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Guten Tag !
Ich stelle mich mal vor. Ich heiße Nadin und bin weiblich, 15 Jahre alt. Bitte beurteilt meinen Geisteszustand und allgemein alles, was ich erzähle nicht nach meinen Alter. Aber ich fang einmal an : Ich habe Angst. Wovor ? Der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit. Ich habe schlimme Panikattacken und Depressionen. Schon als Kind hatte ich dies, so schlimm, dass ich damals den Schulpsychologen aufgesucht hatte, der mir nicht viel weiterhalf. Generell finde ich dieses Gequatsche relativ nutzlos und nur die Tabletten wirkungsvoll. Aber egal. Was soll ich sagen? Ich stehe an einen Punkt, wo mir alles egal ist. Ich hasse die Welt und alles um mich und das wird sich nicht ändern. Wenn ich einmal glücklich bin, z.B. weil dieser Tag ein Tag wird, an dem ich Feier und fortgehe, ändert sich meine Laune jedoch schnell. Ich bekomme schlimme Minderwertigkeitskomplexe. Immer. Aber das hat jeder Jugendlicher, sagt man ja. Das Problem hierbei ist, dass ich Selbstbewusstsein, aber kein Selbstvertrauen habe....Ich habe die Schule abgebrochen. Ich war auf einen sehr guten Gymnasium und hatte gute Noten, jedoch war ich unzufrieden mit meiner Situation. Mir fiel auf ich tat all dies um jemanden stolz zu machen und nicht für mich. Eigentlich wollte ich die Matura machen, aber ich habe einfach eine vollkommen andere Einstellung gegenüber der Welt bekommen. Mich kotzte alles nur noch an. Die Menschen, Die Politik, Die Ungerechtigkeit, Der Sinn des Lebens, Die Welt allgemein, Kriege, Der Tod, Das Leben, Die Hilflosigkeit. Es war einfach ungerecht..sein Leben lang zu arbeiten und danach zu sterben..Ich weiß so ist eine Stadt aufgebaut und so funktioniert Wirtschaft, aber verdammt nochmal, : Ich will leben ! Und leben bedeutet was zu erleben. Arbeiten gehört dazu sagen sie. Warum muss man im Leben leiden? Es soll angeblich ein Geschenk Gottes sein. Ich glaube, der hat uns längst verlassen. Wir sind ein ungünstiger Nebeneffekt des Universums. Das Leben war nie vorgesehen. Es ist einfach so passiert. Und damit wir es nicht hinterfragen erzeugen wir eine fiktive Energie, die alles erschaffen haben soll...Einfach nur komisch. Die ganze Welt ist komisch. Genug philosophiert. Ich weine jeden Tag, weil ich nicht mehr leben möchte. Falsch. Ich möchte leben, aber nicht so. Es gibt viele negative Dinge in meinen Leben..die mich negativ geprägt haben. Meine Mutter ist schwerkrank und ich habe Panikattacken, dass sie stirbt...weil ich sie so sehr liebe und nicht verlieren will. Mein Vater hat sich noch nie für mich interessiert und schleppt mich nur zu Familientreffen mit, bei denen ich beinahe nie jemanden kenne und wo ich sowieso unerwünscht bin. Mein Stiefvater scheint ganz ok zu sein...mehr schreibe ich hier nicht....Mein Bruder hat schwere Agressionen durch Videospiele...er will uns umbringen sagt er jeden Tag...doch manchmal hat er auch gute Tage. Ich meine, er ist 6. Das ist ja das schlimme daran. Normalerweise sagen das manche aus Zorn, doch er hat einfach nur schwere Agressionen. Eine Therapie steht außer Frage, weil wir sowieso schon jahrelang darüber sprechen, es aber nie passiert. Ich wollte mich umbringen. Ich denke jeden Tag daran. Doch ich muss auch an andere denken. An meine Mama. Ich liebe sie zu sehr, anstatt, dass ich sie alleine lassen könnte. Dann wäre da noch meine Halbgeschwister. Eine davon macht gerade schlimm die Pubertät durch und lässt uns Links liegen. Phase hin oder her ! Würdet ihr eure todkranke Mutter einfach daheim liegen lassen und nur nach Geld fragen? Sie widert mich an. Wirklich. Manchmal denke ich, ich habe keine ernsten Probleme. Ein Dach über den Kopf, Menschen, die mich lieben. Freunde kann man immer finden. Und ich habe welche. Die jedoch 50, oder älter sind. Ich bin anders, nur die Gesellschaft will das nicht akzeptieren. Wie gesagt ich möchte Leben, aber keine Ahnung...Meine Psyche ist das Hauptproblem. Es kommt mir vor, als wäre ich schon alt und würde bald sterben. Das ganze Jung sein passt nicht zu mir. Im Endeffekt muss ich mich zusammenreißen, muss positiv denken und ähnliches. Ich weiß nur nicht, wo ich eine Motivation finden kann.....Eigentlich weiß ich garnicht, warum ich hier schreibe...Einfach, weil es mich ankotzt so leben zu müssen...Tja Ich versuche es mal zu ändern...Liebe Grüße

01.04.2018 18:33 • 02.04.2018 #1


4 Antworten ↓


Sunray
Zitat von NXDJX:
Guten Tag ! Ich stelle mich mal vor. Ich heiße Nadin und bin weiblich, 15 Jahre alt. Bitte beurteilt meinen Geisteszustand und allgemein alles, was ich erzähle nicht nach meinen Alter. Aber ich fang einmal an : Ich habe Angst. Wovor ? Der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit. Ich habe schlimme Panikattacken und Depressionen. Schon als Kind hatte ich dies, so schlimm, dass ich damals den Schulpsychologen aufgesucht hatte, der mir nicht viel weiterhalf. Generell finde ich dieses Gequatsche relativ nutzlos und nur die Tabletten wirkungsvoll. Aber egal. Was soll ich sagen? Ich stehe an einen Punkt, wo mir alles ...


Hallo NXDJX. Für deine 15 Jahre hast du einen sehr philosophischen Text verfasst - du bist schlau, denkst aber leider viel zu sehr nach . Du versuchst das Leben zu analysieren, ohne dabei auf die Dinge im Leben zu achten, die dich glücklich machen könnten. Warum ich dir schreibe? Weil ich selbst oft als Kind und auch manchmal heute noch über den Sinn des Lebens nachgedacht habe bzw. nachdenke. Ich bin genau 20 Jahre älter als du...und der Sinn meines Lebens?...er hat sich in den Jahren immer wieder verändert. In der Schulzeit lag der Sinn darin, einen guten Schulabschluss zu erreichen, um eine gute Ausbildung für einen guten Job absolvieren zu können. Als ich meine Schule in der 11. Klasse abbrach und stattdessen eine Lehre beginnen wollte, folgte ich meinem Herzen - ich wollte das machen, was ich selbst immer gemocht habe (aber alle anderen davon abrieten) - ich wollte Menschen verschönern und begann eine Friseurlehre nachdem ich meinen externen Realschulabschluss absolviert hatte. Währen der 3 Jahre Ausbildung merkte ich wie viel Spaß mir der Beruf bereitete, aber auch wie wenig Geld man damit verdienen würde. Der Sinn des Lebens? Er bestand zu diesem Zeitpunkt darin, die Lehre bestmöglich abzuschließen, um danach die Wege für alles Weitere offen zu haben. Ich wusste, dass der Sinn meines Lebens nicht daraus bestehen konnte, bis an mein Lebensende als Friseurin zu arbeiten, angewiesen nebenbei auf Hartz 4 und für immer in einer kleinen Wohnung leben zu müssen! Zudem merkte ich, dass ich schlauer war als die anderen - mir fiel alles leichter und nach und nach wurde ich Klassenbeste. Meine Lehre schloss ich mit einem sehr guten Abschnitt ab. Danach entschied ich mich mein Fachabitur zu machen - Fachrichtung Gestaltung - es war eine wundervolles Jahr, was ich mit Bestnoten abschließen konnte, da mir alles wahnsinnig viel Freude bereitete. Danach begann ich ein Wirtschaftsstudium mit Richtung Marketing - Produkte und Dienstleistungen in Szene zu setzen, das war es, was mir Freude bereitete. Viele Jahre studierte ich daraufhin - immer mit wenig Geld, aber glücklich, weil ich das machte, was ich selbst wollte. Während meines Studiums lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und zog zu ihm. Der Sinn des Lebens? Er bestand nun darin, irgendwann eine kleine Familie mit dem Mann meiner Träume zu gründen und ein kleines Haus zu bauen, wo wir alt und grau werden können. Während meines Masterstudiums kauften wir uns einen kleinen Welpen - der Sinn des Lebens? Jeden Tag mit unserem Hund zu genießen, die Sprache der Hunde zu verstehen und zu fühlen, was er sich wünscht. Mehr und mehr merkte ich durch unseren Hund, wie wichtig mir das Thema Tierschutz wurde. Der Sinn meines Lebens wurde tiefgründiger - sich für schwächere Lebewesen einzusetzen und gleichzeitig ein glückliches Leben mit der eigenen kleinen Familie zu führen. Noch während meiner Masterarbeit kam unser Kind auf die Welt - Der Sinn des Lebens? Jede Minute mit unserem Kind zu genießen, ihr die Welt zu zeigen und ganz meinem Herzen folgen, ohne Ratgeber oder gut gemeinte Tipps von Menschen, die ich kaum kannte. Hier bemerkte ich immer mehr, was der wirkliche Sinn meines Lebens ist. Jeden Tag beschäftigte ich mich mit unserem Kind, nahm die Welt aus einer ganz anderen Sicht war, ich sah Dinge, die ich zuvor nie mehr bewusst wahr genommen hatte - der Käfer der über den Weg lief, die Regenwürmer, die wir gemeinsam von den Wegen aufsammelten und zurück auf die Erde legten, die bunten Bilder die wir gemeinsam malten, das innige Gefühl, wenn man abends gemeinsam im Bett kuschelnd einschlief und früh mit einem zarten Kitzeln aufgeweckt wurde....das und vieles mehr...der Sinn des Lebens? Meine Familie! Heute, nachdem ich 5 Jahre lang meine Tochter zu Hause betreut habe und keine Sekunde davon bereue, liebe ich mein Leben wieder. Für mich ist der Sinn nun klar - Ich habe meiner Tochter eine wundervolle Kindheit geboten, war immer für sie da, habe alle Entwicklungsschritte miterleben dürfen - nun spielt sie viel mit ihren Freundinnen, aber Mama ist immer und überall die Tollste. Und mein Mann und mein Hund ergänzen das Familienglück. Doch auch der Tierschutz hat auch einen riesigen Platz in meinem Lebenssinn erhalten - es gibt so viel Leid auf der Welt - ich bin heute seit vielen Jahren Pescetarierin, setze mich für Straßenhunde in anderen Ländern ein, ich setze Spinnen mit einem Glas zurück in die Freiheit, ja selbst die Fliegen kommen wieder zurück in die Freiheit...und glaube mir - es ist ein wundervolles Gefühl...Sicher fragst du nun auch nach dem Thema Geld. Denn dies spielt nun eben im Leben fast immer eine große Rolle. Durch mein Studium habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema Existenzgründung und Geschäftsideen befasst. Ich habe Leuten zugehört, wenn sie sich Dinge gewünschte haben, die es noch nicht gab - ja und nach unserem Studium haben wir uns mit einer eigenen Geschäftsidee selbständig gemacht und dafür ein Stipendium erhalten. Nun bin ich mein eigener Chef und arbeite für meine eigene Idee. Und nebenbei habe ich sehr viel Zeit für meine Familie, da ich mir meine Zeit selbst einteilen kann.

Aber was will ich dir damit sagen? Mach deinen Schulabschluss egal wie - es ist nie zu spät dafür! Hast du erstmal den Realschulabschluss gemacht, stehen dir alle weiteren Wege offen. Ich habe alles in meinem Leben miterlebt - ich stand ganz unten und habe nun einen der höchsten Abschlüsse und bin mein eigener Chef geworden. Suche deinen Sinn nicht, sondern finde ihn. Der Sinn kann sich im Laufe deines Lebens verändern oder vertiefen. Sei stolz auf dich, dass du für deine Mama da bist - es wird ein wundervolles Gefühl sein, wenn du sie irgendwann im Arm hältst und sie dir Danke sagen wird. Lass Probleme hinter dir, verabrede dich mit Menschen, die dir wichtig sind, verfolge immer ein Ziel, denn das gibt dir auch einen Sinn. Aber verfolge ein Ziel, was dir selbst Freude bereitet, denn nur dann wirst du wirklich glücklich werden. Es ist nicht immer nur das Geld was zählt - während meiner gesamten vergangenen Jahre hatten wir nie wirklich Geld, aber ich war glücklich!

Und zum Thema Psyche - oft sind es unsere eigenen Gedanken, die uns nicht mehr richtig leben lassen - lass sie fallen, indem du nicht mehr nach dem Sinn des Lebens fragst. Du wirst ihn finden, da bin ich mir ganz sicher....

01.04.2018 22:32 • #2


A


Wenn man nicht sterben will, aber auch nicht leben

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Mademyberg
wow. ja das leben ist total ungerecht. angeblich sind wir frei.... aber auch nur wenn wir irgendwo gemeldet sind. unabhängig im wald leben geht leider nicht. angeblich schadet es der fauna und den tieren dort. schwachsinn, wenn man sie respektiert. aber dass das leben keinen sinn macht... glaub ich nicht. das universum ist groß und so lächerlich obendrein. da wird es bestimmt etwas geben.auch wenn es nur eine scheinbar endlose reise ins nichts bedeutet, wird man auf dem weg dinge sehen und beinflussen. mit unseren tod nähren wir insekten, diese wiederrum produzieren keratin freien kot der den boden nährt. also hat selbst unser tod einen sinn.

ausserdem liebst du. du liebst deine mutter. findest du es besonders? ich konnte meine mutter nicht lieben. als sie starb, hat es mich mehr beschäftigt dass ich nicht traurig war, als ihr tod selbst. ich hab keine angst form tod. er ist mir egal. ich hab angst vor dem leben. ich meine, meine zukunft schon zu kennen. aber das stimmt nicht. ich will anders leben, aber es geht nicht. jetzt bleibt nurnoch übrig ein plan c zu finden. und solange wirds eine reise ins nirgendwo.

01.04.2018 23:32 • #3


A
Hallo, deine Situation ist nicht einfach. Das du den Sinn des Lebens in Frage stellst, kann ich sehr gut verstehen. Wichtig wäre sicher das ihr als Familie schöne Momente erlebt. Kann deine Mama noch rausgehen? Was könnt ihr gemeinsam machen? Unternimmt dein Stiefvater manchmal etwas mit euch oder wenigstens mit deinem Bruder, Freizeitpark, wandern, klettern oder was auch immer? Dein Bruder braucht dringend Ablenkung und Halt, ein Psychologe wäre bestimmt ein guter Weg
Wenn ihr schon über das Thema Therapie gesprochen habt, warum wurde es nicht umgesetzt? Jedenfalls muss er weg vom PC und braucht eine Freizeitbeschäftigung wo er sich bewegt und Freude daran findet, Fußball, Kampfsportart oder sonstiges.
Du trägst vermutlich viel Verantwortung und es klingt so als wenn du zwangsläufig durch die Krankheit deiner Mutter erwachsener sein musst als gleichaltrige. Das die Angst sie zu verlieren dich belastet ist klar, für dieses Problem fällt mir auch keine Lösung ein.
Was machst du zur Zeit, wenn du die Schule abgebrochen hast? Bist du den ganzen Tag zu Hause?
Sag deinem Vater das du nicht auf Familienfeiern möchtest, du musst da nicht mit hin. Mach ihm andere Vorschläge was ihr unternehmen könntet. Kannst du mit ihm oder jemanden anderen über deine Ängste reden?

02.04.2018 04:56 • #4


kopfloseshuhn
Hey!
Da hast du wirklichein schweres Schicksal! DAs ist sicher sehr schwer auszuhalten.
Duhast es schon ganz gut erkannt...du willst leben. Aber nicht so!
Eure Familienverhältnisse sind ziemlcih krass erhlich gesagt und es erschüttert mich, wie sehr duund dein Bruder leidet.
Du hast vollkommen Recht. Es muss etwas passieren.
Eigetnlich sollte euch jemand schützen. Egal ob der leibliche Vater oder euer Stiefvater. Aber das scheint nicht der Fall zu sein.
Würdest du dich trauen zum Jugendamt zu gehen und denen von euch und deinen Problemen und denen deines kleinen Bruders zu erzählen?
Ich würde den schritt sehr wichtig finden und da sich offensichtlich sonst niemand um euch kümmert, liegt das auchnoch auf deinen Schulter. SChrecklich!
Aber etws muss passiern, dringend!
So kann es nicht weitergehen.

Ich denke an dich. LIebe GRüße

02.04.2018 06:06 • #5





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Mira Weyer