Hallo Keks

Ich selber leide seit ca 5 Jahren an Angst und Panikattacken und das einzige was mir wirklich in solchen Situationen geholfen hat, war eine Attacke komplett zu durchleben und hinter die Angst zu schauen.
Stellen wir uns ein mal eine solche Situation vor.
Du liegst im Bett und starrst an die Wand, weil du nicht schlafen kannst.
Du machst dir Sorgen, ob alles normal bei dir ist oder hast sogar schon Angst davor, dass es dir gleich wieder schlecht geht.
Du denkst an die Konsequenzen, wenn du nicht rechtzeitig schläfst schaffst du es Morgen wohlmöglich nicht bis auf die Arbeit oder deine Gedanken schweifen weiter ab.
"War das grade ein ziehen in meiner Brust?
Ich bin bestimmt krank.
Und allein.
Ich bin so einsam, ich habe keinen der mich auffängt, wenn es mir schlecht geht.
Ich kann es nicht haben, dass mein Partner dies versucht, hierbei läuten alle Alarmglocken.
Ich will ihn nicht belasten und habe ein Gefühl als müsse ich fliehen.
Seine Nähe hält mich aber fest und ich kann nicht wegrennen.
Keiner versteht mich."
Plötzlich merkst du ein Kribbeln im ganzen Körper und denkst dir, "Oh Gott, was passiert denn jetzt? Ich krieg jetzt nich schon wieder Panik oder?"
Dir wird schwindlig und schlecht. Dein Puls erhöht sich.
"Mist, ich habe schon wieder diese Panikgefühle. Was soll ich jetzt tun? Ich hol mir einen Schluck Wasser."
Ein paar Minuten später hast du dich beruhigt und liegst im Bett.
Durch die Panik bist du total erschöpft aber froh, dass es jetzt vorbei ist.
Deine Augen werden schwer und du bist kurz davor einzuschlafen, aber schreckst auf ein Mal hoch.
Es kribbelt wieder, das Atmen fällt schwer und der Puls beschleunigt wieder.
"Oh bitte nicht noch eine Attacke!"
Nun rast dein Puls regelrecht und Angst macht sich breit, dass du es nicht aus diesem Teufelskreis schaffst.
Hier habe ich eingegriffen und bei mir Zuhause die Panik in den Griff bekommen.
Ich habe die Attacke zugelassen.
Ich fühle wie mein Puls rast. Ich versuche jedes kleine Detail in meinem Körper wahr zu nehmen. Meine brennende Brust, der Schweiß der sich auf meiner Haut bildet, die Tatsache das alles um mich herum so unreal wird.
Aber ich bin nicht Hilflos, ich habe jemanden an meiner Seite, mich selbst.
Mein "selbst" ist das, was ist, wenn ich keine Angst habe. Mein Selbst ist mein Verstand, der genau weiß, dass mir nichts passieren kann. Ich fange mich mit "ihm" auf.
Ein kleiner Dialog findet statt, zwischen dem Selbst und der Angst. "ICH" bin nur stiller Beobachter.
Selbst: "Hallo Angst, lang nicht gesehen *zwinker*. Was möchtest du denn heute mit deinem Erscheinen bezwecken?"
Angst: "Hallo! Ich wollte nur mal vorbei schauen und dich auf etwas aufmerksam machen, was du scheinbar übersehen hast."
Selbst: "Ach, was ist das denn?"
Angst: "Die Seele hat mich geschickt. Ihr geht es nicht gut. Sie hat mir nicht erzählt was los ist, aber frag mal das "Ich", es wird das sicherlich wissen."
Selbst: "Das mache ich! Dann komm gut nachhause!"
Jetzt verschwindet deine Angst, und dein Selbst nimmt dich in den Arm.
Selbst zum Ich:" Alles ist gut, die Angst ist weg. Aber du musst dafür sorgen, dass sie nicht wiederkommt."
Du fühlst dich nach dieser Panikattacke sicherlich ausgelaugt und total am Boden, aber wenn du eine richtig heftige Panikattacke überstehst, stellt sich IMMER danach Entspannung ein. Das ist Körperlich so vorprogrammiert. (Enstpannung nach der Ausschüttung von Adrenalin o.ä)
Du kannst dir diesen Dialog immer vorstellen, wenn du gerade Angst hast. Aber nur dein Ich kann dir sagen, was dir eigentlich fehlt. In der Regel ist Angst keine Krankheit, es ist ein Symptom. Der Grund muss erforscht werden.
Wenn gerade kein Therapieplatz frei ist, dann kannst du verschiedene andere Dinge tun.
Bsp. 1) Yoga, ChiGong (oder was auch immer^^) und Meditation.
Hier geht es nicht darum, dass du vor dich hin meditierst um "Erleuchtung zu finden" so wie viele es verstehen, es geht nur darum zu lernen, wie man sich entspannen kann. Auch Autogenes Training und Muskelrelaxation hilft da sehr. Du lernst auf deinen Körper zu hören und ihn zu verstehen.
Bsp. 2) Viel Sport.
Treibst du viel Sport ist dein Körper eh schon ausgelaugt und hat keine Kraft mehr für Panik. Bei akuten Panikzuständen, geh eine Runde rennen, durch Bewegung werden Stresshormone viel schneller abgebaut.
Bsp.3)
Klinik.
Hier kannst du dich auch sofort einweisen lassen. Diesen Weg bin ich noch nicht gegangen, aber von Bekannten wurde er mir wärmstens empfohlen.
Bsp.4) Gedankliche Konfrontation.
Schreibe dir auf, was in deinem Kopf vor geht und nehme deine Angstgründe genau auseinander. Auch hier wird sich die Panik zeigen, aber wenn du es oft genug machst und nicht aufgibst, dann wird sie verschwinden.
Deine Angst will dir aufzeigen was dir fehlt, das hast du ja scheinbar schon selber erkannt.
Die Ursachen hier noch aufzuzählen, das würde wohl zu viel werden. Aber ich hoffe ich konnte dir mit meinem Weg eine Möglichkeit aufzeigen!
Alles, alles Liebe!