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Hallo an alle,

ich habe ein Problem, welches ich hier gerne einmal ansprechen würde. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit. Also, ich bin seit etwas über einem Jahr krankgeschrieben, weil ich eine schwere depressive Episode und starke Panikattacken bekommen hatte. In der ersten Zeit konnte ich nur liegen, nur langsam konnte ich mich körperlich wieder belasten und das Haus verlassen. Im Moment nehme ich noch einen leichten Betablocker ein, da ich das Herzrasen und die Ängste nicht so wirklich in den Griff bekomme. Aber es geht mir schon wieder wesentlich besser. Ich kann sogar wieder zwei Stunden spazieren gehen. So, jetzt zu meinem eigentlichen Problem. Ich habe mich auf eine neue Stelle beworben. So wie es aussieht, bekomme ich sie auch. Dies ist mit einem Umzug verbunden und es handelt sich hierbei um einen verantwortungsvollen Job mit viel Entscheidungsfreiräumen und Kreativität. Also alles im allen, was mir zusagt. Ich habe nun Angst, dass ich einen Rückfall bekomme, wenn ich wieder ganztags arbeiten werde. Ich leide auch heute noch unter zahlreichen psychosomatischen Beschwerden und Ängsten. Ich hoffe jedoch, dass ich die Situation trotzdem gemeistert bekomme. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Würde mich rieisg über Antworten freuen.

Liebe Grüße und alles Liebe für Euch

Andrea

18.03.2011 16:28 • 24.11.2017 #1


18 Antworten ↓


hallo andrea,
glückwunsch zu deinem evtl. neuen job ! ich finds toll wie du das machst und ich wünsche dir von ganzem herzen das du das alles schaffst was du dir vornimmst !
ich habe mich gerade trotz meiner ängste selbstständig gemacht.
für mich auch ein kompromiss da ich ansgt hatte irgendwo neu anzufangen und es dann evtl, nicht zu schaffen.
ich arbeite zuhause und das klappt gut. habe auch mal kleine attacken aber ich bin ja zuhause in meinem eignen umfeld und da bekomme ich mich ganz gut wieder runter.

wie gesagt toi toi toi für dich ! lg lotti

18.03.2011 16:51 • #2



Arbeiten trotz täglichen Panikattacken

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Hallo Andrea,den ersten richtigen Schritt hast Du schon gemacht.Toll! Ein neues Leben leben,mit neuer Arbeit und neuem Umfeld.Wenn Du Deine Koffer packst ,lass die Angst doch da,nimm sie auf keinen Fall mit.Manchmal spüle ich meine Angst die Toilette runter,oder versuche sie nicht mit nach draußen zu nehmen wenn ich raus gehe.Dann verabschiede ich mich und sage:tschüß Angst,du bleibst heute da,ich geh alleine raus.Manchmal klappt das ganz gut.ich wünsch Dir viel Erfolg

18.03.2011 17:19 • #3


Liebe Lotti, liebe Pia,

ich danke Euch für Euer aufmunterndes Feedback. Die Angst die Toilette runter zu spülen, klingt sehr witzig und auch, sich von der Angst zu verabschieden, wenn man das Haus verlässt. Klasse, ich habe herzlich gelacht.

Lotti, darf ich fragen, mit was Du dich selbständig gemacht hast? Das war nämlich auch mein erster Gedanke, mich selbständig zu machen. Bin auch schon vor meiner Panikkarriere in diese Richtung gegangen, nur es lief nicht richtig an, so dass ich mir jetzt erst mal überlegt habe, in eine Festanstellung zu gehen. Ich war vorher im Finanzbereich tätig. Zum Glück winkt mir jetzt eine Stelle im Vertriebsbereich. Ich hoffe, das passt besser zu mir.

Ich wünsche Euch alles Liebe und von Herzen alles Gute

Andrea

18.03.2011 17:37 • #4


hi andrea,
ich habe einen kleinen hundefutterladen wie gesagt hier im haus.
war auch schonmal selbstständig mit einem hundesalon den ich aber unfallbedingt aufgeben musste.
jetzt halt hundefutter

18.03.2011 17:53 • #5


ja angst das klo runter spühlen klasse idee, werd ich gleich mal probieren !!! wo sie eh grad hier ist.............

18.03.2011 17:54 • #6


Du Arme,

bist Du alleine zu Hause? Meistens beruhigt es mich dann, wenn ich ein wenig raus gehe und andere Menschen sehe. Ich denke mir dann immer, schlimmstenfalls werden dir mir schon helfen. Bis jetzt ist aber nie etwas passiert. Es war immer nur dieses sch... Gefühl, dass wie eine Welle im Brustkorb aufsteigt und den Hals zuschnürt. Aber es sind wirklich nur die Nerven, die ollen

Ich drücke Dich mal ganz lieb. Was mir auch hilft bei Angst ist, mich ruhig hin zu setzen und zu schauen, welche Farbe und welche Form die Angst hat. Fühlt sie sich kalt oder heiß an? Fühlt sie sich an wie ein Stein? Oder ist sie wohlmöglich wie ein Gummiband, was um die Brust gespannt ist? Oder besteht die Angst aus kleinen Nadelstichen am Kopf. Meistens, wenn ich mir die Angst genau anschaue und sie wahrnehme, geht sie weg. Vielleicht magst Du es ja mal versuchen und mir Deine Erfahrung schildern.

Alles Liebe
Andrea

18.03.2011 18:06 • #7


kann grad nicht denken..............

werde mich jetzt zu meinem hund setzen und ihr das fell kraulen........

lg lotti

18.03.2011 18:11 • #8


Glückwunsch Andrea!

Ich hab meinen jetzigen Job nur eine Woche bevor die Panikattacken gekommen sind, angefangen.

Und ich bin trotz Panik immer hingegangen.

- also, für den Fall, dass, wenn überhaupt, die angst zurückkommt:

such dir eine vertraute dort. jemandem, zu dem du kannst, wenn du dich nicht gut fühlst. ist zwar volle aufmerksamkeit gefragt, WEN man sich dafür aussucht, aber wenn man wen findet - gold wert.

und sei dir einfach bewusst, dass es anstrengend und stressig ist, irgendwo neu anzufangen, auch wenn sichs nicht unmittelbar so anfühlt/so aussieht... so viel neue menschen, neue dinge zu lernen, anforderungen an sich selbst... und lass dich davon aber nicht unterkriegen!

18.03.2011 18:32 • #9


wenn du den job mit der veränderung möchtest, dann ja - willst du das wirklich? oder willst du den job nur wegen kapitalistischer eckdaten? was willst du wirklich?

19.03.2011 03:37 • #10


Hallo Ihr Lieben,

Neko, vielen dank für die aufmunternden Worte. Ich freue mich sehr für dich, dass Du deinen Job trotz Panikkarriere so gut schaffst und im Griff hast. Für mich ist der neue Job, die neue Stadt wie ein Neuanfang. Mir geht es dabei nicht um kapitalistische Aspekte. Mir geht es dabei um die Bewältigung meiner Angsterkrankung. Ich erhoffe mir, dass ich an der neuen Herausforderung wachse und mein Leben wieder in neue Bahnen lenken kann und es langfristig wieder in den Griff bekomme.

Die Idee, mich jemandem anzuvertrauen finde ich gut. Da muss man wirklich Fingerspitzengefühl haben, denke ich. Wenn das Thema an den Falschen gerät, kann man damit auch ganz schön auf die Sch... fallen. Bei meinem letzten Arbeitsplatz war das so, dass es als Zeichen von Schwäche gewertet wurde, wenn man Angst hat.

Ich wünsche Euch allen hier im Forum ein schönes und vor allem sonniges Wochenende mit der Sonne im Herzen.


Alles Liebe
Andrea

19.03.2011 15:10 • #11


Hallo an Alle,
mich würde mal interessieren wie ihr mit Krankheit und Job umgeht ist das möglich?Seit ihr in Frührente ?Was arbeitet ihr?Ich bin in Frührente will das sich das ja irgendwann mal ändert aber ich wüsste nicht in welche Berufsgruppe.
Angst hab ich auch was neues zu beginnen und das nicht durchzuhalten. Wenn ich die Menschen beobachte die 8 Std arbeiten dann denke ich immer wie die das schaffen. Zieht mich schon runter da ich meinen Abschluss mit 1.8 nicht umsonst gemacht haben möchte.Wäre schön wenn ihr mal eure Erfahrungen schreibt.

24.11.2017 17:40 • #12


Ich habe es bisher nicht wirklich geschafft zu arbeiten und schäme mich sehr dafür. Ich habe mit einem Abi von 1,7 auch nicht den schlechtesten Abschluss, bin aber nicht in der Lage zu arbeiten. Ich habe es so oft versucht und bin immer wieder zusammen gebrochen ...hat nicht gerade geholfen mein Selbstwertgefühl zu pushen
Wie es weiter gehen soll? Ich weiß es nicht. Am schlimmsten ist das Gefühl als Sozialschmarotzer zu gelten.

24.11.2017 21:09 • #13


Ja das ist es man hat trotzdem einen guten Abschluss und man ist nicht in der Lage zu arbeiten..Mein Ziel ist es etwas geeignetes zu finden aber wie man will sich ziele setzen wenn da nicht diese ständige Angst wäre ..Echt nervig und belastend..Man kann seine Stärken gar nicht richtig ausleben..

24.11.2017 21:47 • #14


Zitat von Sertralin 83:
Ja das ist es man hat trotzdem einen guten Abschluss und man ist nicht in der Lage zu arbeiten..Mein Ziel ist es etwas geeignetes zu finden aber wie man will sich ziele setzen wenn da nicht diese ständige Angst wäre ..Echt nervig und belastend..Man kann seine Stärken gar nicht richtig ausleben..


Gibt es bei dir im Umfeld auch Stimmen, die dich immer daran erinnern, dass du deinen Abschluss quasi in die Tonne kloppst?

24.11.2017 21:55 • #15


Zitat von enana:

Gibt es bei dir im Umfeld auch Stimmen, die dich immer daran erinnern, dass du deinen Abschluss quasi in die Tonne kloppst?

Nein das nicht aber ich fühle mich manchmal in der Gesellschaft nicht wohl was soll ich sagen Hallo bin in Frührente dann fangen die Fragen über Fragen an es nervt einfach nur noch.
Man fühlt sich ausgeschlossen obwohl ich materiell alles habe was Menschen auch haben die arbeiten aber trotzdem komisches Gefühl..Und wie ist es bei dir

24.11.2017 22:03 • #16


Meine Familie hat null Verständnis, obwohl ich schon immer "anders" wahr. Es tut mir sehr weh innerhalb der Familie nicht darüber reden zu können. Die meisten wissen nicht einmal, dass ich seit einem Jahr jetzt AU bin...ich würde mir nur Vorwürfe anhören müssen und ich mache das ja echt nicht nicht mit Absicht.

24.11.2017 22:10 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von enana:
Meine Familie hat null Verständnis, obwohl ich schon immer "anders" wahr. Es tut mir sehr weh innerhalb der Familie nicht darüber reden zu können. Die meisten wissen nicht einmal, dass ich seit einem Jahr jetzt AU bin...ich würde mir nur Vorwürfe anhören müssen und ich mache das ja echt nicht nicht mit Absicht.

Ja das kenne ich auch die wissen aber über alles Bescheid bei mir und wenn die was sagen ein ihr rein und im anderen raus.Menschen die keine Paninatacken haben können das nicht verstehen und wollen das nicht verstehen.Geh dein eigenen Weg mach dein eigenes Ding ..Ich bin nur manchmal abhängig von Leuten das die mich begleiten und mich nervt das sehr ..ich will aus diesen Teufelskreis raus.

24.11.2017 22:14 • #18


Hallo Andrea,
ich bin Daniel, 27 Jahre alt und hatte für ein halbes Jahr Panikattacken, inklusive 20 Arztbesuche, Depression... Das ganze Programm eben.
Ich habe einen Buchtipp für dich, den ich jedem Menschen, egal ob mit Problemen oder nicht, empfehle. Das ist das Buch von Dale Carnegie - Sorge dich nicht lebe.

Dort auf Seite 41 - 47 (alles davor und danach ist auch äußerst lesenswert) - findest du die "Zauberformel gegen Ängste". Das ist das, was mein Leben verändert hat.
Es geht darum, dass du dir in einer Angstsituation genau Aufschreibst - du musst aus tiefem Herzen ehrlich zu dir sein - wovor du Angst hast und auch aufschreibst, was sind die schlimmsten Konsequenzen, wenn das, wovor du Angst hast, eintritt. Denn wenn du das machst, verlierst du deine Angst, denn du weißt, dass du auch mit dem schlimmsten Leben könntest. Ich kann einfach nicht gut erklären
Für mich war immer das Problem, dass ich in Angst-Situation nicht klar denken konnte und mich verloren fühlte. Dieses Problem kann man so - finde ich - mit dieser Methode super lösen.
Besser erklärt findest du es im Buch.

Ich hoffe, ich kann dir damit ein wenig helfen.

Beste Grüße
Daniel

24.11.2017 22:47 • x 2 #19



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