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Guten Morgen,
würde mich gerne erstmal vorstellen und kurz meine Geschichten runterschreiben. Zu meiner Person: Ich bin männlich, 31 Jahre jung, verheiratet, seit 11 Jahren selbstständig.

Nun vor 8 Monaten habe ich meine erste Panikattacke im Leben bekommen, seitdem lässt es mich nicht mehr richtig los, dieses Gefühl was ich damals auf der Straße um 6 Uhr Morgens erlebt hatte, hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ich habe gedacht ich sterbe, habe einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt.

Naja danach begab ich mich zu jedem erdenklichen Arzt, es ist sogar soweit gegangen dass ich eine Biopsie über mich ergehen lassen habe, bis die Ärzte mir eine Generalisierte Angststörung diagnostiziert haben.

Bin nun seit ca 15 Wochen in Therapie bei einer Psychologin. Kann seit dem Vorfall vor 8 Monaten nicht mehr alleine das Haus verlassen. Ich benötige immer jemanden an meiner Seite, zumindest muss ich mit jemanden telefonieren, dann geht es so einigermaßen.

Zuhause war es in der ersten Zeit auch extrem, hat aber mittlerweile nachgelassen. Ich bekomme zwar immer noch täglich eine Angstattacke(Übelkeit, Schwindel, ganz komisches Körpergefühl).

Wenn dieser Zustand eintrifft, geht für mich die Welt unter da ich folgende Symptome jedesmal habe:

- Schweisausbrüche
- Gefühlsstörungen in den Armen / Beinen
- Weiche Knie
- Benommenheit / Schwanken / Schwindel
- Das Gefühl über Watte zu laufen
- Sehstörungen
- Unwirklichkeitsgefühl
- Atemnot
- Das Gefühl jeden Moment werde ich Ohnmächtig, da es mir einfach so extrem dreckig geht. !

Gott sei dank sind diese Attacken nur von kurzer Dauer, zumindest wenn es zu hause passiert.
Was mich aber sehr stört, sind die durchgehenden Muskelverspannungen, ich bin tag ein tag aus angespannt,
schon so stark angespannt, dass mir jeder Muskel schmerzt.

Nun komme ich mal langsam zu meinen Fragen:

Habt ihr auch diese Symptome?
Was macht ihr wenn ihr in diesem komischen Zustand seid?
Und habt ihr auch solche Probleme das Haus zu verlassen? Wenn ja, wie habt ihr das in den Griff bekommen?

Mein Hausarzt meinte ich solle doch in einer Klinik mich vorstellen? Was ich ungerne machen würde(berufliche Gründe), würde es lieber so versuchen alles wieder hinzubekommen wie es schon einmal war.

Bin für jeden Tipp dankbar

Liebe Grüße

LordAnnie

03.03.2020 03:38 • 05.03.2020 #1


11 Antworten ↓


Gorilla
Ich kenne diese Symptome auch sehr gut. Der Schwindel ist bei mir nach einer Zeit weg gegangen. Atemnot habe ich allerdings auch noch. Zwar nicht mehr so oft aber ganz weg ist sie noch nicht.

Habe auch schon hyperventiliert so das sich meine Finger verkrampft haben, aber das war auch nach einer Zeit wieder weg.

Ich bin auch in Therapie so wie du. Das ist schon mal ein guter Ansatz. Es ist eine längerer Prozess. Man muss Geduld haben auch wenn es einem schwer fällt.

Mir ist es auch schwer gefallen. Hatte eine Zeit wo ich jeden Tag geweint habe weil ich einfach nicht mehr weiter wusste.

Man muss am Ball bleiben auch wenn es schwer fällt.

03.03.2020 07:51 • #2



Tipps bei generalisierter Angststörung

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Sonnenzombie
Hallo hier im Forum !
Ich hab dass gleiche wie du durchgemacht .
Habe damals das Haus auch nicht mehr verlassen.
Das wichtigste ist das du kontinuierlich an deinen Ängsten arbeitest wie Gorilla schon sagte.
In eine Klinik zu gehen wäre sicher nicht verkehrt vielleicht kannst du ja mit deinem Arbeitgeber offen sprechen.
Ich habe es auch geschafft aus dem Haus wieder rauszugehen durch Psychotherapie und desensibilisierung.
Das heisst immer wieder probieren mal einkaufen ,lange spazieren dann vielleicht auf einen Tierpark ,immer mehr und mehr ausprobieren.Es geht vor allem darum das du jetzt wieder lernst am Leben teilzunehmen es nimmt dir viel Lebensqualität weg immer nur drinn zu sein.Was auch gut hilft ist irgentwas basteln oder ein Hobbie auszuüben ,Sport kann dir auch helfen.
Wenn ich eine Panikattacke habe Fang ich einfach mit irgendetwas an Putzen ,Basteln ,oder was bei mir immer gut hilft sind meine Tiere ,ich fühl mich ihnen gegenüber verpflichtet für sie da zu sein .Sie sind ja auf mich angewiesen .
Aber was bei dir hilft musst du erst noch rausfinden in einer Therapie zu sein ist auch wichtig .
Du darfst nicht aufhören zu kämpfen !
LG Sonnenzombi

03.03.2020 11:04 • #3


cube_melon
Hallo Annie,

Habt ihr auch diese Symptome? -> Ja
Was macht ihr wenn ihr in diesem komischen Zustand seid? -> meine Skills für Anspannung und Stresstoleranz anwenden.
Und habt ihr auch solche Probleme das Haus zu verlassen? Wenn ja, wie habt ihr das in den Griff bekommen? -> Phasenweise ja. Miit Hilfe von Freunden die Therapieerfahren sind.

Das was Du beschreibst sind schon deutliche Symptome die auch dein Leben und dessen Qualität einschränken.

Der einzige, sinnvolle Weg aus meiner Sicht ist das Du dich mit dem Thema genau auseinandersetzt. Also was ist Angst, wie ensteht eine Panikattacke, was sind Derealisation oder Depersonilisation, was sind Ressourcen/Skills/Stress-Entspannungsbalance.

Klar kannst Du das auch mit einer ambulanten Therapie erreichen. Eine Klinik ist komprimierter und somit auch tendenziell effektiver.

Ich bezweifel das es jemals wieder so wird wie früher, in dem Sinne das Du zwar symptonfrei werden könntest, aber deine Lebensweise verändern/anpassen solltest. Gerade so Dinge wie das Gleichgewicht aus Entspannung und Stress.

Es gibt ein Bindegewebe, genannt Fascien. Diese Reagieren beispielsweise auf Stresshormone mit einer Art Versteifung. Das kann dann zu Schmerzen und Unbeweglichkeit in deinem Körper führen.

Deine Psyche hat eine gewisse Resilienz. Geht man über die Grenzen geht das kurzfristig meist gut, Mittelfristig bekommt man Symptome. Langfristig macht der Körper einfach zu. Und ich denke das ist das was Du gerade bemerkst. Und wenn Du schon nicht mehr alleine das Haus verlassen kannst, würde ich sagen es ist der Moment gekommen alles zu unternehmen.

Ursachen für eine GAS können vielfältig sein. Beispielsweise Biochemie, Lebensweise und Umstände, Trauma(ta) in der Vorgeschichte. Das was ich beschreibe ist mehr bekämpfung der Symptome als der Ursachen.

Es ist nicht möglich dir mit einem Posting PITT (sicherer Ort, Tresor, imaginäre Helfer), Bio-Feedback/Atemübungen und so Skills wie Erden und Zentrieren, Achtsamkeit zu vermitteln.
Das einzige was ich dir raten kann ist:

- Gehe in eine Fachklinik
- Nutze oder eigne dir Entspannungstechniken die Du täglich tust - Also z.B. PMR, Yoga, Hörbücher, Mass., Musik hören
- Räume Dir jeden Tag "Ich-Zeit" ein wo du dich konsequent allem Stress entziehst.
- Gehe jeden Tag spazieren. Alleine oder zu weit ist egal. Und wenn es 5 Min um den Block sind.
- Google die Begriffe weiter oben von mir. Besonders Ressourcen, Achtsamkeit, Skills.

Panikattacken entstehen, wenn der innere Stresspegel die Angstgrenze überschreitet. Stresshormone werden ausgeschüttet wie z.B. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol.
Ziel ist es mit Ressourcen langfristig den inneren Stresspegel niedrig zu halten (Entspannungs-Stress Gleichgewicht) und Skills zu haben wenn der innere Stresspegel in Situationen beginnt anzusteigen.

Du stehst am Anfang einer Reise zu dir selbst.

03.03.2020 11:12 • x 4 #4


Cloudsinthesky
Zitat von LordAnnie:
Guten Morgen,würde mich gerne erstmal vorstellen und kurz meine Geschichten runterschreiben. Zu meiner Person: Ich bin männlich, 31 Jahre jung, verheiratet, seit 11 Jahren selbstständig.Nun vor 8 Monaten habe ich meine erste Panikattacke im Leben bekommen, seitdem lässt es mich nicht mehr richtig los, dieses Gefühl was ich damals auf der Straße um 6 Uhr Morgens erlebt hatte, hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ich habe gedacht ich sterbe, habe einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt. Naja danach begab ich mich zu jedem erdenklichen Arzt, es ist sogar soweit gegangen dass ich eine Biopsie ü...


Diese Symptome habe ich täglich. Mal mehr mal weniger ich werde bald wahnsinnig, weil das seit zwei Jahren so ist

03.03.2020 11:17 • #5


Gorilla
Man muss wirklich immer weiter kämpfen auch wenn es einem schwer fällt. Es kommen auch wieder gute Zeiten.

04.03.2020 19:23 • #6


cube_melon
Viel geschrieben, keine Reaktion x)

04.03.2020 23:08 • #7


Zitat von cube_melon:
Viel geschrieben, keine Reaktion x)


Sorry, dass ich mich bis jetzt nicht gemeldet hatte. Danke für die wertvollen Tipps. Ich werde mich einlesen in Google und das heute mit meiner Psychologin besprechen.

In die Klinik zu gehen ist derzeit keine Option für mich, wie gesagt ich bin Selbstständig und ich kann nicht für mehrere Wochen von der Oberfläche verschwinden. Ich habe die letzten Jahre so hart gearbeitet und mir was aufgebaut, ich möchte nicht meine Existenz aufs Spiel setzen.

Meine Schwester war vor einigen Jahren in einer Klinik, da Sie Depressionen hatte, ihr hat es geholfen. Sie war aber auch ganze 10 Wochen in der Klinik. Aber wie gesagt aus beruflichen Gründen ist es nicht möglich so lange abwesend zu sein. Das wäre wirklich das allerletzte Mittel wenn nichts mehr hilft und ich es alleine nicht hinbekommen werde.

Bin zuversichtlich das ich es auch mit meiner Psychologin hinbekommen werde, wenn ich mir vorstelle wie es noch vor einem halben Jahr war, da konnte ich nicht mal mehr auf die Terrasse um eine zu rauchen. Ich hoffe einfach mal das beste und gebe mein hoffentlich auch mein bestes und es da raus zu schaffen.

Ich habe halt das Gefühl, das viel auch vom Nacken kommt. Leide seit 7 Jahren an immer wiederkehrende Nackenverspannungen. Die ich immer in den Griff bekommen hatte mit Physiotherapie, bis letztes Jahr im April. Seitdem sind die Nackenschmerzen nicht mehr verschwunden und begleiten mich tagtäglich druchs Leben.

05.03.2020 04:28 • #8


Zitat von Gorilla:
Man muss wirklich immer weiter kämpfen auch wenn es einem schwer fällt. Es kommen auch wieder gute Zeiten.


Ja habe derzeit Wochen da geht es mir relativ gut und dann wieder eine Woche, wo einfach so gut wie alles für mich zuviel ist.
Ich hoffe so sehr das ich es irgendwann los bin, oder zumindest das es mich nicht mehr täglich einholt.

05.03.2020 04:31 • #9


cube_melon
Ich hoffe das für dich das Du das so hinbekommst. Das mit dem Gewerbe kann ich voll verstehen, die erste Zeit bis man einen Kundenstamm hat und alles am laufen ist, ist hart.

Drücke dir die Daumen : )

05.03.2020 11:41 • #10


Zitat von cube_melon:
Ich hoffe das für dich das Du das so hinbekommst. Das mit dem Gewerbe kann ich voll verstehen, die erste Zeit bis man einen Kundenstamm hat und alles am laufen ist, ist hart.Drücke dir die Daumen : )


Ich danke dir fürs Daumen drücken

05.03.2020 11:48 • #11


Gorilla
Zitat von LordAnnie:
Ja habe derzeit Wochen da geht es mir relativ gut und dann wieder eine Woche, wo einfach so gut wie alles für mich zuviel ist.Ich hoffe so sehr das ich es irgendwann los bin, oder zumindest das es mich nicht mehr täglich einholt.


Ich hatte das vor kurzem auch, dass ich 4 Wochen lang jeden Tag geweint habe. Und das den ganzen Tag. Mittlerweile ist das nicht mehr so.

Fühle mich im Moment auch besser.

Klar ist das ein längerer Prozess, aber ich denke es geht Bergauf.

05.03.2020 18:06 • #12



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Mira Weyer