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Hey Leute,
Leide mittlerweile seit November letztem Jahres an dauerhafter Angst vor einem plötzlichen Herzinfarkt o.ä, immer in Unsicherheit und Gefahr.
Mal bessere Tage, mal schlechtere.

Seit mehreren Tagen kann ich einfach nicht mehr entspannen, oder abschalten. Wenn ich liege spüre ich permanent meinen harten Herzschlag im Rücken, sehe wie das T-Shirt bebt. Kann kaum einatmen, da der Bauchbereich so verkrampft idt, dass er ständig angespannt oder gar eingezogen ist. Spüre regelmäßig Adrenalinschübe durch den ganzen Körper gehen, obwohl ich eigentlich sicher bin und auch versuche die Situation etc zu akzeptieren. Hab das Gefühl mein Körper hört nicht mehr auf mich.
Gestern unterwegs hatte ich so einen enormen Adrenalinrausch, dass ich dachte ich sterbe. Von Kopf bis Fuß wurde alles taub und hat gekribbelt, meine linke Seite hat sich eingedrückt, dass ich dachte es quetscht meine Organe, ein hartes ziehen in der Brust.

Hat jemand Tipps, wie ich das Adrenalin reduzieren kann? Bewegung bringt nur bedingt was, leider. Im Schlaf ist es gut, aber sobald ich aufwache spüre ich, wie alles langsam verkrampft.

Mache mir große Sorgen ernsthafte organische Schäden dadurch zu holen.
Hoffe auf Antwort. Freundliche Grüße

09.07.2017 15:56 • 14.07.2017 #1


5 Antworten ↓


Schlaflose
Zitat von Gokudera1501:
Von Kopf bis Fuß wurde alles taub und hat gekribbelt, meine linke Seite hat sich eingedrückt, dass ich dachte es quetscht meine Organe, ein hartes ziehen in der Brust.


Wahrscheinlich hyperventilierst du bei einer Attacke. Das verursacht diese Symptome. Da hilft es, in eine Tüte ein- und auszuatmen, bis es abflaut.

09.07.2017 16:53 • x 1 #2



Adrenalinvergiftung möglich?

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HeikoEN
Körperliche Schäden wirst Du nicht davon tragen. Insb. das Herz ist dafür ausgelegt, aber natürlich maßgeblich steuert das veg. Nervensystem den Puls, Blutdruck usw. und das wiederum ist abhängig von der Psyche.

Die körpereigenen Hormone sind direkt nicht zu steuern. Sport hast Du schon erwähnt, warum hilft dieser nur bedingt? Was ist, wenn Du dich mal richtig auspowerst?

Entspannungstrainig mal probiert? Und klar, das braucht Zeit damit es hilft! Aber prog. Muskelentspannung ist ein Entspannungstrainig genau für Angstbetroffene. Mal probiert über 2-3 Wochen hinweg? Täglich?

Schau mal hier:

http://ratgeber-panik.de/manahmen-gegen-angst/index.php

aber insb. hier:

http://ratgeber-panik.de/manahmen-gegen ... aining.php oder auch http://ratgeber-panik.de/manahmen-gegen ... aining.php

10.07.2017 12:15 • x 1 #3


Jan_
Wenn du die körperlichen Symptome ärztlich Abgeklärt hast (keine organischen Ursachen) ist es wichtig sich zunächst bewusst zu machen, dass diese durch die Beobachtung und Bewertung selbst hervorgerufen werden.
Es gilt auf das Wissen zu vertrauen dass man daran nicht sterben wird. Adrenalin versetzt den Körper in einen besonderen Zustand zum Kämpfen oder Wegrennen. Beim intensiven Sport treiben geht der Puls und Herzschlag auch hoch und man stirbt nicht daran. Wenn die Atmung flach und kurzatmig wird fehlt der notwendige Sauerstoff- und Kohelndioxid Austausch, man hat das Gefühl man bekommt keine Luft, oder Druck auf der Brust. Maximal wird man ohnmächtig, aber sterben tut man auch daran nicht. Dann gilt es eine Hand auf den Bauch zu legen und tief und langsamer in den Bauch zu atmen. Das Bringt einerseits wieder Luftaustausch in die Lungen, und andererseits bringt es die Aufmerksamkeit weg von den Körperlichen Eindrücken die auch gerne negativ überbewertet werden.

Eine Adrenalinvergiftung gibt es nicht. Es ist halt besonders anstrengend für den Körper. Das heißt ggf. ausgepowert, Konzentrationsschwierigkeiten, etc. Aber eventuell werden die Symptome auch einfach stärker wahrgenommen als sie tatsächlich sind.

Sport und Entspannungsübungen helfen nachweislich.
Dann gilt es noch die eigene Aufmerksamkeit und selbst induzierte Negativspirale in den Griff zu bekommen.
Am besten zwei dreimal täglich die Atemübung machen.
In deinem Fall hört es sich natürlich schon sehr akut, häufig beziehungsweise durchgehend an. Schonmal daran gedacht dich an deinen Hausarzt zu wenden? Eventuell wäre ein Besuch in einer psychologischen Notaufnahme auch sinnvoll. Oder auf mittlere Sicht auch eine Reha.

14.07.2017 01:08 • x 1 #4


Erstmal Danke an alle

Das mit dem Hyperventilieren könnte sehr gut sein. Vergesse in diesen Momenten komplett das Atem bzw es funktioniert so schnell und flach bzw. tief, dass ich es gar nicht wahrnehme.

Mit Sport hilft nur bedingt meinte ich, dass es die Lage manchmal sogar verschlimmert. Letztens hatte ich nach einem Sprint schon etwas so wie Atemnot, weil ich eben nicht wirklich einatmen konnte, weil der Bauch so verspannt war.
Entspannungsübungen ebenso, da die meisten damit beginnen auf die Bauchatmung zu achten. Wenn das nicht klappt werde ich zusätzlich aggressiv
Hab die Links dennoch mal gespeichert, kann man in Situationen, die nicht ganz so extrem sind, gut nutzen.

Körperlich ist alles in Ordnung, bin ja auch erst 22 muss ich dazu erwähnen, hab halt besonders Angst durch diese ständige Belastung auf lange Sicht etwas kaputt zu machen.
Bin soweit schon in ärztlicher Behandlung (therapeut und psychiater), über Reha hab ich auch schonmal nachgedacht, aber war immer eher der Stubenhocker, daher bin ich zuhause eigentlich am entspanntesten.

Bin jetzt auch insbesondere heute wieder komplett beschwerdenfrei gewesen, da keinerlei Belastung durch den Kopf stattfand. Wieder mal ein Beweis, dass man sich alles selbst zaubert.

14.07.2017 01:25 • #5


Jan_
Zitat von Gokudera1501:
über Reha hab ich auch schonmal nachgedacht, aber war immer eher der Stubenhocker, daher bin ich zuhause eigentlich am entspanntesten


Ich habe mich immer mehr zurück gezogen, habe auch immer das Gefühl gehabt das ist das was mir gut tut.
Ich war zuletzt lange krank geschrieben (Depression, dann entwickelte(?) sich auch eine soziale Phobie). Ich war kürzlich fünf Wochen in einer Reha und kann sagen das hat mir sehr viel positives gegeben. Sowohl Wissen als auch Erfahrungen mit anderen Menschen. Auch wenn ich vorab schon sehr belastet war dort hingehen zu müssen bin ich dann letztlich unbelastet hin, ohne große Erwartungen, aber mit der Einstellung dass die Mitarbeiter ja dort sind um mich zu unterstützen, und die anderen Patienten ja auch offenkundig Probleme haben und diese anerkennen.

Ein Stubenhocker zu sein ist also nicht unbedingt ein Grund gegen eine Reha. Es ist natürlich etwas Überwindung, aber kann sich durchaus sehr lohnen. Gerade der große Kontextwechsel, raus aus der eigenen Verantwortung, rein in keine Verpflichtungen abgesehen von Therapien, an denen man ja aber selbst ein Interesse hat.
Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein darauf zu achten dass die Klinik nicht zu groß ist; ich war froh dass meine nur 120 Betten hatte. Jeder grüßte und duzte sich, und zumindest vom Sehen kennt man dann alle (trotz fliegendem Wechsel durch An- und Abreise).

14.07.2017 15:21 • #6




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