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gerade sitze ich am pc und die drei oben haben mich wieder in den klauen.

momentan ist alles schlimm. wir haben finanzielle probleme, ich stehe nächstes jahr ohne job da und unser traum , eine pferdezucht wird platzen.

ich bin momentan in psychotherapeuthischer behandlung in einer tagesklinik. was mir augenblicklich sehr guttut sind die pferde. wenn ich neben unserem hengst im heu sitze, geht es mir besser. der hengst weiß auch genau, wie mies es mir geht.

ich sehe im augenblick nur schwarz, bekomme angstattacken vor der zukunft. mir schnürt es die kehle zu und ich fange an zu schwitzen und zu frieren. ich kann das gar nicht richtig beschreiben.

an der arbeit bekomme ich andauernd sachen reingewürgt: auf meinen platz müßte jemand der leistungsbereit ist, ich würde seit drei jahren immer schlechter arbeiten etc...

vor zwei jahren habe ich die umstellung von einer auf zwei firmen fast alleine gemanagt und auch lob dafür bekommen. und jetzt arbeite ich plötzlich schlecht.

ich fühle mich einfach nur mies und ich weiß, dass ich den idealen der leute nicht entspreche. deswegen bekomme ich keinen neuen job, ich bin dick und dicke leisten ja nix.
ich hasse diese vorgeschriebenen ideale und hab gleichzeitig angst, dass ich die anmich gestellten anforderungen nicht erfülle. geht es jemand von euch auch so?

18.10.2010 22:48 • 20.10.2010 #1


6 Antworten ↓


Ja, dass Gefühl kenne ich auch. Ich hab durch meine zwei Kinder keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, nicht einmal 1 Euro Jobs darf ich machen, weil ich keine finanzielle Unterstützung vom Amt bekomme, ist doch krank oder?
Bei meinem Mann sieht es in der Firma auch nicht gut aus, wissen nicht, wie lange sie die noch erhalten können, da soll man positiv in die Zukunft schauen, nee, dass geht wahrlich nicht.
Einzig was hilft, ist, dass man irgendwie überlebt und für die Kinder da sein muss, denn die können ja nichts dafür, also muss man irgendwie stark für sie sein.
Vom äußeren wollen wir erst gar nicht anfangen, wer kann der Gesellschaft denn heute schon gerecht werden? Ich bin knapp 1,50m und auch nicht sonderlich schlank, hab ständig das Gefühl, dass man sich über mich lustig macht.

Alles nicht so einfach und dennoch, Kopf hoch, auch dieses Tal werden wir durchqueren und irgendwann wieder auf dem Berg stehen und

Liebe Grüße dir!

19.10.2010 08:21 • #2



Zukunftsangst, versagensangst und pessimismus

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Hallo Heradine,
ich kenne die Gefühle, die Du beschreibst, auch sehr gut. Wer in die Idealvorstellungen dieser Welt nicht passt, ist schlecht dran. Und in der Arbeit niedergemacht zu werden, kann die Hölle sein.
Ich habe auch gerade eine schwierige Phase. Bei mir wechseln sich Ängste und Depressionen immer wieder ab. Der Pessimismus, den Du beschreibst, ist ja auch sowas wie eine Depression, oder? Ich denke dann oft, was bloß mit mir los ist und wie es weitergehen soll.
Heute Morgen fiel mir wiedermal der Dekalog der Gelassenheit in die Hände und es tat mir gut, ihn zu lesen. Ich habe ihn unten hinkopiert, vielleicht tut er Dir auch gut.
Wie schön, dass Du Pferde hast. Ich habe auch wieder zu reiten begonnen, nachdem ich vor längerer Zeit auch einmal Pferde hatte. Das Zusammensein mit Pferden tut mir auch immer wieder gut.
Also, nicht aufgeben!
Manfred




1. Heute, nur heute werde ich mich bemühen, den Tag zu leben, ohne die Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Heute, nur heute werde ich auf ein zurückhaltendes Auftreten achten: ich werde niemanden kritisieren, ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern - nur mich selbst.

3. Heute, nur heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin - nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

4. Heute, nur heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich meinen Wünschen anpassen.

5. Heute, nur heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das leibliche Leben notwendig ist, so ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Heute, nur heute werde ich eine gute Tat vollbringen, und ich werde es niemandem erzählen.

7. Heute, nur heute werde ich etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe; sollte ich es als eine Zumutung empfinden, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8. Heute, nur heute werde ich ein genaues Tagesprogramm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

9. Heute, nur heute werde ich fest daran glauben - selbst wenn die Umstände mir das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

10. Heute, nur heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem freuen, was schön ist, und an die Güte glauben.


Nimm dir nicht zuviel vor.
Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten
an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und ohne Ungeduld.

19.10.2010 08:55 • #3


hallo bero, hallo manfred vielen dank für die aufmunternden worte. gerade heute geht es mir besonders schlecht. ich war auch ein paar tage nicht bei den pferden.
es geht momentan alles schief, was nur schiefgehen kann.

wenn wenigstens mal eins klappen würde. wir versuchen verzweifelt unser haus zu verkaufen. fünf familienhaus, über 200 jahre, fachwerk, denkmalschutz und in schlechter wohngegend gelegen. das haus ist ok, nicht viel renovierungsbedarf. wir hatten interessenten und ich hatte die hoffnung, dass es mit dem verkauf klappen könnte. aber jetzt wollen sie erst noch mal überlegen.

klar man soll nichts übers knie brechen, aber schon wieder was mit open end. und da wird einem in der klinik gesagt, dass so viele offene baustellen da sind.

ja, wenn man nicht den idealen der gesellschaft entspricht, fürchterlich.ich bin fast 1,80 groß und sehr dick. da interessiert es keinen, dass ich ne schildrüsenunterfunktion und diabetes hab. wenn du einen job suchst, wirst du gleich blöd angeguckt, obwohl das mit der leistung im büro gar nichts zu run hat.

manfred ich habe mir deinen dekalog abkopiert. es ist nicht einfach alles zu erfüllen, aber man sollte es echt versuchen.


ich halte euch ganz fest die daumen, dass es euch bald bessergeht. wir müssen das einfach schaffen.!!

19.10.2010 22:43 • #4


Hallo!

Klar schaffen wir das! Wir sind doch genau deshalb hier, um uns unseren Problemen zu stellen und nur wer das macht, wird auch belohnt, es dauert seine Zeit (bei mir 2 Jahre) aber dann wird auch der Erfolg kommen, alles ein sehr steiniger Weg, aber mit einem starken Willen klappt das, egal wie wir aussehen oder welche Meinung andere haben, wir tun das ja für uns und nicht für die anderen!

Sei lieb gegrüßt!

20.10.2010 08:12 • #5


Hallo Heradine,
ja, der Dekalog ist nicht einfach. Mir hilft es immer unheimlich, dass ich nur für einen Tag denken soll. In die Zukunft kann keiner sehen. Natürlich ist eine gewisse Planung notwendig, wo Du ja momentan auch besonders gefordert bist, aber man sollte nicht den ganzen Tag damit zubringen, sich den großen Berg vorzustellen, der vor einem liegt. Nicht umsonst verläuft unser Leben linear und hat es der Mensch in kleine Häppchen unterteilt. Nur für heute. Das hilft mir oft in schweren Zeiten.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut. Sei gut zu Dir! Du schaffst es auch.
Herzliche Grüße
Manfred

20.10.2010 10:47 • #6


Hallo alle,

danke für den Thread, ich hätte selbst nicht gewusst wie ich mit dem Thema anfange, aber ich fühle mich ganz ganz genauso. Ich habe bis vor ein paar Monaten noch ein einer kleinen Firma gearbeitet, die kein Problem damit hatten, mich 3 Jahre lang mit Aufgaben, Überstunden und allem Schrott, sogar Küche fegen usw. zuzumüllen. Dann wurd das mit der Angst immer stärker, PA häuften sich, und meine Arbeit passte denen nicht mehr und schon war ich draußen.
Und ich hasse mich selber noch dafür, dass ich das alles mit mir machen lass. Es kommt mir auch oft vor als wäre alles eine Kombination von ich schaffs eh nicht und welcher sch.... kommt denn jetzt noch??.

Das leben meint es nicht immer gut, das ist mir auch schon aufgefallen und es ist wohl halt so. Was aufhören muss ist dieses sich-klein-fühlen, das wir glaube ich alle kennen... Ich habe wirklich vorgenommen, dass ich mich davon nicht mehr aufhalten lasse (will heißen es ändern so gut es geht, mich akzeptieren, all das...), auch wenn mir wieder wegen Problemen (keine Arbeit mehr, keine Kohle, ... ) die Angst im Nacken sitzt.

Zitat:
Nicht umsonst verläuft unser Leben linear


Das Gefühl hätte ich auch mal gern, Kreuz und Quer träfe es eher...

LG und alles Gute euch

20.10.2010 11:21 • #7




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Mira Weyer