Hallo Zusammen!
Ich bin 19 Jahre alt und leide seit ca. 3 Monaten an etwas was mir komplett fremd war seither. Ich hatte aus dem heiterem Himmel eine Angstattacke(ich sage bewusst nicht Panikattacke da sie irgendwie nicht so war wie alle eine Panikattacke beschreiben). Ich hatte ein extrem Starkes Angstgefühl ausgelöst durch die "Erkenntnis" dass ich irgendwie allein auf der Welt bin weil sich niemand so RICHTIG für mich interessiert und sich so richtig um mich kümmert wenn es drauf ankommt. Ich dachte mir dass die Menscheit sich nur für dich interessiert wenn du Erfolg hast und souverän bist und selbst dann nur oberflächlich. Aber wer kümmert sich um dich wenn du einfach nur schwach bist und Hilfe brauchst ? So richtig doch niemand außer deine Mutter oder ? Bei mir ist das Problem dass bei meiner Mutter vor einem Jahr unheilbarer Krebs diagnostiziert wurde. Ihr gehts zwar im Moment noch gut aber niemand weiß wie lange. Also weiß ich dass sie bald nicht mehr da sein wird. Mein Vater ist gefühlskälter und entfernter von mir. Sonst habe ich leider keine große Familie mehr. Das komische ist dass ich echt viele Freunde habe aber halt alle nur so "oberflächlich". Naja wie auch immer kurz danach war mir schon bewusst: wie sollst du je wieder glücklich sein wenn dein Kopf aus dem heiterem Himmel zu so etwas schrecklichem Fähig ist und du so etwas schreckliches mal "erlebt" hast wie sollst du da wieder unbeschwert leben ? Komischer Gedankengang ich weiß. Jedenfalls hab ich seit diesem Tag so eine verzerrte Sicht wie wenn die Augen stark müde sind, mir kommt alles so weit weg und unwichtig vor und mir macht nichts mehr Spaß , irgendwie ist mir alles egal. Ich bin auch sehr lichtempfindlich. Ich Hirne ständig darüber nach was es denn sein könnte und wie ich mir das eingefangen habe usw usw. Mein Leben geht eigentlich an mir vorbei, mein Kopf ist permanent leer und ich bin dauerhaft müde. Habe auch der Situation geschuldet so ein dauerhaftes Angstgefühl im Bauch. Ich kann mir selbst nicht mehr Vertrauen glaube ich. Habe jetzt mal mir Lasea angefangen und bald einen Termin bei der Hypnosetherapeutin/ Psychotherapie. Meine Sorge ist halt: kommt das keine Lust auf irgendwas und nichts fühlen von der Derealisation oder bin ich dadurch depressiv geworden und die Derealisation ist ein Symptom davon?
Danke fürs durchlesen und wirklich sorry für den langen Text!

08.05.2017 10:39 • 08.05.2017 #1


3 Antworten ↓


Kannnixwissen
Also ich fand Deinen Text richtig toll und lässt tief blicken.
Du bist ein sehr empathischer Mensch, Du kannst Dich sehr gut in andere Menschen einfühlen, Menschen die keine Gefühle zeigen, sind Dir unangenehm...
Dass Deine Gefühle gerade mit Dir durchgehen ist vollkommen normal... Das Ding mit Deiner Mutter ist nicht wirklich (be)greifbar und nicht zu verarbeiten, gerade nicht als ein gefühlsdenkender Mensch. Angst vor dem Verlust des für Dich momentan einzigen Menschen der Dir gefühlsmäßig tiefgründig Nahe steht, ist also nichts unnormales.

Wir Empathen brauchen für unser Leben sehr viel Energie und unser Akku ist halt auch nur begrenzt und wir brauchen mehr Auszeiten ( die man sich auch nehmen sollte)

Ich finde es toll, dass es so Menschen gibt wie Dich, suche Dir Leute die tiefgründiger durchs Leben gehen, auch wenn sie älter werden. Finde es nicht peinlich über Gefühle zu reden, es zeichnet Dich aus, wer Dich deswegen auslacht ist eine arme Sau...denn es werden die sein, die Dich aufsuchen und um ein Ohr bitten werden...

MACH Weiter so... Alles wird gut... Genieße Deine Tage mit Deiner Mama

08.05.2017 11:02 • #2


Danke für deine tolle Antwort! Hast du ziemlich schnell ziemlich treffend analysiert Will da trotzdem langsam mal raus es ist die Hölle...

08.05.2017 12:16 • #3


Hallo Technolove98,
bin auch neu hier und finde mich in Vielem, was du beschrieben hast wieder. Derealisation begleitet mich fast täglich, Depersonalisation zeitweise. Ängste/innere Unruhe sind täglich präsent. Ja, ich denke, wir, die erkrankt sind, haben es nicht leicht im Alltag, meine Erfahrungen waren oft negativ und auch die Sache mit den Freundschaften kenne ich sehr gut. Mittlerweile habe ich die "Oberflächlichen" abgelegt. Jetzt sind es zwar nur noch ganz wenige, aber da weiß ich, dass sie mich ernst nehmen, wenn mal über das Thema Befinden gesprochen wird. Familie steht bei mir an erster Stelle. Fremden traue ich so gut wie nicht mehr, das dauert sehr sehr lange. Lichtempfindlichkeit und müde Augen kenne ich auch sehr gut. Keinen Antrieb und hohe Lustlosigkeit zu irgendwas ebenfalls. Am liebsten will ich nur noch meine Ruhe haben, weil ich oft schnell erschöpft bin, wenn ich länger als 1 Stunde "aktiv" bin. Ich drück dir die Daumen, dass es bald besser wird.

08.05.2017 13:20 • #4





Dr. Christina Wiesemann