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Hallo liebe Leute,


ich würde gerne meine Erfahrung hinsichtlich Ernährung und Angststörungen mit euch teilen, aber auch sehr gerne eure Meinung zu dem Thema wissen! Hier die Story:


Ich leide schon seit ca. 7 Jahren an einer generalisierten Angststörung mit Panikattacken und Krankheitsängsten. Mit allen typischen Symptomen (ich spar es mir an dieser Stelle diese aufzuzählen). Vor knapp 2-3 Monaten hatte ich die Doku "Der kluge Bauch - unser zweites Gehirn" (Googelt mal danach, wenn´s euch interessiert) auf Arte gesehen. Darin geht es im Wesentlichen darum, dass zwischen Gehirn und Darm eine Wechselwirkung besteht, sodass nicht nur unsere Gefühle unser Verdauungssystem beeinflussen, sondern auch andersherum, dass unser Darm auch unsere Gefühle beeinflussen kann! Die Theorie: wenn die Darmflora nicht gesund ist, werden z.B. Ängste und Depressionen begünstigt.


Ich habe folgendes an mir selbst beobachtet: Wenn ich z.B. in einer Phase von akuter Nervosität und Angst bestimmte Nahrungsmittel zu mir nehme, dann ging es mir recht schnell wieder besser! UND: wenn ich mich über eine Zeit lang besonders UNGESUND ernährt habe, hatte ich öfters Angst.

Aufgrund der oben erwähnten Doku und einigen interessanten Artikeln, die einen Hinweis darauf geben, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und Angst & Depressionen gibt, habe ich dann bewusst meine Ernährung etwas umgestellt. Ich habe versucht möglichst viele Lebensmittel zu mir zu nehmen, die die Darmflora stärken und aufbauen.



Hierzu zählen folgende Lebensmittel:

- Probiotische Drinks wie z.B. Actimel oder probiotische Joghurts
- Miso (!) - fermentierte japanische Sojabohnenpaste zum Kochen von Suppen. Enthält viele Mineralstoffe und vor allem Bakterien, die die Darmflora stärken
- Kanne Brottrunk
- Kimchi - durch Gärung zubereiteter Chinakohl, enthält viele Mikroorganismen

Dadurch, dass ich dieses Lebensmittel zu mir genommen habe, ging es mir im Großen und Ganzen besser. Es ist nicht so, dass meine Ängste komplett verschwunden war, aber ich fühlte mich nicht mehr soooo ängstlich wie vorher. Panikattacken blieben fast komplett aus! Neben den erwähnten Lebensmitteln habe ich auch sonst auf eine gesunden Ernährung geachtet, aber das habe ich auch vorher schon getan, sodass dies sicherlich nicht der ausschlaggebende Punkt ist.


Hier ist noch ein Link zu einem Artikel, der diesen Zusammenhang auch beschreibt: http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt ... epression/


Und hier auch noch ein Artikel auf Englisch der beschreibt, dass es wohl auch auf die "richtigen" Darmbakterien in diesem Zusammenhang ankommt: http://www.psychologytoday.com/blog/rea ... nt-anxiety


Ich möchte mit diesem Eintrag sicherlich nicht erreichen, dass auf einmal alle hier anfangen Kimchi und Miso und sonstwas zu verspeisen oder diese Lebensmittel als Heilmittel oder so anpreisen... ich möchte lediglich wissen, ob jemand ähnliche Erfahrungen in dieser Richtung gemacht hat!


Was ist eure Meinung? Wenn ihr weitere Informationen zu diesem Thema habt, dann lasst es mich wissen

Viele Grüße

13.04.2014 00:50 • 24.04.2014 #1


8 Antworten ↓


MrsAngst
Danke für deinen beitrag
ich habe auch mal gelesen, das der magen darm trakt mit etlichen nerven verbunden ist, dass es dem gehirn ähndelt. Deswegen auch sowas wie bauchgefühl
finde das thema an sich interessant, weil eben wie du meintest es uns beeinflussen kann!
Aber das es explizit etwas mit der darmflora zu tun hat wusste ich nicht.
ich hab mich mal nach einer kur mit darmbakterien in tablettenform (gibt es in der apotheke) viel besser gefühlt. auch körperlich ausgeglichener weniger übersäuert etc.
Möcht auch gerne bald wieder so eine kur starten weil es einfach gut tut

13.04.2014 00:57 • x 1 #2



Ernährung & Angststörung - Welche Rolle spielt der Darm?

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Ich habe diese Doku ebenfalls verfolgt - mit großem Interesse! Allerdings habe ich auch gedacht: "neu kommt mir das nicht vor" . Ich behaupte:

Jeder Mensch mit "Angststörungen" muss schon bemerkt haben, dass bspw. Koffein "psychoaktiv" wirkt und somit nicht nur das gesamte Verdauungssystem "nervös" wird, sondern eben auch der Mensch selbst. Aber auch ohne "Angststörungen" ist der Mensch oft "schreckhafter", "empfindlicher/-samer", mitunter auch aggressiver und anfälliger für depressive Verstimmungen, wenn ihn der Durchfall plagt oder z.B. der Magen streikt und eben in beiden Fällen gar nichts essen kann...

Mir geht es bspw. besser, wenn ich auf Koffein, Alk. und fettreiche Speisen verzichte, dazu noch auf eine Salz arme und Glutamat freie Kost achte und darauf verzichte, nach 17 Uhr "schwer zu essen".

Heilpilze sind übrigens auch in keinem schlechten Ruf - so z.B. der Kobutzu/tibetanische Heilpilz. Der könnte einem teure Acitva-Sachen (oder ähnliche Sorten) ersparen, denn dieser Pilz wächst daheim von ganz alleine in einem Glas Milch . Bei mir steht einer davon (bzw. liegt) und ich glaube, dass ich ihm eine Chance geben werde.


Zitat von Omega:
Ich möchte mit diesem Eintrag sicherlich nicht erreichen, dass auf einmal alle hier anfangen Kimchi und Miso und sonstwas zu verspeisen oder diese Lebensmittel als Heilmittel oder so anpreisen... ich möchte lediglich wissen, ob jemand ähnliche Erfahrungen in dieser Richtung gemacht...

13.04.2014 19:03 • x 1 #3


Zitat von Omega:
Hallo liebe Leute,
Ich möchte mit diesem Eintrag sicherlich nicht erreichen, dass auf einmal alle hier anfangen Kimchi und Miso und sonstwas zu verspeisen oder diese Lebensmittel als Heilmittel oder so anpreisen... ich möchte lediglich wissen, ob jemand ähnliche Erfahrungen in dieser Richtung gemacht hat!


Ja, ich. Depressionen sind viel besser geworden und diverse körperliche Beschwerden fast völlig verschwunden. Ich merke allerdings immer wieder, welche großen Einfluß die Ernährung bei mir hat. Es kommt nicht nur darauf an was ich esse, sondern auch wieviel. Ich neige halt dazu, mich immer wieder zu überfressen, aus Langeweile, um die Einsamkeit zu betäuben usw. Dadurch werde ich immer total träge, kann mich zu absolut nichts mehr aufraffen, kann mich nicht mehr konzentrieren, alles ist hoffnungslos usw.

Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, moderate Kalorienzufuhr, Sport usw. und mir geht es psyschisch viel besser, hab mehr Energie, bin unternehmungslustiger, menschenfreundlicher etc.


Zitat:
Was ist eure Meinung?


Ich glaub dran, da es mir geholfen hat und es auch genügend Studien dazu gibt. Die meisten Ärzte und Psychologen haben davon allerdings noch nie was gehört und halten einen für einen Spinner und Hypochonder, wenn man ihnen was über den Zusammenhang von Darmbakterien, Ernährung, Immunsystem und pyschischen Erkrankungen erzählt.


Zitat:
Wenn ihr weitere Informationen zu diesem Thema habt, dann lasst es mich wissen


Hier gibt's noch eine interessante Doku:

Autismus und die Rolle der Bakterien

13.04.2014 22:55 • x 2 #4


Danke für die Antworten erstmal!

Hätte ehrlich gesagt gedacht, dass es gerade unter den Angstpatienten mehr Leute gibt, die schon Erfahrungen mit diesem Thema gesammelt haben. Da es ja schon ein Ansatz ist, der unter Umständen die Lebensqualität deutlich verbessern kann.

Es gibt ja sogar schon Forschungen in der Medizin, wo genau diese Tatsache mit den Darmbakterien genutzt wird um Medikamente gegen Angst zu entwickeln.

15.04.2014 23:09 • #5


aber wie genau kann man denn seine Darmflora aufbauen? was genau hast du alles an deiner Ernährung geändert? wo hast du die Rezepte herbekommen?

16.04.2014 10:05 • #6


Hey kadisha,

google einfach mal ein bisschen und wirf noch mal einen Blick in meinen Eröffnungsbeitrag ich denke es gibt verschiedene Möglichkeiten eine gesunde Darmflora aufzubauen ich weiß ja im Endeffekt auch nicht, ob meine Darmflora jetzt wirklich gesünder ist als vorher, aber ich weiß dass mir die oben erwähnten Lebensmittel weitergeholfen haben.

LG

21.04.2014 13:16 • #7


Ich denke, dass manche Menschen, ob genetisch bedingt oder durch Umwelteinflüsse einfach keinen optimalen Stoffwechsel haben und wenn der Darm schlecht ist, werden halt viele wichtige Stoffe (Aminosäuren etc pp) nicht mehr richtig aufgenommen, durchqueren nicht die Bluthirnschranke und der ohnehin sensible Mensch hat zu wenig Stoffe, die wichtig für die Neurotransmitterproduktion im Gehirn sind.

Ich persönlich nehme ja zusätzlich 5HTP, weil ich wieder Panikzustände hatte, so ziemlich das unangenehmste Gefühl das ich kenne.

Ich könnte jetzt noch einen Schritt weitergehen, ist auch eine Frage des Geldes und des Willens, es gibt so viele Aminosäuren, Vitamine etc, die die Dopaminproduktion anregen, für Serotonin wichtig sind etc pp.

Ich kann einen kleinen preiswerten Tip geben.

Viele Stoffe sind in Magerquark enthalten, der schmeckt zwar nicht so dolle, ist aber günstig und dazu noch Ausdauersport.

Für den Serotoninmangel, sollte er vorhanden sein, kann man 5HTP nehmen, ist jetzt aber auch nicht ganz unbedenklich, also vorsichtig damit.

Das war mal meine Meinung zu dem Thema, nicht zu viel pseudowissenschaftliche Sachen, sondern einfach mal die Sachen essen oder zur Not auch zukaufen und etwas rumprobieren.

B-Vitamine z.B. aber ich möchte jetzt keinen Vortrag halten.

23.04.2014 19:27 • x 1 #8


Zitat von 2phil4u:
Ich denke, dass manche Menschen, ob genetisch bedingt oder durch Umwelteinflüsse einfach keinen optimalen Stoffwechsel haben und wenn der Darm schlecht ist, werden halt viele wichtige Stoffe (Aminosäuren etc pp) nicht mehr richtig aufgenommen, durchqueren nicht die Bluthirnschranke und der ohnehin sensible Mensch hat zu wenig Stoffe, die wichtig für die Neurotransmitterproduktion im Gehirn sind.


Es kann auch sein, dass der Darm zu durchlässig ist und dadurch Stoffe in den Körper und das Gehirn kommen, die dort eigentlich nicht hingehören. Ich denke, das war bei mir der Fall. Hab unter anderem so einen Test auf Leaky-Gut-Syndrom gemacht, bei dem eine erhöht Darmpermeabilität festgestellt wurde.

24.04.2014 22:33 • #9




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