätzen zu befassen.
Das ist heilsam und so hat der Kopf dann auch was zu futtern und das braucht er auch.
Wenn das Gehirn nicht ausreichend gefordert wird,erschafft es sich Probleme,damit es was zu tun hat.
Das zumindest hat mir meine Therapeutin erklärt und es erscheint mir einleuchtend.

Also in kleinen Schritten weg von der Fixierung auf Essen/Nicht essen und Nahrungsmittel und hin zu Dingen,die der Seele gut tun.

Wichtig dabei:
Wenn etwas nicht klappt,sich nicht dafür bestrafen indem man sich selbst runtermacht mit selbstabwertenden Gedanken (Stichwort innerer Kritiker).

Wir dürfen uns klarmachen,dass es keinesfalls um Leistungsdruck geht.

Es geht darum,eine bessere Lebensqualität zu entwickeln und das ist ein schöner Prozess ,wenn man sich dabei nicht unter Druck setzt und sich mit Selbstmitgefühl und Geduld selbst begegnet.

08.11.2021 18:24 • x 5 #28


F
Ich kaufe mir täglich was ich brauche. Wenn etwas liegen bleibt, werfe ich es ohne schlechtes Gewissen weg. Es geht zurück in den Energiekreislauf, nur mit dem Unterschied, dass es nicht durch mich gegangen ist. Kein Problem. Das Einkaufen würde mir viel mehr Freude machen, wenn ich nicht jedesmal in einer Warteschlange an der Kasse stehen müsste, aber das ist in der Großstadt nicht möglich. Ich koche mir jeden Tag frisch Essen.

08.11.2021 18:43 • x 2 #29


Coru
@Flame das stimmt es hat nur was mit Kontrolle zu tun. Es ist auch bei mir in einer Zeit entstanden wo nichts unter Kontrolle war. Leider ist es eine Sucht die nie ganz weg geht. Hab heute oft noch ein schlechtes Gewissen was ich meinem Körper angetan habe. Heute hab ich einen Spaziergang gemacht. Das hat gut getan. Ich glaub ich überlege nochmal was mir sonst gut gefällt. Mein liebste Beschäftigung war das Kochen und Backen. Da ging es mir aber auch besser. Eine Sache die nichts mit Essen zu tun hat wäre auch gut.

Was ich abschaffen möchte ist die Süßigkeiten Schublade. Da kauf ich lieber nach Bedarf. Ich hatte noch nie einen Essanfall mit einer Gemüsepfanne. Schwierig sind Süßigkeiten, Chips, Nudeln und Eis.

Ich finde das tägliche Einkaufen als Einzelperson gut. Ich brauch immer eine gewisse Menge Essen zu Hause als Sicherheit. Noch der Stress mit dem Einkaufen. Noch dazu hab ich langsam Probleme mit meinem Gewicht nach oben hin. Ich esse zwar viel gesund aber einfach zu viel. Unabhängig von meiner Esstörung konnte ich auch noch nie gut mit Süßigkeiten umgehen. Meine Geschwister haben sich einen Riegel genommen und das wars. Ich wusste nie wann genug ist. Hab sogar die Süßigkeiten meiner Eltern genommen.

08.11.2021 20:02 • x 2 #30


Coru
Ich habe heute morgen tatsächlich mal etwas weggeschmissen. Natürlich weiß ich, dass Lebensmittel wertvoll sind. Ich dachte es hilft mir etwas lockerer mit dem Thema umzugehen. Ich habe eine Leberwurst die ca. 4 Wochen abgelaufen war weggeschmissen und selbstgemachtes Knuspermüsli. Das war mir mal etwas verbrannt aber ich konnte es ja nicht wegschmeißen und hätte es noch gegessen. Ich dachte das sind gute Sachen, da sie ja eh wahrscheinlich nicht mehr so gesund sind.

09.11.2021 07:34 • x 2 #31


Flame
Gute Idee die Süssigkeitenschublade abzuschaffen.

Statt dessen immer kleinere Portionen an Gemüse holen,das man gerne mag.
Wenn keine Süssigkeiten da sind,ist man froh,dass man das dann knabbern kann.
Ich mag gerne Radieschen,Möhren und Kohlrabi.
Möhren dippe ich immer in Senf

Ach doch,wenn man so eine richtig leckere Gemüsepfanne hat,kann ich mich da auch dran überfressen.
Ich werde nur leider nie lange satt von Gemüse,es weitet dann eher den Magen sehr aus und dann krieg ich erst recht Hunger und dann esse ich Ungesundes und brauche viel zuviel davon,weil der Magen so ausgedehnt ist.

Deswegen esse ich eher komplexe Kohlehydrate,z.B. Kartoffelpürre mit ein paar Röstzwiebeln und/oder reine Proteine.
Gemüse nur zum knabbern abends.
Sofern ich die Kraft habe,mich um mein Essverhalten zu kümmern,oftmals schaff ich das auch nicht und dann versuche ich mir das zu verzeihen.

09.11.2021 16:58 • x 2 #32


Coru
Heute hab ich nochmal bestellt. Das ist viel Obst und Gemüse. Ich hab es heute einfach nicht geschafft mich in den Supermarkt zu trauen da morgen früh schon einige Sachen sind...

Ich schaff es auch nicht immer mich zu kümmern. Ich würd mir wünschen Ich würde es schaffen. Für den Notfall habe ich was eingefroren.

Ich hab wenigstens keine neuen Süßigkeiten gekauft.

09.11.2021 18:33 • x 4 #33


Coru
Das mit den Süßigkeiten nehm ich zurück. Ich bin heute nach Hause gefahren und hatte noch kein Mittag gegessen. Der Bus kam noch nicht. Ich dachte ich versuch es mal und gehe in den Supermarkt und kaufe eine Sache. Damit ich das Einkaufen übe. Ich kam raus mit zwei Streichcremes, Salamisticks, Gummibärchen, Schokoladentafeln und zwei Schokoriegeln. Die Cremes und die Salami das kann ich noch unter normales Essen nehmen aber sonst nur Süßigkeiten. Ich hoffe ich bekomm nicht wieder einen Rückfall.

10.11.2021 16:41 • x 5 #34


rednaxela
Aber: Du warst einkaufen in einem Supermarkt.
Und das ist doch super.
Um auch mal positive Bilanz daraus zu ziehen.

10.11.2021 16:55 • x 5 #35


Coru
Das stimmt. Ich gehe schon lange nicht mehr in den Supermarkt. Das ist dann auch leicht überfordert wenn so viele Lebensmittel da sind. Vor allem war es ein Supermarkt bei dem ich nicht bestellen kann. Ich muss mir überlegen was ich machen kann, wenn ich das Gefühl von Kontrolle brauche. Ich dachte schon an Puzzeln. Das hat mich immer beruhigt.

10.11.2021 17:09 • x 3 #36


Coru
Ich hab es bisher geschafft trotz meines Einkaufs keinen Fressanfall zu bekommen. Ich werde versuchen nächste Woche nicht einzukaufen. So länger ich jeden Tag vernünftig esse wird es besser. Ich nehme trotzdem etwas zu da gerade so viel da ist. Ich hab noch so viel da. Ich finde die Idee mit einer Begleitung zum Einkaufen gut. Ich würde höchstens meine Mutter mitnehmen. Die weiß aber nichts von meinem Essensproblem und meiner Schwierigkeit im Supermakt. Sie hat erst dieses Jahr von meiner PTBS erfahren. Ich möchte Sie irgendwie beschützen, dass Sie nicht merkt was alles da dran hängt. Sie ist ein guter Mensch. Sie macht sich bestimmt Vorwürfe, dass sie mich nicht davor beschützen konnte. Ich hab immer Sorge ich könnte vor ihr mal disozzieren.

Ich muss es irgendwie schaffen ohne Einkaufshilfe. Mit einem fremden Menschen würd ich nie mitgehen. Danke, dass ihr das lest. Ist sicher langweilig. Es ist schön, dass einfach schreiben zu können. Danke ihr Lieben.

13.11.2021 07:39 • x 6 #37

Sponsor-Mitgliedschaft

hereingeschneit
Zitat von Coru:
Ist sicher langweilig.

Nein, eher interessant, wenn es anderen auch ähnlich geht. Also ähnlich zu mir jetzt bezüglich dem was man isst und dass man nichts wegschmeißen will.... Mit einkaufen gehen habe ich so keine Probleme, außer oft, dass ich keine Lust habe.

Ich habe meine Disziplin leider auch wieder diesbezüglich sehr verloren. War ja auf einem gutem Weg, aber jetzt mache ich wieder alles kaputt.
Da hilft es manchmal schon, wenn man liest, dass andere auch noch ihre Probleme haben, auch wenn man es dir wünscht, dass du das in den Griff bekommst.
Also egal in welcher Phase man gerade ist, man kann immer anderen irgendwie damit helfen. Ist das nicht toll?

13.11.2021 11:34 • x 5 #38


Schlaflose
Zitat von hereingeschneit:
Also ähnlich zu mir jetzt bezüglich dem was man isst und dass man nichts wegschmeißen will....

Mit dem Wegwerfen habe ich kein Problem, wenn etwas schon verdorben ist. Also lasse ich frische Sachen einfach so lange liegen, bis es soweit ist

13.11.2021 11:53 • x 4 #39


DieSonne
Zitat von Schlaflose:
Mit dem Wegwerfen habe ich kein Problem, wenn etwas schon verdorben ist. Also lasse ich frische Sachen einfach so lange liegen, bis es soweit ist

Macht mein Mann auch immer so. Gleichzeitig regt er sich über mich auf, weil ich es schon vorher entsorge.

13.11.2021 12:10 • x 3 #40


A


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