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hallo!
ich heisse daniela, bin 33 jahre alt, verheiratet, keine kinder.
meine lebensgeschichte in kurzfassung:
meine schwester und ich wuchsen im hotel meiner oma auf. mein vater war der erziehungsberechtigte, unsere mom sahen wir jedes wochenende.
beide elternteile haben wieder geheiratet und meine mom bekam noch ein kind.
ein wirklich normales familienleben hatten wir im hotel nicht. wir hatten viele freiheiten.
meine ersten störungen (an die ich mich erinnern kann) fingen mit panischer angst vor der schule an. ich hab mir oft in der nacht 3 mal den wecker gestellt um zu gucken ob ich auch wirklich meinen turnbeutel gepackt habe usw.
ich habe schon damals viel geweint, doch niemand - ich erst recht nicht - konnten das zuordnen. meistens hiess es reiss dich bissl zusammen, ist doch halb so schlimm - andere schaffen das auch usw. später ging ich dann auf eine ganztagsrealschule. dort habe ich meine angst mit aufmüpfigkeit überspielt. z.b. sollte ich ein referat halten. ich hab das zuhause bis tief in die nacht geübt und vorbereitet. als ich dann aufgerufen wurde sagte ich tragen sie mir ne 6 ein, ich hab nix gemacht und keinen bock auf den schei.... solche situationen gab es viele.... ich konnte auch nie laut vorlesen, da verschwammen mir vor lauter angst die buchstaben vor den augen.... es war wirklich mehr als unangenehm.... komischerweise hatte ich aber sonst eine große klappe.
ich seh schon.... eine kurze zusammenfassung wird das wohl doch nicht... entschuldigt bitte....
lange rede, kurzer sinn: ich hab meine mittlere reife nicht bestanden, aber durch beziehungen habe ich einen ausbildungsplatz erhalten.
vor meiner lehre habe ich allerdings schon angefangen zu *beep* und eine menge dinge getan die ich hier jetzt gar nicht erwähnen will.
dank meiner besten freundin, die ich in der lehrzeit kennengelernt habe, habe ich meinen abschluss zur bekleidungsfertigerin hinbekommen.
mit 15 lernte ich übrigens auch meinen jetzigen mann kennen.
ich kann mich noch gut erinnern wie oft ich ständig am boden zerstört gewesen war, wenn es streit mit meinem freund gab. ich bekam richtige heulkrämpfe und hatte mich nicht mehr unter kontrolle. hab mich oft zu meiner schwester ins bett geschlichen weil ich das alleinesein nicht aushielt....
danach lief es einiermaßen normal. ich arbeitete insgesamt 7 jahre in dieser firma bis sie dann schließen musste. ich bekam sofort eine neue stelle.
ich muss noch erwähnen das ich mit 17 aus dem hotel ausgezogen bin, ebenfalls meine schwester. das hotel musste verkauft werden. meine schwester, meine oma und ich lebten in einem mietshaus das meiner oma gehörte. mein vater baute einen alten hof um und zog dort ein.
als ich ungefähr 19 war, trennte ich mich von meinem freund für ca. 1 jahr. danach kamen wir wieder zusammen und sind seitdem relativ glücklich miteinander.
in dieser neuen firma machten sich meine ängste wieder stärker bemerkbar.... ich musste die abteilung wechseln. ich hasse veränderungen und trotz meiner bemühungen dort fuss zu fassen bin cih gescheistert. ich bat um eine entlassung.....
zeitgleich verstarb mein hund.... sie erstickte in meinen armen....
ab da begann die ware hölle. monatelang litt ich unter unerklärlichen angstzuständen und panikanfällen. ich war zu fast nichts mehr fähig. ständige erstickungsanfälle, herzrasen, darmbeschwerden und und und suchten mich heim. das schlimmste war dann, dass meine vertraute umgebung mir auf einmal fremd wurde.... sogar meine beiden katzen und mein mann wirkten auf mich fremd. das wiederum verursachte eine panik dass ich verrückt werden könnte. ich konnte mich also nicht mal zuhause verstecken, da mir sogar dass angst machte.
also entschied ich im märz 2006 mich selbst einweisen zu lassen.
zuvor hatte ich natürlich sämtliche ärzte besucht die ausschlossen das meine symptome körperlichen ursprungs sind.
ich war 9 wochen lang in einer psychiatrischen klinik.
dort lernte ich mein problem erstmals richtig kennen. es wurde beim namen genannt.
lt. der diagnose leite ich unter panikattaken, angststörungen, bipolarer störung, leichte hypochondrie.....
ich wurde da mächtig vollgepumt mit medikamenten.... aber nach 9 wochen ging es mir besser. leider hatte ich dann angst nach hause zu gehen.
nach der klinikzeit war es auch nicht einfach für mich. es war wieder alles so fremd..... aber ab dann ging es aufwärts!
ich reduzierte in den folgenden jahren meine medikamente unter ärztlicher aufsicht, von 12 stück am tag auf 1 am tag.
irgendwann wagte ich den schritt wieder zu arbeiten. 1 stunde putzen in der woche in einem bekleidungsgeschäft. das funktionierte wirklich gut und ich bekam noch 3 weitere stunden pro woche um lieferungen mit auszupacken.
ich suchte mir dann dazu noch einen job in einem supermarkt zum regale auffüllen.
nachdem ich in dem supermarkt von 9 stunden auf 12 stunden die woche hochgestuft wurde, gab ich den job im bekleidungsmarkt auf.
seit 3,5 jahren arbeite ich nun in dem supermarkt. und seit ca. 6 monaten wurden meine stunden auf 50 im monat hochgestuft.
nebenher pflege ich noch meine oma. morgens kommt der medizinische dienst und tagsüber sowie abends seh ich nach ihr.
außerdem haben wir seit 2006 zu unseren beiden katzen wieder einen hund.
in all den jahren kämpfte ich immer wieder mal mit angstschüben, aber die gingen spätestens nach 3 tagen weg.
und letzten donnerstag passierte es:
nachmittags trank ich kaffee mit einer arbeitskollegin, anschließend musste ich auf die arbeit. dort wurde mir auf einmal heiss und kalt, mein herz raste und vor meinen augen flimmerte es. ich bekam panik.....
höchstwahrscheinlich war das wegen dem koffeein im kaffee.... zuhause trinke ich nur koffeeinfreien kaffee. aber auch dieser gedanke beruhigte mich nicht.
ich musste die arbeit abbrechen. am nächsten tag hätte ich arbeiten müssen, hab aber gesagt dass es mir noch nicht gut geht.
letzten samstag musste ich wieder arbeiten und nach absprache mit meinem mann wollte ich das auch tun. ich hatte zwar angst dass es mir wieder schlecht geht auf der arbeit, aber ich wollte mich dieser angst stellen. doch leider geschah genau das....... ich musste heulend abbrechen, bekam keine luft, zitterte und schämte mich fürchterlich.
gestern, also montag, war ich bei meiner hausärztin. wir haben jetzt meine dosis von venlaflaxin auf 150 mg statt 75 mg erhört. ausserdem hat sie mir noch mareen 50 mg verschrieben (für abends) und notfalltabletten mitgegeben. ich bin jetzt erstmal diese woche krankgeschrieben.

so, das war mein leben.....
ich würde mich unheimlich freuen wenn ich den ein oder anderen finden könnte mit dem ich mich etwas austauschen könnte.
damals in der klinik lernte ich leider niemanden kennen der solche angstzustände hat wie ich, aber hier im forum hab ich beim stöbern entdeckt dass viele ansatzweise unter dem selben leiden wie ich: angst vor der angst, angst verrückt zu werden, vertrautes wirkt fremd und beängstigend, angst vor krankheiten, angst verlassen zu werden, angst vor dem sterben, angst sein leben nicht mehr in den griff zu bekommen.....

ich freue mich über jede antwort...

lg daniela

27.09.2011 12:59 • 29.09.2011 #1


3 Antworten ↓


anscheinend habe ich die meisten erschreckt mit meinem langen text....

28.09.2011 18:50 • #2



Angstzustände - Angst vor der Angst - Tipps?

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Hi, hat mich direkt abgeschreckt, weil ich versuche, überall mal reinzuschauen.

Habs mir nen Tag später durchgelesen. Nun habe ich selbst keine konkrete Panikerfahrung, aber da Dir keiner antwortet......

Ich würd sagen, daß Du überlastet bist und die Panikattacken oder Zusammenbrüche eine logische Folgerung daraus sind.
Je nachdem, wie stark eine Persönlichkeit ist, bricht sie früher oder später unter der psychischen Last zusammen. Warum jemand aber zu Panikattacken neigt, kann ich Dir leider nicht sagen. Generelle Ängste sind ja allgegenwärtig und eine große Belastung.

Liebe Grüße,
Joe

28.09.2011 21:15 • #3


hallo lela und herzlich wiikommen


ich kann auch ein lied davon singen .

ich mache eine hypnosetherapie in der hoffnung die ursache zu finden so das ich es besser verarbeiten kann .

weil medis nur die symptome beseitigen aber eben nicht die ursache.



LG

28.09.2011 23:56 • #4




Dr. Hans Morschitzky