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Hallo alle zusammen,

gegenwärtig schwanken meine ZG wieder sehr. Immer wenn ich der Meinung bin, "sie" zu verstehen, zu begreifen warum sie da sind, welche Aufgabe sie haben und eine paar Woche ohne ZG vergehen, bin ich ganz optimistisch, hoffnungsvoll und freue mich so...das es mir gut geht.

Doch dann, von einer Minute auf die andere ...zack sind sie da...und ziehen mir völlig den Boden unter den Füssen weg. All meine Hoffnung, alles Verständnis...ist dann über Bord geworfen und ich habe nur noch Angst... mir wird Übel, schlkecht und ich habe nur noch Gedankenkreisen.
Oft suche ich dann die Ursachen in der aktuellen Situation und grübel, und grübel und grübel um mir das Wiederauftreten der ZG erklärlich zu machen!? Kennt ihr das? Was beeinflusst eure ZG? Stress, wenig Schlaf, Wut, Trauer?

Welche Erfahrungen habt ihr in euren Therapien gemacht? Gibt es wirkungsvolle Hilfen?, Umgang mit dem ZG die es verhindern immer wieder so in Panik zu verfallen? Welche Methoden sind am wirkungsvollsten?

Ich bin gerade mal wieder ziemlich down...und hoffe, ihr köönt mir ein wenig Mut machen!

LG Mauser17

10.03.2018 12:08 • 14.03.2018 #1


7 Antworten ↓


Hotin
Hallo mauser,
Zitat:
Doch dann, von einer Minute auf die andere ...zack sind sie da...und ziehen mir völlig den Boden unter den Füssen weg.
All meine Hoffnung, alles Verständnis...ist dann über Bord geworfen und ich habe nur noch Angst... mir wird Übel,
schlecht und ich habe nur noch Gedankenkreisen.


Bestimmt ist es für Dich sehr schlimm, wenn Dich Deine Angst zeitweise lahm legt.
Eins verstehe ich jedoch noch nicht.
Du sprichst Doch von Zwangsgedanken.
Sind das ganz bestimmte Zwangsgedanken, die Dich immer wieder belasten?
Kannst Du darüber sprechen, welche Gedanken Dich dann belasten?
Oder ist es mehr eine allgemeine Angst?
Zitat:
Gibt es wirkungsvolle Hilfen? Umgang mit dem ZG die es verhindern immer wieder so in Panik zu verfallen?


Da gibt es einiges. Eventuell solltest Du jedoch anders an die Lösung herangehen.
Zwangsgedanken sind die Folge von starker Angst. Deshalb kannst Du nicht an den Zwangsgedanken arbeiten und
daran etwas verändern.Verändern musst Du etwas an der Quelle Deiner Ängste.
Wenn Du einen Fluß trocken legen willst, macht Du das auch möglichst nicht dort, wo er ins Meer fließt, sondern
Du legst erst mal die Quelle trocken und danach blockierst Du die Flüsse, die in das Hauptflussbett reinfließen.

Wichtig ist hier vermutlich Dein allgemeines Angstniveau herunter zu fahren.
Dann werden Die Zwangsgedanken bestimmt wie auf wundersame Weise verschwinden.

Viele Grüße

Bernhard

10.03.2018 13:54 • x 1 #2



Wie kämpft ihr gegen aggressive Zwangsgedanken/impulse

x 3


@hotin,

ganz lieben Dank für deine Antwort. Deine Worte taten gut.

Genau, ich spreche von ZG. Genauer.... von aggressiven ZG, die sich vorrangig gegen mich selbst richten. Stetige Angst davor, aus einem Zwangsgeganken oder einem Impuls heruas mich umzubringen. Dabei geht es um möglichen Arten von Suizid...
Am belastesten finde ich diese Zwangsimpulse, die sich so schrecklich echt anfühlen, als würde ich es jetzt einfach tun um endlich meine Ruhe zu haben.

Ich weiss, das die ZG eine Folge starker Angst sind. Jedoch begreife ich die Funktion meiner aggressiven ZG gegen mich selbst dennoch nicht. Warum richtet sich das gegen mich?!

Was meinst du mit Quelle der Angst? das <erlebnis, woraus die ursprüngliche Angst entstanden ist oder die Angstthematik?
Ich denke, das es sich bei mir vorranig um die Angst vor Kontrollverlust geht. Diese Erkenntnis hilft mir bisher aber nicht weiter.

LG und einen sonnigen Sonntag

11.03.2018 10:59 • #3


Hotin
Hallo mauser,

Zitat:
Genau, ich spreche von ZG. Genauer.... von aggressiven ZG, die sich vorrangig gegen mich selbst richten.
Am belastesten finde ich diese Zwangsimpulse, die sich so schrecklich echt anfühlen, als würde ich es jetzt
einfach tun um endlich meine Ruhe zu haben.


So lange Du so sachlich über diese Gedanken schreibst, sehe ich da kaum eine echte Gefahr.
Das Gehirn ist natürlich in der Lage so etwas zu denken. Auch wenn es die schlechteste aller möglichen Lösungen ist.
Diese Lösung fühlt sich eventuell verflixt einfach an, obwohl es gar keine wirkliche Lösung darstellt.
Deine Gedanken, die ich bis jetzt noch nicht als Zwangsgedanken bezeichnen würde, sollten Dir noch keine große
Angst machen.
Nur wenn Du den Eindruck hast, Du kommst aus diesen selbstzerstörerischen Gedanken
allein nicht mehr heraus, dann wird es Zeit Dir sehr schnell ärztliche Hilfe zu suchen.
Ich finde, noch schreibst Du völlig normal, nicht depressiv oder ähnliches.
Zitat:
Ich weiss, das die ZG eine Folge starker Angst sind. Jedoch begreife ich die Funktion meiner aggressiven ZG
gegen mich selbst dennoch nicht. Warum richtet sich das gegen mich?!


Ich sehe das nicht so, dass sich Deine Gedanken gegen Dich richten.
So lange Dein Gehirn noch nicht gelernt hat, eine Situation auf natürliche, sagen wir mal "normal" Art zu lösen und
damit zufrieden zu werden, fängt es eventuell an zu träumen.
Es wünscht sich, es wäre nicht da. Dann gäbe es auch keine Probleme. Nur ist so etwas natürlich Unsinn.
Deswegen solltest Du Deinem Gehirn immer wieder sagen, es soll Dir eine vernünftige Denklösung anbieten.
Weil Du etwas brauchst, mit dem Du im Leben vorankommst.

Eine Lösung die einen Sinn für Dich ergibt.
Zitat:
Was meinst du mit Quelle der Angst? das <erlebnis, woraus die ursprüngliche Angst entstanden ist oder die Angstthematik?


Wir Menschen handeln vom ersten Tag unseres Erdenlebens nach Verhaltensmustern.
Viele Muster sind uns von der Natur vorgegeben. Die größte Zahl an Verhaltensmustern,
erstellen wir uns von Geburt an selbst.
Die Quelle einer Angst wird deshalb nicht unbedingt nur ein Erlebnis sein. Es ist meistens
das Gefühl der Sicherheit, oder besser der fehlenden Sicherheit, welches jeder Mensch
in den ersten Lebensjahren fühlt.
Zitat:
Ich denke, das es sich bei mir vorranig um die Angst vor Kontrollverlust geht.


Da ist es ja schon. Die Angst vor Kontrollverlust schreit geradezu nach mehr Sicherheit.
Das geht aber so nicht.
Deswegen ergeben die immer wiederkehrenden Forderungen der Menschen nach noch mehr Kontrolle wenig Sinn.
Ein Mensch kann und sollte vieles in seinem Leben steuern und damit beeinflussen.
Nur, kontrollieren kann überhaupt nicht funktionieren.

Damit meine ich. Dir wird es dann besser gehen, wenn Du Dir darüber klar wirst, dass
Du nicht alles im Leben erreichen kannst, was Du Dir wünschst.
Vieles aber bei weitem nicht alles, muss auch ich einfach so akzeptieren, wie es ist.

Auch Dir einen schönen Sonntag.

11.03.2018 13:21 • x 1 #4


Hallo Hotin,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Nachricht. Sorry, das ich heute erst schreibe, aber in den letzten Tagen fehlte mir irgendwie die nötige Ruhe.

Meine Gedankenn, die ich schon als ZG bezeichnen würde, machen mir aber wahnsinnige Angst und führen immer dazu, das ich zweifel, grübel, in mich hinein horche etc.
Es sind nicht nur aufdrängende Gedanken, sondern auch bildhafte Vorstellungen und solch sich schrecklich anfühlenden Impulse. Die sind am allerschlimmsten und führen zu einer unmittelbaren körperlichen Angstreaktion. An solchen "schlechten" Tagen fühle ich mich von allen Arten des Suizides angesprochen...sehe ich ein Messer, spitze Gegenstände...gehe ich an ein offenes Fenster heran, fahre ich über eine Brücke, sehe ich ein Zug oder muss über einen Bahnübergang...usw. geht es in meinem Kopf wie in einem Karusell...Angst, Zweifel, die Frage nach dem Warum, Wut...etc.

Nach der Geburt meines 2. Kindes bezogen sich die ZG auch gegen meine Kinder. Bildhafte Vorstellungen und Impulse sie umzubringen. In ärztlicher Behandlung bin ich schon sehr lange und nehme auch Medis.

Meinem Gehirn immer wieder zu bitten, mir vernüftige Denklösungen anzubieten...versuche ich...nur lähmt mich die olle Angst sehr oft und ich kann dann einfach nicht klar denken.

Kontrolle hat mir in vielen Jahren meines Lebens mein "Überleben" gesichert und ich weiss, das es eine Schutzfunktion war/ist und sie in mein heutiges, erwachsenes Leben nicht mehr passt. Mein Verstand sagt mir ja auch etwas anderes.

Alles nicht so einfach...was!?

Diese ewigen Schwankungen machen mir sehr zu schaffen...ein paar Tage gut...dann wieder Grübelei und ZG.

Viele liebe Grüße Mauser17

13.03.2018 14:18 • #5


Hotin
Hallo Mauser,
Zitat:
Meine Gedanken, die ich schon als ZG bezeichnen würde, machen mir aber wahnsinnige Angst und führen
immer dazu, das ich zweifel, grübel, in mich hinein horche etc.


Ok, dann bleibe dabei, dass es Zwangsgedanken sind.
Natürlich können solche Gedanken erschrecken. Wer mag schon so etwas.
Zitat:
An solchen "schlechten" Tagen fühle ich mich von allen Arten des Suizides angesprochen.


Vermutlich ist das immer eine Reaktion auf ein Gefühl von Dir, das Du Dich in bestimmten Situationen überfordert fühlst.
Wie schon gesagt, hole Dir Hilfe, wenn Du der Meinung bist, allein aus den Gedanken
kaum noch raus zu kommen.
Nur Du selbst musst entscheiden, wann und wieviel Hilfe Du benötigst.
Zitat:
Kontrolle hat mir in vielen Jahren meines Lebens mein "Überleben" gesichert und ich weiss, das es eine
Schutzfunktion war/ist und sie in mein heutiges, erwachsenes Leben nicht mehr passt.


Wie meinst Du das? Wovon sprichst Du hier?
Zitat:
Alles nicht so einfach...was!?


In den Phasen der Überforderung ist das wirklich nicht alles so einfach.
Was setzt Dich denn so oft unter Druck? Ist Dir das bewusst?
Sind es finanzielle Probleme, existentielle Fragen, ein Wohnungsproblem, Sorgen mit Partner oder Familienangehörigen?
Oder was sonst kann es sein?

Viele Grüße

Bernhard

14.03.2018 00:36 • x 1 #6


petrus57
Moin @mauser17

Mir geht es mit den Zwangsgedanken auch so schlimm wie dir. Konnte anfangs kein Werkzeug etc. sehen womit ich mich umbringen könnte. Im Moment sind meine ZG kaum noch vorhanden oder eher diffus. Aber manchmal kommen die wie aus heiterem Himmel wieder zum Vorschein. Manchmal ist es dann so schlimm, dass ich davon Kopfschmerzen bekomme.

Was nimmst du denn für Medikamente? Hast du es schon mal mit Escitalopram probiert?

Petrus

14.03.2018 09:50 • #7


kopfloseshuhn
AUs eigener ERfahrung damit kann ich dir folgendes sagen:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei mir diese Zwangsgedanken auftreten, wenn ich eigentlich mit mir unzufrieden bin oder ich extrem unter Druck stehe.
Der Druck kann Stress sein oder etwas, das dich belastet aus dem du entweder keinen Ausweg siehst oder das du so wegdrückst, dass du es gar nicht mehr siehst.
Der Druck entläd sich dann in diesen Zwangsgedanken weil du offensichtlich keine anderen Möglichkeiten hast, mit diesem Druck umzugehen.
Da könntest du ansetzen. Was könnte helfen den Druck so abzubauen, dass du die ZG nicht benötigst?
Oder helfen, den Druck gar nicht erst so groß werden zu lassen?

LIebe Grüße

14.03.2018 10:05 • x 3 #8




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