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Joyce_91

Joyce_91
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Hallo zusammen,

ich hoffe, dass hier vielleicht Menschen unterwegs sind, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Ich bin 35 Jahre alt und kämpfe seit Mitte April mit massivem Schwankschwindel, Benommenheit/Brain Fog, innerer Unruhe, Herzklopfen, Angstzuständen und inzwischen auch immer wieder Übelkeit. Besonders morgens und mittags sind die Symptome oft extrem, während sie gegen Abend etwas nachlassen. Aber sobald ich morgens aufstehe ist das Herzrasen da und der Schwindel und Angst den ganzen Tag der in eine Wein- und Panikattacke übergeht und dann abflacht.

Bisher wurden bei mir unter anderem ein MRT vom Kopf, HNO-Untersuchungen, Augenarzt, Gefäßultraschall, Herzultraschall, EKG sowie verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt. Bisher war alles unauffällig. Ein 24-Stunden-EKG steht noch aus.

Die Beschwerden schränken mein Leben inzwischen stark ein. Viele Tage verbringe ich überwiegend zuhause, weil Schwindel, Benommenheit und die ständige innere Anspannung so belastend sind. Besonders schwierig ist für mich, dass ich körperlich oft das Gefühl habe, als würde mein Herz rasen oder mein Körper dauerhaft unter Strom stehen, obwohl bisher keine eindeutige körperliche Ursache gefunden wurde.

Ich habe kein Leben mehr. es ist die pure Hölle geworden. Ich mache eine KVT aber war erst einmal da und sollte mich exponieren. Das hat dann absolut nicht geklappt. Seither ist es viel schlimmer geworden.

Mich würde interessieren:
- Wer hatte ähnliche Symptome mit Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, Übelkeit und Angst?
- Wie seid ihr da wieder herausgekommen?
- Was hat euch wirklich geholfen?
- Wie lange hat es gedauert, bis ihr eine deutliche Besserung gespürt habt?
- Habt ihr Psychotherapie, Reha, Medikamente oder andere Behandlungen genutzt?
- Hat jemand Erfahrungen mit Sertralin oder Escitalopram gemacht? Ich denke ich komme um Medikamente nicht herum aber da setzt die nächste Angst an. Ich habe Panik vor den ersten zwei Wochen und den Nebenwirkungen.

Ich freue mich über ehrliche Erfahrungsberichte und hoffe, von Menschen zu hören, die einen ähnlichen Weg gegangen sind.


Vielen Dank fürs Lesen.

07.07.2026 x 2 #1


45 Antworten ↓
Kruemel_68

Kruemel_68
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Zitat von Joyce_91:
Ich habe kein Leben mehr. es ist die pure Hölle geworden. Ich mache eine KVT aber war erst einmal da und sollte mich exponieren. Das hat dann absolut nicht geklappt. Seither ist es viel schlimmer geworden.

Mich würde interessieren:
- Wer hatte ähnliche Symptome mit Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, Übelkeit und Angst?
- Wie seid ihr da wieder herausgekommen?
- Was hat euch wirklich geholfen?
- Wie lange hat es gedauert, bis ihr eine deutliche Besserung gespürt habt?
- Habt ihr Psychotherapie, Reha, Medikamente oder andere Behandlungen genutzt?
- Hat jemand Erfahrungen mit Sertralin oder Escitalopram gemacht? Ich denke ich komme um Medikamente nicht herum aber da setzt die nächste Angst an. Ich habe Panik vor den ersten zwei Wochen und den Nebenwirkungen.


Dies ist ein Forum für Angststörungen, daher wird da fast jeder hier kennen. Die von Dir genannten Symptome sind die klassischen, lehrbuchmäßigen Angstsymptome. Wie man das schafft? Indem man jeden Tag Schritt für Schritt weitergeht. Aufgeben ist keine Option.

"Rauskommen" tut man durch Therapie, Änderung der Lebensumstände und ggf. Medikamente, wobei ich Punkt 1 und 2 am Wichtigsten finde. Die Umstände, warum eine Angststörung ausbricht, sind höchst individuell, daher gibt es auch kein Allheilmittel, um da wieder raus zu kommen. Es braucht viel Mut, in einer Therapie genau hinzuschauen, was einem im Leben so viel Druck macht, dass die Seele zu dieser Ultima Ratio greift. Und erst wenn diese Punkte angegangen werden, kann es besser werden.

Und ich sage bewusst "besser werden" nicht "verschwinden". Es verschwindet nämlich nicht einfach so. Aber es kann besser werden und man kann lernen, damit umzugehen. Viele hier sagen "Aber ich will doch einfach nur wieder so sein wie vorher" - nein, will man nicht. Denn das hat einem ja den sch. eingebrockt. Man muss sich ändern und jemand anderes werden.

Zur Therapie: es ist völlig normal, dass es sich am Anfang verschlechtert. Denn es werden dort zum ersten Mal Dinge ausgesprochen, die bisher nicht sein durften. Therapie ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es geht in Wellen auf und ab. Und ganz wichtig - die Therapie aktiv mitgestalten. Der Therapeut kann keine Angst "weg machen", sondern das muss man schon selbst tun. Der Therapeut ist der Dienstleister mit dem Know How, aber der Weg muss vom Klienten kommen. Nicht einfach nur die Stunden absitzen, sondern aktiv mitarbeiten. Und wenn man merkt, dass der Therapeut auf dem falschen Dampfer ist (was normal ist, weil er ja nicht in uns reingucken kann), das ansprechen und korrigieren.

Ich bin aber auch ganz bei @Pauline333, dass bei Dir durchaus nochmal nach Nährstoffen, Vitaminen etc. geschaut werden kann - und zwar nicht vom Hausarzt mit einem "großen" Blutbild (das sagt gar nix aus und alle Werte, die nicht direkt krank machend sind, werden als ok abgenickt) sondern bei einem Privatarzt oder guten Heilpraktiker, der sich mit dem Thema auskennt. Ggf. auch nochmal einen Endokrinologen hinzuziehen.

Ansonsten gelten natürlich wie immer die Basics: viel Bewegung an frischer Luft, leichter Sport, gute nährstoffreiche Kost ohne Zusatzstoffe, Erlernen von Entspannungstechniken (und die dann auch wirklich täglich praktizieren), verstärken von Dingen bei denen man merkt, dass sie einem gut tun, wenn möglich ausreichend schlafen. Äussere Reize so gut wie möglich reduzieren (es sei denn, sie tun einem gut), Terminkalender entrümpeln, Dinge ggf. delegieren, nicht dringende Termine absagen, Handy- und Bildschirmzeit reduzieren.

07.06.2026 13:53 • x 4 #18


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A


Seit Wochen Angst - wie schafft man das nur? Brauche Hilfe

x 3


Flousen

Flousen
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Zitat von Abendschein:
Seit Wochen Angst? Ich habe ein Leben lang Angst und Panikattacken gehabt. Mit sehr vielen Symptomen und Begleiterscheinungen. Therapien gemacht. Mit ...

Genau. Die Gedanken steuern den Teufelskreis. Habe ich z.B seit Tagen mit der Atmung. Denke ich dran habe ich das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen.

Bei einer Angst Erkrankung ist es erstmal wichtig zu verstehen was in einem vorgeht. Und zu begreifen das man auch Zuhause nicht vor den Symptomen dauerhaft sicher ist. Denn das reden sich die meisten ein. Mein Zuhause wäre ein Safeplace. Anfangs vielleicht. Man muss lernen diese Symptome anzunehmen, und mit ihnen zu leben. Ja es beunruhigt einen, und ja es macht auch Angst ständig. Mit der Zeit nimmst du aber diese negative Energie der Angst und sie Schwächt ab. Du darfst sie nicht als Gegner anerkennen sondern als deines. Die Palette was alles an körperlichen Symptomen entstehen kann ist breit. Schwindel, Atemnot, Herzrasen, Wackelige Beine, Strom Gefühl in den Händen und nasse Flossen sind so typische Muster. Genauso Unruhe. Jeder Mensch ist anders.

Und WICHTIG: Zu erlernen nicht ständig seinen Körper zu Scannen. Therapeutische Hilfe sollte man beanspruchen, und einmal anfangs alles ärztlich abklären lassen.

07.06.2026 00:12 • x 1 #7


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Pyrojay
Hallo und Willkommen hier im Forum.
Das was du beschreibst kennen hier wahrscheinlich alle im Forum.
Bei dir ist eine Angststörung ausgebrochen. Warum? Kann ich dir nicht sagen. Irgendwas muss in deinem Leben passiert sein und hat das ausgelöst.
Nun zu deinen Fragen.
Ich habe am Anfang meiner Erkrankung auch Escitalopram eingenommen. Nebenwirkungen habe ich nicht wirklich gehabt. Es ist aber auch Kopfsache. Steigere dich da nicht zu sehr ein. Den ersten positiven Effekt habe ich nach etwa 4 Wochen gemerkt. Nach 8 Wochen schon deutlich und nach 6 Monaten etwa war ich komplett angstfrei.
Therapien habe ich auch gemacht. Viel genutzt haben die mir nicht.
Was aber nachweislich hilft ist Sport, gesunde Ernährung und Meditation oder Progressive Muskelentspannung.
Du musst einen Weg finden dich mit dieser Situation abzufinden. Wenn du das schnell loswerden willst und alles soll so sein wie früher wirst du nur noch mehr im Loch versinken.

x 2 #2


Abendschein
Seit Wochen Angst? Ich habe ein Leben lang Angst und Panikattacken gehabt.
Mit sehr vielen Symptomen und Begleiterscheinungen.
Therapien gemacht.
Mit der Schlußfolge das worauf ich meine Gedanken lenke,
es auch bekomme.

x 1 #3


Joyce_91
Das tut mir Leid, dass du schon ein lebenslang Angst und Panik hast. Anscheinend aber aktuell nicht mehr?
Hat dir noch mehr geholfen, als das ausschließliche angehen des Mindsets?

und Pyrojay: Lieben Dank für die ausführliche Antwort und der Erfahrung zu Escitalopram. Sowas liest sich einfach schön, wenn man vor Augen haben kann, dass es auch angstfrei geht durch Medikamente. Mit Meditation habe ich mich noch nie beschäftigt. Hast du dir da einfach was rausgesucht oder einen Tipp, woran man eine "gute" Meditation erkennt? Sowas häuft sich ja bei allen gängigen Portalen aber da ist bestimmt auch Quatsch dabei.

x 1 #4


M
@Joyce_91 hat es einen Grund warum du die Angst spürst

#5


Pyrojay
@Joyce_91 Eigentlich kannst du bei Meditationen nichts falsch machen.
Selbst wenn du 45 Minuten nichts machst und einfach mal auf deinen Atem achtest macht das was mit deinem Nervensystem.
In akuten Situationen in der du gerade steckst würde ich mal Progressive Muskelentspannung probieren.

#6


Flousen
Zitat von Abendschein:
Seit Wochen Angst? Ich habe ein Leben lang Angst und Panikattacken gehabt. Mit sehr vielen Symptomen und Begleiterscheinungen. Therapien gemacht. Mit ...

Genau. Die Gedanken steuern den Teufelskreis. Habe ich z.B seit Tagen mit der Atmung. Denke ich dran habe ich das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen.

Bei einer Angst Erkrankung ist es erstmal wichtig zu verstehen was in einem vorgeht. Und zu begreifen das man auch Zuhause nicht vor den Symptomen dauerhaft sicher ist. Denn das reden sich die meisten ein. Mein Zuhause wäre ein Safeplace. Anfangs vielleicht. Man muss lernen diese Symptome anzunehmen, und mit ihnen zu leben. Ja es beunruhigt einen, und ja es macht auch Angst ständig. Mit der Zeit nimmst du aber diese negative Energie der Angst und sie Schwächt ab. Du darfst sie nicht als Gegner anerkennen sondern als deines. Die Palette was alles an körperlichen Symptomen entstehen kann ist breit. Schwindel, Atemnot, Herzrasen, Wackelige Beine, Strom Gefühl in den Händen und nasse Flossen sind so typische Muster. Genauso Unruhe. Jeder Mensch ist anders.

Und WICHTIG: Zu erlernen nicht ständig seinen Körper zu Scannen. Therapeutische Hilfe sollte man beanspruchen, und einmal anfangs alles ärztlich abklären lassen.

x 1 #7


Schlaflose
Zitat von Joyce_91:
Wie seid ihr da wieder herausgekommen?

Indem ich nicht zuhause geblieben bin, sondern alles ganz normal weitergemacht und die Symptome über mich ergehen lassen habe, egal wo ich war. Ich hatte die Symptome ja auch zuhause, also war es keine Option zuhause zu bleiben.

#8


Abendschein
Zitat von Flousen:
Habe ich z.B seit Tagen mit der Atmung. Denke ich dran habe ich das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen.


Lieber Flousen, ich kenne das mit der Atmung und nicht Atmen zu können, genauso wie ich das mit dem Schlucken kenne und nicht schlucken zu können, das sind so mit die fiesesten Symptome die man haben kann.

Es tut mir leid, das Du das grade mit er Atmung hast. Das kenne ich auch, aber denke daran, es atmet Dich. Die Atmung sitzt im Gehirn, von da aus wir das gesteuert und wenn Du etwas mit der Atmung hast, dann müßte Dein Gehirn krank sein und das ist es nicht. Es sind unsere Wahrnehmungen, wir konzentrieren uns darauf und schon meinen wir, es stimmt etwas nicht mit der Atmung. Das ist aber nicht so. Schwer zu erklären, denke daran, es atmet Dich. Du mußt nichts dafür tun. Atmung bedeutet Leben.



Zitat von Flousen:
nasse Flossen

😂

#9


P
Zitat von Joyce_91:
Hallo zusammen, ich hoffe, dass hier vielleicht Menschen unterwegs sind, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich bin 35 Jahre alt und kämpfe ...

Was ist denn wohl die Ursache bzw der Auslöser deiner jetzigen Situation?
Auch körperliche Ursachen können Ängste und Depressionen fördern wie z.B. Nährstoffmängel, hormonelle Dysbalancen oder Nebenwirkungen von Medikamenten.

Ist es bei dir eindeutig psychisch?
Ich würde AD nur nehmen, wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind und mein Leben durch die psychischen Probleme so stark eingeschränkt ist, dass ich meinen Alltag kaum noch hinbekomme.

Dann können sie aber gut und vergleichsweise schnell helfen. Ich habe mit Sertralin sehr gute Erfahrungen gemacht.

#10


Andrilg
Hallo,
wie ist denn Dein Schlaf? Kannst Du einschlafen/durchschlafen? Bei mir hat es damals mit 30 Jahren mit einer GAE angefangen. Nach allen möglichen körperlichen Untersuchungen war auch klar, dass es von der Psyche kommt. Die Antidepressiva haben bei mir super geholfen. Nach 2 Wochen Einnahme bin ich aufgewacht und habe mich wieder wie ich selbst gefühlt. Nach 6 Monaten habe ich wieder ausgeschlichen. Ich war so froh, dass mir die Tabletten so gut geholfen haben.

x 1 #11


Joyce_91
@Pauline333 Hej. Danke dir für die Antworten. Also ich habe schon diverse Blutbilder gemacht und halt alles, was oben scho steht. War zwei Tage sogar stationär. Nun steht morgen noch ein LZ-EKG an und ich habe einen Termin beim Frauenarzt angefragt, um das Thema Hormone zu checken. Sonst gäbe es eigentlich nichts mehr, was man körperlich noch checken muss/könnte... und da meine Angst auch oft dahin geht "oder ist es etwas Schlimmes" rät mein Psychologe dazu, dann auch die Suche nach einem körperlichen Grund mal einzustellen...

#12


P
Ok, dann wurden bei dir also keinerlei Nährstoffe untersucht, dabei können Mängel bei Eisen, Selen und Vitamin D zum Beispiel auch für psychisch anmutende Probleme sorgen.
Welchen Auslöser soll es denn für die angeblich (vielleicht stimmt es ja auch) psychische Krise geben?

x 2 #13


Flousen
Zitat von Abendschein:
Lieber Flousen, ich kenne das mit der Atmung und nicht Atmen zu können, genauso wie ich das mit dem Schlucken kenne und nicht schlucken zu können, ...

Ja es ist echt anstrengend wenn man erstmal drin steckt. Kaum sind die Augen auf merkt man Aha da stimmt was nicht. Der Typische Scan. Und man weiß ja, das man ausreichend Luft kriegt. Das ist eben die Kehrseite der Angst.

x 1 #14


Joyce_91
@Pauline333 generell Überlastung und diverse Themen. Ich hatte letztes Jahr eine Fehlgeburt, dann Job verloren und habe mich kaum ausgeruht. Nun habe ich dieses Jahr einen Job begonnen. Zu Ostern kam ein Infekt den ich nicht richtig auskuriert habe - danach dann eine Migräne mit Aura.. seither besteht das Problem aus Herzrasen, Unruhe, Panik und Schwindel mit Übelkeit

#15


Joyce_91
@Andrilg danke dir. weißt du noch welche du genommen hast?

#16


Andrilg
Bei den ersten 2 Malen Mirtazapin, weil ich zusätzlich so starke Schlafprobleme hatte. Später dann Citalopram. Bei mir haben jeweils beide AD gut geholfen.

x 1 #17

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Kruemel_68
Zitat von Joyce_91:
Ich habe kein Leben mehr. es ist die pure Hölle geworden. Ich mache eine KVT aber war erst einmal da und sollte mich exponieren. Das hat dann absolut nicht geklappt. Seither ist es viel schlimmer geworden.

Mich würde interessieren:
- Wer hatte ähnliche Symptome mit Schwindel, Benommenheit, Herzklopfen, Übelkeit und Angst?
- Wie seid ihr da wieder herausgekommen?
- Was hat euch wirklich geholfen?
- Wie lange hat es gedauert, bis ihr eine deutliche Besserung gespürt habt?
- Habt ihr Psychotherapie, Reha, Medikamente oder andere Behandlungen genutzt?
- Hat jemand Erfahrungen mit Sertralin oder Escitalopram gemacht? Ich denke ich komme um Medikamente nicht herum aber da setzt die nächste Angst an. Ich habe Panik vor den ersten zwei Wochen und den Nebenwirkungen.


Dies ist ein Forum für Angststörungen, daher wird da fast jeder hier kennen. Die von Dir genannten Symptome sind die klassischen, lehrbuchmäßigen Angstsymptome. Wie man das schafft? Indem man jeden Tag Schritt für Schritt weitergeht. Aufgeben ist keine Option.

"Rauskommen" tut man durch Therapie, Änderung der Lebensumstände und ggf. Medikamente, wobei ich Punkt 1 und 2 am Wichtigsten finde. Die Umstände, warum eine Angststörung ausbricht, sind höchst individuell, daher gibt es auch kein Allheilmittel, um da wieder raus zu kommen. Es braucht viel Mut, in einer Therapie genau hinzuschauen, was einem im Leben so viel Druck macht, dass die Seele zu dieser Ultima Ratio greift. Und erst wenn diese Punkte angegangen werden, kann es besser werden.

Und ich sage bewusst "besser werden" nicht "verschwinden". Es verschwindet nämlich nicht einfach so. Aber es kann besser werden und man kann lernen, damit umzugehen. Viele hier sagen "Aber ich will doch einfach nur wieder so sein wie vorher" - nein, will man nicht. Denn das hat einem ja den sch. eingebrockt. Man muss sich ändern und jemand anderes werden.

Zur Therapie: es ist völlig normal, dass es sich am Anfang verschlechtert. Denn es werden dort zum ersten Mal Dinge ausgesprochen, die bisher nicht sein durften. Therapie ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es geht in Wellen auf und ab. Und ganz wichtig - die Therapie aktiv mitgestalten. Der Therapeut kann keine Angst "weg machen", sondern das muss man schon selbst tun. Der Therapeut ist der Dienstleister mit dem Know How, aber der Weg muss vom Klienten kommen. Nicht einfach nur die Stunden absitzen, sondern aktiv mitarbeiten. Und wenn man merkt, dass der Therapeut auf dem falschen Dampfer ist (was normal ist, weil er ja nicht in uns reingucken kann), das ansprechen und korrigieren.

Ich bin aber auch ganz bei @Pauline333, dass bei Dir durchaus nochmal nach Nährstoffen, Vitaminen etc. geschaut werden kann - und zwar nicht vom Hausarzt mit einem "großen" Blutbild (das sagt gar nix aus und alle Werte, die nicht direkt krank machend sind, werden als ok abgenickt) sondern bei einem Privatarzt oder guten Heilpraktiker, der sich mit dem Thema auskennt. Ggf. auch nochmal einen Endokrinologen hinzuziehen.

Ansonsten gelten natürlich wie immer die Basics: viel Bewegung an frischer Luft, leichter Sport, gute nährstoffreiche Kost ohne Zusatzstoffe, Erlernen von Entspannungstechniken (und die dann auch wirklich täglich praktizieren), verstärken von Dingen bei denen man merkt, dass sie einem gut tun, wenn möglich ausreichend schlafen. Äussere Reize so gut wie möglich reduzieren (es sei denn, sie tun einem gut), Terminkalender entrümpeln, Dinge ggf. delegieren, nicht dringende Termine absagen, Handy- und Bildschirmzeit reduzieren.

x 4 #18


Kruemel_68
Zitat von Joyce_91:
Ich hatte letztes Jahr eine Fehlgeburt,

Wenn ich das so lese.... hattest Du Zeit zum Trauern und um die Fehlgeburt zu verarbeiten?

#19


Kruemel_68
Zitat von Joyce_91:
@Pauline333 generell Überlastung und diverse Themen. Ich hatte letztes Jahr eine Fehlgeburt, dann Job verloren und habe mich kaum ausgeruht. Nun habe ich dieses Jahr einen Job begonnen. Zu Ostern kam ein Infekt den ich nicht richtig auskuriert habe - danach dann eine Migräne mit Aura.. seither besteht das Problem ...

Womit der Körper und vor allem Deine Seele Dir ganz klar zu verstehen gibt: bis hierher und nicht weiter. Mach langsamer und kümmere Dich um Dich.

x 2 #20


A


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Mira Weyer
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