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Guten Tag,

lange habe ich überlegt ob ich das lieber weg schweigen will, verdrängen oder mich damit auseinander setzen. Ich habe den Klassiker der Agoraphobie wahrscheinlich: Angst vor dem Tod.

Ich weiss nicht warum aber in letzter Zeit, bin jetzt 31 und habe Frau und Kind, denke ich fast täglich an den Tod und sobald ich die Vorstellung oder darüber nachzudenke wie die Unendlichkeit wohl ist, weiss ich nicht was ich machen soll.

Ich will nicht sterben. Hätte ich die Gewissheit, danach käme was, hätte ich keine Angst. Sicherlich. Wer weiss es geht weiter, hat auch keine Angst, aber ich denke darüber nach und auch über wissenschaftliche Dinge die damit zusammen hängen, stelle das Leben danach in Frage, betrachte den Körper als biologische Maschine und glaube nicht, dass da noch was kommt, wenn man es wissenschaftlich betrachtet, aber die Wissenschaft kann ja nicht etwas erläutern, wenn sie es nicht kennt. Also wer weiss wie der Tod ist und was danach ist.

Wenn ich dann Studien , Interviews von Kübler Ross lese, glaube ich doch wieder, dass danach was kommt oder vielleicht machen sich die Leute nur was vor. Wer weiss das schon.

Ich weiss eins: Egal wieviel Angst ich habe, der Tod wird kommen. Das ist FAKT. Das kann niemand verhindern.

Auch habe ich Angst zu früh zu gehen, rechne mir selbst immer aus wie lange ich noch habe wenn ich so und so alt werde und schaue mir im Umfeld an wer wann gestorben ist und ich will einfach lange leben und nicht zu früh sterben, eigentlich gar nicht sterben.

Ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll.

Was soll ich tun ?

Liebe Grüsse

13.03.2011 14:25 • 15.03.2011 #1


14 Antworten ↓


Hallo,
was genau ängstigt Dich denn am Tod?
Zu früh zu gehen hieße im Umkehrschluss das du noch was vor hast?
Was möchtest denn noch alles erleben oder machen und was hindert Dich daran es jetzt zu tun?
Oder hast Du Angst davor das es schlimme, schmerzhafte letzte Momente werden bevor der Schalter endgültig umgelegt wird?
Als meine Oma noch lebte hatte ich öfter mal Kontakt zu alten Menschen. Aus deren Kommentaren und Erzähungen über ihr Leben und ihre Meinung über den Tod schloss ich für mich: je erfüllter das Leben ist/war desto weniger Angst hatten diese Menschen vor dem Tod. Die einzige Befürchtung war das es schmerzhaft sein könnte durch Krankheit oder so.
Also was genau ängstigt Dich? Der Tod an sich....nun entweder das Licht geht aus und da ist nix weiter oder da gibt es eine Art Leben danach....und darauf stellst Dich dann halt ein - genauso wie Du mal ein Baby warst und nach und nach zu leben gelernt hast.
Befürchtest Du das Hier und Jetzt nicht richtig zu leben oder bis jetzt nicht gelebt zu haben? Magst Du noch eine Chance um es "das nächste Mal" besser zu machen?
Würde Deine Angst gerne besser verstehen.....
LG
Seelchen

13.03.2011 14:42 • #2



Angst vor dem Tod - in letzter Zeit vermehrt

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Hallo,

der Tod an sich ängstigt mich. Die Unendlichkeit, die nicht zu verstehen ist. Was kommt danach ? Wie wird diese Unendlichkeit oder "Licht aus" sein. Das möchte ich verstehen. Es ist das Unbekannte. Wenn man zb schläft Nachts und aufwacht war es wie eine Sekunde. Man erinnert sich manchmal an nichts. Wenn man träumt dann nur weil das Gehirn arbeitet. Ein totes Gehirn kann nicht arbeiten und nichts zeigen. Das heisst wenn Ende dann Ende und davor ängstige ich mich im Moment. Jeder Tag ist ein weiterer Tag näher an den Tod. Es werden zwar noch viele Tage sein aber naja. Der Tod kommt irgendwann. Irgendwann.

Im Moment habe ich Frau, Kind, keinen Job. Ich denke die Gedanken kommen weil ich einfach zu viel Zeit habe. Ich finde keinen Job, fühle mich vielleicht nicht gebraucht, bekomme Absagen bei Firmen wo ich denke, dass wenn die mich schon nicht nehmen, dann niemand. Dabei bin ich qualifiziert.

Liebe Grüsse

13.03.2011 14:57 • #3


Hm, das sind für mich sehr philosophische Gedanken.
Abgesehen davon kapier ich ja noch nicht mal das Leben an sich und den Sinn darin - ich lebe halt und schau das es sich gut anfühlt.
Das alles hört sich für mich nach einer Depression an die daher kommt das Du keinen Job hast und die Gedanken udn Gefühle die diese Sitation auslösen.
Hast Du nicht die Möglichkeit eine Weiterbildung zu machen oder ehrenamtlich zu arbeiten bzw. mit zu helfen?
Tierheim gassi gehen, älteren Leuten aus der Nachbarschaft beim einkaufen helfen oder sonst eine Organisation in der NÄhe?
Dann hättest eine Aufgabe und würdest Dich wieder gebraucht fühlen....
Zum Arzt würde ich auch mal gehen und ihm davon erzählen.
Depression ist eine Krankheit die man behandeln kann und sollte. Das hat auch nix mit "Weichei sein" oder so zu tun. Ist wie Grippe, Zahnweh oder sonst eine Krankheit die einen jederzeit und unvermittelt ereilen kann.
Hältst Du das für möglich?
Grüßle

13.03.2011 15:07 • #4


Ja ich bin manchmal ein Denker. Jemand, der sich Gedanken macht und dann darein steigert.

Ich werde morgen definitiv mal einen Termin beim HA machen und dann schauen wie es weiter geht. Ich will so nicht leben. Ich will es vergessen bis es soweit ist und mein Leben geniessen.

Natürlich halte ich es für möglich dagegen etwas zu machen. Und ich scheue nicht jeden Weg zu gehen um meine Lebensqualität wiederherzustellen.

Liebe Grüsse

13.03.2011 20:56 • #5


Hallo Jochen....

... ich würde Dir eine Therapie empfehlen, damit Du mal wieder auf andere Gedanken kommst... Sicher waren wir alle schon in der Situation, in dem uns der Tod beschäftigt hat... Ein schwerer Schicksalschlag z. B., weil ein sehr nahestehender Mensch viel zu früh aus seinem Leben gerissen wurde... Unheilbare Krankheiten machen wohl jedem Angst.

Das alles gehört aber zum Leben. Von Geburt an ist man wohl jeden Tag dem Tod ein Stück näher... Das geht uns allen so, ohne Ausnahme...

Das Problem ist wohl, dass der eine es annehmen kann und dem anderen solche Gedanken in Angst und Panik versetzen... Es folgt eine Depression... Aber all das, wird wohl nichts an der Tatsache an sich ändern. Konzentriere Dich auf Dein Leben, dass Du im Moment lebst... Es lässt sich nichts aufhalten ... Wenn die Uhr des Lebens abgelaufen ist, müssen wir alle von dieser Welt gehen, ob wir wollen oder nicht. Der eine früher, der andere später... Es ist leider so...

Ich bin 30 Jahre lang mit Angst vor dem Tod herumgelaufen, weil meine Mutter viel zu früh gestorben ist... Dieses Wort allein hat mich immer schon geängstigt.. Mit diesem Trauma habe ich leben müssen, da es nie jemanden interessiert hat, wie es mir geht... Heute, nachdem ich dieses Buch geschrieben habe und mich bewusst mit dem Tod auseinadergesetzt habe, geht es mir besser. Ich weiß mittlerweile, dass mich dieses Nachdenken über den Tod nicht weiter bringt, sondern mich nur verängstigt und behindert, ein glückliches Leben führen zu können... Annehmen und Loslassen. Sei Deiner Frau ein guter Ehemann und Deinem Sohn ein lieber Vater.. Genieße das Leben in vollen Zügen und halte Dich nicht mit Gedanken auf, die Dir nicht gut tun... Das ist einfach geschrieben, das weiß ich selbst... Ich möchte Dir hier auch nur schreiben, dass man etwas gegen solche Gedanken tun kann... und sollte...

Manch einer hat sich schon verrückt gedacht... Also, lass es... Beschäftige Dich lieber mit netten Gedanken, die die glücklich machen...

Ich wünsche Dir alles Gute...

Liebe Grüße Marie

14.03.2011 10:03 • #6


Hallo,

habe gleich um 10 Uhr beim Arzt einen Termin, den ich auch wahrnehmen werde und mich überweisen lasse zu einem Experten.

Ja ich weiss. Mit dem Gedanken kann ich mich auch anfreunden, denke ich. Wir gehen alle IRGENDWANN und ich will lange leben, ich will leben und ich will dass danach noch was kommt, was ich aber nicht glaube.

Was für ein Buch hast du geschrieben?

Liebe Grüße

Jochen

14.03.2011 10:12 • #7


... Jochen, nach "Wollen" geht es leider nicht... wir müssen das nehmen, was wir bekommen... und niemand weiß wirklich, ob es ein Leben nach dem Tod gibt...

Ich habe ein Sachbuch über Angst- und Panikattacken geschrieben, mit dem "anrüchigen" Titel: "Die Angst ist ein Ar."... Es ist seit Dezember 2010 auf dem Markt.

In dem Buch habe ich meine Sorgen und "Ängste" geschildert ... u. a. auch die Ängste vor dem Tod.... Schau mal unter "Erfolgserlebnisse" das Thema "Mein Buch über Angst und Panik" oder gehe auf meine HP... wenn Du magst...

Das Buch ist authentisch, peinlich und teilweise auch lustig... Vielleicht ein kleiner Ratgeber für Betroffene... Ich will hier keine Werbung machen... Es liegt an jeden selbst, es zu lesen oder zu lassen...

Liebe Güße

Marie

... schreib doch mal, wie es beim Arzt war...

14.03.2011 10:58 • #8


@Marie: bekomme ich Dein Buch normal im Buchhandel? Würde es so gerne lesen!

Hallo Jochen,

ich kenne Deine Ängste nur zu gut. Bei mir dreht sich jeden Tag und immer wieder fast ausschließlich alles um den Tod, meinen Tod.
Ich will nicht gehen! Ich will hierbleiben, habe aber solche Angst davor, dass mich irgendein Unglück, irgendeinen plötzliche Krankheit hier rausreisst!
Es ist bei mir nicht einmal die direkte Angst davor tot zu sein, sondern 1. wie ich sterbe, ob nun qualvoll oder ganz schnell und 2. das ich dann einfach nicht mehr hier z.B. in meiner Wohnung sein kann, nichts mehr anfassen kann, mit niemanden (weltlichen) reden kann, nicht mehr meinen Hobbies nachgehen kann, nie mehr die Sonne auf meinem Balkon geniesen kann und was für mich ganz schlimm ist, nie mehr mit meinen Liebsten zusammen sein kann! Ich will nicht dass meine Tochter ohne ihre Mutter aufwächst und sich dann irgendwann nicht mehr an mich erinnern kann! Ich will nicht, dass mein Freund eine neue Frau in seinem Leben findet, die mich dann ersetzt! Ich weiß wohl, dass er auch im irdischen Leben eine neue Frau finden könnte, oder sich neu verlieben könnte, aber da ist für mich nicht der Punkt!

Ich habe viel Schreckliches in meinem Leben erlebt und bin schon so manches Mal dem Tode von der Schippe gesprungen, doch denke ich oft, dass ich wohl nicht mehr viele Chancen habe ihm zu entkommen!! Schrecklich!

LG Belle

14.03.2011 12:24 • #9


Hallo Belle...

... ich sage schon mal "Dankeschön" für Dein Interesse...

Also, das Buch kann über Amazon, Weltbild, Thalia... usw. bezogen werden... Auf meiner Homepage gibt es einen Link der zum Verlag führt... da kann es auch bezogen werden... Ich glaube Amazon und Weltbild liefern kostenlos....

Du kannst es natürlich auch in einer Buchhandlung bestellen, hier die Daten:

Titel: "Die Angst ist ein Ar."
Autor: Marie van Klant
Verlag: Persimplex, Wismar / Erschienen Ende 2010 / Sachbuch
Preis: 16,20 € / Hartcover
ISBN: 978-3-940528-66-7

Ich denke mal, das dürfte reichen... oder "googeln"...

Liebe Grüße

Marie

14.03.2011 12:38 • #10


DANKESCHÖN!!

14.03.2011 12:40 • #11


Hallo,

das werde ich mir wohl auch mal kaufen

So war nun Arzt und habe am 22. einen Termin beim Psychiater. Ich hatte richtig Glück (ach mal). Ein Termin wurde gerade abgesagt. Ohne den wäre es erst April geworden.

Vielleicht ist da ja doch jemand der auf mich aufpasst.

Liebe Grüsse

14.03.2011 12:43 • #12


Kopf hoch, ich weiß,ist schwer!

Bist nicht allein, wünsch Dir nen schönen Tag!

LG Belle

14.03.2011 13:27 • #13


Hi Jochen,
wow das sind ja mal gute Neuigkeiten.
Freut mich das Du so schnell einen Termin bekommen hast!
Manchmal ist da schon jemand oder etwas, glaub ich, wo ein bissl nachhilft wenn's brenzlig wird.
Ganz viel Zuversicht und Sonnenschein wünsch ich Dir bis dahin und darüber hinaus!
LG
Seelchen

14.03.2011 21:58 • #14


Hallo
Seit ca 2 Monaten hat sich meine Angst vor dem Tod, konkret vor einem möglichen "Nichts" danach komplett in meinen Alltag geschlichen und raubt mir doch einiges an Lebensqualität. Ich hatte diverse Panikattacken und würde von einer anfangs ziemlich unangenehmen Depression sprechen, es geht mir jetzt besser, wobei das einshclafen schwierig ist und ich doch einige Stunden täglich an das Thema denke. Da ein guter Freund von mir am Wochenende gestorben ist bin ich der unangenehmen Thematik nun wieder näher als mir lieb ist. Eigentlich war ich immer in gewisser Weise gläubig, doch seit ich mich "wissenschaftlich" mit der entstehung des Lebens und dem Universum beschäftigt habe, fällt es mir immer schwerer.
Ich möchte aber gar nicht auf meine unwichtige Leidensgeschichte eingehen sondern eher Tips für Betroffene geben.
Primär muss man doch einsehen, dass es nur Gedanken sind, völlig absurd und irrational da sie egal wie man es dreht und wendet nichts gutes bringen. Es ist eine ANgst die evolutionsbiologisch Sinn macht, nicht jedoch so wie wir sie verspüren, man kann von einer übertriebenen "Schutzangst" sprechen. Ich habe mir gesagt ich habe 3 Möglichkeiten. Entweder ich lerne den gedanken zu akzeptieren ohne Glauben, 2. Ich verdränge den Gedanken 3. Ich versuche Gott zu finden.
Nr2 ist denkbar ungünstig da spätestens im Alter eine weitere unangenehmere Auseinandersetzung kommen wird.
zu 3, Ich denke in karitativer arbeit und in dem versuch altruistischer zu handeln, mehr liebe zu geben und weniger egoistisch/materialistisch zu sein kann man zu gott finden.(auch aus "wissenschaftlicher" sicht lässt sich gott oder was auch immer nicht wegdenken wenn man sich fragt warum überhaupt irgendetwas existiert, woher kommt materie etc)
Zudem hilft mir der Gedanke mich eventuell einfrieren zu lassen (Kryonik) da es, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt denkbar erscheint in der Zukunft wieder zu neuem Leben erweckt zu werden. Was mir, zugegebener Massen eher in den "guten" phasen hilft ist das verinnerlichen von positiven gedanken, man sollte sich eine Liste mit all dem aufschreiben, was man im Leben noch machen möchte, was einem freude bereitet etc. Ich habe das Glück sehr offen zu sein, nicht durch falsche Scham dem Thema gegenüber gehindert zu werden darüber zu sprechen und eigentlich ein sehr positiver Mensch bin.
Am schwersten haben es wohl die "Ungläubigen" sehr rationalen Menschen. Diese müssen eben auch einen "rationalen" Ansatz verfolgen wenn sie meinen sich nicht von mystischem, religiösen überzeugen lassen zu können. Ich kann euch nur empfehlen euch mit Kryonik auseinaderzusetzen, mich beruhigt es extrem zu GLAUBEN, dass ich in einer besseren Zukunft ein neues, dann vielleicht "unendliches" Leben leben kann.(auch wenn ich mich letzendlich vielleicht nicht einfrieren lassen werde, ich bin 23 und denke es kann sich genau so gut nur um eine phase handeln)
Sterben müssen wir nur weil sich unsere zellen nicht mehr richtig reparieren können je länger man lebt, das muss aber nicht sein. für mich ist der satz "nichts ist sicherer als der tod" völliger schwachsinn. es ist wie gesagt sehr gut denkbar, dass die medizin irgendwann "wunder" vollbringen kann die wir uns heute nur wage vorstellen können. lest euch auch mal in das thema "singularity movement" ein.
Es geht wie gesagt nur darum die Angst zu überwinden und nicht irgendeine erklärbare wissenschaftlich perfekte Antwort zu finden. Jeder Ansatz hat seine berechtigung und ist es wert "angedacht" zu werden. Mir hilft auch daran zu denken, was vor meiner geburt war, der Gedanke, dass ich hoffentlich noch kinder bekommen werde die dann meine lebensaufgabe sein werden, die unerklärbarkeit so vieler dinge die mein, nach erklärungen und antworten strebender geist, nicht fassen kann und so raum für mystisches lässt.
Lest Bücher von carlos castanetta, redet VIEL über das Thema, sucht euch einen Geistlichen der nicht stur die bibel "auswendig" kennt, geht zu einem psychologen, lasst euch einfach ALLES offen um das unnötige Problem in den Griff zu bekommen. Ich persönlich sehe es ernsthaft auch als chance ein viel besserer Mensch zu werden.
ich habe hier jetzt einfach mal unstruktueriert drauflosgeschrieben, wer mit mir in kontakt treten will oder darüber sprechen möchte soll mich anschreiben, ich denke der austausch mit anderen "leidensgenossen" kann auch nur helfen.
liebe grüsse und viel erfolg auf euren wegen,
joshy

15.03.2011 15:26 • #15



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