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Hallo an alle hier,
bin neu hier. Hab mich total gefreut als ich dies Forum entdeckt habe, ich würd` mir gern mal meine Angst von der Seele schreiben. Vielleicht gibts jemand der auch schon so lange unter Panikattacken leidet, aber besser damit umgeht und am Leben teilnehmen kann.
Seit meinem 14. Lebensjahr, nunmehr seit über 30 Jahren leide ich unter Angst- und Panikattacken. Wenn ich das aufschreibe und nachrechne, dann kommt es mir so unwahrscheinlich vor, wie kann ein Mensch nur so viele Jahre so leben wie ich. Ich weiß nicht, ob man dies Leben nennen kann. Ich bin halt nur da, aber was ist schon lebenswert daran? Für mich ist es lebenswert, wenn ich nicht in einer Angstsituation bin, dann gehts mir gut.
Ich lebe, indem ich alles genau plane und allen Angstsituationen aus dem Weg gehe. Ich lebe eigentlich unter ständigem Stress, in der Hoffnung, dass nichts Ungeplantes auf mich zukommt, im Hinterkopf ist immer ein Gedanke mit der Angst vor der Angst beschäftigt.
Aber auch ich kann nicht alles planen, z.B. vor einigen Wochen sollte ich meinen Chef zum Bahnhof in eine andere Stadt bringen. Dazu muss ich sagen, ich habe einen Führerschein und ein Auto und fahre auch damit, aber nur mir bekannte Strecken, (hört sich völlig bekloppt an, ich weiß) Als er mich bat ihn zum Bahnhof zu bringen, blieb mir vor Schreck fast das Herz stehen, ich wollte ja auf keinen Fall zugeben, dass ich die Strecke nicht fahre, weil ich da Panik bekomme. Also hab ich erst gar nichts gesagt, aber ich merkte wie mir vor Angst schwindelig wurde und ich hatte das Gefühl auf dem 10-Meter-Brett im Freibad zu stehen und ich musste zugeben, dass ich die Strecke eben nicht fahren kann. Ich kam mir schon sehr blöd vor, als ich meinte, ich können ihn nicht fahren, weil ich mir diese Strecke nicht zutraue, ich wär am liebsten im Erdboden versunken. Ich wollte damit nur erzählen, dass es auch niemand mitbekommen soll, dass ich unter Panikattacken leide.

Damit ich nicht so oft Panikattacken erlebe, vermeide ich ganz viele für mich Angst machende Situationen, wie Kino, Fahrstuhl, U-Bahn , auch spontane Reisen.

Ich leide an Panikattacken, u.a. wenn ich im Auto als Beifahrer auf der Autobahn unterwegs bin. Da ist immer die Angst davor, was ist wenn es mir nicht gut geht, wenn ich jetzt hyperventiliere, kann ich dann schnell Hilfe bekommen? Auf der Autobahn kann ich nicht überall anhalten, also fühle ich mich so eingeengt.
Meiner Familie zuliebe fahre ich jedes Jahr mit in den Urlaub, aber nur in etwa 3 Stunden entfernte Gegenden, damit im Falle der Panik, die Rückfahrt nicht so lang wird. Selbst für diese Fahrten haben wir schon 6 Stunden und länger gebraucht, weil ich dann jedes Mal auf dem Rastplatz anhalten muss, frische Luft atmen, mich beruhigen muss, und dies nicht lange anhält, kaum fahren wir wieder auf der Autobahn, gehtacute;s wieder los, ich atme völlig hektisch, hyperventiliere, hab das Gefühl keine Luft zu kriegen und dann fahren wir wieder auf den nächsten Parkplatz.
Ich hab mich immer geweigert Medikamente zu nehmen, nach so einer Reise habe ich einen Psychotherapeuten aufgesucht, der mir Alprazolam-Teva verschrieben hat. Die nehme ich abends vor einer Reise ein. Bin dann immer ziemlich müde und benommen. Nehme dies in Kauf, weil ich sonst überhaupt nicht mehr verreisen könnte. Aber spontane Ausflüge sind so unmöglich.

In drei Wochen sind wir zur Hochzeit meines Neffen ins Ruhrgebiet eingeladen. Ich habe jetzt schon Angst, schlafe schlecht und sehe mich schon nach Luft ringen im Stau stehen. Am liebsten würde ich absagen. Aber die nächste Angst machende Situation kommt bestimmt.
Z.B. find ich die Musik von König der Löwen so schön, wenn ich dies in der Werbung sehe, und dann plane ich in Gedanken schon mal die Fahrt nach Hamburg zum Musical. Aber schon ist sie wieder da die Sch...Angst und es bleibt beim Planen. Das macht mich schon sehr traurig. Damit ich jetzt nicht traurig bin, verdränge ich halt wieder.
Sorry, ist doch ein bisschen lang geworden.
Ich wünsche allen noch einen schönen Tag
gruß maja

08.05.2007 14:14 • 07.06.2007 #1


13 Antworten ↓


Hi hast du schon mal das Buch Angstfrei leben von Lucinda Basset gelesen? es ist einen versuch wert. mir gehts auch schon ein wenig besser, und es stimmt wirklich Angst ist eine Illusion sieh ihr in die Augen und sie wird verschwinden!
alles gute!

08.05.2007 22:34 • #2



Angst- u. Panikattacken seit über 30 J.

x 3


hallo GAst, danke für deine Nachricht, ich hab schon verschiedene Bücher wie z.B. Das Anti-Angst-Training v. Fensterheim u.Baer, Angstzustände u. Panikattacken erfolgreich meistern und zZ lese ich das Angstbuch von Prof. Bandelow, während ich die Bücher lese, kommt mir vieles so bekannt vor. Aber wenn ich dann in einer Angstsituation bin, komme ich da nicht wieder raus, es wird dann immer schlimmer bishin zum Hyperventilieren. Gedanken-STOP wie mal ein Therapeut gesagt hat und den negativen durch einen guten Gedanken ersetzen oder Autogenes Training hilft mir in der Angstsituation überhaupt nicht. Am liebsten hätte ich glaub ich ein gutes Medikament, welches beruhigt, aber weder müde noch abhängig macht.
Durch die vielen negativen Erfahrungen in Angstsituationen habe ich schon Angst vor der Angst. Das ist so ein Kreislauf.

In welchen Situationen hast du denn Angst und wie gelingt es dir dann ihr nicht aus dem Weg zu gehen, sondern in die Augen zu sehen?
Gruß Maja

09.05.2007 13:13 • #3


Hallo Maja,

mit den Büchern das stimmt, habe auch schon sämtliche Bücher gelesen und in Momenten der Attacken ist es sehr schwer sich einen guten Rat zu Herzen zu nehmen, um da alleine wieder rauszukommen.

Du hast geschrieben, Du bräuchtest ein gutes Medikament. Hast Du schon mal mit Deinem Arzt darüber gesprochen? Ich nehme jetzt seit ungefähr 6 Wochen wieder Sertralin und es geht mir so halbwegs wieder gut, habe keine extremen Angst-und Panikattacken mehr. Dieses Medikament macht nicht abhängig, verändert Deine Persönlichkeit auch nicht, die Anfangszeit sind zwar noch geprägt von Nebenwirkungen, welche aber dann immer mehr nachlassen. Ich habe diese AD schon vor 3 Jahren für 1 1/2 Jahre mal genommen und damals haben sie mir schon so gut geholfen, dass ich wieder ein normales Leben führen konnte. Als dann dann dieses Jahr wieder losging, bin ich sofort zum Arzt und haben mir diese gleich wieder verschreiben lassen.

Viele Grüße
Gina

09.05.2007 13:19 • #4


Hallo Maja,
ich kann mir sehr gut vorstellen wie es dir geht. Ich leider zwar erst seit ein paar Wochen an Panikattacken, aber ähnliche Syptome habe ich auch. Da ich rund 200 km vom Heimatort entfernt studiere, muss ich auch immmer rund 2 Stunden auf der Autobahn fahren. Als ich das letzte mal 3 mal anhalten musste, da ich merkte das meine Angst größer wird und ich vielleicht hyperventilieren könnte, habe ich nun totale Angst davor am Freitag wieder nach Hause zu fahren. Würde am liebsten hier bleiben aber meine Eltern sind verreist und ich muss mich um paar Sachen zu Hause kümmern.
So lange es auch nen Standstreifen gibt, habe ich eig. kein Problem wenn ich anhalten muss um in ne Tüte zu atmen, mich zu beruhigen. Aber auf der Strecke gibt es auch längere Baustellen, wo man nicht einfach anhalten kann. Ich will ja auch nicht andere in Gefahr bringen. Daher werde ich nun das erste mal nicht mit dem Auto fahren und eine Mitfahrgelegenheit oder die Bahn nutzen.
ich finde dies schrecklich, da es ja ein deutlicher Schritt zurück ist.
Die Symptome sind bei mir genau die selben. Ich hab das Gefühl nicht genug Lust zu bekommen, werde hektisch usw bis es schließlich anfängt zu kribbeln und ich hyperventiliere. Allerding hilft es mir sehr in eine Tüte zu atmen um damit zu verfindern das zu viel Sauerstoff aufgenommen wird. Somit kommt es eigentlich nicht mehr dazu das es zu schlimm wird.
Seit einer Woche bin ich beim Arzt, in nem Monat habe ich nen Termin beim Psychologen. Ich hoffe sehr das es irgendwann besser wird und ich wieder öffters weggehen kann. Zur Zeit mache ich das schon noch häufig...merke allerdings wie ich öffters doch zu Hause bleibe. Und das ärgert mich sehr.

Wünsche euch allen das beste.
Markus

09.05.2007 15:01 • #5


Huhu Maja.........,

mich hat an Deinem Beitrag eines verwundert.
Ich habe nichts darüber gelesen, dass Du es mal mit der ein oder anderen Psyochotherapie versucht hast.

Zu meiner Person:
männlich, 40J, verh. und zwei Kinder im Alter von 8 J.

Ich leide seit fast 20 Jahren unter fast den gleichen Symtomen.
Nach Ausbruch dieser Krankheit habe ich auch erstmal das ganz normale Ärtze-Shopping hinter mich gebracht auf der Suche nach irgendwelchen Diagnosen.
Es hat bei mir ca. 3 Jahre gedauert, bis ich entdeckt habe, dass es eine Angststörung ist die ohne Hilfe von Fachleuten nicht zu bewältigen ist.
Desweiteren mußte ICH auch erstmal akzeptieren, dass ich an einer Krankheit leide, die ja real nicht zu fühlen ist wie ein Beinbruch, Magengeschwür usw.........
Wie oft habe ich mir gewünscht, dass es doch im Grunde genau SO eine Krankheit wäre - Damit hätte ICH was anfangen können!!
Zu Beginn wurde da auch mit Medikamenten gegengesteuert und ich muß sagen - DAS war mit die schlimmste Zeit in meinem Leben !
Dann habe ich eine Gespächstherapie begonnen mit leichte Medikamneten Unterstüzung.
Dadurch konnte ich die Angst in mir, je nach allg. Befinden, bis auf 10 oder 20% minimieren und habe die Therapie nach 2 Jahren beendet.
Es wurde dann geheiratet, die Kinder sind gekommen und im Zuge unseres Hausbaus wurde die Angst irgendwie wieder Stärker.
Es wurde wieder so Stark, dass ich wieder in Therapie gehen mußte/wollte - Ich war zu allem Bereit.
Diesmal habe ich mich dann zu einer Hypnose Therapie entschieden, die ich dann dann 2 Jahren 2006 für meine Verhältnisse erfolgreich beendet habe.
Die Angst, die mich früher in allen Lebenslagen beherrscht hat, beherrsche ICH jetzt da sie nur noch um 5% in mir rumgeistert.

Was ich eigentlich Dir Maja, oder auch den anderen sagen will ist, das ich in keinster Weise ein Fan von Psychopharmarka bin - ich habe mittlerweile eine Aversion gegen das Zeug, es benebelt einem so die Sinne - egal wie schwach die dosierung auch ist.
Für den einen oder anderen mag es ja ganz hilfreich zu sein (glaubt er/sie) damit der Alltag zu bewältigen ist - aber die Angst ist da und bleibt da, bei einigen Medikamenten wird die Angst sogar noch verstärkt.
Diesen ganzen div. Angsstörungen unter denen wir leiden kann einfach nur auf Therapeutische Art geholfen werden.
Sicher ist es nicht einfach den richtigen Therapeuten zu finden, erst recht bei den ganzen Wartezeiten von in der Regel 1 Jahr - hier wird nach dem Grund tief im innersten gesucht und glaub mir, bei jedem ist irgendwo der Auslöser versteckt der meistens auch gefunden wird.
Ebenfalls gibt es sog. Tageskliniken wie z.B. hier --

Ich wünsch Dir viel Glück Kraft
Gruß - Gast aus dem Ruhrpott

12.05.2007 09:10 • #6


Hallo Gast aus dem Ruhrpott,

erstmal ganz herzlichen Dank für deine Nachricht.
Du hast ja so recht mit alldem was du schreibst.
Man möchte viel lieber eine andere Krankheit haben, allein schon weil, ich dann nicht so oft schauspielern müsste, ich kann leider nicht mit dem Zug zum Seminar fahren, weil ich unter Angst- und Panik leide, dann könnte ich sagen, tut mir leid kann heut nicht weil ich Migräne oder sonst was hab. Aber Angst- und Panik kann doch keiner nachvollziehen, der es nicht am eigenen Körper erlebt hat.
Ich war schon bei verschiedenen Ärzten, Therapeuten in Behandlung, anfangs noch mit meinen Eltern einen Arzt nach dem anderen aufgesucht. Diagnosen waren: das liegt an der Entwicklung, gibt sich später wieder, soll mehr Sport treiben, eine Ärztin hat sogar Tabletten gegen Angina Pectoris verschrieben. Ich habe jedes Mal für mich daraus mitgenommen, dass ich mich nicht so anstellen soll, ich sei körperlich völlig gesund. Ich hab mich völlig unverstanden gefühlt.
Irgendwann habe ich einen Nervenarzt aufgesucht, der hat mir Vallium verschrieben. Nur beim Lesen der Packungsbeilage war mir schon unheimlich, geschweige hab ich das Zeug jemals genommen.
Später hab ich dann einen Psychotherapeuten aufgesucht, zunächst zu Einzelgesprächen und später einer Gruppentherapie. Einmal wöchentlich trafen sich die Gruppen u. der Therapeut zu einem 1,5stündigen Gespräch. Manchmal hat es ca. 1 Stunde gedauert bis einer den Anfang gemacht hat. So wirklich erfolgreich war es für mich nicht.
Aber irgendwie ging es mir soweit gut, oder ich habe meine Angst einfach wunderbar verdrängt, sodass ich den Mut hatte zu heiraten und habe sogar ein gesundes Kind bekommen. Aber mein Angst-Verdrängen hätte unter der Geburt fast zu einer Katastrophe geführt. Ich hätte die Ärzte über meine Angst- und Panik informieren müssen, es hätte nur ein Kaiserschnitt gemacht werden müssen. Aber mein Kind und ich hatten großes Glück.
Aber allein wegen der Sch..-Angst ist es bei einem Kind geblieben.
1998 hab ich dann noch mal Anlauf zu einer Gesprächstherapie genommen. Sie dauerte über 2 Jahre. Das gute war, dass ich einmal in der Woche mit jemand über meine Ängste sprechen konnte, der mich aufbaute, Mut zusprach. Ich hätte mir gewünscht, dass mich meine Therapeutin mal begleitet in diesen Angstsituationen, aber da wurde mir gesagt, das gibtacute;s nur im Film.
Meiner Familie zu liebe bin ich mit in den Urlaub gefahren, aber oft wurden die Rückreisen zur reinsten Tortur. Darauf bin ich mal zum Therapeuten und habe nach Tabletten für die Reise gefragt. Und seit dem nehm ich vor einer Reise Alprazolam. Und diese Müdigkeit, dieses benommene Gefühl am nächsten Tag macht mir schon zu schaffen, aber ich muss es in Kauf nehmen.
Wenn ich nach 2 Jahren wieder zum Arzt komme, um mir ein Rezept zu holen, staunt der immer nicht schlecht, dass ich von diesen Tabletten solange hab.
Ich habe, glaub ich noch nicht den richtigen Therapeuten gefunden. Ich habe ja u.a. immer wieder Panikanfälle während ich als Beifahrer auf der Autobahn unterwegs bin. Wenn ich dieses Erlebnis einem Arzt schildere, kann ich mir anhören, das Beste ist, Sie fahren selbst. Dann fühl ich mich völlig unverstanden. (Vielleicht ist das auch die Konfrontationstherapie)
Vor ungefähr 3 Jahren habe ich mir auf einer Gesundheitsmesse einen Vortrag von einem Psychotherapeuten angehört. Habe mir einen Termin geholt und bin voller Hoffnung zu dem neuen Arzt. Ich war keine 5 Min. im Zimmer hatte ich ein Rezept in der Hand und den Tipp das Angstbuch von Prof. Bandelow zu lesen und dann wieder zu kommen. Die Tabletten liegen im Schrank, das Buch fang ich erst jetzt an zu lesen.
Und das Buch ist wirklich gut. Es gibt viele Stellen an denen ich mich und die Ängste wieder erkenne. Aber dies hilft mir leider nicht, wenn ich im Auto sitze und hyperventiliere.
Meine Antwort ist bisschen lang geworden, aber wenn ich sie noch mal lese, fällt mir auf, dass ich nicht dran geblieben bin, dass ich mich so schnell entmutigen lasse, ich eigentlich meine, ich steh mit der Angst allein da und muss auch allein dadurch. Dann kommen immer wieder die negativen Erlebnisse und die haben sich so im Hinterkopf festgesetzt, dass nur der Gedanke an die Autobahnfahrt mein Herz schneller schlagen lässt. Es ist ein einziger Kreislauf.

Ich freue mich für dich und für jeden, der es schafft da rauszukommen!
Danke für deine guten Wünsche.
Ich wünsch dir und deiner Familie alles alles Gute!
Gruß Maja

12.05.2007 19:07 • #7


Hallo.
Ich bin hier neu. Weil ich ein Buch von D. Wolf gelesen habe, bin ich nun auf dieses Forum gestossen. Ich leide seit ca. 3o Jahren unter Angst - und Panik. Ich habe alles durchgemacht. Konnte nie mehr Auto fahren, ging in keine Menschenansammlung, sass in Gaststätten nur an der Türe. Und vor allem machte ich mir Gedanken was kann passieren ? Angst vor der Angst. Ich konnte nie mehr alleine bleiben in meinem Haus. Nun bin ich 61 Jahre und noch leide ich daran. ABER ! ich habe die eigene Konfrontation angefangen vor einigen Jahren. Allerdings erstmal mit Hilfe von Thereapien, zwar nicht die kogn. Therapie. Ich habe auch das Buch von L. Basset gelesen, es ist sehr gut. Ich habe eigentlich alles versucht, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen. Ich bin heute der Meinung, dass es nicht alleine an uns Angstmenschen liegt, wenn wir aus der Angst nicht heraus kommen, sondern auch an unserem Umfeld. Mein Mann hat mich beschützt und somit ging meine Angst nie weg. Bis ich merkte, so will ich nicht mehr leben. Ich lernte die Entspannungsübungen nach Jacobson. Ich habe mich ins Auto gesetzt bin erstmal nur 1 Strasse gefahren, ich habe geamtmet. Mir war auch schwindelig im Kopf. Ich war nervös. Nur ich hatte irgendwann den masslosen Wunsch, endlich davon los zu kommen. Denn ich wollte frei sein. Als der Gedanke kam, mein Mann könnte ja irgendwann nicht mehr leben, dann wusste ich, dass ich keine Angst mehr haben darf. Und das hat sich in meinem Kopf so fest gesetzt ! , dass ich tägl.übe alleine zu bleiben.
Wenn ich es geschafft habe, habe ich mich auch ab und zu belohnt. Ich gehe alleine ins Cafe, war früher nie möglich. Ich kann nur jedem Angstmenschen raten, gib nieee auf.. Ich habe auch Angst vorm Fliegen gehabt. Dann bin ich in ein Fluganstseminar gegangen. Dort sitzen jede Menge Menschen, die alle Ängste haben, jeder auf seine Art. Und ich bin geflogen. diese schönen Erlebnisse bleiben und vor allem ist es meines Erachtens sehr wichtig, etwas alleine zu bewältigen, nicht mit einem Therapeuten, der ist dann ja dabei.. Jedes Erlebnis was ich zb. alleine geschafft habe, ist für mich eine Freude.
Es kommen auch Tage, wo ich wieder Ängste habe. Nur der Partner darf nicht helfen.! Begleitung ist ein guter Therapeut. Ich fand ihn damals bei der ev. Kirche, und zwar bei der Diözese.
Ich gehe auch heute noch in Therapie. Weil ich weiter kommen möchte.
Ich verstehe alle , die hier schreiben.
Wünsche allen auch viel Mut und Kraft. Die Angst sind nur negative Gedanken... !
In diesem Sinne
Seemoewe

18.05.2007 15:56 • #8


Ich kann seemoewe nur beipflichten. Auch ich hatte massivste Angst- und Panikattacken. Einkaufen wurde zur Tortour, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren ein Riesenproblem. Mir haben damals die Bücher von Lucinda Bassett auch sehr geholfen und auch von Frau Dr. Doris Wolf. Nur, wenn man konkret in der Situation ist, versucht man alles abzurufen, aber dennoch überkommt einem oft das heulende Elend: Warum gerade ich. Aber, auch wenn ich derzeit auch wieder mit Rückfällen zu kämpfen habe, heißt es immer: Nicht aufgeben, egal, wie lange man es schon hat. Es sind die angstauslösenden Gedanken, es fängt alles im Kopf an. Wenn man wie in Deinem Beispiel denkt, ich hyperventiliere während der Autofahrt, dann ist das wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Man konzentriert sich darauf, lenkt seine Aufmerksamkeit nach innen und forscht den Körper nach möglichen Gefahrenquellen ab. Und meistens findet man auch das, was man sucht. Ich habe auch eine Arztphobie entwickelt, mein Blutdruck ist meistens in einer Arztpraxis nicht messbar. Auch heute saß ich wieder da, um mir Medikamente zu holen und ich ließ es einfach zu. Ich sprach mit der Angst und sagte ihr: Nun komm schon, bringen wir es hinter uns. Hier bin ich eh in guten Händen, falls ich umfallen sollte. Ein Herzrasen, was ich nicht weiter beachtete und der Spuk war kurz danach vorbei mit einer Riesenerschöpfung. Es sind dann wieder diese Erfolgserlebnisse, es zuzulassen und dann zu sehen, wie es abebbt. Kämpft man verbissen dagegen, hält sich alles aufrecht.
Genauso ist es mit dem Hyperventilieren. Man pumpt sich so die Lungen voll, dass man völlig das Ausatmen vergisst und steigert sich hinein. Vielleicht ist es ratsam, irgendwelche Atemübungen zu erlernen. Ich habe es immer so gemacht, dass die Wellen kommen und ich atme Gutes ein und wenn die Wellen gehen, atme ich großzügig aus und alle meine schlechten Gefühle sollen diese Wellen dann mitnehmen. So als Vorstellungsübung.
Ganz liebe Grüße Dir - Schwalbe

22.05.2007 13:55 • #9


Hallo..
ja ich rede auch oft mit der Angst, wie mit einem zweiten Menschen, der neben mir steht. Ab undzu bekomme ich dann auch so eine Wut auf Sie, dass ich schimpfe, hau doch endlich ab. Ich kann dich nicht gebrauchen. Dann geht es auch wieder .
Aber Medikamente nehme ich nicht gg. die Ängste, ich nehme nur abends zum schlafen etwas, damit ich gut durchschlafen kann, aber tagsüber nie . Ich will ja klar Auto fahren und klar denken können.Es sind negative Gedanken. Ich weiss wie schwer es ist. Aber tägl. üben ist auch anstrengend. Es kostet Kraft. Und ich kann auch nicht tägl. mit dem Zug irgendwo hin fahren.
Ich hoffe und wünsche allen, dass sie gut durch kommen.
Was ich hier vermisse, wo ich lebe, ist zb. eine Selbsthilfegruppe. Ich lebe sehr ländlich. Es gibt sowas nicht.
Alles gute von der Seemoewe

22.05.2007 21:20 • #10


Hallo Seemöwe und Schwalbe und alle anderen,
erstmal Danke für eure Zuschriften. Bin für jeden Gedankenaustausch dankbar.

Ich kann euch nur zustimmen.

Ich war nun letztes Wochenende zu der Feier im Ruhrgebiet. Die ganze Zeit vorher hab ich mich mit der Reise beschäftigt, von wegen Route geplant, ich kannte die Strecke im Schlaf, hab immer wieder daran gedacht, wie ich nach Luft ringend im Stau stehe. Ich hab auch daran gedacht abzusagen, habe erst einen Tag vor Abfahrt ein Geschenk gekauft. Aber dann habe ich mir gesagt, wenn ich jetzt kneife, was mache ich als nächstes nicht.
Sind also gefahren, sind auch ca. 1 Stunde sehr zähfließend wegen Baustelle geschlichen, fand die Situation nicht angenehm, aber es ging. Während der Feier sollte ich ja eigentlich abgelenkt genug sein, aber nein ich ertappte mich immer wieder mit Gedanken an die Heimfahrt und als dann noch Staus wegen des langen Wochenendes angekündigt wurden, wurde ich zunehmend unruhiger. Am liebsten wäre ich am nächsten Morgen um 7 Uhr schon gefahren. Die Verwandten haben solange geredet, dass wir noch bis zum Mittag bleiben sollen, bis ich meinen Mann nicht mehr davon überzeugen konnte, früh zu fahren. Ich war sauer und enttäuscht, dass mein Mann nicht zu mir hielt. Dann denke ich auch, was er es schwer hat mit mir, ständig auf diese Ängste einzugehen und mir es entsprechend recht machen. Ich hab die ganze Nacht geheult, weil ich an die Sch.-Angst vor der Heimfahrt denken musste. Sind dann erst nach dem Mittagessen gefahren und gut durch gekommen und waren nach 2,5 Stunden zu Hause. Ich muss allerdings gestehen, dass ich jeweils vor der Fahrt eine Tablette genommen habe.
Ich habe diese Angst-und Panikattacken beim Autofahren ja schon seit meiner Kindheit, ich kann mich an angstfreie Autofahrten fast gar nicht mehr erinnern, sodass ich bei jeder Autobahnfahrt an Panikerlebnisse denken muss und schon negative Gedanken kommen, um so weiter ich mich von zu Hause entferne.
Es sind eindeutig die Angst auslösenden Gedanken, die Angst vor der Angst. Ich bin wirklich kein Fan von Medikamenten, aber ohne trau ich mir eine längere Autobahnfahrt nicht zu.

Mit dem Atmen ist das so eine Sache ich hab das Gefühl, dass ich den ganzen Tag, auch wenn weit und breit keine Angst auslösenden Gedanken oder Situationen in der Nähe sind, falsche atme. Ich werde manchmal von Leuten, die mich nicht gut kennen angesprochen, was denn los sei, warum ich denn so stöhne oder seufze. Ich ertappe mich ganz oft, dass ich ganz tief Luft hole, obwohl ich in Ruhe sitze. Im Autogenen Training heißt es ja eigentlich es atmet mich, Atmen geschieht völlig unbewusst. Kennt das von euch auch jemdand?

Herzliche Grüße
Maja

29.05.2007 14:37 • #11


Hallo rena,
hab eben mal im Forum vorbeigeschaut und deine Nachricht entdeckt. private nachrichten kann man wohl nur einsehen, wenn man angemeldet ist. Das wusste ich nicht, ab ich noch nicht ausprobiert.
Es ist mir leider nicht gelungen, meine Antwort als priv. nachricht an dich zu versenden. Ich hab in dem Feld Beitrag erstellen, den Inhalt von deiner Mitteilung. Hoffe du bist nicht böse, wenn ich dir hier antworte.
Ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich bin, dass ich meinen Arbeitsplatz noch habe. Das bedeutet für mich doch oft ein MUSS mich aufraffen. Es ist zwar sehr oft mit unheimlichem Stress verbunden, wenn ich mal wieder schauspielern muss. Denn ich könnte vor den Kollegen und Vorgesetzten niemals meine Angst zugeben. Ich hab immer das Gefühl dann so angreifbar zu sein. Du hast ja in meinem Beitrag von meinem Erlebnis gelesen, als ich Anfang des Jahres meinen Chef zum Bahnhof bringen sollte. Ich fühl mich dann wie eine riesige Null und habe Angst, wenn mein Chef etwas von meinen Angstzuständen mitbekommt, verliere ich meinen Arbeitsplatz. Manchmal überlege ich, ob ich dadurch auch ständig unter Druck bin. Denn ich bin eigentlich ständig auf der Hut, bloß nicht das Gesicht verlieren.
Was passiert bei einer Konfrontationstherapie genau? Ich überlege seit einiger Zeit, ob ich nicht auch noch mal einen Versuch wagen sollte.
Habe ja auch schon einige Versuche hinter mir.
Z.Zt. ist es so, dass ich ein paar Tage vor einer Reise, (wie vor zwei Wochen zur Hochzeit ) Tabletten nehme. Aber wirklich nur dann., weil ich überhaupt kein Fan von Medikamenten bin, egal wofür oder wogegen. Meinen regelmäßigen Tagesablauf krieg ich zum Glück ohne Medikamente hin. Aber auch nur weil ich allen Angstsituationen aus dem Weg gehe. Ich denke ich bin Weltmeister im Verdrängen und Schauspielern. Ich müsste mich auch viel öfter in Angstsituationen begeben, aber allein trau ich es mir nicht zu und ich hab halt niemand, den ich damit belasten möchte.
Du konntest vielleicht keinen Mut machen, aber man fühlt sich nicht so furchtbar allein mit diesen Angstproblemen. Weil im täglichen Leben hat man doch keine Angst zu haben, jedenfalls nicht in der Form, mit der wir uns immer wieder rumschlagen müssen.
Ich frag mich so oft, warum, was ist passiert und warum sind die Angsterlebnisse so fest abgespeichert?
Ich sende dir ganz herliche Grüße
Maja

03.06.2007 17:28 • #12


Hallo,ich bin neu im Forum, bin verheiratet und habe zwei Kinder.Leide seit 24 Jahren unter Angst u. Panikattacken. Habe selbsthilfegruppen besucht,Therapien gemacht und inzwischen war ich in 6 Kliniken.Ohne erfolg! Das Problem ist bei mir, wenn ich in einer Klinik bin ,fühle ich mich puddelwohl.Da sind Ärzte um mich rum,bin dann total angstfrei.Zuhause,kommt die Angstdann wieder auf, aber richtig.Die Ärzte raten mir Tabeletten zunehmen, kann ich aber nicht,denn ich habe tierisch angst vor den Nebenwirkung.Leider muss ich runter ,mein Mann ruft mich.Also meine angst hat mich total im Griff,sprich ich verlasse das Haus sehr acute;selten und wenn,dann nicht allein. herzliche grüsse biggi

06.06.2007 21:45 • #13


Hallo biggi und ihr anderen,

ich bin auch neu hier.Als ich den ersten Beitrag von Maja las, kamen mir die Tränen - ich habe mich total wieder erkannt.
Ich leide auch seit über 20 Jahren an Panikattacken, die mein Leben sehr eingeschränkt haben. Zuerst half mir der Alk. ganz gut, mein Leben (alleinerziehende Mutter mit Kind und Arbeit) im Griff zu behalten. Als ich dann aber mit den Jahren immer mehr brauchte um die Angst unten zu halten und merkte,dass ich auch körperlich abhängig wurde, habe ich entzogen. Das war vor 10 Jahren. Danach ging es mir eine ganze Zeit sehr gut. Ich hatte so gut wie keine Panikattacken mehr und wenn, gelang es mir, mich ihnen zu stellen. Ich hab, wie andere auch, mit meiner Angst geredet.

Seit 9 Jahren habe ich nun einen ziemlich stressigen Job, so dass ich vor lauter Arbeit fast überhaupt keine Angst mehr spürte. Mein Selbstbewusstsein ist in dieser Zeit auch mächtig gewachsen. Allerdings kam dann vor 3 Monaten der totale Nervenzusammenbruch - Burn-out mit Angstzuständen, die praktisch pausenlos liefen. Als alter Hase in Sachen Angst und stickter Psychopharmakaverweigerer habe ich versucht, die Angst alleine wieder in Griff zu bekommen - aber es ging nicht. Jetzt nehme ich seit 2 Wochen Opipramol (Wirkstoff Insidon)um wenigstens die generalisierte Angst (Angst vor allem und jedem, sogar vor den eigenen Gedanken)in Griff zu bekommen. So langsam kann ich auch schon ein wenig wieder den Kopf aus der Angst herausstrecken, sonst könnte ich gar nicht schreiben. Trotzdem würde mich interessieren, ob jemand Erfahrungen mit Medikamenten hat?

Aber was mir inzwischen klar ist - die Angst ist nicht einfach nur lästig - sie hat auch einen Hintergrund und für mich ist es an der Zeit mich endlich damit zu beschäftigen. Werde zwar nächste Woche erstmal auch in eine Klinik gehen, dann aber anschließend ambulant eine Psychotherapie weitermachen. Ich denke, es ist wichtig, dass man im Alltag, wo ja die angstauslösenden Situationen auftauchen, begleitet wird.

Im Moment übe ich grade wieder Autofahren mit Begleitung. Es ist schon deprimierend, wenn nicht mal mehr das geht, was früher mit Ach und Krach ging. Aber ich will nicht aufgeben. Jeder cm² angstfreier Boden wird mit Zähnen und Klauen verteidigt.

Es ist schwer mit Menschen über die Angst zu sprechen, die sie nicht kennen und ich habe sie bis jetzt auch tunlichst hinter der Maske von Selbstsicherheit versteckt. Deshalb bin ich gerade in der jetzigen Situation, in der sie mich fast völlig lahm gelegt hat, froh euch gefunden zu haben.

Grüße
Chris 2

07.06.2007 12:44 • #14



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