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F
Hallo,
ich bin neu hier. Mein Name ist F.
Ich habe eine Therapie wegen Depressionen, Schlafstörungen und möglicherweise psychosomatischen Beschwerden angefangen, doch leide ich auch unter Angstzuständen. Von diesen habe ich meinem Therapeuten noch nicht erzählt.

Ich bin Opfer von Gewalt geworden. Ich fürchte noch immer den Ort, wo es geschah und Personen die aussehen, wie die Täter. Ich sehe selbst auch aus wie die Täter. Es ist ein Reflex.

Ich schäme mich für diese Ängste und es fällt mir sehr schwer darüber mit meinem Umfeld zu reden. Man hat das Gefühl kein richtiger Mann zu sein. Ich würde mich gerne öffnen und darüber reden, aber ich schaffe es einfach nicht.

Ich habe schlimme Schlafstörungen und bin ständig übermüdet. Auch geht es mir körperlich nicht gut. Ich leide unter Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und starker Verstopfung. Außerdem habe ich Schmerzen beim Sitzen und beim Bücken. Mein Hausarzt glaubt, dass dies psychosomatisch bedingt sein könnte. Heute geht es mir gesundheitlich so schlecht, dass ich mich bei der Arbeit krank gemeldet habe, obwohl es Homeoffice ist.

17.11.2021 11:30 • 28.04.2022 x 3 #1


47 Antworten ↓


-IchBins-
Hallo @Frittensauce
herzlich Willkommen im Forum und guten Austausch.
Es tut mir leid, dass du so etwas durchmachen musstest. Deine Symptome sind Begleiterscheinungen deiner wahrscheinlich tiefliegenden Angst, dich zu öffnen in der Therapie und darüber zu reden, vermute ich mal. Andererseits ist das der Beginn zur Verarbeitung und Besserung. Verurteile dich nicht dafür, was dir passiert ist und auch nicht, dass du dich hast krank schreiben lassen, obwohl du im Homeoffice bist. Egal.
Versuche, einen gesunden Weg für dich zu finden.
Dein/e Therapeut/in wird dir sicher nicht den Kopf abreißen, dafür sind Therapeuten da, um Dinge auf-/bzw. zu verarbeiten.

17.11.2021 11:37 • x 3 #2


A


Angstzustände, körperliche Erkrankung, nicht drüber reden

x 3


F
Danke für deine lieben Worte.
Es fällt mir tatsächlich schwer darüber zu reden. Die Therapie habe ich auch gerade erst angefangen und ich kenne den Therapeuten noch nicht sehr gut.

Ich wollte mit meinem Vater reden. Über meine Ängste und darüber, wie krank ich mich fühle. Nach längerem Nachdenke glaube ich dass er es verstehen würde. Ich kAnn aber nicht mit ihm reden. Ich wollte gestern anrufen und stand zitternd und weinend mit dem Handy in der Hand da.
Ich bin jetzt so ehrlich zuzugeben, dass ich gestern geweint habe. Ich habe gerade überlegt, ob ich das wieder löschen soll. Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

Ich bin vor den Augen von meiner Schwester von einer Gruppe von Männern verprügelt worden. Ich konnte mich nicht wehren, obwohl ich es versucht habe. Ich war allein und sie waren in der Überzahl.
Das weiß die ganze Familie inklusive aller Onkels und Tanten, Cousins und Cousinen. Ich war auch im Krankenhaus und jeder hat es mitgekriegt. Jeder kam mich besuchen (vor Corona). Es weiß wahrscheinlich inzwischen die ganze Kleinstadt, wo ich aufgewachsen bin und wo ich jetzt wohne wissen es bestimmt auch einige.

Aber ich kann mit keinem über meine Ängste reden. In meiner Familie tun wir immer so als ob alles perfekt ist und wir die Kings sind.

17.11.2021 14:07 • x 1 #3


-IchBins-
Der richtige Weg ist, es zu akzeptieren, was geschehen ist und dann mit deinem Therapeuten Schritt für Schritt zusammen arbeiten, wenn die Chemie passt und du allmählich Vertrauen gefasst hast. Dann wird es dir auch wieder besser gehen. Schweigen wird die Lage nicht ändern, leider. Nur du bist jetzt für eine Änderung und Besserung verantwortlich. Reden ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

17.11.2021 15:23 • x 2 #4


F
Ich befürchte, dass niemand versteht, wie schwierig das für mich ist.

17.11.2021 15:42 • x 1 #5


-IchBins-
Zitat von Frittensauce:
Ich befürchte, dass niemand versteht, wie schwierig das für mich ist.

Wenn es dir schwer fällt zu reden, schreib es auf. Das kannst du auch dem Therapeuten geben und ihm sagen, dass es dir so unendlich schwer fällt, darüber zu sprechen. Wenn er ein guter ist, wird er dich darin unterstützen.

17.11.2021 15:46 • x 3 #6


DieSonne
Hallo und herzlich willkommen

Zitat von Frittensauce:
Ich bin Opfer von Gewalt geworden. Ich fürchte noch immer den Ort, wo es geschah und Personen die aussehen, wie die Täter. Ich sehe selbst auch aus wie die Täter. Es ist ein Reflex.

Es tut mir sehr leid für dich. Sowas kann traumatisieren. Kennst du die Täter? Gab es einen Grund dafür?

Zitat von Frittensauce:
Ich schäme mich für diese Ängste und es fällt mir sehr schwer darüber mit meinem Umfeld zu reden. Man hat das Gefühl kein richtiger Mann zu sein. Ich würde mich gerne öffnen und darüber reden, aber ich schaffe es einfach nicht.

Du bist trotzdem ein richtiger Mann. Mein Mann kann sogar viel besser über Gefühle sprechen, wie ich. Deswegen habe ich seine Männlichkeit nie angezweifelt.
Mir fällt es auch schwer, siehe oben. Wenn ich allerdings so leide wie du, dann hat man keine andere Wahl, wenn es einen besser gehen soll. Gerade Therapeuten und Ärzte unterliegen einer Schweigepflicht. Vielleicht hilft dir das etwas.

Zitat von Frittensauce:
Ich bin jetzt so ehrlich zuzugeben, dass ich gestern geweint habe. Ich habe gerade überlegt, ob ich das wieder löschen soll. Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

Genau so. Gut gemacht. Ich halte dich trotzdem noch für einen Mann

Zitat von Frittensauce:
Aber ich kann mit keinem über meine Ängste reden. In meiner Familie tun wir immer so als ob alles perfekt ist und wir die Kings sind.

Das ist sehr schade. Jeder hat Leichen im Keller und das ist auch gut so.
Ich persönlich finde Menschen, die mit ihren Schwächen locker umgehen sogar viel sympathischer, als Menschen, die mir was vormachen.


Zitat von -IchBins-:
Wenn es dir schwer fällt zu reden, schreib es auf. Das kannst du auch dem Therapeuten geben und ihm sagen, dass es dir so unendlich schwer fällt, darüber zu sprechen. Wenn er ein guter ist, wird er dich darin unterstützen.

Das finde ich eine sehr gute Idee. Immerhin konntest du hier ja auch schreiben.
Vielleicht kannst du ja sogar auch deinem Vater einen Brief schreiben.
So hat der Leser auch die Möglichkeit das Gespräch zu eröffnen, was dir dann leichter fallen könnte.

17.11.2021 16:17 • x 5 #7


Icefalki
Zitat von Frittensauce:
In meiner Familie tun wir immer so als ob alles perfekt ist und wir die Kings sind.


Ja, dann wirst du jetzt der erste sein, der dieses Eideidei mal so richtig aufmischen tut.

Es ist mein Ernst, dass du jedes Recht der Welt hast, aus dem gefühlten Opfer ein Täter zu machen, der über das reden will, das ihm angetan wurde.

Im Prinzip geht es ja nicht darum, dass du den Kampf gegen eine Mehrheit verloren hast, es geht darum, dass dir dieser Übergriff, diese Verletzung so zu schaffen macht. Und scheinbar darf man als Mann das nicht empfinden, meinst du doch, oder?

Heutzutage sind wir aber deutlich moderner geworden. Heutzutage bekommen Polizisten, Feuerwehrmänner, traumatisierte Menschen Unterstützung. Unterstützung weil man definitiv weiss, was Traumata anrichten können. Da bist du gar nix besonderes, ausser natürlich, dass du jetzt echt leiden musst.

Da hilft nur eines, spreche das an. Entweder beim Therapeuten, beim Arzt, oder beim Vater. Dort wo du dich am ehesten traust. Und du wirst erleben, dass mehr Verständnis kommt, als du jetzt glaubst.

17.11.2021 17:00 • x 5 #8


F
Zitat von DieSonne:
Hallo und herzlich willkommen Es tut mir sehr leid für dich. Sowas kann traumatisieren. Kennst du die Täter? Gab es einen Grund dafür? Du bist trotzdem ein richtiger Mann. Mein Mann kann sogar viel besser über Gefühle sprechen, wie ich. Deswegen habe ich seine Männlichkeit nie ...


Nein, ich kenne die Täter nicht. Sie sind nicht gefasst worden.
Es gab einen Grund dafür aber keinen guten Grund:
Ich habe Schwestern. Sie sind sehr schön.
Ich war kurz vorher in eine größere Stadt gezogen. Es gab da ein paar Plätze, die ich mit meinen Freunden gern besuchte. Die wollte ich einer meiner Schwestern zeigen, als sie zu Besuch war.
Mein Vater bat mich, gut auf sie aufzupassen. Es sei ein hartes Pflaster. Ich sagte "Klar, ich passe immer auf meine Schwestern auf". "Ich weiß" antwortete er.

Andere hatte mich gewarnt, dass es ein schlechtes Viertel sei, aber mir war noch nie etwas Beängstigendes passiert. Ich hätte meine Cousins mitnehmen können, die in der Nähe wohnen, aber ich fühlte mich total sicher.

Ein Gruppe von Männern rief meiner Schwester anzügliche und beleidigende Kommentare hinterher. Ich bat sie das zu lassen und sie fragten mich, ob ich Schläge will. Ich hatte ein mulmiges Gefühl, aber ich versuchte ruhig zu bleiben und sagte sie sollten sich bei meiner Schwester entschuldigen, da sie ihre Gefühle verletzt haben. Da fingen sie an mich zu schlagen und zu treten.

Vor dieser Stelle habe ich eine Angst entwickelt. Wenn ich dort vorbei komme, würde ich am liebsten weglaufen. Ich habe Angst vor Männergruppen und ein Zeit lang traute ich mich kaum noch für längere Zeit alleine (ohne andere Männer) nach draußen, sondern versuchte immer in Begleitung von Freunden und Verwandten zu sein. Ich thematisierte es jedoch nie. Ich hängte mich einfach an.
Doch glaube ich, dass zwei meiner Cousins es eventuell verstanden haben. Wir gingen sogar zusammen einkaufen. Vielleicht wollten sie mich auch schützen, weil die Täter noch frei herum laufen und bis zum heutigen Tag. Oder aber es war nur Zufall. Wir redeten nie darüber.

Ich finde es überhaupt nicht unmännlich über Gefühle zu reden. Ich empfinde es als unmännlich sich verprügeln zu lassen. Von Männern, die dumm und halb behindert wirkten. Dann auch noch Angst vor der Stelle zu haben, wo es geschah. Obwohl sie sich nicht mehr dort aufhalten.
Ich habe Bilder in meinem Kopf, die mich fertig machen. Ich kann diese Gedanken nicht ausschalten.

17.11.2021 18:51 • x 6 #9


Spaceman
Hi @Frittensauce und herzlich Willkommen

Zitat von Frittensauce:
Ich befürchte, dass niemand versteht, wie schwierig das für mich ist.

In gewisser Weise kann ich das durchaus verstehen. Zwar wurde ich nie Opfer solcher Gewalt, würde ich es aber werden, dann könnte ich mich ebenso wenig wehren. Dieses Wissen hat mich früher auch in die Zweifel gestürzt, ob ich ein richtiger Mann bin.

Heute sehe ich das ganz anders. Die Typen, die Dich verprügelt haben, DAS sind keine richtigen Männer. Weißt Du, was die eigentliche Funktion von männlicher Aggression und Gewaltbereitschaft ist? Schutz, Verteidigung und Nahrungsbeschaffung! Wir wurden aggressiv und kräftig, um unsere Familie und unseren Clan zu beschützen. Männer, die ihre Aggressionen gegen schwächere richten, gegen jene, die sie beschützen sollen oder gegen jene, die ihnen gar nichts getan haben, sind so unmännlich, wie es nur geht.

Was ist denn - traditionell gesehen - ein richtiger Mann, wie wird er üblicherweise beschrieben? Mit Begriffen wie Mut und Stärke. Was ist mutig daran, sich in einer Gruppe auf einen Einzelnen zu stürzen? Was ist stark daran? Nichts!

Wie würden sich die Männer, deren Urteil Du jetzt fürchtest, in einer solchen Lage verhalten? Denkst Du Dein Vater oder Deine Onkel würden nicht genauso hilflos einer Überzahl gegenüberstehen? Ich bin mir sicher: sie würden!

Zweifle nicht an Deiner eigenen Männlichkeit, weil Du Opfer einer vollkommen fehlgeleiteten Pseudo-Männlichkeit wurdest!

Zitat von Frittensauce:
Ich bin jetzt so ehrlich zuzugeben, dass ich gestern geweint habe.

Die meisten Männer hier im Forum weinen gelegentlich oder sogar öfter. Das ist keine unmännliche sondern zutiefst menschliche Reaktion. Auch wenn der Song heute keine gute Anleitung für das Mannsein mehr ist, sang schon Grönemeyer in den 80ern Männer weinen heimlich ... Die Behauptung Männer würden nicht weinen, war immer eine Lüge, ist eine Lüge und wird auch immer eine bleiben.

Lass Dich auf Deinen Therapeuten ein, erzähle, was passiert ist und lass Dir helfen. Lass nicht zu, dass diese Typen Dir gleich zwei Mal schaden - mit der Gewalttat und den Folgeeffekten!

Alles Gute und viel Glück!

17.11.2021 19:10 • x 5 #10


DieSonne
Zitat von Frittensauce:
Ich empfinde es als unmännlich sich verprügeln zu lassen. Von Männern, die dumm und halb behindert wirkten. Dann auch noch Angst vor der Stelle zu haben, wo es geschah. Obwohl sie sich nicht mehr dort aufhalten.
Ich habe Bilder in meinem Kopf, die mich fertig machen. Ich kann diese Gedanken nicht ausschalten.

Das ist auch nicht unmännlich. Es war bestimmt schlimm.
Ich habe mich damals von einer Gruppe Frauen/Mädchen verprügeln lassen. Es war mir mega peinlich. Man kommt an dem Punkt an dem man sich denkt, wenn ich mich wehre wird es nur schlimmer. Gegen eine Gruppe kommt man alleine nicht an. Das ist beides realistisch.
Natürlich hast du Angst vor diesem Ort. Wenn die Gruppe dich dort schon einmal gefunden hat, könnte es ja sein, dass die sich dort öfter aufhalten. Kannst du diesen Ort denn nicht meiden (nicht falsch verstehen. Ich bin kein Fan von Vermeidung aber wenn die Kriminalität dort so hoch ist und dich schon mehrere gewarnt haben, spricht in dem Fall sicher nichts dagegen).
Wegen deines Traumas solltest du wirklich mit deinem Therapeuten sprechen.

17.11.2021 19:12 • x 5 #11


Spaceman
Zitat von Frittensauce:
Ein Gruppe von Männern rief meiner Schwester anzügliche und beleidigende Kommentare hinterher. Ich bat sie das zu lassen und sie fragten mich, ob ich Schläge will. Ich hatte ein mulmiges Gefühl, aber ich versuchte ruhig zu bleiben und sagte sie sollten sich bei meiner Schwester entschuldigen, da sie ihre Gefühle verletzt haben. Da fingen sie an mich zu schlagen und zu treten.

Siehst Du, Du warst männlich, indem Du Deine Familie verteidigt hast! Was wäre vielleicht passiert, wenn Du es nicht getan hättest? Du hast Dich schützend vor Deine Schwester gestellt. Das erforderte Mut und darauf kannst Du stolz sein.

17.11.2021 19:19 • x 5 #12


Frau_Pübbels
Hallo und willkommen @Frittensauce

Erstmal : cooler Name^^

Ich habe die Vermutung, du bzw deine Familie hat einen Migrationshintergrund? Zumindest kamen mir beim Lesen der Gedanke. Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege .


Du hast dich tatsächlich sehr mutig verhalten , indem du die Gruppe angesprochen und zur Entschuldigung aufgefordert hast .
Aber leider auch was unbedacht. Damit will ich dir weiß Gott nicht den schwarzen Peter in die Schuhe schieben, aber manchmal ist es einfach besser, diese halbaffen pöbeln zu lassen und einfach weiter zu gehen. ( einer der ersten Sachen, die man im kampfsport lernt. Gilt für Männer, als auch für Frauen)

Dann ist der Stolz zwar was angekratzt, aber darüber kommt man in der Regel hinweg . Stolz ist ja wohl auch nicht umsonst eine Sünde ,denn er bringt nicht viel ( damit meine ich nicht, dass Stolz auf Kinder etc sein, sondern die Form von Stolz, die uns zu Sachen verleitet, die man besser nicht tun sollte )
Bringt dir jetzt nicht viel ,ich weiß.

Gefühle wie Angst danach zu empfinden ist vollkommen normal, weinen ebenso . Zudem, als Fakt am Rande, baut weinen Stress ab . Deshalb fühlen wir uns danach auch was besser.
Der Blödsinn, dass Männer nicht weinen dürfen, regt mich dezent auf, denn es impliziert, dass Männer keine fühlenden Wesen sind. Da habe ich eher das Gegenteil erlebt .

Du bist ja schon in Therapie, wie ich gelesen habe. Sprich das da mal an , man wird dir da helfen können. Und sowas muss behandelt werden, denn eine Ptbs geht nicht ohne Hilfe einfach weg .

Schade, dass diese Subjekte noch frei herumstreunen dürfen und so ihrer Strafe entgehen ( hoffentlich trifft die der Blitz beim schei....) ich gönne es denen vom ganzen Herzen.
Es ist einfach keine Leistung, mit mehreren auf einen loszugehen. Sowas machen nur feige Wesen ,die alleine sich wahrscheinlich in die Hose pullern würden .
Bitte mach dich deshalb nicht fertig . Wie gesagt, in einer Gruppe sowas zu machen, zeugt von Feigheit und Ehrenlosigkeit. Du hast 10000 mal mehr Mut bewiesen ,als die das jemals könnten in ihrem ganzen Leben .

17.11.2021 20:29 • x 6 #13


F
Zitat von Spaceman:
Hi @Frittensauce und herzlich Willkommen In gewisser Weise kann ich das durchaus verstehen. Zwar wurde ich nie Opfer solcher Gewalt, würde ich es aber werden, dann könnte ich mich ebenso wenig wehren. Dieses Wissen hat mich früher auch in die Zweifel gestürzt, ob ich ein richtiger Mann bin. Heute ...


Danke für deine lieben Worte. Ich habe es mir doppelt und dreifach durchgelesen. Vielen Dank!

18.11.2021 11:51 • x 1 #14


F
Zitat von DieSonne:
Das ist auch nicht unmännlich. Es war bestimmt schlimm. Ich habe mich damals von einer Gruppe Frauen/Mädchen verprügeln lassen. Es war mir mega peinlich. Man kommt an dem Punkt an dem man sich denkt, wenn ich mich wehre wird es nur schlimmer. Gegen eine Gruppe kommt man alleine nicht an. Das ist beides realistisch. ...


Wie kam es dazu, dass du von einer Gruppe Mädchen verprügelt wurdest, Sonne?

Ich könnte diesen Ort meiden, aber in der Nähe ist ein Restaurant, dass meine Freunde und ich vorher oft besucht haben. Meine Freunde lieben es.
Diese Männer halten sich gewöhnlich nicht dort auf. Weder vorher noch später. Ich habe keine Angst vor dem Restaurant selbst. Nur den Weg dorthin fürchte ich. Das Restaurant im Gegenteil empfinde ich als besonders sicher, weil ich dort mit Freunden und Familie Spaß hatte und habe. Es gibt mehrere Wege dort hin. Wir könnten auch den anderen nehmen, aber meine Freunde wissen nicht, wie ich diesen Weg empfinde und ich kann nicht mit ihnen darüber reden.
Manchmal möchte ich nicht mehr dort hin, aber es käme mir wie aufgeben vor. Ich nehme übrigens an, dass heute ein Lockdown verkündet wird und wir für Monate nicht mehr dort hin gehen.

18.11.2021 12:10 • #15


DieSonne
Zitat von Frittensauce:
Wie kam es dazu, dass du von einer Gruppe Mädchen verprügelt wurdest, Sonne?

Naja, wir waren Teenager. Ich habe mir den neuen Typen angeln können auf dem die es wohl auch abgesehen hatten. Teenager halt .
Er war dabei und hat mir nicht geholfen. Versteht sich von selbst, dass die ihn daraufhin geschenkt haben konnten.
Die Schule konnte ich allerdings nicht vermeiden. Also habe ich meine Krone gerichtet und bin trotzdem hin (es ist mir, über Wochen sehr schwer gefallen. Die Scham war echt groß!). Ironischer Weise haben sich fast alle Mädels ohne irgendwelchen Einfluss bei mir entschuldigt.

Zitat von Frittensauce:
Ich könnte diesen Ort meiden, aber in der Nähe ist ein Restaurant, dass meine Freunde und ich vorher oft besucht haben. Meine Freunde lieben es.
Diese Männer halten sich gewöhnlich nicht dort auf. Weder vorher noch später. Ich habe keine Angst vor dem Restaurant selbst. Nur den Weg dorthin fürchte ich. Das Restaurant im Gegenteil empfinde ich als besonders sicher, weil ich dort mit Freunden und Familie Spaß hatte und habe. Es gibt mehrere Wege dort hin. Wir könnten auch den anderen nehmen, aber meine Freunde wissen nicht, wie ich diesen Weg empfinde und ich kann nicht mit ihnen darüber reden.
Manchmal möchte ich nicht mehr dort hin, aber es käme mir wie aufgeben vor. Ich nehme übrigens an, dass heute ein Lockdown verkündet wird und wir für Monate nicht mehr dort hin gehen.

Verstehe ich das richtig, dass du mit deinen Kumpels dahin gehst? Geben sie dir keine Sicherheit, weil ihr in der Regel auch eine Gruppe seid?

18.11.2021 13:14 • x 1 #16


F
Zitat von kleinpübbels:
Hallo und willkommen @Frittensauce Erstmal : cooler Name^^ Ich habe die Vermutung, du bzw deine Familie hat einen Migrationshintergrund? Zumindest kamen mir beim Lesen der Gedanke. Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege . Du hast dich tatsächlich sehr mutig verhalten , indem du die Gruppe angesprochen und zur ...

Ich bin Herkunfts-Libanese, aber ich komme aus einer kleinen, gemütlichen Stadt. Dort gibt es keine Libanesen außer meinen Verwandten. Meine Freunde sind größtenteils deutsch, mein bester Freund Italiener. Dort, wo ich jetzt lebe, gibt es eine libanesische Community, aber weder meine Verwandten hier noch ich haben Kontakt zu denen.

Ich habe früher Karate trainiert. Ich weiß, dass ein Karateka niemals zuerst angreift, aber ich habe sie nicht angegriffen. Ich habe wirklich nur gesagt "Bitte lasst das".

Ich habe schon sehr, sehr oft überlegt, ob ich einen Fehler gemacht habe. Darüber nachzudenken macht es nicht besser. Es macht alles nur schlimmer.

18.11.2021 13:43 • x 2 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

F
Zitat von DieSonne:
Naja, wir waren Teenager. Ich habe mir den neuen Typen angeln können auf dem die es wohl auch abgesehen hatten. Teenager halt . Er war dabei und hat mir nicht geholfen. Versteht sich von selbst, dass die ihn daraufhin geschenkt haben konnten. Die Schule konnte ich allerdings nicht ...

Schrecklicher Typ.

Ich gehe nur mit meinen Kumpels dort hin. Ich fühle mich sicherer, wenn ich mit ihnen unterwegs bin. Trotzdem gibt es Sachen, die mich ängstigen. Dieser Ort, Männergruppen. Ich möchte am liebsten weg rennen.

Ich habe eine Kapuze mit Fell. Sie schränkt das Sichtfeld ein. Die ziehe ich hoch, um möglichst wenig davon mit zu kriegen. Ich gucke auf den Boden.

18.11.2021 13:49 • x 2 #18


Frau_Pübbels
Zitat von Frittensauce:
Ich bin Herkunfts-Libanese, aber ich komme aus einer kleinen, gemütlichen Stadt. Dort gibt es keine Libanesen außer meinen Verwandten. Meine ...

Mir kam halt der Gedanke, weil im anderen Kulturen häufig ein anderes Männerbild vermittelt wird .

Dass du sie angegriffen hast, habe ich nie behauptet, aber manchmal sollte man solche Affen einfach blöken lassen und gehen ,ohne zu reagieren.
Naja ,ist jetzt eh nicht zu ändern .
Dass du dich schlecht fühlst, liegt weiß Gott nicht in meiner Absicht, es war einfach ein nüchterner Beitrag zu dem ganzen .
Und den Fehler hast nicht du gemacht, sondern die .

18.11.2021 13:50 • x 4 #19


moo
Willkommen auch von mir,

Zitat von Frittensauce:
In meiner Familie tun wir immer so als ob alles perfekt ist und wir die Kings sind.

Du schreibst wir - trifft diese Schauspielerei also auch auf Dich zu? Deine bisherigen Beiträge lassen (zum Glück) eher das Gegenteil vermuten.
Allerdings wirkt das Familienverhalten weiter auf Dich ein. Sie sind immerhin ein Teil von Dir - aber bedenke, nur ein Teil.

Zitat von Frittensauce:
Ich finde es überhaupt nicht unmännlich über Gefühle zu reden. Ich empfinde es als unmännlich sich verprügeln zu lassen

Hier urteilt ein Teil Familie und ein Teil Frittensauce. Du stehst zu Deinen Gefühlen, doch kannst Du Dich nicht aus dem Bewertungsschema Deiner Eltern befreien. Sich unmännlich zu fühlen (egal warum) ist übrigens ebenfalls lediglich eine gefühlsbedingte Wahrnehmung. Für letztere sind wir selber zuständig, für die Geschehnisse, die sie ausgelöst haben, eher nicht.

18.11.2021 13:56 • x 2 #20


A


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