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Tal der verlorenen Tränen
Ganz einsam und allein schaue ich entsetzt ins Tal der verlorenen Tränen hinein.
Ausgetrocknet ist dieses Tal wahrscheinlich schon lange. Ich war eine ganze Zeit nicht hier mir wird Angst und Bange.
Vor langer Zeit war hier einst ein Meer, gefüllt von gesalzenen Tränen von irgendwo kamen sie her.
Auch ich habe dieses Meer damals mit Tränen gefüllt und damit meine Sorgen und Ängste gestillt.
Wenn ich nicht weiter wusste, kam mir in den Sinn, ins Tal der Tränen zu gehen, irgendwohin.
Manchmal traf ich dort jemanden, der mich verstand. Manchmal stand ich allein da am Meeresrand.
Es tat mir gut, denn ich wusste, dass ich im Tal der Tränen nicht stark sein musste.
Das Meer fing meine Ängste und Sorgen auf, jedes Mal war ich erleichtert, und es baute mich auf.
Voller Schrecken muss ich nun seh´n, dass die Menschen nicht mehr ins Tal der Tränen geh´n.
„Wo soll ich jetzt hin mit meinen Ängsten und Sorgen?“ denke ich im Stillen, ich schaffe es nicht, das Tal der verlorenen Tränen allein zu füllen.
Verloren sind längst auch die Tränen in mir, Du fragst „Warum?“ Komm, ich erzähle es Dir.
Kaum jemand hatte je meine Tränen geseh´n, wenn sie jemand sah, konnte man es nicht versteh´n.
Also, war ich allein mit meinem Schmerz, glaube mir, manchmal brach es mir fast das Herz.
Ich habe geschrien: „Siehst Du nicht, wie ich leide?“ Und denke, mein Gegenüber hatte daran noch seine Freude.
Irgendwann haben sich meine Tränen versteckt, und ich allein habe die klaffenden Wunden geleckt.
Nun kann ich die Tränen nicht mehr finden, und ich schaffe es nicht sie in dieses Meer einzubinden.
Vielleicht kannst Du mir auf der Suche nach meinen Tränen behilflich sein? Dann sind wir schon Zwei und ich bin nicht ganz so allein.
Nimm mich mal in den Arm und rede mit mir, vielleicht finden sich dann meine Tränen wieder, vielleicht auch bei Dir.
Ich kann verstehen, warum sie sich verstecken, sie wollen nicht Leid und Trauer in mir wecken.
© Marie van Klant
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