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Hallo zusammen,

Ich wende mich hier ein an euch, da ich mir zuviele Gedanken um meine persönliche Zukunft mache?

Mein Problem ist kurz und einfach, dass ich Ängste habe, womöglich durch meine Vergangenheit, die andere Menschen bei mir niemals erwarten würden.

Ich gebe mal ein paar Beispiel: Ich habe Angst vor Ablehnungen, deswegen suche ich ständig Bestätigung, die andere wiederrum als Arroganz bewerten. Diese Angst wirkt sich bei mir dann nicht durch Schüchternheit aus, ganz und garnicht, sondern eher durch extremen Aktionismus. Ich gelte eher als charismatisches Verkaufstalent^^, aber eig. ist dies nur eine Fassade, und verleitet Freunde und Bekannte nicht unbedingt zur Rücksichtnahme. Somit bin ich viel angreifbarer als alle denken.

Anderes Beispiel: Ich gehe gern auf Frauen zu hin und wieder, komme bei diesen auch gut an, allerdings hatte ich aus Beziehungs- und Ablehnungsängsten noch keine wirklich innige Beziehung(keine Liebe, kein Sex) - ich bin 20. Bekannte denken aber von mir, ich hätte jede Woche eine neue, wo wir wieder bei der Fassade sind.

Das hört sich jetzt alles eher lächerlich an, aber ich denke die Probleme sind immer so groß wie wir sie uns machen und ich mache die Probleme für mich groß - in meinem Kopf. Es lässt sich auch nicht abstellen, läuft unterbewusst. Die Gedanken sind eben nicht frei!

Wenn ich der typsiche schüchterne, zurückhaltende Junge wäre, wüsste ich ja wo ich ansetzen kann, aber ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung.

Ich muss aber was ändern, denn 20 Jahre ohne Liebe sind hart, aber noch mehr wird unlösbar, zumal ich einen Beruf ausüben werde/will wo ich wohl kaum auf höfliche und verständnisvolle Menschen treffe.

Zu meiner Vergangenheit: Ich hab ein schlechtes bzw. kein wirkliches Verhältnis zu meinen Eltern. Für meine Mutter bin ich seit jeher nur ein Kostenfaktor und nie gut genug und mein Vater wohnt schon seit früher Kindheit weit weg. Ich bin ständig umgezogen, habe in den ersten Jahren (bis 12) öffentlich Schwäche gezeigt udn wurde gehänselt. Nach und nach habe ich mir eine Fassade aufgebaut, bin regelmäßig zum Sport gegangen und anch einem weitern Umzug hatte ich dann iwann den Status eines charismatischen Schönlings erarbeitet, der natürlich nicht glücklich macht. Allerdings wurde ich akzeptiert, aber niemals geliebt!

Mein Wunsch wäre es mich iwann selbst zu akzeptieren, so wie ich bin und mich nich andauernd ändern zu wollen, die ständige Suche nach Bestätigung aufzugeben. ich habe sicher viele gute Eigenschaften, aber ich unterdrücke diese immer durch meine Gedanken an die schlechten Eigenschaften. Mein Wunsch wäre eine Frau zu finden die mich liebt, so wie ich bin und meine Versagenängste zu vergessen. Ich will mir nicht mehr selber durch mein Verhalten schaden.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen,

schönen Tag noch und viele Grüße.

27.08.2010 16:30 • 27.08.2010 #1


11 Antworten ↓


Hallo, schwieriges Thema finde ich, aber keins wo es nicht auch eine Lösung gibt. So wie du schreibst, achtest du zu sehr darauf was dein Umfeld von dir denken mag und wie es dich aufnimmt. Du mußt lernen deine Erwartungen runter zu schrauben, und zwar an dich und die gesellschaft. Weiter mußt du nur akzeptieren, das du nur für dich lebst und nicht dafür, was die anderen wohl von dir denken und oder halten, geschweige denn von dir erwarten. Darauf kommt es nicht an. Es kommt nur darauf an, wie du dich siehst und welche Rolle im Leben dir gefällt. Alles andere wird mit Sicherheit von alleine kommen. Deine Vergangenheit kannst du jetzt in der zukunft nicht mehr ändern, du mußt sie akzeptieren, egal was die anderen darüber denken. Es ist passiert und fertig.

Nur eine Meinung
Gruß

27.08.2010 16:51 • #2



Bin ich sozial gestört?

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Da hast sicher vollkommen Recht, und ich bin mit dem auch bewusst, dass man(n) weniger auf die Meinungen anderer wert legen sollte, aber erklär das mal meinem Unterbewusstsein, das sieht es überhaupt nicht ein .

27.08.2010 17:17 • #3


Huhu mrytitus,

Hast du mal über eine Therapie nachgedacht? Das könnte dir helfen auf der einen Seite die blöde Vergangenheit aufzuarbeiten und auf der anderen Seite neue Seiten an dir zu entdecken die du dann vielleicht auch als liebenswert empfinden kannst

Ansonsten schreibst du du konzentrierst dich oft auf deine negativen Eigenschaften. Hast du mal versucht dir eine Liste zu machen mit guten wie schlechten Eigenschaften. Im Zweifelsfall sollen dir deine Freunde dabei helfen was zu finden wenn dir nichts mehr einfällt. Jede gute Eigenschaft braucht eine schlechte zur Gegenüberstellung. Das kann helfen nicht mehr bloß die Schattenseite der Medaille zu betrachten.
Außerdem ein Tipp der meistens nicht ernst genommen wird den ich aber trotzdem immer wieder gebe: Sich selbst überreden. Unbewusst denkst du andauernd schlecht von dir, stehst nicht zu dir. Dein Kopf ist auf Autopilot, so kann sich nichts ändern. Man kann dem entgegen wirken indem man sich bewusst dreimal täglich sowas sagt wie "Ich bin gut so wie ich bin". Auch Ausdrucken und groß über den Spiegel oder PC hängen hilft. Dadurch liest man es unbewusst mehrmals am Tag. Ich hab den Tipp von einer Therapeutin bekommen nachdeim mein Papa gestorben ist und ich es nicht leicht hatte. Ich dachte erst es wäre Humbug, hab's aber aus Verzweiflung trotzdem probiert - und nach 3 Wochen half es wirklich.
Vielleicht findest du hier auch noch gute Tipps:

(Runter scrollen, unter der Werbung kommt das Verzeichnis )

Wenn du alleine nichts ändern kannst ist es auch keine Schande über eine Therapie nachzudenken. Der Seelendoktor ist eben genau dafür da: Wenn der Seele der Schuh drückt.

Ich denke der erste große Schritt wäre aber vor Bekannten und Freunden dazu zu stehen dass es dir öfter dreckiger geht als du es zugibst. Die Fassade nach und nach abzubauen und zu sehen dass man dich trotzdem noch mag. Das ist ganz wichtig.
Auch DAS hab ich nach Papas Tod erst gelernt. Ich hab mich oft beherrscht und tough gegeben und dann heimlich auf der Schultoilette geweint. Ich wollte ja die Starke bleiben. In den Arm nahm mich keiner, ich wirkte ja als wär Alles okay. Erst durch die Therapie konnte ich nach und nach zulassen auch mal vor Anderen zu weinen. Irgendwann hab ich im Unterricht, in der Pause, vor Freunden, vor Fremden, vor Lehrern vor Schülern und sogar einmal in der S-Bahn geweint. Und ich wurde niemals für meine Schwäche verachtet, im Gegenteil: Ich bekam endlich Zuspruch und Trost wie ich's mir zuvor gewünscht hatte. Und vor Allem hatte ich endlich ein Ventil.
Seitdem steh ich mehr zu dem was ich denke und fühle, und hab noch nie negative Erfahrungen damit gemacht.


Alles Gute!
Bianca

27.08.2010 18:09 • #4


Du könntest deine Freunde auch bitten immer zweimal nachzufragen wie es dir geht.
So nach dem Motto:
"Hi, wie geht es dir?"
"Gut!"
"Und wie geht es dir wirklich?"
Dann bist du gezwungen keine Standard-Antwort zu geben sondern auch mal ehrlich zu sein und dazu zu stehen wie es dir geht.
Kam mir gerade noch nachdem ich den Post schon abgeschickt hatte.

27.08.2010 18:15 • #5


Achja, noch was vergessen:
Falls du studierst gibt es an jeder Hochschule mindestens einen meistens zwei Psychologen die speziell auf alle möglichen Probleme geschult sind die der Student so haben kann. Versagensängste, Klausurenängste, aber auch sowas wie deine Probleme gehören dazu. Die ersten Gespräche sind kostenlos, und wenn es eine längere Therapie werden soll dann kriegst du eine Überweisung und kannst ohne großartige Wartezeiten eine kostenlose Therapie weiter machen und beenden. Aber auch für erste Gedankenanstöße und Tipps können die Psychologen sehr gut sein. Ich hab da an unsrer Uni mal Vorträge zu Prüfungsangst und Burnout gehört.. war super hilfreich.

Das war's jetzt aber gleuch ich wirklich

27.08.2010 18:23 • #6


Das hört sich gut an und ich danke dir dafür, allerdings ...

... habe ich durch die Umzüge meine guten Freunde immer wieder verloren,
... haben mich meine derzeit "besten" Freunde hintergangen,
... habe ich folglich keine guten Freunde sondern nur bekannte.

Solche Dinge passieren halt hin und wieder, kann man nix machen. Ich glaube nicht wirklich daran, dass man sich da auf andere Leute verlassen kann/sollte, das macht nur unglücklich.

Naja, bald ist mein Umzug angesagt, dann bin ich endlich frei, weg von zu Hause, das gibt mir Mut, allerdings ändert es nichts an den Versagensängsten, nicht wahr?

Und desweiteren habe ich meine "Karriere", da klappt iwie alles, im Gegensatz zum leidigen Privatleben. Gibt mir viel Kraft, sowie es bei anderen eben die besten Freunde sind.

27.08.2010 18:35 • #7


Okay, sehr rührend, dass du dir soviele Gedanken machst.

Ich gehe studieren, allerdings an einer unpersönlichen Uni, da wird es keine Psychologen geben, kann ich mir kaum vorstellen. Ich denke dafür brauch ich gute Freunde und/oder am besten nen liebes Mädel, dann klärt sich alles von allein. Immerhin habe ich genau wie du, schon viel geschafft durch meinen Charakter und meine Persönlichkeit, die andere in meiner Situation sicher nicht schaffen würden.

Ebenso alles Gute und lass es dir gutgehen.

Viele Grüße.

27.08.2010 18:59 • #8


Hallo mrytitus,

Es muss an jeder Uni auch Psychologen geben, zumindest kenne ich das nur so. Und wenn es keine Psychologen gibt gibt es einen Krisendienst, der kann auch weiter helfen und beraten. Eine Anlaufstelle gibt es also auf alle Fälle, egal wie persönlich oder unpersönlich die Uni ist Check mal auf der Uni-Website in der Suche, du findest bestimmt was in der Art.

Und die Sache mit dem Mädel: Böser, ganz böser Trugschluss.
Viele Menschen denken dass das mit den Ängsten und der Einsamkeit schon besser wird wenn sie Jemanden an ihrer Seite haben der sie liebt. Das stimmt generell leider nicht.
Im Gegenteil ist sogar die Gefahr sehr groß dann emotional abhängig vom Partner zu werden, zu sehr zu klammern, oder gar neue Ängste im Bezug auf Verlassenwerden oder Fremdgehen zu entwickeln. Und eine Beziehung ist nicht nur schön. Sie ist anstrengend und man muss an sich selbst und an der Beziehung arbeiten damit sie funktioniert.
Das kann man bloß wenn man mit sich selbst einigermaßen im Reinen ist.
Ich will dir die Sache nicht madig machen... aber wenn man verzweifelt ist ist Abwarten und auf eine Rettung von Außen zu warten der denkbar schlechteste Weg um seine Probleme zu lösen. Der Held/die Heldin in schimmernder Rüstung kommt nämlich erfahrungsgemäß nicht, man ist für sich selbst verantwortlich.
Und dann gibt's auch noch den klugen Spruch: Nur wer sich selber liebt kann auch von anderen geliebt werden.
Und der stimmt


Liebe Grüße,
Bianca

27.08.2010 19:05 • #9


Ja, da hast du sicher Recht, aber du verstehst mich nicht ganz. Ich meinte nen nettes Mädel, dass mir evtl. die Beziehungsängste nehmen kann, ich haue nämlich immer ab, bevor es ernst wird und schade mir dann aber eig. damit, verrückte Welt, was?

Aber im Grunde hast du Recht, Selbstliebe ist das A und O jeder Problembewältigung und ich bin auch auf nem guten Wege. Ich hasse mich ja auch nicht, und wenn ich viel zutun hab, kann ich mir ja eh keine Gedanken um solche Dinge machen, nur an freien Tagen ist es sehr hart manchmal.

Ach übrigens nochmal zu was Anderem: es wird immer behauptet Verdrängung sei kontraproduktiv, aber ist eine ständige Ausseinandersetzung wirklich besser? Ständig an negatives zu denken, macht einen Menschen doch noch negativer oder nicht? Ist es nicht viel besser sich spielerisch den Dingen zu widmen ohne immer daran zu denken wie man das Problem bewältigt? Ist es nicht viel besser das Problem/die Störung an den Rand zu "drängen" und einfach damit zu leben?

27.08.2010 19:35 • #10


Wirklich verdrängen, so dass das Problem sich irgendwann von selbst erledigt kann man meiner Meinung nach nichts. Sicher ist Ablenkung und Spaß haben wichtig, nur Daheim hocken und über seinen Problemen grübeln tut auf Dauer auch nicht gut. Ich finde Beides muss sich die Waage halten. Als ich z.B. nach Papas Tod meine Therapie hatte kamen auch viele alte Ängste und Gedanken wieder hoch von denen ich gedacht hatte ich hätte sie erfolgreich verdrängt - aber im Grunde verdrängt man nichts, man häuft es an, und wird der seelische Müllhaufen zu groß dann macht sich die Seele bemerkbar, und zwar dann meist so sehr dass man die Probleme dann nicht mehr einfach so verdrängen kann.
So jedenfalls meine Erfahrungen. Ich war in der Zeit zweimal in der Woche beim Therapeuten, am Sonntag war mein Familien- und Grübeltag, und die anderen 4 Tage hab ich mir so mit Aktivitäten voll gestopft dass ich über meine Probleme nicht mehr nachdenken konnte. Mir hat das geholfen. Aber jeder muss seinen eigenen Weg gehen.
Gezielte Auseinandersetzung mit Sorgen und Ängsten ist bei der Problembewältigung jedenfalls sinnvoller als stoisches Verdrängen.

Gerade wenn du auch noch unter Beziehungsängsten leidest kann ich dir eine Verhaltenstherapie nur wärmstens ans Herz legen. Idee dabei ist nicht die gesamte Vergangenheit nochmal durchzukauen sondern zu gucken was im Moment Probleme bereitet und dann Lösungswege und Möglichkeiten des Umgangs damit aufzuzeigen.
Mir hat's jedenfalls viel gebracht, ich bin sehr froh den Schritt damals gewagt zu haben.

Mit einem netten Mädel wird es dir bestimmt besser gehen, weil du nicht mehr allein bist, daran zweifle ich nicht. Aber vorher musst du für dich selber lernen sie auch heran zu lassen, sonst klappt es nicht weil es an dir scheitert. Hast du vielleicht Angst dass die Mädels hinter deine Fassade gucken können wenn du dich zu sehr offen zeigst?

Liebe Grüße,
Bianca

27.08.2010 21:01 • #11


Zitat:
Hast du vielleicht Angst dass die Mädels hinter deine Fassade gucken können wenn du dich zu sehr offen zeigst?


Ja! Wenn du mit offen zeigen, Schwäche zeigen, sich fallen lassen und Kontrolle über die Situation verlieren meinst - dreifaches JA!
Sind wir mal ehrlich, in dieser Gesellschaft ist es oft verhängnisvoll Schwäche zu zeigen, und als 1.90 großer Kerl mit breitem Kreuz auch noch lächerlich. Ich habe in meiner Familie auch immr die Rolle des starken Mannes übernehmen müssen, aber ich beschwer mich nicht, ist ja meine Aufgabe und auch meine Verantwortung. Vll. sind dies die Gründe, warum ich keine Schwäche zeigen kann, ohne Ängste zu kriegen, wer weiß.

Ich weiß, dass ist dumm, aber es ist so in meinem Kopf gespeichert, genauso wie die Tatsache, dass ich denke, alle wären normal - fast alle - nur ich nicht, was natürlich auch quatsch ist.

Auf jeden fall ist es gut mal darüber zu sprechen(bzw. schreiben) und sich zu öffnen, könnte das sonst nicht - glaub ich. Vielen Dank, Bianca! So viel Mühe, bei so nem schweren Fall .

27.08.2010 21:59 • #12



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