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Ich habe Sozial Phobie und leide unter zwanghaftem Grübeln,das heißt ich führe ständig innere Monologe Über alles mögliche.Der tragische Unterschied zwischen diesem Grübeln und normalem Nachdenken besteht darin,das beim Grübeln keine Lösungen für ein Problem akzeptiert werden und man solange Grübelt bis man einfach total erschöpft und verzweifelt ist.
Ich würde mich sehr freuen wenn mir jemand seine Erfahrungen zu dem Thema beschreiben könnte

09.06.2009 23:27 • 10.06.2009 #1


3 Antworten ↓


Hi,

oft kommt man beim Grübeln/Nachdenken deswegen nie zu einer akzeptablen Lösung, weil man in einer Double Bind-Situation drinsteckt, mit der man aufgewachsen ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie
http://www.thur.de/philo/lh/komm4.htm

Egal, welche Lösung man ansteuert, spricht dann eine innere Stimme: Das darf ich nicht oder das kann ich nicht oder auch wenn ich das will und für richtig halte, gibt es etwas, das dagegen spricht, und ich weiß nicht mal, was es genau ist, und der Körper produziert unangenehme, lähmende, deprimierende Gefühle.

Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

Gruß,
GastB

10.06.2009 00:08 • #2



Weiß jemand den Fachausdruck für zwanghaftes Grübeln?

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Danke,GastB!
Hab mir mal den Text zur Double Bind Theorie ausgedruckt.Hab mich mit der Idee noch nicht beschäftigt.
Ich bin bei mir der Ansicht das mein Grübelzwang die folge von vermeidungsverhalten ist das ich wegen meiner Sozial Phobie entwickelt habe.Ich kann es mir so erklären das wenn man sich nicht sozial angemessen ausdrücken und einbringen kann,man immer mehr ungelöste Fragen und unbestätigte Vermutungen ansammelt.Alles was man normalerweise im umgang mit anderen Menschen klärt und löst muß mann dann mit sich selbst klären und das ist unmöglich,deswegen kommt man auch nie zu einer Lösung beim Grübeln.

10.06.2009 01:13 • #3


Hallo Mitleidender,

das hängt sicher alles irgendwie miteinander zusammen, und je länger es anhält, desto mehr verwurschtelt es sich miteinander. Wie der Gordische Knoten.

Aber es kommt ja auch nicht von alleine, dass jemand sich zu einem Vermeidungsverhalten entschließt und eine soziale Phobie entwickelt!

Mir erscheint das durchaus stark miteinander verwandt, Angst vor Menschen zu bekommen, sich dann verständlicherweise von ihnen zurückziehen, und das Herumgrübeln, was denn nun eigentlich richtig und Sache ist.

Wenn ein Kind schon in der Kommunikation mit seinen wichtigsten Bezugspersonen verunsichert wird, sich nicht auskennt (weil es ihm von diesen Bezugspersonen unmöglich gemacht wird, also z.B. durch das wirklich hochgradig schädliche Double Bind), dann kann es sich ja eigentlich innerlich nur noch im Kreise drehen, und kommt doch zu keinem Schluss. Und muss sich von Menschen zurückziehen, um möglichst wenig in diesen Kommunikationsstress hineingezogen zu werden. Dass andere Menschen vielleicht ganz anders sind, viel weniger kompliziert, viel durchschaubarer und klarer, kann ein Kind ja nicht wissen. Und solange es von seinen Bezugspersonen stark abhängig ist, nützen ihm die anderen Menschen meist leider sehr wenig.

Als Erwachsener kann man sich da wieder herausschälen.

Ich wünsche dir gute Erkenntnisse.

Liebe Grüße,
GastB

10.06.2009 10:26 • #4