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Guten Tag zusammen, in letzter Zeit bekomme ich beinahe täglich PA. Inzwischen kann ich mich während PA Angst überspielen. Einige kriegen es gar nicht mit. Doch jetzt wurde es Ernst.
Gemütlich war ich mit Freunden spazieren und bekam
- Herzrasen, Atemnot, Kribbeln am Kopf und das allerschlimmste das extreme STOTTERN.
Irgendwie konnte ich nicht sprechen, war wie gelähmt und wenn ich was sagte passte es überhaupt nicht zusammen. Hatte extreme Wortfindstörung.
Ist dieses extremes Stottern normal bei PA?
Bis jetzt wusste keiner von meiner PA aber durch dieses Stottern haben mich alle schief aneguckt.
MfG

07.01.2017 13:39 • 09.01.2017 #1


31 Antworten ↓


mimi0202
ich glaube im Angst überspielen sind die meisten von uns wohl profis , mich inklusive
egtl schlimm und traurig, denn wir sind keine unmenschen, aber aus Scham und Unsicherheit verbergen wir uns, und machen es uns damit meistens nur noch schlimmer ...

ich bin rentner und alleinstehend,- habe also kaum noch Verpflichtungen und wohne zudem recht kleinstädtisch, ich habe mir inzwischen relativ erfolgreich eine Schutzmauer vor Intoleranz aufgebaut .
Die leute die mich kennen wissen zumeist von meiner Angststörung.
Ich für mich habe mit dem Weg der totalen offenheit fast jedem der gegenüber der mir näher als nur flüchtige bekanntschaft kommt sowas wie einen Arsc*hlochfilter

ist irgendwie besser als diese ewige, schreckliche Scham , welche ich leider trotzdem noch nicht ganz überwunden habe ...

naja, so in der Art versuche ich mit der ganzen Sache umzugehen

07.01.2017 14:04 • x 3 #2



Angst überspielen möglich?

x 3


Hallo Mimi,
vor dieser Schutzmauer habe ich gehört. Man sollte die Mauer durchbrechen, richtig? Nun da du Rentner hast du mehr Lebenserfahrung, daher gehts du mit dieser Sache lockerer um. Hast du Probleme mit Stottern mal gehabt bei PA?

07.01.2017 14:15 • x 1 #3


Icefalki
In der Attacke war ich eh meistens allein, bzw. Wurde dann auch abgelenkt, wenn ich angesprochen wurde. Keine Ahnung mehr, wieder das war.

So und jetzt mal generell zu dieser Erkrankung. Ich arbeite beim HNO und soviel Angsterkrankung wie ich da jetzt mitbekommen, Leute, das ist eine Seuche.

Ich guck nur ins Gesicht und seh alles. Keiner sagt das vorher. Allein die Mimik sagt mir alles. Und ich sprechen die Menschen darauf an, und bisher war noch keiner dabei, der irgendwie nicht dankbar war.

Könnt ihr knicken, diese Verstecken. Bzw. Scham, die ist sowas von unangebracht.

Natürlich rennt man nicht rum und posaunt das raus. Aber deswegen schämen? Für Was?

Ich bin sogar der Meinung, dass das alles weiter zunehmen wird. Schade, dass man noch keine Studie erstellt hat, aber meiner Meinung nach trifft es die Netten, die Empfindsamen, Holzklötze kriegen das nicht.

Schämen never ever. Hab mich das auch jahrzehntelang. So dusslig war ich auch.

07.01.2017 14:17 • x 1 #4


Das Versteckspiel dauert nicht zulange, ich hoffe nur das diese PA aufhören und vielleicht es dusselig nicht zuzugeben. Es ist erst vor halben Jahr angefangen. Holzklötze haben wahrscheinlich keine Gefühle
Mich interessiert das extreme STOTTERN bei PA. Würde über Feedbacks sehr freuen und wie ihr damit umgeht.

MfG

07.01.2017 14:35 • #5


Icefalki
Stottern hatte ich nicht. Ich verstumme bei Problemen. Immer. Da red ich gar nichts mehr. Sonst quassel ich dauernd.

Ist ja ähnlich. Konzentriert ist man auf die inneren Vorgänge. Du stottert dabei, ich hab nix mehr gesagt.

Beides fällt auf.

07.01.2017 14:39 • x 1 #6


Was machst du wenn Menschen dich darauf ansprechen während du nichts sagst?
Das Stottern fällt bei mir nur bei PA auf und sonst durch Mimik bis jetzt nicht zusehen ausser nach der PA. Nach der PA sehe ich traurig aus. Du scheinst Experte zu sein bei NHO Praxis. Anscheinend gehen viele Angsthasen dahin wegen Atemprobleme.

07.01.2017 14:50 • #7


mimi0202
Zitat von Icefalki:
In der Attacke war ich eh meistens allein, bzw. Wurde dann auch abgelenkt, wenn ich angesprochen wurde. Keine Ahnung mehr, wieder das war.

So und jetzt mal generell zu dieser Erkrankung. Ich arbeite beim HNO und soviel Angsterkrankung wie ich da jetzt mitbekommen, Leute, das ist eine Seuche.

Ich guck nur ins Gesicht und seh alles. Keiner sagt das vorher. Allein die Mimik sagt mir alles. Und ich sprechen die Menschen darauf an, und bisher war noch keiner dabei, der irgendwie nicht dankbar war.

Könnt ihr knicken, diese Verstecken. Bzw. Scham, die ist sowas von unangebracht.

Natürlich rennt man nicht rum und posaunt das raus. Aber deswegen schämen? Für Was?

Ich bin sogar der Meinung, dass das alles weiter zunehmen wird. Schade, dass man noch keine Studie erstellt hat, aber meiner Meinung nach trifft es die Netten, die Empfindsamen, Holzklötze kriegen das nicht.

Schämen never ever. Hab mich das auch jahrzehntelang. So dusslig war ich auch.


wow ! das hast du einfach nur ganz wundervoll geschrieben !

hast ja sowas von Recht !


@Williams

dein Kernproblem das Stottern hatte ich noch nicht, oder zumindest nicht so sehr das es mir aufgefallen wäre ....
aber bitte bekomme davon jetzt nicht das Gefühl da irgendwie unnormal zu sein !

ich habe es schon oft geschrieben, und werde auch immer dazu stehen, weil es einfach stimmt ! :
die Abgst löst Symptome von der obersten Haarspitze bis zum untersten kleinen Zehnagel aus , innerlich, und äusserlich ....

den grössten Fehler den wir hier alle machen, (ich auch) wir beachten es viel zu intensiv , fangen uns an zu schämen, ducken uns, ziehen uns zurück ....und davon wird es in aller Regel einfach nur noch viel schlimmer

ich stimme Icefalki so sehr zu , brutale offenheit ist da eine grosse Hilfe und Unterstützung, meistens wirst du dann ja auch angesprochen, oder eben auch gefragt .....und es gibt kaum eine besser ablenkung als in Gespräche verwickelt zu werden

07.01.2017 15:04 • x 1 #8


Icefalki
Hauptsächlich wegen der Hypochondrie. Aber auch viele Depressionen sich die dabei. Man merkt das einfach, wenn man das selbst mal hatte.

Du hast mehrere Möglichkeiten, wenn du ne Attacke hast. Kannst auch sagen, dass du gerade Probleme mit dem Kreislauf hast. Irgendwie ist mir plötzlich schwindlig, sorry, Leute, muss mich mal eben setzen, an die frische Luft, was auch immer.

Oder du hast gerade eine Anflug von Unterzuckerung. Ist übrigens gar nicht mal so selten, dass man das wirklich hat.

Oder hast nicht genügend getrunken. Dann trinke. Ist auch gut bei einer Panikattacke.

Panik ist Angst, scheinbar ohne Grund. Hat aber einen. Schon allein, dass du dich schämst, bedeutet, dass du nicht als schwach wahrgenommen werden möchtest.

Hier könnte man ansetzen. Frag dich immer mal nach dem warum? So hab ich das getan. In der Attacke geht das nicht. Aber vor irgendwas fürchten wir uns, und wenn es nur das Bild von uns selbst ist, das wir nicht gefährden wollen.

Das macht Stress, immer was sein wollen, was wir gar nicht sind. Das führt zur Ausweglosigkeit. Und die macht Angst.

Dein Stottern dabei ist nur ein Symptom. Hast du keine Angst, stottert du nicht.

Kannst das vernachlässigen. Viel eher die Frage, warum reagierst du mit extremer Angst?

07.01.2017 15:06 • x 1 #9


Gute Frage Icefalci, warum ich jetzt Angst habe. Möchte demnächst sogar zum Arzt.
Den bis jetzt hatte ich jedes mal nach PA extreme Sprachstörung bzw Stottern.
Vielleicht nennt man es inzwischen Hypochendrie bei mir.
Du hast auch recht dass man nicht stottert wenn man keine Angst hat, nun bei mir ist es extrem nach der PA.
Als wäre ich betrunken

07.01.2017 15:24 • #10


Icefalki
Du bist noch gar nicht in Behandlung? Da aber fix, Therapie Plätze dauern.

Was interessant ist, dass du dich mehr ums stottern sorgst, als um die PA. Also liegt es viel daran, wie du bei anderen ankommst?

War das schon immer wichtig für dich?

07.01.2017 15:30 • #11


Hab mich bisschen falsch ausgedrückt.
Ich kann nach der PA nicht sprechen, als wäre mein Sprachzentrum eingefroren.
NACH der PA habe ich extreme Wortfindstörung. Sowie Mimi meinte, es könnte vom Stress kommen nach der PA.

Bin noch nicht im Behandlung, PA sind erst im vor halben Jahr angefangen, ich wusste gar nicht was es ist..
Und naja, bis jetzt habe ich alles gut überspielt und hoffe nur dass diese PA ohne Behandlung verschwinden.

07.01.2017 15:38 • #12


Icefalki
Zitat von Williams:
Und naja, bis jetzt habe ich alles gut überspielt und hoffe nur dass diese PA ohne Behandlung verschwinden.


Kannst du knicken. Das hab ich 17 Jahre lang gehofft. Geh zum Therapeuten.

Stress ist ja Auslöser. Kannst gut sein, dass du da stottert, bzw. Wörter nicht mehr findest.

Aber schon das alleine wäre Abklärungwürdig. Mach einen Termin bei einem Neurologen/Psychiater aus. Kannst das dann abklären lassen.

Untersuchung ist da immer gut.

07.01.2017 15:43 • x 1 #13


mimi0202
Zitat von Williams:
Gute Frage Icefalci, warum ich jetzt Angst habe. Möchte demnächst sogar zum Arzt.
Den bis jetzt hatte ich jedes mal nach PA extreme Sprachstörung bzw Stottern.
Vielleicht nennt man es inzwischen Hypochendrie bei mir.
Du hast auch recht dass man nicht stottert wenn man keine Angst hat, nun bei mir ist es extrem nach der PA.
Als wäre ich betrunken


mir fällt jetzt erst auf (sorry bitte) das es ein symptom NACH einer PA ist , verstehe ich doch richtig, oder ?

dann könnte das eine Entspannungsform deines Körpers sein, genauso ist es ja auch mit Zittern ....

Icefalci hat vollkommen Recht, bitte schildere deine Problematik mal deinem Hausarzt !
er sollte hier unbedingt verständnis aufbringen...

ein weiterer immer guter Anlaufpunkt bei seelischen Problemen ist der Sozialpsychologische Dienst , den findest du über google für deine Region, da kannst du anrufen, die leute kennen sich sehr gut mit sowas aus, und können dir gute Ratschläge geben, und dich weiter verweisen wo du hilfe finden kannst....
mit etwas Glück gibt es bei dir ja sogar Selbshilfegruppen in deiner Nähe

07.01.2017 15:44 • x 1 #14


Ich danke ihnen vielmals für eure Antworten. Termin bei Neurologen ist schon geplant.
Mir fällt es sowieso auf dass dieses Überspielen viel Kraft kostet.
Danke

07.01.2017 15:51 • x 1 #15


Icefalki
Sehr gut. Der Weg da wieder raus ist lang, aber im Endeffekt hast du nachher mehr gewonnen, als verloren. Glaub mir das einfach mal, auch wenns unglaubwürdig klingt.

Und je eher du was tust, desto besser.

07.01.2017 15:54 • x 1 #16


Danke für die Hoffnung, ihr macht mir Mut.
Eine Frage an Icefalci: du hast 17 Jahre lang PA?

07.01.2017 16:22 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Icefalki
Ja, und bin nicht zum Arzt. Scham und Stärke zeigen, funktionieren, das war mein Motto.

Glaub mir, tausendmal Hölle und zurück. Hab trotzdem gearbeitet, hab aber auch viel vermieden. Ich war Weltmeisterin in Ausreden.

Zum Schluss ne saftige Depri. Die hat mich quasi gerettet. Dann eben Medis und Therapie. Bin jetzt ca. 13 Jahre soweit ok.

Muss aber höllisch aufpassen, nicht ins alte Muster abzudriften. Bei in ist das chronisch.

Also, ab zum Doc, meinen Weg brauchst du nicht gehen. Damals gab es kein Internet, und später bin ich nicht auf die Idee gekommen. Man gewöhnt sich auch irgendwie daran.

Das ist ja der Witz, lieber bekanntes Leiden, als was tun. Drum kenn ich alle Facetten dieser Erkrankung.

07.01.2017 16:30 • x 1 #18


Das ist ja der Witz, lieber bekanntes Leiden, als was tun. Drum kenn ich alle Facetten dieser Erkrankung.
Prima Spruch

Erstmal hut ab, wie du es geschafft hast. Aber muss es unbedingt mit Tablletten behandeln?

07.01.2017 16:43 • #19


Icefalki
Nee, es gibt kein Muss! Ich war froh, als ich die bekam.

Manchmal muss man ja erst mal Therapie fähig werden. Bei mir war das so. Du bist schön am Anfang.

Ich war 17 Jahre auf Highspeedadrenalin. Und dann auf null.

Glaub mir, die waren Segen und kein Fluch.

07.01.2017 16:51 • #20



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