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Fabian_Visual
Hi,
Ich bin der Fabian und studiere Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf. Ich mache dieses Semester meinen Bachelor und behandele in meiner Arbeit das Thema "Panikattacken". Ich musste leider selbst genügend Erfahrungen mit diesem Thema sammeln und als es mich vor ca. 2 Jahren "erwischt" hat, ist die Welt für mich zusammengebrochen. Ich wusste nicht was mit mir los ist, dachte ich muss sterben oder hätte mir jetzt aufs übelste eine Psychose "geschossen". Ich habe mich dann zu einer Psychotherapie entschlossen, welche mir wirklich sehr weitergeholfen hat. Während der Therapie ist mir klar geworden, wie wenig die meisten Menschen über Angst/Panikattacken wissen. Nicht umsonst können Betroffene bei den ersten auftretenden Attacken gar nicht zuordnen was da grad mit ihnen passiert und dabei können Auslöser dafür schon "geringfügige" Situationen, Errinerungen uvm. sein. Irgendwie eine unbekannte "Gefahr", so ging es mir damals durch den Kopf nachdem ich verstanden hab was mit mir los war/ist. Nun zum Punkt: Ich habe mich in meinem Studium auf Illustration und Animation spezialisiert und möchte diese Mittel nutzen um ein Video zu kreieren welches über Panikattacken aufklärt / sie darstellt aber auch gleichzeitig aufzeigt, dass es Hoffnung zur Genesung und vll. auch Prävention gibt . Mir liegt die Kommunikation dieses Problemes sehr am Herzen, deshalb frage ich euch um eure Mithilfe in Form von Anregungen, Wünschen, Erfahrungen. Es wird kein trockenes Informationsvideo. Ich werde Die zuvermittelnden Inhalte in Form einer kleinen Geschichte visualisieren.

Was wäre euch wichtig was unbedingt im Video aufgezeigt werden sollte?
Gibt es vielleicht sonstige Anregungen oder sogar vorab Kritik an meinem Vorhaben?

Ich bitte euch ganz herzlich um eure Mithilfe. Denn das hier geht uns (die wir betroffen sind/waren) alle was an.

Ich freue mich von euch zu hören

Liebe Grüße

Fabian

21.04.2015 13:54 • 31.07.2015 #1


19 Antworten ↓


alice01
Hallo Fabian,

ich finde es gut, dass du als selbst Betroffener das Video machen möchtest. Ich denke du wirst viele wichtige Dinge selbst schon mit reinnehmen.
Was für mich damals sehr einprägend war, war die Hilfslosigkeit und das Unverständnis als ich die ersten PAs hatte. Und zwar nicht nur meine eigene, sondern auch die der Leute in meinem näheren Umfeld (Eltern, Geschwister, Partner). Eigentlich genau das, was dein Grund für dieses Video ist.
Ich weiß noch wie ich ein Stück weit erleichtert war als ich dann beim Neurologen oder beim ersten mal bei meiner Therapeutin war und endlich mal jemand mich verstand und mir das Gefühl gab, "gegen ihre Situation kann man etwas tun."
Das würde ich mir wünschen in einem Video mit einer Geschichte zu sehen. Diese erste Hilfslosigkeit!
Wäre toll, wenn du dein Ergebnis dann hier mal vorstellst!

21.04.2015 22:10 • #2



Bachelorarbeit - Panikattacken - Video

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dont_panic
Wenn ich anderen Menschen begreiflich machen will, was eine Angststörung ist, habe ich oft folgende Probleme :
- Angst im eigentlichen Sinn ist nicht schlimm und nicht gefährlich. Sie beschützt uns sogar. Problematisch wird es, wenn die Angst völlig unbegründet ist und "aus dem Nichts" zu kommen scheint. Nicht so wie bei Flugangst (die ja irgendwo berechtigt ist) oder Angst vor Spinnen (ebenfalls durch Ekel berechtigt) und so weiter. Bei einer Angststörung hat man keinen sichtbaren Feind, das macht es nur schwerer, ihn zu bekämpfen.
- In einer akuten Panikattacke hat man nicht das Gefühl, daß man sterben könnte. Man WEISS, daß man jetzt sterben wird ! Im Vergleich ist eine "normale" Angst geradezu lächerlich, das ist so wie zwischen einer leichten Erkältung und Krebs im Endstadium.
- einen unglaublich hohen Anteil macht die "Angst vor der Angst" aus. Wir wissen oft nicht, wann es uns erwischt, warum und wie, also müssen wir leider in (fast) jedem Moment unseres Lebens mit neuen Attacken rechnen. Wie schrecklich und anstrengend das ist, ist kaum zu erklären.
- Fangt gar nicht erst mit Logik an. Ich glaube, jeder von uns weiß, daß die Panikattacken nicht wirklich schaden können. Aber in einer Attacke sieht halt das Gefühl über den Intellekt.

Wenn du das alles in einem Video umsetzen kannst, werde ich dich für den nächsten Oscar vorschlagen

21.04.2015 22:30 • x 2 #3


dont_panic
"Aber in einer Attacke sieht halt das Gefühl über den Intellekt."
*sieht = siegt
(warum kann man hier Beiträge eigentlich nicht editieren ?)

21.04.2015 22:32 • #4


alice01
Zitat von dont_panic:
Wenn ich anderen Menschen begreiflich machen will, was eine Angststörung ist, habe ich oft folgende Probleme :
- Angst im eigentlichen Sinn ist nicht schlimm und nicht gefährlich. Sie beschützt uns sogar. Problematisch wird es, wenn die Angst völlig unbegründet ist und "aus dem Nichts" zu kommen scheint. Nicht so wie bei Flugangst (die ja irgendwo berechtigt ist) oder Angst vor Spinnen (ebenfalls durch Ekel berechtigt) und so weiter. Bei einer Angststörung hat man keinen sichtbaren Feind, das macht es nur schwerer, ihn zu bekämpfen.
- In einer akuten Panikattacke hat man nicht das Gefühl, daß man sterben könnte. Man WEISS, daß man jetzt sterben wird ! Im Vergleich ist eine "normale" Angst geradezu lächerlich, das ist so wie zwischen einer leichten Erkältung und Krebs im Endstadium.
- einen unglaublich hohen Anteil macht die "Angst vor der Angst" aus. Wir wissen oft nicht, wann es uns erwischt, warum und wie, also müssen wir leider in (fast) jedem Moment unseres Lebens mit neuen Attacken rechnen. Wie schrecklich und anstrengend das ist, ist kaum zu erklären.
- Fangt gar nicht erst mit Logik an. Ich glaube, jeder von uns weiß, daß die Panikattacken nicht wirklich schaden können. Aber in einer Attacke sieht halt das Gefühl über den Intellekt.

Wenn du das alles in einem Video umsetzen kannst, werde ich dich für den nächsten Oscar vorschlagen

Sehr gut beschrieben

21.04.2015 22:57 • #5


j_1411
hallo,
die Idee finde ich toll. Den Film würde ich gern sehen, wenn er fertig ist.

Ich empfinde genauso wie die anderen.
Ich hab mich sehr oft gefragt, wieso grad ich diese Panikattacken bekommen hab und wieso man da nicht richtig was gegen tun kann. Einfach pure Verzweiflung und das ganze zu akzeptieren funktioniert irgendwie nicht wirklich. Finde es heute noch schwierig seinen Alltag zu bestreiten.
Woran ich heute noch zu nagen hab: Ich habe viele meiner besten Freundinnen durch den schei. verloren und konnte mir dann Sprüche reinziehen wie "Du und deine wehwehchen. Deine Angst ist nicht begründet. Du musst mal wieder klarkommen!" Seitdem habe ich zu den meisten keinen Kontakt mehr. Sie hören nicht mal zu und können es auch nicht verstehen, da sie nie in so einer Situation gewesen sind. Das schlimmste ist, dass ich weiß, dass ihre Aussage berechtigt ist, aber in größten Maß nicht angebracht oder geschweigedenn fair.
Was ich auch wichtig finde, dass man einem eine psychische Erkrankung nicht ansieht. Nicht so wie ein gebrochenes Bein, Krebs oder was auch immer. Hast du ein gebrochenes Bein musst du ins Krankenhaus, kriegst einen Gips, wirst besucht und alle betüddeln und bemitleiden dich was du wieder für Sachen machst. Kannst du aber wegen deiner Angst nicht zu Verabredungen gehen, weil du einfach keine Kraft mehr hast, stößt du auf Unverständnis. Daraus entwickelt sich leider schnell Streit und die Menschen entfernen sich. Wo wir wieder bei den "Freundinnen" wären. Aber man muss auch sagen, dass man immer Menschen findet, wo man es nie gedacht hätte, die dann sagen "HEy, das habe ich auch schon gehabt". Die dich damit stützen und einfach da sind und nie sauer sind, wenn du mal nicht kannst oder einfach nicht willst.

Das Video wird sicher super. Bin selbst Mediengestalterin Ich wünsche dir viel Erfolg

22.04.2015 06:03 • #6


Lauscherin
Hallo Fabian
Das ist wirklich eine tolle Idee! Ich merke nämlich immer wieder, dass nur Menschen die selbst schon durch diese Hölle gegangen sind oder immernoch gehen, wie auch ich seit nunmehr ungefähr 30 Jahren, nachvollziehen können, wie schlimm eine Panikattacke ist. Und die Angst vor der Angst. Wie absolut hilflos man ist, wenn es einem erwischt und der Verstand einfach aussetzt...
Das finde ich, ist das schwierigste am ganzen... An einem Tag kann man ganz vernünftig über diese Attacken sprechen und am nächsten, steckt man wieder voll drinn. Ich habe dann auch immer das Gefühl, dieses Mal ist es so schlimm wie noch nie... Dieses Mal drehe ich durch... Dieses Mal hat es kein Ende... Die Ohnmacht wenn man in einer Attacke steckt, dieses einfach nicht mehr logisch denken können, nur zwischendurch, wenn sie ein wenig abflaut und man versucht sich am Verstand festzuhalten aber schon gleitet man wieder zurück in diesen Strudel des Grauens...
So ist es wenigstens bei mir. Diese Hilflosigkeit im Moment der Attacke, wenn Du diese im Film festhalten könntest, das wäre toll.
Liebe Grüsse

22.04.2015 19:58 • #7


Fabian_Visual
Vielen Dank für eure Beteiligung!
Ich werde das Video auf jeden Fall posten wenn es fertig ist Bin schon auf einem guten Weg.

Liebe Grüße

28.04.2015 12:58 • #8


Fabian_Visual
Am 16.07. Ist meine Abschlusspräsentation und somit bis dahin auch das Video fertig. Vielleicht habt Ihr Ideen, wen ich noch als Partner gewinnen könnte, sozusagen zur Verbreitung/Promo des Videos. Vielleicht die W-H-O?

LG

06.05.2015 16:42 • #9


dont_panic
WHO erscheint mir etwas sehr hochgegriffen...
Vielleicht eher (Landes-)Verbände von Therapeuten oder Psychiatern ? Krankenkassen ?

06.05.2015 16:48 • #10


Fabian_Visual
Je höher desto besser, desto mehr Reichweite Die W-H-O hat mal ein Video eines Illustratoren unterstützt der was zum Thema Depressionen gemacht hat. Warum sollten die das nicht auch für Panikattacken tun?

Den Tipp mit den Krankenkassen find ich gut.

LG

06.05.2015 19:03 • #11


Fabian_Visual
Vor einigen Monaten, habe ich hier ja erzählt, das ich einen Informationsfilm zum Thema Panikattacken machen möchte, im Rahmen meiner Bachelorarbeit (ich habe Kommunikationsdesign studiert). Dazu habe ich viele von euch befragt was euch wichtig wäre zu erzählen. Ich habe mir alles notiert, das wichtigste rausgeschrieben und bin dann nochmal alles mit meiner Psychologin durchgegangen und sehr viel mehr research und konzeptionsarbeit betrieben. Das video ist jetzt fertig. Von Idee, Zeichnung, Animation, Text, Sprache und so weiter habe ich alles selber gemacht. Ich wollte mir eigentlich noch einen professionellen Sprecher suchen, aber das hat aus Zeitdruck im Abgabestress nicht mehr geklappt. deswegen habe ich alles selber eingesprochen. Jedenfalls bin ich stolz drauf, euch das fertige Video zeigen zu können. Vielleicht kann es ja irgendwen hier weiter helfen. Für die die es nicht mitbekommen haben: Ich war selbst schwerstens von p.a's betroffen und deswegen war mir das eine Herzensangelegenheit.

Hier das Video:

https://vimeo.com/134848340

29.07.2015 19:26 • #12


alice01
Hallo Fabian,
ich finde dein Video inhaltlich sehr gut und gelungen! Und ich finde es gut, dass du es selbst besprochen hast. Du hast eine schöne Stimme dafür. Aber darf ich ehrlich sein? Die Darstellung und Atmosphäre finde ich etwas gruselig. Sorry! Ist das beabsichtigt so?

30.07.2015 21:29 • #13


Fabian_Visual
Danke für dein Feedback. Das ist absolut beabsichtigt. Ich habe versucht die Angst so drastisch wie möglich dazustellen, da es ja darum auch bei einer Panikattacke geht: Die Angst spitzt sich zu und das soll man auch visuell mitbekommen. Ich hätte natürlich auch ein lockeres Strichmännchen zeichnen können, oder ähnliches aber ich finde das ein dramatisches, beklemmendes Thema, mit dramatisch beklemmenden Symptomen auch dramatisch und beklemmend rüber kommen muss Gerade damit auch Außenstehende verstehen, wie schrecklich es ist unter P.A.'s zu leiden, da man es ja betroffenen Personen im wirklichen Leben nicht ansehen kann. Deswegen habe ich diese bedrohliche Gefühlswelt nach außen gekehrt. Ich denke alles andere wäre dem Thema nicht gerecht geworden.

LG

30.07.2015 21:39 • #14


alice01
Das hast du dann ja voll und ganz erreicht!
Hast du schon eine Benotung dafür? Wie hast du vor dein Video unter die Leute zu bringen?

30.07.2015 22:08 • #15


Fabian_Visual
Danke, das hoffe ich ich habe 1,0 bekommen. Über weiter Promotion und evtl. Erweiterungen werd ich noch mit meinen Professoren reden. Aber es gibt bald eine Homepage für das video mit zusätzlichen Infomaterial

30.07.2015 22:15 • #16


alice01
Super! Gratuliere!

30.07.2015 22:21 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von Fabian_Visual:
Danke, das hoffe ich ich habe 1,0 bekommen. Über weiter Promotion und evtl. Erweiterungen werd ich noch mit meinen Professoren reden. Aber es gibt bald eine Homepage für das video mit zusätzlichen Infomaterial




Gratuliere Dir zu der tollen Idee und der genialen Umsetzung. Ich bin begeistert und beeindruckt. Und das nicht nur von der Note. Sondern einfach von dem Machwerk. Tolles Storytelling.

Was hälst Du davon Dich mit deinem Video einfach mal an die Stiftung Deutsche Depressionshilfe zu wenden? Angst- und Panikattacken fallen doch auch unter depressive Erkrankungen oder gehen oftmals damit einher. Und die o.g. Stiftung fördert auch die Aufklärungsarbeit und vergibt sogar auch Preise und glaub auch Fördermittel.
Zudem veranstalten die am 12./13.9.2015 in Leipzig ein großes Patiententreffen. Harald Schmidt ist übrigens Schirmherr der Veranstaltung und wenn ich's richtig gelesen habe auch vor Ort dabei.

Falls Du das Video noch weiter promoten möchtest, wende Dich doch mal an Krankenkassen. Ich meine die Techniker Krankenkasse hatte da mal Informationen u.a. auch zu Burnout toll auf ihrer Homepage aufbereitet. Die schätze ich auch als entsprechend innovativ und begeisterungsfähig ein, um einen Weg zu finden das Video ggf. bei denen einzubauen/zu verlinken oder auch über Newsletter an Patienten zu verbreiten. Es gibt ja auch noch zig andere Krankenkassen, die Du mal kontaktieren könntest.
Schließlich möchten die Krankenkassen alle gesunde Patienten haben und die kranken Patienten schnell wieder gesund bekommen. Und da hilft sicherlich Aufklärungsarbeit.

Toll fand ich übrigens auch, dass der ehemalige Sänger von Fury in the Slaughterhouse, der jetzt mit seinem Bruder unter deren Familiennamen Wingenfelder weiterhin Musik macht und tourt, seine Angststörung publik gemacht und in einem Song verarbeitet hat. Ich verlink mal ein Video zu einem Live-Auftritt, insbesondere wegen der kurzen Ansprache von Kai Wingenfelder wo er seine Erkrankung beschreibt und die Unterstützung seines Bruders.

Dir lieber Fabian, nochmals herzlichen Dank, dass Du uns an deiner Idee und der wirklich smarten Umsetzung teilhaben lässt.

Alles Gute und weiterhin viel Erfolg beim "Angst im Zaum halten"

30.07.2015 22:50 • #18


alice01
Das ist wirklich eine tolle Ansprache! Er spricht einem aus dem Herzen! Da kommt einiges an Emotionen bei einem hoch mit richtig viel Gänsehaut.
...und das vom Sänger von Fury in the Slaughterhouse! Krass, wusste ich auch nicht!

Down there's america, down there's africa...

30.07.2015 23:20 • #19


Fabian_Visual
Vielen lieben Dank euch beiden für die netten Worte und vorallem dir ParoxetinUser! Das sind super tolle Anlaufstellen die du mir da aufgezählt hast! Klasse! da werde ich mich morgen direkt mal ans E-Mail schreiben machen und was für eine tolle Ansprache! Wahnsinn ich kann absolut mitfühlen! Hätte auch super in meine Recherche und zur Inspiration gepasst.

Mir bleibt nur zusagen: Danke, danke, danke und euch alles Liebe und Gute!

31.07.2015 00:37 • #20



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