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Hallo

Wie der Titel schon verrät, würde ich gerne ein paar Meinungen/Erfahrungen zu dem Thema austauschen wollen.

Kurz zu meiner Vorgeschichte:

Ich habe Anfang 2011 eine Angststörung entwickelt.
Alles fing an als ich an der Schilddrüse erkrankt bin, allerdings hatte ich nur körperliche Symptome ohne psychische Begleiterscheinungen. Dazu gehörte, dass ich an starker Erschöpfung litt, teilweise sehr niedrigen Blutdruck hatte und mich auch ansonsten sehr unwohl gefühlt habe. Das ging eine Zeit so, ich habe es so gut ertragen wie ich konnte.
Der Horror fing an, als ich eines Tages Herzrasen bekam, das Ganze dauerte 5 Stunden, ich war wie im Ausnahmezustand. Es fühlte sich an wie eine Panikattacke, ich hatte in der Vergangenheit welche, dieses mal war es aber durch das ganze Hormonchaos bedingt. Ich fühlte mich wie auf einem Horrortrip.
Jedenfalls war ich ab dem Tag an jeden Tag wie im Ausnahmezustand. Irgendwie hatte es Klick in meinem Kopf gemacht und ich kam von dem Angsttrip nicht mehr runter. Ab dem Tag hatte ich ständig Angst, dass die Panik wieder kommt und ich deswegen verrückt werden könnte oder mich selbst nicht kontrollieren könnte.

Anfangs waren nur die Abende schlimm, da der erste Angstanfall abends kam. Sobald es dunkel wurde, kam auch die Angst. Später hat sich das auf meinen ganzen Alltag ausgebreitet. Ganz am Ende war ich nicht mehr in der Lage meine Wohnung zu verlassen. Einkaufen gehen ging nicht mehr, meine Mutter musste alles für mich erledigen. Freunde treffen ging nicht mehr, da ich ständig Angst hatte einen Panikanfall zu bekommen. Irgendwann wurde das Telefonieren sogar schwierig, da ich manchmal Tage lang am Stück depersonalisiert war.
Am Ende hatte ich nur noch Angst komplett verrückt zu werden und in der Klapse zu landen.
Das ganze dauerte ein ganzes Jahr. Ich habe in der Zeit vielleicht 10 mal meine Wohnung verlassen, um mal zum Arzt zu gehen. Es war die Hölle meines Lebens.

Dann im Frühjahr 2012 änderte sich alles schlagartig.
Ich hatte an dem Tag einen Arzttermin. Am Vortag saß ich da und hätte nur heulen können, da mein Angstlevel schon alleine bei der Vorstellung meine Wohnung verlassen zu müssen, bei 10 war.
An dem Tag kurz vor dem Termin überkam mich plötzlich die Lust rauszugehen und die frische Luft zu genießen, es war ja gerade Frühling geworden. Ich ging also raus, ging ohne Probleme zum Arzt und danach noch kurz einkaufen.

Die Angst war verschwunden! Ich fühlte mich wie befreit. Auf einmal konnte ich überall hingehen, völlig egal wie weit ich von meiner Wohnung entfernt war. Die Angstzustände waren weg, ich hatte mein Leben wieder!

Seitdem ist schon wieder 1 Jahr vergangen und die Angst kam nie wieder.

Ich frage mich bis heute wie das möglich sein konnte. Ich hatte mir nie Hilfe gesucht. Wie soll man auch zum Therapeuten kommen, wenn man eine Agoraphobie hat Das war für mich unüberwindbar.
Ich habe nie wirklich versucht mich zu überwinden, da ich mich von der Angst wie gelähmt gefühlt habe.
Ich hatte absolut nichts geändert und plötzlich war alles weg.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Kann die Angst bei einer derart starken Ausprägung einfach verschwinden?

Was meint ihr dazu?

Wäre nett ein paar Meinungen zu hören

23.03.2013 23:50 • 23.04.2013 #1


2 Antworten ↓


Hei Bei mir war es recht ähnlich .... ich bin auch nicht mehr vor die Tür gegangen etc. und mit einem mal war alles weg...allerdings nur für 3 Monate

Bei mir war es dann so das ich in eine andere Stadt gezogen bin, den ersten Monat alleine durchziehen musste und warten musste bis mein Freund nachkommt...die ersten 3 Wochen liefen glatt bis mich ein Arbeitskollege versetzt hat. Auf einmal war alles wieder da. Bei mir hat also eine ungewohnte Situation und eine nicht planmäßige Begebenheit gereicht um alles wieder hochzuholen. Hatte eben alles nur irgendwie verdrängt.


Hoffe sehr für dich das es bei dir anders läuft! An deiner Stelle würde ich mir einen netten Therapeuten suchen und alles aufarbeiten um sicherzugehen das du nie wieder so etwas durchmachen musst.

Drücke dir die Daumen.

02.04.2013 21:54 • #2


Ich habe eine SD-UF und bei mir fing es ähnlich an. Leider kann ich (noch nichts) positives berichten aber es ist schön deinen positiven Verlauf zu lesen. Hatte immer wieder Magen-Darmprobleme - irgendwann fingen leichte PAs an. Hatte ich alles bis vor kurzem im Griff. Nun bin ich schon das x mal dieses Jahr krankgeschrieben und mein HA hat bemerkt es sind nicht nur Infekte, die ich habe. Ich kann weder mit der Bahn noch auf der Autobahn fahren und hoffe, das sich dies durch üben oder ein Schlüsselerlebnis wieder gut wird.
Kannst Du denn Deine tolle Entwicklung auf irgendein Erlebnis zurückführen? Es hört sich an als wenn ein Schalter umgelegt wurde:)
Freue mich für Dich...

23.04.2013 08:24 • #3




Dr. Reinhard Pichler