Eine von Vielen
Hallo ihr Lieben,

durch den Sammelthread "Unsere Symptome.." kam die Idee zu einem Thread, in dem
unsere Gemeinsamkeiten,
abgesehen von unseren Angstsymptomen, festgehalten werden sollen.

Ich erhoffe mir dadurch vor allem einen achtsameren Umgang mit sich selbst, sprich :
Eigenschaften an sich feststellen zu können, die die Angst begünstigen / aufrechterhalten und ggf. einen sinnvolleren Umgang mit diesen zu entwickeln -

Nicht alle Gegebenheiten, Charaktereigenschaftet usw. sind "abschaltbar" oder lassen sich ändern. Das soll auch nicht Sinn der Sache sein. Ein Jedes hat auch seine gute Seite. Nicht jede Eigenschaft etc. ist nur kontraproduktiv.
Als Beispiel sei der Perfektionismus genannt. Wird dieses, hier von vielen mit seinen Ängsten in Verbindung gebracht, so soll dies dazu anregen über sich zu reflektieren,Situtationen zu erkennen, in denen man sich selbst ( zu viel ) Druck macht, sodass der Ein oder Andere sich auch einmal zugestehen kann, nicht perfekt sein zu müssen


Aber es soll auch eine kleine Ursachenforschung betrieben werden.

Die Kernfragen sollen inetwa lauten:

    - Was für Charaktereigenschaften bringe ich mit, die in Verbindung mit meinen Ängsten stehen könnten?
    - Welche Umweldfaktoren bringe ich mit? ( famillär, beruflich, etc. )
    - Gab es einen akuten Auslöser für meine Ängste? ( Unfall, Verlust eines Menschen etc. )
    - Gibt es eine vermutete Ursache oder wurde die Ursache evt. bereits gefunden ( Therapie ) ?

Um das ganze abzuschließen, würde ich es auch begrüßen, wenn ein Jeder angibt, wie lange er bereits unter Ängsten/PA leidet und ob er sich in Therapie befindet.

09.09.2012 11:12 • 11.09.2012 #1


11 Antworten ↓


Ich hatte schon mal PA 2003/2004. Kam ohne Therapie total alleine da raus. Mir ging es wieder super.
Seit 2011 habe ich es wieder.
2003: Prüfungsstreß.
2011: Geburt meines zweiten Kindes. Zuvor 2010 Tod meines Großvaters (ich wuchs bei ihm auf) unter ganz schlimmen Bedingungen. Ende 2010 stürzte meine Oma nachts die Treppe herunter und wurde von mir erst 7 Stunden später gefunden. Sie starb 2011, ohne dass sie mein Baby noch sehen konnte, ebenfalls unter ganz schlimmen Bedingungen und außerdem starben sowohl mein Opa als auch meine Oma an Ärztepfusch! Mein Opa an einer Blutvergiftung, die er sich im Krankenhaus holte und meine Oma, weil man sie nach Schlaganfällen einfach nicht in ein richtiges spezielles Krankenhaus aufnahm.
Außerdem hatte ich 2009 eine total gräßliche Geburt meiner ersten Tochter, die sie beinah nicht überlebt hätte.
Seitdem bin ich immer alleine, wenn mein Mann arbeiten ist. Und das macht mich fertig. Seit einem Jahr laufe ich zu Ärzten. Ich habe Angst, dass ich eine schlimme Krankheit habe und nie wieder normal werde. Ich habe Angst, dass ich umkippe, gegen einen Baum fahre oder zu Hause liege und keiner findet mich.
Außerdem bin ich auch oft körperlich krank. Im Januar wurde ich operiert (Mandeln), habe sehr oft Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Erkältungen, Fieber.

Perfektionismus kann ich absolut unterschreiben. Ich denke auch immer, andere können alles besser. Bei anderen läuft alles besser usw. Mir wächst das alles irgendwie über den Kopf. Haushalt, Kinder. Dabei ist das lächerlich. Denn andere haben mit Sicherheit weniger Unterstützung als ich und mehr um die Ohren. Aber ich bin wohl irgendwie nicht belastbar und scheinbar habe ich mein ganzes Selbstbewusstsein verloren.

09.09.2012 11:21 • #2


Eine von Vielen
Zitat von Eine von Vielen:
Hallo ihr Lieben,

durch den Sammelthread "Unsere Symptome.." kam die Idee zu einem Thread, in dem
unsere Gemeinsamkeiten,
abgesehen von unseren Angstsymptomen, festgehalten werden sollen.

Ich erhoffe mir dadurch vor allem einen achtsameren Umgang mit sich selbst, sprich :
Eigenschaften an sich feststellen zu können, die die Angst begünstigen / aufrechterhalten und ggf. einen sinnvolleren Umgang mit diesen zu entwickeln -

Nicht alle Gegebenheiten, Charaktereigenschaftet usw. sind "abschaltbar" oder lassen sich ändern. Das soll auch nicht Sinn der Sache sein. Ein Jedes hat auch seine gute Seite. Nicht jede Eigenschaft etc. ist nur kontraproduktiv.
Als Beispiel sei der Perfektionismus genannt. Wird dieses, hier von vielen mit seinen Ängsten in Verbindung gebracht, so soll dies dazu anregen über sich zu reflektieren,Situtationen zu erkennen, in denen man sich selbst ( zu viel ) Druck macht, sodass der Ein oder Andere sich auch einmal zugestehen kann, nicht perfekt sein zu müssen


Aber es soll auch eine kleine Ursachenforschung betrieben werden.

Die Kernfragen sollen inetwa lauten:

    - Was für Charaktereigenschaften bringe ich mit, die in Verbindung mit meinen Ängsten stehen könnten?
    - Welche Umweldfaktoren bringe ich mit? ( famillär, beruflich, etc. )
    - Gab es einen akuten Auslöser für meine Ängste? ( Unfall, Verlust eines Menschen etc. )
    - Gibt es eine vermutete Ursache oder wurde die Ursache evt. bereits gefunden ( Therapie ) ?

Um das ganze abzuschließen, würde ich es auch begrüßen, wenn ein Jeder angibt, wie lange er bereits unter Ängsten/PA leidet und ob er sich in Therapie befindet.



Da ich den Beitrag nicht mehr ändern kann, hier noch schnell ein kleiner Nachtrag :

Zu den Charaktereigenschaft, sollen nach Möglichkeit nicht nur die genannt werden, die vermeindlich "schlecht" sind und die Angst begünstigen, etc. sondern auch solche, die durch aus ihr Gutes haben.
Damit man auch versteht, was ich damit sagen will : Kreativität scheint unter Angsthasen sehr verbreitet zu sein!

09.09.2012 11:30 • #3


Eine von Vielen
Zitat von Eine von Vielen:
- Was für Charaktereigenschaften bringe ich mit, die in Verbindung mit meinen Ängsten stehen könnten?


- Perfektionismus
- Pessimismus
- Ständiges Hinterfragen von Allem und Jeden
- Hätte, wäre, wenn - Denken
- geringes Selbstvertrauen / - bewusstsein
- Den Fehler / die Schuld immer bei sich selbst suchen
- Aufopferndes Verhalten
- Eher Introvertiert ( Ich brauche lange, bis ich mich anderen Menschen gegenüber öffnen kann )
- Misstrauen gegenüber dem anderen Geschlecht
- Impulsivität
- große Emotionalität, Einfühlungsvermögen
- Kreativität
- Sensibilität
- geringe Resilienz ( Fähigkeit gestärkt aus Problemen heraus zu gehen, mit diesen produktiv umzugehen )


Zitat von Eine von Vielen:
- Welche Umweldfaktoren bringe ich mit? ( famillär, beruflich, etc. )


- therapeutischer Beruf ( Helfersyndrom?! )
- komplizierte Beziehungsmuster
- Trennung der Eltern in Kindheit
- Aufgewachsen bei Pflegemutter ( tagsüber )
- Dro. in der Familie
- finanzielle Schwierigkeiten
- momentane Arbeitslosigkeit

Zitat von Eine von Vielen:
- Gab es einen akuten Auslöser für meine Ängste? ( Unfall, Verlust eines Menschen etc. )


- Trauma ( bewaffneter Überfall )
- Kreislaufkollaps ( Ursache unbekannt )
- schulische Überforderung
- Krebserkrankung eines Elternteils
- Kündigung durch den Arbeitgeber
- Beziehungsprobleme

Zitat von Eine von Vielen:
- Gibt es eine vermutete Ursache oder wurde die Ursache evt. bereits gefunden ( Therapie ) ?


- vermutet werden Probleme auf der Beziehungsebene ( ursächlich eventuell famillärer Hintergrund und dadurch erlernte kontraproduktive Beziehungsmuster )

Schleichender Beginn der Ängste, Juni 2011, "Ausbruch" April 2012.
Seit April 2012 Psychotherapie ( verhaltensth. / M.E.G - Hypnose ) deutliche Besserung der Ängste

09.09.2012 11:42 • #4


Eine von Vielen
Nachtrag

( grrr.. Beitrag lässt sich schon wieder nicht ändern.. )


- genetische Veranlagung

09.09.2012 11:48 • #5


Das hört sich interessant an....
Geschichte:
PA bereits vor 16 Jahren schoneinmal gehabt und erfolgreich mit Arbeiten an sich selber gemeistert.
Alter : 44 .Seit 1 Jahr wieder heftige Attacken, Hauptangst: Schwindel, Angst umzufallen, Angst was dann aus den Kindern wird, Angst nicht stark genug zu sein um sich vom Ehemann zu trennen und alleine mit Kindern zurecht zu kommen. Klar ist aber 1000 Prozent das diese Ehe mir nicht gut tut und Angst vor dem Mann auch hier eine große Rolle spielt...Seit 1 Jahr wieder in Verhaltenstherapie 1/pro Woche
Charaktereigenschaften:
Perfektionismus
Co-Abhängigkeit
Liebe den Frieden (vorallem den Seelenfrieden- Leben und Leben lassen)
Stelle die Bedürfnisse anderer Menschen immer in den Vordergrund
Immer zur Stelle, wenn andere in Not sind.
Kann sehr schwer Nein sagen....
Misstrauisch
Harmoniebedürftig.........
zu wenig Selbstvertrauen/Selbstwertgefühl
komme nicht damit klar, wenn andere sich um mich sorgen
Umweltfaktoren:
Scheidungskind
Lebe in einer unglücklichen Beziehung, aber habe Angst den endgültigen Cut zu machen
2 nicht ganz einfache Kinder, für die ich allein verantwortlich bin, da der Vater andere Interessen hat
Untergewicht
überängstliche Mutter, die selber nicht mit ihrem Leben klar kommt
finanziell von der selbständigkeit des Mannes abhängig
Auslöser:
wahrscheinlich die Entscheidung sich zu trennen, und die Konsequenzen zu tragen.

Das fällt mir spontan dazu ein....

09.09.2012 12:04 • #6


Charaktereigenschaften / Empfindungen

- perfektionistisch
- pingelig
- habe an anderen Menschen immer irgendwas auszusetzen
- fühle mich immer ausgegrenzt/beobachtet
- Gefühl, andere können alles besser/bei anderen ist alles besser
- Gefühl, dass mit mir niemand was zu tun haben will
- ängstlich
- ständig den Körper und Symptome beobachtend
- pessimistisch


Ich glaube, dass der Verlust meiner Großeltern durch derart tragische Umstände viel zu meiner momentanen Situation beigetragen hat. Hier lebten wir zusammen. Nun bin ich alleine. Niemand mehr da, wenn mein Mann arbeiten ist. 28 Jahre lang waren mein Opa und meine Oma IMMER da. Ich war sicher. Sie haben sich um mich gekümmert. Nun habe ich das Gefühl, dass mir niemand mehr helfen kann, wenn was ist. Mein Mann und meine Mutter sind arbeiten. Und ich bin allein mit den Kindern. Das macht mich unsicher. Das macht mir Angst. Und vor Fehldiagnosen der Ärzte habe ich natürlich nun auch Angst. Schließlich mussten meine Großeltern dadurch sterben.
Ich freue mich nicht mehr auf irgendwas. Ich habe Angst vor jedem neuen Tag, da ich ihn mit Symptomen verbringen muss. Da ich immer krank bin. Müde. Da mir alles zuviel ist. Da ich ANgst habe, was mir alles passieren könnte. Ich kann es gar nicht beschreiben.
Ich liebe meine Kinder. Mein Mann hilft mir viel. Sogar meine kranke Schwiegermutter tut was sie kann. Meine Mutter nach der Arbeit auch. Andere Frauen haben mit Sicherheit mehr zu tun. Sind mehr alleine etc. Dennoch lebe ich in großer Unzufriedenheit.
Ich schaue z.B. auch oft Profile im Internet auf wkw oder facebook an und denke dann, wie glücklich andere Leute doch sind. Weil sie keine Symptome und keine Angst haben. Und wie schlecht es mir geht und dass ich nie so glücklich und frei leben kann wie sie.
Wer weiß schon, wie es ist, wenn man morgens mit einem Puls von 110 rum läuft aus lauter Angst. Wenn man vor einem Geschäft im Auto sitzt und sich nicht rein traut. Wenn man denkt, man fällt nun vom Stuhl. Und dann das "Warum"? Warum ich? Warum kann ich kein normales Leben führen. Und warum findet kein Arzt irgendwas.

09.09.2012 15:39 • #7


Eine von Vielen
Du solltest das keines Falls so verallgemeinern. Sicher, wir haben viel gemein. Aber sicherlich sind wir nicht alle gleich. Ich persönlich kann mich mit deinen "Angaben" nämlich kaum identifizieren. Aber es ist ja Sinn und Zweck dieses Threads Gemeinsamkeiten festzustellen und dazu gehört sicherlich auch Unterschiede zu entdecken. - Danke für dein Engagement.

Außerdem gehe ich ohnehin davon aus, dass du von dir selbst gesprochen hast. Alles Andere wäre auch anmaßend.

Zitat:
Woher das alles nun kommt, ob vererbt oder angeeignet oder Erziehung: Sei einmal dahin gestellt. Fakt ist: Es ist wie es ist, das herumdoktern an möglichen "Herkünften" unseres Wesens und der damit verbundenen Folgen bringt uns eigentlich nicht viel weiter. Wie sagte mal ein Therapeut zu mir: "Immer nach hinten schauen hat eine Gefahr: Man sieht nicht mehr was von vorne kommt!"



Dem kann ich persönlich nur vehement widersprechen! Wer unter Ängsten leidet, sollte sich mit zwei Dingen beschäftigen;
Das eine ist die Symptomebene ( -- wie sich unsere psychische Erkrankung "äußert" ). Das ist das, womit wir vordergründig zu kämpfen haben. Aktuell beschäftigst du dich mit der Symptomeebene in deinem Thread. Das eigentliche "Problem" liegt aber ganz wo anders begraben - tiefer.

Wird "die Ursache" ( ist in meinen Augen ein Komplex aus vielen einzelnen "Faktoren", für welche ich mich hier interessiere ) und/oder aufrechterhaltende und/oder begünstigende "Einstellungs" etc. nicht behoben bzw. nicht gelernt mit diesen Gegebenheiten ( Zitat: "Es ist, wie es ist" ) so günstig, wie möglich umzugehen, so mag es sein, dass man einige Zeit beschwerdefrei ist - vielleicht über Jahre - doch sobald das nächste große Ungleichgewicht aufkommt, kommen die Ängste, mit voller Breitseite, wieder.
Man ließt so unglaublich oft Aussagen wie "Ich hatte vor XY Jahren PA, ich hab sie ohne Therapie überwunden, jetzt sind sie wieder da" ergo reicht die reine Symptombehandlung oder auch das selbstständige "Zurechtkommen" mit diesen nicht aus.

Ich denke, dass dein Therapeut diese Aussage eher in einem anderen Zusammenhang getätigt hat, denn die "Ursachenforschung und - behandlung" ist in der Behandlung von Ängsten gang und gäbe.
Ein Beispiel : Die Aneignung von Problemlösestrategien oder auch das Erlernen von Entspannungstechniken, welche neben der "Beruhigung" bei akuten Ängsten auch der Stressminimierung dient. Das setzt beides an Charaktereigenschaften etc. an.
Ein Mensch der die Fähigkeit besitzt, sich zu entspannen und mit Problemen umzugehen, bräuchte beides nicht.

10.09.2012 10:22 • #8


Eine von Vielen
Huhu Casadero,

Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen und finde sie auch gut durchdacht.
Jedem seine Meinung! Ich möchte dich auch garnicht vom "Gegenteil" überzeugen, denn wie du bereits gesagt hast, ist das sicherlich bei Jedem anders. Trotzdem wollte ich eben meine Meinung dazu geäußert haben.

Es kommt vermutlich auch stark darauf an, wie man "Ursachenforschung" für sich definiert.
Vielleicht habe ich mich da auch missverständlich ausgedrück, bzw. es nicht wirklich auf den Punkt gebracht, um was er mir hier geht.

Du hast von deiner Spritzenphobie berichtet. Dabei hast du für dich festgestellt, dass es dir dadurch besser ging, dass du deinen Emotionen freien Lauf gelassen hast.
Ich sehe das auch als "Ursachen" - Forschung an.
Du hast erkannt, dass unterdrückte Emotionen ( = "Ursache" ) deine Angst aufrecht erhalten haben. Dadurch konntest du deine Einstellung / dein Verhalten ändern, was dir geholfen hat.

Genau auf derartige Eigenschaften etc. möchte ich hinaus!

Wie ich schon geschrieben habe, ist das Wörtchen "Ursache" immer etwas ungenau, nicht wirklich treffend.
Für mich ist das ein Komplex, wie ich ja geschrieben hatte. In meinen Fragestellungen habe ich die "vermutete Ursache" als letzten Punkt aufgelistet. Die anderen Fragen beziehen sich auf Eigenschaften, Verhaltensweisen etc. ( wie auch deine, in besagter Erzählung )..

Ich glaube " DIE Ursache" gibt es nicht aber ich denke, dass es ( viele ) Kleinigkeiten gibt ( wie eben dein "Emotionsproblemchen beim Spritzen ) die es lohnt zu erforschen, wahrzunehmen und darauf zu reagieren.
Das soll Sinn dieses Themas sein.

Vielleicht wurde jetzt auch deutlicher, worum es mir genau geht?!

LG

10.09.2012 12:11 • #9


Eine von Vielen
Zitat von Casadero:

Wir Angstmenschen neigen dazu, unsere Emotionen nicht richtig zu kanalisieren, wir fressen vieles in uns hinein, bis der Ballon kurz vor dem Platzen steht. Das ist eine allgemeine Feststellung die auf 99% aller Angspatienten zutrifft. Wir haben ja sogar Angst davor, Emotionen rauszulasen - aus Angst, es könnte uns noch beschissener gehen wenn wir es tun. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Rauslassen, öffnen, alles auskotzen.


Ich ziehe aus deinem Beitrag, um wieder auf das Thema dieses Threads zurück zu kommen , folgenden Schluss:

- Unfähigkeit / Probleme im Umgang mit Emotionen


Da hätten wir doch eine Gemeinsamkeit gefunden!

10.09.2012 12:23 • #10


Hallo Ihr Lieben:

Hatte eine gute Kindheit, aber irgendwann ist was schief gelaufen. Hatte auch immer ein gutes Selbstbewußtsein und irgendwann ist das auf der Strecke geblieben. Im Moment sind das die Punkte, die mein Leben bestimmen:

- Perfektionismus
- Pessimismus
- Ständiges Hinterfragen von Allem und Jeden
- Hätte, wäre, wenn - Denken
- geringes Selbstvertrauen / - bewusstsein
- Den Fehler / die Schuld immer bei sich selbst suchen
- Aufopferndes Verhalten
- Misstrauen gegenüber dem anderen Geschlecht
- Impulsivität
- große Emotionalität, Einfühlungsvermögen
- Kreativität
- Sensibilität


Strategien:

- war zwei Wochen in der Akutpsychosomatik - nicht viel gebracht!
- ab Januar ambulante Therapie
- Reha wurde abgelehnt - Widerspruch eingelegt!

Versuche im Moment mich selbst wieder an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Habe morgen Termin bei der Fortbildungsschule, mache wieder mein Metabolic Balance Programm (Ernährungsumstellung), denke meinem Selbstbewußtsein geht es auch wieder ein bißchen besser, wenn die Pfunde wieder purzeln und will wieder in meinen erlernten Beruf einsteigen.

Ich will mit so vielen Ängsten und Zweifeln nicht mehr leben - das ist nicht lebenswert! Hoffe immer noch, dass mein Widerspruch anerkannt wird und ich in Reha für meine Psyche gehen kann und da viel lernen kann, wie ich mit verschiedenen Situationen besser umgehen lerne.

Euch allen schöne Grüsse
Mausje

10.09.2012 12:32 • #11


*LittleAngel*
Hallo

Erstmal möchte ich sagen dass ich mich auf diesen Thread gefreut habe und das was ich bisher gelesen habe, ist häufig ähnlich mit dem was auch bei mir der Fall ist.

Was die kleine Diskussion zwischen eine von Vielen und Casadero angeht:

Ich finde auch, dass es personenabhängig ist, was die Angst ausmacht und durch was sie hervorgerufen wird. Aber man findet oft übereinstimmungen in gewissen Verhaltensmustern und Ursachen.

Zu Casaderos Auflistung der Gemeinsamkeiten kann ich mich teils identifizieren, teils möchte ich aber auch klar widersprechen:

- Lieber Winter, Regen und Wind als nur Sommer und Sonne (definitiv Nein! Ich liebe Sommer und Sonne sehr viel lieber als Regen, Wind und Winter. Regen Wind und Winter finde ich allenfalls gemütlich, weil man dann gerne drinne sitzt mit warmen Tee und bspweise ein Buch liest, aber ich persönlich bin lieber draußen an der Frischen Luft
- Eher an allem herumnörgeln ( auch das muss ich verneinen, ich nörgel eigentlich nur an mir rum, weniger an anderen oder an Umständen bzw Dingen.)
- Eher schlecht machen als einfach mal gut finden ( das kann ich befürworten, mir fällt es oft schwer, etwas positiv zu sehen und habe grundsätzlich ein schlechtes Gefühl gegenüber unbekannten Dingen und bin misstrauisch, bevor ich mich auf etwas einlasse)
- Gerne das letzte Wort haben ( Eher nicht, dafür bin ich zu Kleinlaut und schüchtern, oft male ich mir nur im Kopf aus, was ich gerne noch gesagt hätte, nur wenn es um meine Angst geht, lasse ich mir nicht reinreden und da will ich auch recht haben, weil ich mir denke, dass eh keiner weiß wies mir in dem moment gerade geht )
- Ständig Ideen im Kopf, egal zu welchem Thema ( Definitiv Ja! Das schweift ins unendliche aus, mein kopf ist eh ein heilloses Chaos )
- Andere gerne verbessern ( Jein, wie gesagt, bin eher kleinlaut, aber manchmal fühle ich mich gut wenn ich andere verbessere, weil ich dann das gefühl habe, überhaupt mal was zu sagen zu haben, wenn ich etwas besser weiß oder glaube etwas besser zu wissen )
- Gewisse Tendenz zur Arroganz (Eher nicht, ich halte nicht besonders viel von mir und bin selten von mir überzeugt, allerdings wurde ich schon oft für arrogant gehalten, weil ich schüchtern bin und deshalb wenig sage, viele interpretieren das als Desinteresse oder Überheblichkeit)
- Durchaus selbstdarstellerisch (schwierig, ja einen Hang zur Selbstdarstellung habe ich wohl, mir wurde oft unterstellt, dass ich die PAs benutze um mich in den Mittelpunkt zu rücken, ebenso merke ich oft, dass wenn andere von sich erzählen, ich dann häufig von mir anfange, da ich schüchtern bin, bin ich eigentlich froh überhaupt etwas zu gewissen Themen sagen zu können, aber mich zb nervt es total, wenn ich etwas erfreuliches oder trauriges zu erzählen habe und eigentlich eine reaktion darauf erwarte, und dann jemand antwortet: Ja ich kenne das, bei mir war das so und so.... und dann erzählt derjenige plötzlich seine lebensgeschichte... aber ich habe mich schon oft ertappt, dass ich das selbst auch manchmal mache )
- Nach aussen große Fresse, nach innen kleines Licht (Jein, ich bin nach außen kleines licht und nach innen kleines licht ;p)
- Meist Einzelgänger, selten Teamfähig (Definitiv ja, in einem Team kann ich mich nicht durchsetzen, will es aber auch nicht, ich denke immer meine meinung zählt eh nicht und nehme vieles nur hin und ich fühle mich selten irgendwo dazu gehörig)
- Häufig wechselnde Beziehungen (Definitiv nein, ich habe meinen Partner seit 6 Jahren, er ist auch mein erster fester Freund, mag natürlich daran liegen, dass ich zu schüchtern für Kontakte bin, dass ich vor ihm keinen hatte)
- Sexuell sehr "engagiert" (mir ist nicht richtig klar, was du damit meinst Wenn es das ist was ich denke, sage ich mal ja ;p)
- Wollen vieles auf einmal, verzetteln sich dabei ( Defintiv Ja! Mein Leben ist ein riesengroßes Chaos und ich kriege nichts geregelt, weil ich nicht eine sache zu ende kriege, ohne zwei neue angefangen zu haben)
- Starke Tendenzen zur Hochbegabung (ist schwierig das selbst zu beurteilen, als kind hatte ich nur 1 auf dem zeugnis außer in Sport aber das verlor sich je älter ich wurde. Sehr begabt bin ich aber in Kunst jeglicher Art. Sowas geht mir sehr leicht von der Hand , das macht mir Spaß und ich kann mich stundenlang damit beschäftigen)
- Als Kind meist nicht gefordert und gefördert (mag gut sein, meine eltern waren beide berufstätig und hatten zusätzlich auch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen)
- Seinen eigenen Wert nicht erkennend, immer auf der Suche nach Bestätigung von aussen (hmmm jein, eigentlich zählt nur meine eigene Bestätigung. Aber zu sagen die meinung der anderen wäre mir egal und hätte auf mich keinen Einfluss wäre gelogen. Natürlich bin ich geschmeichelt wenn mich einer anflirtet, mir ein Kompliment macht oder mich lobt. Aber ich denke das geht auch nicht-Angstis oft so. Meinen eigenen Wert nicht erkennend muss ich wohl befürworten, ich habe kein Gefühl für mich selbst und meinen Körper und sehe vieles zu streng oder negativ.)
- Häufig sind wir auch "Histrionier" (siehe Google) (muss ich wohl befürworten)
- Wir adaptieren ungemein das Verhalten anderer, sind eine Art "Energievampire" (Auch hierzu ein klares JA)

Man sieht also, dass nicht alles auf mich zutrifft. Was mich wohl unterscheidet, zb von Punkten wie: Große Fresse, kleines Licht, ist, dass ich garnicht mutig genug bin, meine Unsicherheit hinter einer gespielt selbstbewussten Persönlichkeit zu verstecken. Meine Unsicherheit dringt bei mir aus sämtlichen Poren und die Tatsache, dass ich weiß dass das so ist, hindert mich einfach daran. Ebenso hindert mich das daran, herumzunörgeln, weil ich oft denke, dass meine meinung sowieso nicht zählt. Klar bin ich mehr unzufrieden als alles andere mit vielem, aber ich schiebe mir das selbst in die schuhe, und nicht etwa anderen menschen oder umständen. Aber die Dsikussion fande ich spannend und habe natürlich direkt angefangen zu vergleichen ^^

Naja kommen wir mal zum eigentlichen Thema:

Was für Charaktereigenschaften bringe ich mit, die in Verbindung mit meinen Ängsten stehen könnten?


Pessimismus
Unsicherheit
wenig Selbstbewusstsein
Nachdenklich/Träumerisch
Perfektionismus
die Schuld bei sich suchen
Introvertiertheit
sehr emotional
Chaotisch
unzuverlässig
Kreativ
wenig Reselienz
Misstrauisch

Welche Umweldfaktoren bringe ich mit? ( famillär, beruflich, etc. )
Antriebslosigkeit


familiär:
In einer festen Beziehung seit 6 Jahren
Wohne mehr oder weniger noch bei meinen Eltern (am Haus in der Anliegerwohnung)
alle verwandten ersten Grades sind am Leben und wohl auf
Ich bin mehrfach Tante und habe viele Geschwister, eher wenig Cousinen bzw Cousins
viele unterschiedliche Probleme in der Familie, aber nichts schwerwiegendes wie Scheidung, Dro.
oder häusliche Gewalt
zu allen ein gutes Verhältnis, mal abgesehn vom mangel an kontakt zu einigen aufgrund zu hoher entfernung
oder zu wenig zeit (die einzige Ausnahme ist eine Person, die Grund für die Ursache ist, dazu mehr
bei den Ursachen)

beruflich:
klare Ziele, aber zu kraftlos sie umzusetzen
Kunstwissenschafts Studentin mit Nebenfach Geschichte
Aushilfe an einer Tankstelle
der Versuch der Selbstständigkeit mit Nageldesign (steckt noch in den Kinderschuhen, läuft bisher ganz gut
ist allerdings nur als zweites Standbein gedacht)

Gab es einen akuten Auslöser für meine Ängste? ( Unfall, Verlust eines Menschen etc. )

Der Auslöser für meine ersten Panikattacken:

Abiturabbruch, dadurch unter Druck gestanden, was nun wird
Ich musste meine Pferde verkaufen aus Geld und Zeitgründen, die waren mein ein und alles

Beides kann man wohl mit dem Gefühl versagt zu haben beschreiben

Dann die Auseinandersetzung mit dem Missbrauch in der Kindheit, die ein Jahr vorher ans Tageslicht kam

und als I-Tüpfelchen kam dann eine Magen Darm Grippe mit anschließender Magenschleinhautentzündung
die mir 8 Kilo innerhalbt kürzester Zeit raubten, mich ins Untergewicht trieben und die körperliche
Voraussetzung für meine PAs schufen

Der Auslöser für meine anschließende krankhafte Eifersucht:

schwierig da einen genauen Zeitpunkt zu ermitteln, es waren viele Situationen, die in mir den Gedanken einpflanzten, ich sei nicht gut genug für meinen Freund, er hätte was besseres verdient, darin steigerte ich mich
so rein, dass ich Angst davor bekam, dass er sich bereits eine andere suchen würde und fing an ihn zu kontrollieren. Auch das war begleitet von PAs

Danach ein Jahr Ruhe

Der Auslöser für meinen Rückfall:

Stress, ungewissheit was die Zukunft angeht, berufliche Umorientierung (kurz nachdem ich die Nagel
design ausbildung gemacht hatte in den Semesterferien gingen die PAs wieder los) ich liebe diese Tätigkeit und hatte das rumjobben satt, wollte was eigenes neben der uni machen, aber bin wohl mal wieder nicht überzeugt davon, dass ich etwas auf die beine stellen kann.

Gibt es eine vermutete Ursache oder wurde die Ursache evt. bereits gefunden ( Therapie ) ?

bei gewissen sachen ( Phobien):

Angst vor Gewitter: Vorfall auf dem Weg zum Reiterhof, ich war 10 und kam in ein starkes Gewitter, danach
konnte ich kein Gewitter mehr ertragen, obwohl ich es als kind richtig cool fand.
Ich ziehe Stecker, verkrieche mich und heule sogar....
Angst vorm Ersticken: Hat viele Ursachen, mehrmals fast ertrunken, an meiner eigenen kotze fast erstickt etc,
alles im kindesalter
das wiederum löst Quasi unterkategorische Phobien aus:
Angst vor Wasser und alles was damit zu tun hat (Sprungbretter, Rutschen, Schifffahrten)
oder Angst mich zu Übergeben, deshalb Angst zu essen
Angst Tabletten zu schlucken, sie könnte ja stecken bleiben
Angst vor Höhlen, also Angst unter der Erde zu sein, man könnte verschüttet werden und
ersticken

Angst vor Dunkelheit und Stille: Der Missbrauch fande in dunklen völlig stillen Räumlichkeiten statt (Stadtwohnung
mit Jalosien, frühe Bettruhe etc)
Seitdem kann ich in keinen dunklen und stillen Räumen sein, ich brauche immer
einen Sinnesreiz, also Radio, Fernseher oder Menschen um mich herum, die sich
noch unterhalten. Manchmal reicht eine Laterne auf der Straße oder vorbeifahrende
Autos, ich wohne leider sehr ländlich. Das was andere als erholsam empfinden ( die
ländliche Ruhe) empfinde ich als anstrengend, ich will lieber in einer hellen lauten
Stadtwohnung schlafen ^^
Ansonsten bekomme ich Alpträume oder bilde mir Sachen ein.
Daraus ensteht die Angst vorm schlafen, ich sträube mich solange bis mich die
Müdigkeit übermannt.

Aber allen voran steht als Ursache der Missbrauch. Es ist verantwortlich für vieles und spielt so oft in alle Ängste hinein. Am meisten ist es aber wohl Ursache für mein geringes Selbstwertgefühl, das manchmal schon Selbsthasscharakter hat, daraus wiederum resultieren die Folgesachen, wie kein Selbstbewusstsein, Antriebslosigkeit, kein Gefühl für mich und meinen Körper und Bedürfnisse, naja usw usw.
Dieser Mensch kommt aus der Verwandschaft, also wie ich oben sagte, er ist der einzige, zu dem ich kein gutes
Verhältnis habe.........

So ich habe mich jetzt ordentlich ausgekotzt
Es ist befreiend,es ist befreiend nicht nur über Symptome, sondern auch über Ursachen sprechen zu können

LG

11.09.2012 02:41 • #12




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