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Hey Leute, ich habe mich heute abgemeldet nachdem ich viel hier gelesen habe und sehr viele Leute hier Antworten und Hilfe geben.
Vorab, dafür erstmal ein großes Lob und dankeschön.

Zu meiner Geschichte,
Ich bin männlich, 34 Jahre alt und sportlicher Statur. Keine vorerkrankungen, keine regelmäßige Medikation. Arbeite im Rettungsdienst und hatte noch niemals psychische Auffälligkeiten. Gute Kindheit und ansonsten nichts bewusst auffälliges.

Vor circa 3 Monaten wollte ich nach dem Nachtdienst mit meiner Freundin und dem Hund an den Rhein fahren. Während der Fahrt merkte ich dass mir komisch wurde, fühlte sich an als würde der Kreislauf in den Keller rauschen. Ich musste dann mit dem Auto anhalten und dann hatte ich etwas was sich am besten als panikattacke beschreiben lässt.
Todesangst, Gefühl gleich ohnmächtig zu werden Schlieren vor den Augen, Gefühl ohnmächtig zu werden, trockener Mund, gähnen, derealisation. Ich fuhr nach Hause und hatte abends erneut einen solchen Anfall, allerdings weniger stark. Abends ins Krankenhaus, am nächsten Tag nach Hause, wurde als Lapalie angesehen, da mein Blutbild und die Vitalwerte unauffällig waren. Seit diesem Tag hatte ich ständig Probleme, nahezu rund um die Uhr. Vor allem Angst erneut sowas zu erleben, ständiges Kribbeln in beiden Händen, Gefühl krank zu sein, Schwäche, Unwohlsein.
Ich wusste iwas stimmt nicht, konnte es aber nicht einordnen und hatte Angst es ist iwas was mich demnächst Ableben lässt.

Im Verlauf der Tage wurde folgendes kontrolliert, EEG, EKG, Ultraschall des Herzens, carotiden, Nieren Leber und Milz, Schilddrüse, mrt der Hws und Schädel, großes Blutbild, hiv und Hepatitis.
Leichte Auffälligkeit des dritten und vierten Halswirbels aber nichts wildes, Gamma Gt erhöht bei 120. Ansonsten nichts auffällig.
Nach circa 4 wochen würde ich von einem befreundeten Arzt auf Borellien getestet und dies war positiv, die IgM Antikörper. IgG nicht. Das spricht zumindest für eine frische Infektion, sofern man das sagen kann, denn das ist äußert unerforscht und schwer zu bestimmen, kann auch was altes sein. Ich kann mich an keine Zecke erinnern.

Nahm dann 2 Wochen Doxycyclin 200mg ein und nochmal im Anschluß 2 wochen 400mg Doxycyclin. Keine deutliche Besserung, im Gegenteil ich bekam eine starke innere Unruhe, direkt morgens beginnend nach dem Aufstehen, Gefühl auf einemlr Rüttelplatte zu sitzen und dauerhaft die Muskulatur angespannt.

Nehme jetzt seit 4 Wochen keine Antibiose mehr, die innere Unruhe würde besser nach Absetzen der Antibiose. Hatte allerdings auch begonnen Johanniskraut dagegen einzunehmen, also unklar ob es an der Antibiose lag oder das Kraut wirkte.

Hatte seit dem ersten Ereignis nochmal eine Attacke nach 3 wochen, auch beim Autofahren. Ansonsten immer nur das Gefühl es könnte demnächst passieren.

Blutdruck immer stabil bei 120 zu 80, manchmal leicht erhöht, konnte meinen Blutdruck allerdings nie während einer Attacke messen bzw meine Herzfrequenz.

Dauerhafte Symptome sind das ekelhafte Kribbeln in beiden Händen, Gefühl etwas stimmt nicht, kreisenden Gedanken sprich das Gefühl es wird schlimmer je mehr ich dran denke, kann die Gedanken aber nicht verhindern, manchmal denke ich aber überhaupt nicht dran, Taubheitsgefühl linkes Auge bzw Augenbraue was aber ab und an verschwindet, spüre den Wind auf meiner Haut als kühl, also anders als zuvor. Gefühl meine Augen stocken manchmal, sprich kann dann etwas schlecht fixieren, Kältegefühl der Hände usw.

Ich hab keine Schmerzen, ich kann das Haus verlassen aber fühle mich seit dem ersten Ereignis unwohl, hab die genannten Symptome dauerhaft und das verängstigt mich. Angst hab ich davor, dass es nimmer weg geht und ich nochmals so eine Attacke bekomme.

Jetzt meine Frage,
Kann das eine Panikattacke gewesen sein udn die ständigen Symptome resultieren daraus?

Kann es sein, dass alles psychisch bedingt ist und die Borelliose nur ein Zufallsbefund war, soll heißen ich hab Antikörper und hatte iwann Kontakt zu einer Zecke aber das resultiert nicht aus den Symptomen.

Zeitlich zu nennen ist, das die ganze Kacke mit corona korrelliert. Also als das in den Medien so hochgepusht wurde.

Eventuell hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, entschuldigt das viele schreiben und danke euch fürs Lesen.

18.06.2020 18:57 • 19.06.2020 #1


12 Antworten ↓


KarlDerGroße
Zitat von Max09:
Kann das eine Panikattacke gewesen sein udn die ständigen Symptome resultieren daraus?

Was Du hast ist jetzt die Angst vor der Angst. Du wartest unbewusst permanent darauf , dass das jetzt wieder passiert.

Zitat von Max09:
Kann es sein, dass alles psychisch bedingt ist und die Borelliose nur ein Zufallsbefund war,

Definitiv. Ohne die Panikattacken wär die Borelliose wahrscheinlich nie aufgefallen.

18.06.2020 19:16 • #2



Angststörung oder Symptome meiner Borreliose?

x 3


Danke dir für die super schnelle Antwort.. Legt sich das wieder oder wie sollte ich jetzt vorgehen bzw mich verhalten

18.06.2020 19:23 • #3


Zitat von Max09:
Hey Leute, ich habe mich heute abgemeldet nachdem ich viel hier gelesen habe und sehr ...


Hallo Max,

willkommen im Forum. Schön, dass du dich nun angemeldet hast.

Ich bin kein Arzt, aber da du selbst angemerkt hast, dass deine "Geschichte" bei dem Coronahoch angefangen hat, gehe ich davon aus, dass dadurch vielleicht so eine Art Todesangst ausgelöst worden ist.
Das finde ich auch ein Stück weit normal, auch wenn man psychisch gesund ist. War ja fast so (gefühlsmäßig), als ob wir Krieg haben. Wer wird da nicht panisch?

Deine negativen Gedanken kannst du sehr wohl beeinflussen. Ist eine Übungssache, und dauert ein Weilchen.

18.06.2020 19:29 • x 1 #4


Das beruhigt mich schonmal und eigentlich bin ich mir mittlerweile dessen bewusst dass es meine Psyche ist.. Ist nur schwer das zu akzeptieren anfangs..
Sollte ich zuwarten oder habt ihr Tipps was ich bzw wie ich es angehen sollte

18.06.2020 19:33 • #5


Bin nämlich seitdem schon krank geschriebn und bin nicht so der Fan vom zuhause sitzen

18.06.2020 19:34 • #6


Calima
Zitat von Max09:
Nehme jetzt seit 4 Wochen keine Antibiose mehr, die innere Unruhe würde besser nach Absetzen der Antibiose.


Das könnte dafür sprechen, dass das Absetzen der Antibiotika dir Angst macht: Keine Medikation mehr, obwohl du dich nicht signifikant besser fühlst, löst die Angst aus, "unbehandelt" so weiterleben zu müssen.

Ein Absetzsympom für AB ist es jedenfalls nicht.

Ich würde auch vermuten, dass die Borreliose eher ein Zufallsbefund war und deine Wahrnehmungen eher der Angst geschuldet sind.

Ich war als Leiterin einer Rettungshundestaffel lange beim Roten Kreuz. Nach schwierigen Einsätzen habe ich immer darauf gedrungen, dass meine Leute ihre Erlebnisse unter professioneller Anleitung aufarbeiten. Dabei habe ich erfahren, dass mehr als die Hälfte der Rettungskräfte an Angststörungen leidet. Die meisten bleiben aus Scham unbehandelt, weil das Image des Jobs Coolness erfordert.

18.06.2020 19:35 • x 2 #7


KarlDerGroße
Zitat von Max09:
Legt sich das wieder oder wie sollte ich jetzt vorgehen bzw mich verhalten

Was genau Du tun musst kann ich Dir nicht sagen da ich kein Fachmann bin für sowas und auch selbst Ängste in dieser Form nicht kenne. ABER was Dir jeder in diesem Forum hier bestätigen wird, um so eher man gegen diese Ängste angeht, um so leichter bekommt man diese in den Griff. Um so mehr Raum Du dieser Angst gibst um so schwerer wirst Du sie wieder los. Das Wichtigste ist erstmal dass Du der Angst nicht die Macht gibst dass sie Dich beherrscht, sndern dass Du sie beherrschst und Dich dadurch nicht einschränken lässt.

Zitat:
War ja fast so (gefühlsmäßig), als ob wir Krieg haben


Das kann auch nur jemand schreiben der den Krieg noch nie aus der Nähe erlebt hat. Denn DAS ist die Hölle. Corona dagegen ist der reinste Kindergarten.

18.06.2020 19:38 • x 1 #8


Zitat von KarlDerGroße:
] Das kann auch nur jemand schreiben der den Krieg noch nie aus der Nähe erlebt hat. Denn DAS ist die Hölle. Corona dagegen ist der reinste Kindergarten.


Was soll das? Ich wollte damit nur etwas verdeutlichen. Und wo wir dabei sind: Hölle ist noch viel schlimmer als Corona oder Krieg, denn Hölle ist EWIG!

18.06.2020 19:55 • x 1 #9


heartstowolves
Zitat von Max09:
Nach circa 4 wochen würde ich von einem befreundeten Arzt auf Borellien getestet und dies war positiv, die IgM Antikörper. IgG nicht. Das spricht zumindest für eine frische Infektion, sofern man das sagen kann, denn das ist äußert unerforscht und schwer zu bestimmen, kann auch was altes sein. Ich kann mich an keine Zecke erinnern.

Um dich kurz drüber aufzuklären (ich bin seit 2014 Krankenschwester im Neurologiebereich, wenn auch seit einer Weile krankgeschrieben): die IgM sagen so gut wie nichts über eine Borreliose aus. IgG sind auch immer kritisch zu betrachten. So ziemlich jeder wird irgendwann im Lauf seines Lebens von einer Zecke gebissen und sind mittels Antikörpertest im Blut nachweisbar. Deine Symptome passen auch nicht zu einer Borreliose, ich hatte im Schnitt pro Jahr 20 Patienten mit Verdacht auf Borreliose. Und jeder kam wegen Nackensteife, Fieber und starken Schmerzen. Also da kann ich dir schonmal die Angst nehmen, dass es eine Borreliose ist. Zumal du ja auch Antibiotika genommen hast.

Zitat von Max09:
Sollte ich zuwarten oder habt ihr Tipps was ich bzw wie ich es angehen sollte

Warten wird dir vermutlich nicht viel helfen. Das was du so geschildert hast sind Panikattacken und Todesangst. Die können immer wieder auftreten und sich eben verstärken, wenn du dies nicht angehst.

18.06.2020 20:14 • x 2 #10


Schlaflose
Zitat von Dore:
Was soll das? Ich wollte damit nur etwas verdeutlichen. Und wo wir dabei sind: Hölle ist noch viel schlimmer als Corona oder Krieg, denn Hölle ist EWIG!

Mit dem kleinen Unterschied, dass die Hölle nicht existiert

19.06.2020 07:26 • x 1 #11


Zitat von Dore:
Was soll das? Ich wollte damit nur etwas verdeutlichen. Und wo wir dabei sind: Hölle ist noch viel schlimmer als Corona oder Krieg, denn Hölle ist EWIG!

Hast du sie schon gesehen oder woher willst du das wissen?

19.06.2020 08:02 • x 1 #12


Zitat von Schlaflose:
Mit dem kleinen Unterschied, dass die Hölle nicht existiert


Woher willst du das wissen? Ich kann nicht beweisen, dass es sie gibt, aber du kannst auch nicht beweisen, dass es sie nicht gibt.

@soleil Ich glaube halt, dass es ein ewiges Leben gibt, und eine ewige Hölle.

Aber das ist hier nicht das Thema.

19.06.2020 16:47 • #13



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