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Hallo zusammen.

Meine Freundin hat panische Angst beim Autofahren. Auf der Autobahn kann ich kaum mehr als 100kmH fahren, überholen ist kaum möglich, weil sie sonst keuchend im Sitz zusammenfährt. Einmal hat sie mir sogar während der Fahrt ins Lenkrad gegriffen. Auf dem Rücksitz ist es noch schlimmer. Sie sgate ich solle meinen Fahrstil ändern, konnte mir aber nicht sagen was ich da ändern soll. Die Krankenkasse hat ihr eine Therapie verweigert. Meine Frage ist, was kann ich als Fahrer tun, damit es für meine Freundin nicht jedes mal ein Horrortrip wird, egal wie langsam oder achtsam ich fahre?

VG
Seb

15.05.2015 13:02 • 26.05.2016 #1


7 Antworten ↓


rkruse
Ist ein langer Weg. Ich kenne es von meiner Mutter.
Nachdem ich meinen Führerschein hatte, war ich der Chauffeur meiner Eltern (lang its her). Meinem Vater konnte es nicht schnell genug gehen, meine Mutter hat eine Panikattacke nach der Anderen bekommen, egal wie langsam ich gefahren bin. Ins Lenkrad hat sie mir nie gegriffen, sie sass immer hinten, aber jegliche (mögliche und unmögliche) Gefahrensituation wurde von ihr lautstark kommentiert. Es hat nur noch genervt sie irgendwo hinzufahren.

Ich habe nie herausgefunden warum sie so reagierte, aber ich glaube das es was mit den Geräuschen im Auto zu tun hatte, und dem Gleichgewichtssinn.

Irgendwann hat es mir gereicht. Ich hatte eine Idee. Wir sind zur Ostsee gefahren und ich bin so gefahren wie sie wollte. Sie wollte keine Autobahnfahrt, also sind wir Landstrasse gefahren. Wenn sie sagte ich führe zu schnell bin ich so langsam gefahren wie sie wollte, bis sie sich besser fühlte. Ich machte alles im Auto was sie wollte. So wurde aus einer Fahrt von 3.5 Stunden 7 Stunden.
Ein paar Tage später die gleiche Tour zurück, aber es war ein Sonntag Nachmittag, anstatt 7 Stunden wurden 12 Stunden daraus.
Kurioser Weise war ich entspannter als mit meiner Fahrweise. Wenn ich meine Eltern dann fuhr fuhr ich immer wie meine Mutter es wollte. Langsam, es hat mehr als 6 Monate gedauert vertraute sie mir. Als wir irgendwann wieder eine längere Tour zu fahren hatte sagte sie zu mir fahr doch über die Autobahn.

Nach 2 Jahren schlief meine Mutter immer wenn wir eine längere Tour vor uns hatten. Nur bei kürzeren Stadttouren wollte sie vorn sitzen, der Kontrolle wegen

15.05.2015 14:21 • x 1 #2



Beifahrer - Panik im Auto

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inna7
Erst mal ist es schwer sein Leben in die Hände eines anderen zu geben. Ich zum Beispiel steig ungern bei Leuten ein die ich nicht gut genug kenne.
Und wenn der Fahrer dann auf einer Landstraße überholen will wo ich nicht selbst sehen kann ob eventuell ein Auto entgegen kommt kribbelt es bei mir im Bauch als würde ich in einer Schiffschaukel sitzen.
Ich würde es auch so machen wie rkruse es gesagt hat, auch wenn es längere Zeit in Anspruch nimmt. Das wichtigste ist ja das deine Freundin nicht so einem Stress ausgesetzt ist und somit du auch nicht, damit du entspannt fahren kannst.
Zu der Therapie: Wenn die Krankenkasse dies verweigert, kannst du bei der Diakonie oder Caritas anfragen. Die haben gute Therapeuten und verlangen keinen Cent weil es alles durch Spenden finanziert wird.
Liebe grüße.

15.05.2015 14:42 • x 1 #3


j_1411
Zuerst mal musS Ich sagen, dass ich es klasse finde, dass du für deine Freundin in ein Forum schreibst und dir so viel mühe gibst, sie zu verstehen und ihr zu helfen! Mein Freund respektiert meine Angst vor dem Beifahrer sein überhaupt nicht.
Hatte deine Freundin mal ein schlechtes Erlebnis als Beifahrerin, weswegen sie so reagiert? oder hat sie gesagt warum sie Angst hat?
ich hatte zb den Horrortrip meines Lebens im Auto meines ex Freundes nach einem discobesuch. Wir hatten uns gestritten und er fuhr auf einer alleenstraße mit engen kurven .. dort war 40 und er fuhr mit 100 km/h dadurch. Nachdem ich ihn gebeten hatte langsamer zu fahren oder mich bitte aussteigen zu lassen sagte er "wieso? Dann fahren wir halt vor einen Baum und du kannst nix dagegen tun"... Es ist nichts passiert aber ich habe unfassbare todesängste ausgestanden. Seitdem bin ich ein super schlechter Beifahrer, kann es nicht haben Wenn man dicht auffährt oder rasant und schnell fährt. Ich brauche Kontrolle und trete auf dem Beifahrersitregelmäśdßig mit auf die bremse obwohl ich damit null bewirken kann.

16.05.2015 02:48 • x 1 #4


Danke für die Antworten erstmal,

@j_1411:
Ja so etwas ähnliches ist in ihrer Vergangenheit vorgefallen. Ich habe das erst gar nicht so richtig realisiert, bis mir eine Freundin von ihr davon erzählte.

Ich denke, dass ich in Zukunft viel mit ihr fahren werde, langsam und bedacht. So kann sie sich daran gewöhnen und Vertrauen aufbauen. Wenn das nicht klappt, werde ich nochmal versuchen für sie therapeutische Hilfe zu bekommen.

16.05.2015 16:52 • #5


j_1411
Das ist doch sehr gut dass sie dir das anvertraut hat.
Genau, nimm sie immer wieder mit und zeig ihr, dass sie keine Angst haben braucht, weil du vorsichtig fährst. Sie muss trotzdem wissen, dass sie auch mit Fehlern anderer Rechnen muss. Heisst, dass dich auch mal jemand übersehen kann und obwohl du vorsichtig und langsam fährst, es zu einem Unfall kommen kann.

18.05.2015 00:14 • #6


Hallo ihr,

habe auch öfters Panik im Auto, mal ist es schlimmer, mal besser. Und zwar wenn ich mit meinem M. fahre. Ich habe schon ein paar Mal gesagt, er solle langsamer fahren am Anfang. Aber er fährt immer gleich schnell (für mich zumindest) und da geht es mir schlecht. Wenn ich dann sage, mir gehts schlecht oder ich zucke zusammen, da meint er, er würde ja nichts sehen, das es mir schlecht ginge. Mir ist dann immer so nach umkippen. Fühle mich da schon länger damit nicht ernstgenommen.

LG Finja

26.05.2016 11:18 • #7


Zitat von rkruse:
Ist ein langer Weg. Ich kenne es von meiner Mutter.
Nachdem ich meinen Führerschein hatte, war ich der Chauffeur meiner Eltern (lang its her). Meinem Vater konnte es nicht schnell genug gehen, meine Mutter hat eine Panikattacke nach der Anderen bekommen, egal wie langsam ich gefahren bin. Ins Lenkrad hat sie mir nie gegriffen, sie sass immer hinten, aber jegliche (mögliche und unmögliche) Gefahrensituation wurde von ihr lautstark kommentiert. Es hat nur noch genervt sie irgendwo hinzufahren.

Ich habe nie herausgefunden warum sie so reagierte, aber ich glaube das es was mit den Geräuschen im Auto zu tun hatte, und dem Gleichgewichtssinn.

Irgendwann hat es mir gereicht. Ich hatte eine Idee. Wir sind zur Ostsee gefahren und ich bin so gefahren wie sie wollte. Sie wollte keine Autobahnfahrt, also sind wir Landstrasse gefahren. Wenn sie sagte ich führe zu schnell bin ich so langsam gefahren wie sie wollte, bis sie sich besser fühlte. Ich machte alles im Auto was sie wollte. So wurde aus einer Fahrt von 3.5 Stunden 7 Stunden.
Ein paar Tage später die gleiche Tour zurück, aber es war ein Sonntag Nachmittag, anstatt 7 Stunden wurden 12 Stunden daraus.
Kurioser Weise war ich entspannter als mit meiner Fahrweise. Wenn ich meine Eltern dann fuhr fuhr ich immer wie meine Mutter es wollte. Langsam, es hat mehr als 6 Monate gedauert vertraute sie mir. Als wir irgendwann wieder eine längere Tour zu fahren hatte sagte sie zu mir fahr doch über die Autobahn.

Nach 2 Jahren schlief meine Mutter immer wenn wir eine längere Tour vor uns hatten. Nur bei kürzeren Stadttouren wollte sie vorn sitzen, der Kontrolle wegen


Hallo rkruse,

finde das sehr rücksichtsvoll von dir, dass du so gefahren warst, wie es deine Mutter wollte. Meine Kinder machen das auch. Nur bei meinem M. ist das noch ein Problem.

LG

26.05.2016 12:38 • #8




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