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boneria70
Hallo zusammen,
bin neu hier möchte mich kurz Vorstellen.
Ich bin 47 Jahre und lebe in Bayern. Vor ca. 5-6 Jahren hat es bei mir mit
Angst- und Panikattacken angfangen. Hauptsächlich werden sie durch Situationen
im Job ausgelöst. Kann dann meist über Tage hinweg nicht richtig schlafen, essen und mein normalen Tagesablauf bekomme ich auch nicht auf die Reihe. Das geht teilweise bis zur totalen Erschöpfung so. Möchte mich mit Euch austauschen und gerne den einen oder anderen Tip wie ich in akuten Situationen damit umgehen kann.

Viele Grüße
boneria70

18.08.2018 02:12 • 09.03.2020 #1


18 Antworten ↓


Hotin
Hallo boneria,

willkommen im Forum.
Zitat:
Vor ca. 5-6 Jahren hat es bei mir mit
Angst- und Panikattacken angefangen. Hauptsächlich werden sie durch Situationen im Job ausgelöst.

Was hast Du denn für einen Job?
Bestimmt sind das immer Menschen, die den Druck auslösen, der Dich dann tagelang belastet.
Zitat:
Möchte mich mit Euch austauschen und gerne den einen oder anderen Tip wie ich in akuten Situationen damit umgehen kann.


Dann beschreibe mal so eine Situation.

Viele Grüße

Bernhard

18.08.2018 02:46 • x 1 #2



Angstattacken durch Job ausgelöst - suche Rat und Tipps

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boneria70
Hallo Bernhard,

Danke das Du schreibst. Ich arbeite in der Kundenbetreuung. Angst und Panik kommen meist dann wenn ich einen Fehler gemacht habe. Habe dann immer das Gefühl das etwas schlimmes passiert.

Folgende Situation hatte ich kürzlich. Ich schicke verschieden Artikellisten an Kunden und hab versehenlich
an einen die falsch geschickt. Eigentlich nicht so schlimm da sie inhaltlich alle gleich sind nur von der
Ansicht verschieden. Ich hab's korrigiert und es hatte auch jeder Verständnis das Fehler passieren können. Nur mich konnte das nicht beruhigen. Statt loszulassen habe ich einen negativen Gedanken nach dem anderen was jetzt alles noch passieren kann. Es ist als warte ich auf eine Bestrafung und die bleibt aus weil
keiner außer mir das tragisch sieht.

Viele Grüße
Boneria

18.08.2018 07:53 • #3


petrus57
ja, das kenne ich noch aus meinen Arbeitsleben. Hat mich auch Jahrzehnte begleitet. Wir machen uns einfach unnötig Gedanken über das was passieren könnte.

18.08.2018 08:31 • x 1 #4


Es geht mir genau so . Leider nicht nur begrenzt auf meinen Job . Ich bewerte meine ( vermeintlichen) Fehler immer über und warte auf " die Strafe" . Hat sich trotz Verhaltenstherapie noch nicht viel dran geändert, was ja auch logisch ist, denn wenn man als Kind in einem Klima der Angst ( vor Strafe) aufwächst und dieses Gefühl ist manifestiert dann brauch es eigentlich den Rest des Lebens, um die Angst wieder loszuwerden .

Was mir persönlich etwas weiter hilft, ist , der Angst kognitiv etwas entgegen zu setzen.
-Jeder Mensch macht Fehler!
- Meine Fehler sind nicht schlimmer als die Fehler der anderen.
- Ich bin ERWACHSEN . NIEMAND kommt und bestraft mich.

Keine Ahnung ob dir das vielleicht weiter hilft , manchmal reicht ja auch das Wissen, das man mit diesem S C H E I S S nicht alleine ist

18.08.2018 08:56 • x 1 #5


boneria70
Hallo Petrus,
danke tut gut zu wissen das man nicht alleine ist.
VG boneria

18.08.2018 12:03 • x 1 #6


kalina
Willkommen hier, boneria70.

Ich habe auch schon seit sehr vielen Jahren Ängste und kenne die Erschöpfung, wenn es grad mal wieder besonders schlimm ist.

Ich bin übrigens auch aus Bayern.

18.08.2018 12:08 • x 1 #7


boneria70
Hallo ichliebekuchen,

danke dir auch für Deine Wort und Tipps werde versuchen das umzusetzen.
Ja man wird in der Kindheit sehr stark geprägt und muss hart kämpfen um das loszuwerden
bzw. zu lernen wie man damit umgeht. Bin in Therapie aber ich öffne mich nur sehr langsam. Fällt mir glaube ich leichter im Austausch mit Menschen denen es so geht wie mir.
VG
boneria

18.08.2018 12:18 • x 1 #8


boneria70
Hallo Kalina,

herzlichen Dank für Deine Wort. Deine Signatur finde ich sehr schön.


VG
boneria

18.08.2018 12:29 • x 1 #9


Hotin
Zitat:
Ich arbeite in der Kundenbetreuung. Angst und Panik kommen meist dann wenn ich einen Fehler gemacht habe.
Habe dann immer das Gefühl das etwas schlimmes passiert.


Grundsätzlich ist das verständlich, das nach einem Fehler etwas Angst aufkommt.
Nur solltest Du Dir danach möglichst bewusst machen.
Es ist normal, dass wir ständig auch Fehler machen.

Ein Spruch sagt.
Wer viel arbeitet, der macht viele Fehler.
Wer wenig arbeitet, der macht wenig Fehler.
Wer gar nicht arbeitet macht bei der Arbeit auch keine Fehler.

Meiner Meinung nach reicht es, wenn Du nicht oberflächlich an Deine Arbeit gehst.
Sowohl Kunden, als auch die Firmenleitung werden Fehler meistens tolerieren.
Das Meiste an Fehlern ist nachträglich ohne Schaden zu korrigieren.

Zitat:
Ich hab's korrigiert und es hatte auch jeder Verständnis das Fehler passieren können. Nur mich konnte das nicht beruhigen.
Statt loszulassen habe ich einen negativen Gedanken nach dem anderen was jetzt alles noch passieren kann.


Das ist das eigentliche bei Dir. Angststörungen explodieren, wenn Du sie nicht bewusst begrenzt.
Ich glaube nicht, das Du auf Bestrafung wartest.
Es geht mehr um Dein inneres Eigenbild.
Kannst Du vor Dir selbst bestehen, wenn Du Dir eingestehen musst, dass Du hin und wieder etwas falsch machst?
Wie stehst Du dann da, wenn Du nicht perfekt bist?
Schließlich hat das zur Folge, dass man Dich ermahnt und kritisiert. Und meiner Meinung geht es vor allem nur darum.
Wie kannst Du lernen und es auch aushalten, dass Dich jemand kritisiert? Das man Dir Fehler vorwirft.
Das kannst Du üben. Leichter fällt das meist, es zu lernen, wenn Du Dir vorstellst, wie Du reagierst, wenn andere den
gleichen Fehler gemacht hätten.
Würdest Du ihnen dann viel Angst machen, oder eher wenig Angst machen und Verständnis zeigen?

18.08.2018 12:36 • x 2 #10


boneria70
Hallo Bernhard,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Zitat von Hotin:
Das ist das eigentliche bei Dir. Angststörungen explodieren, wenn Du sie nicht bewusst begrenzt.

ja, hast recht die Angst explodiert und lähm mich. Ich kann in dem Moment keinen klaren Gedanken mehr fassen. Keine Ahnung wie ich in dem Moment einen kühlen Kopf bewahren kann.

Zitat von Hotin:
Kannst Du vor Dir selbst bestehen, wenn Du Dir eingestehen musst, dass Du hin und wieder etwas falsch machst?Wie stehst Du dann da, wenn Du nicht perfekt bist?

Es fällt mir extrem schwer zu akzeptieren das ich Fehler mache. Lebe seit meiner Kindheit mit dem Druck perfekt sein zu müssen damit man mich lieb hat. Mittlerweile bin ich es leid ständig zu versuchen alles perfekt zu machen ich hab begriffen das außer mir das keiner verlangt aber sich aus diesem Denkmuster zu lösen brauch aber Zeit.

Zitat von Hotin:
Leichter fällt das meist, es zu lernen, wenn Du Dir vorstellst, wie Du reagierst, wenn andere den gleichen Fehler gemacht hätten.Würdest Du ihnen dann viel Angst machen, oder eher wenig Angst machen und Verständnis zeigen?

Natürlich würde ich Verständis zeigen aber das ist auch viel einfacher bei jemand anderes als bei sich selbst. Werde versuchen das zu lernen.

VG
boneria

18.08.2018 20:59 • x 2 #11


Hotin
Hallo boneria,
Zitat:
die Angst explodiert und lähmt mich. Ich kann in dem Moment keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Keine Ahnung wie ich in dem Moment einen kühlen Kopf bewahren kann.


Am besten wird es gehen, wenn Du in dem Moment, wenn die Angst explodiert, Deine Arbeit unterbrichst.
Dann solltest Du mehrfach ganz ruhig mit Dir selbst reden.
"Bonita, es ist nicht schlimm, dass Du mal einen Fehler gemacht hast. Du stehst jetzt dazu und niemand darf Dir
deswegen den Kopf abmachen."

Das meine ich dann aber auch so, wie ich es geschrieben habe. Falls Dich jemand übermäßig runtermachen will wegen
dem Fehler, dann richte Dich vor ihm auf und sage ganz ruhig.
"Ok, ich habe diesen schweren Fehler gemacht. Es tut mir Leid aber ich kann es nicht mehr ändern. Beim nächsten Mal
versuche ich, weitere Fehler zu vermeiden. Wie kriegen wir den Schaden jetzt am besten wieder behoben?"

Das ist alles. Und dann geht es weiter wie immer.
Zwei bis dreimal solltest Du das üben, dann kannst Du das verinnerlicht haben.

Zitat:
Natürlich würde ich Verständis zeigen aber das ist auch viel einfacher bei jemand anderes als bei sich selbst.
Werde versuchen das zu lernen.


Du hast genau wie jeder andere Mensch das Recht, Fehler machen zu dürfen.
Egal ob dienstlich oder privat. Fordere das Verständnis ein, wenn Dir jemand versucht Verständnis zu verweigern.
Du musst Dein Recht dem anderen Menschen klar kommunizieren. Ihm eine Grenze setzen.
Du hast das gleiche Recht wie alle anderen, also auch das Recht, niemals perfekt sein zu müssen.

18.08.2018 23:47 • x 1 #12


boneria70
Hallo Hotin,

herzlichen Dank für Deine Tipps werde das auf alle Fälle üben.

VG
boneria

19.08.2018 06:14 • x 1 #13


07.03.2020 09:29 • #14


Angor
Hallo

Nimmst Du ein Medi? Auf keinen Fall kündigen, dann lieber krank schreiben lassen, bis es Dir besser geht.
Ü 50 ist es verdammt schwer, einen neuen Job zu finden.

LG Angor

07.03.2020 11:03 • x 2 #15


Berggeist
Hallo, wenn die Arbeit krank macht!
Ist bei mir auch so, ich habe auch mitten in der Arbeit Angstanfälle bekommen, obwohl die Arbeit, also die Tätigkeit an sich mir sehr leicht von der Hand geht. Es ist der extreme Druck drumherum, die Angst zu versagen, die bekloppte Chefin, die mich regelmäßig mit ihrem Zickenalarm belastet und die Tatsache, daß ich sehr viel Verantwortung habe.

In der Psycho-Reha mit 58 wurde mir geraten den Job zu wechseln. Das habe ich mir nicht zugetraut, weil ich zu dem Zeitpunkt gar nicht in der Lage war mir etwas Neues zu suchen und noch Punkte für's Rentenkonto sammeln wollte. So wurde es immer schlimmer. Jetzt bin ich soweit, daß ich nach Wegen aus der Tretmühle suche. Hätte ich es nur eher getan!

Du kannst Dich krankschreiben lassen wenn es zu schlimm ist und dann EU Rente ansteuern.
Du kannst auch beim Arbeitsamt vorsprechen und Deine Situation schildern: Du möchtest gerne arbeiten, bekommst es aber nicht mehr hin. Es ist möglich bei krankheitsbedingter Kündigung die 3 monatige Sperrfrist nicht aufgebrummt zu bekommen. Dann bekommst Du gleich ALG I und - das Allerwichtigste: Du bekommst den Kopf frei um Dich neu zu orientieren. Das hat mein Bruder mit 54 gemacht und dann nach 5 Monaten "Kopf-frei" einen neuen Job gefunden, in dem es ihm gut geht.

Der Nachteil ist immer die finanzielle Einbuße.
Aber Gesundheit geht vor Reichtum!

07.03.2020 12:07 • x 1 #16


Icefalki
Nie kündigen! Von mir aus krankschreiben lassen und drauf ankommen lassen, egal, was passiert.

Unsere Angst hat nie was nur mit einem Job, einer Beziehung, usw. zu tun. Eher damit, dass wir sehr schwer in der Lage sind, mit Stress umzugehen, wobei Stress mehr eine Unfähigkeit ist, mit empfundener Hilflosigkeit umzugehen.

Und hier liegt der Hund begraben. Man meint, abhängig zu sein, ist empfindlich, ist schlicht und einfach überfordert mit den Widrigkeiten im Leben.

Und durch die Angstattacken ist man eh schon der Meinung, ein Loser zu sein. Wenn man deshalb alles hinwirft, mit 50 dann doch wieder einen Job braucht, wird es auch nicht besser. Neuer Job ist wieder ein Stressfaktor.

Also lieber über eine Krankschreibung alles tun, um insgesamt stabiler zu werden. Und wenn es ein Klinikaufenthalt ist.

07.03.2020 14:09 • x 4 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Schlaflose
Zitat von Mickey69:
Hallo zusammen, ich habe Angstattacken im Job. Bin seit Jahren in Behandlung und weiß nicht mehr weiter. Soll ich den Job kündigen? Finde ich wieder einen Job ? Ich bin schon 50. Viele Grüße


Kommt es denn VOM Job an sich oder von der Situation am Arbeitsplatz? Bei mir war das so, dass mich der Job selbst (Lehrerin) krank gemacht hat. Ein Wechsel an eine andere Schule hätte nichts gebracht. Ich habe dann tatsächlich mit 50 den Schuldienst aufgegeben und bin in die Verwaltung gewechselt. Das war meine Rettung.

07.03.2020 14:48 • x 1 #18


Hallo,
danke für Eure Antworten und Ratschläge.. Ich habe die Ärtze vier Jahre mit AD herumexperinentieren lassen und seit Juli 2019 angefangen Citalopram auszuschleichen. Es ging mir besser.
Ich merke jetzt, im Vergleich, dass die AD mich auch im Job stark einschränkt haben. Wie können Ärtze diesen Mist verordnen und mir das Gefühl geben, dass es hilft. Ich war übrigens auch schon in der Reha und in der Tagesklinik.
Eine Zeitlang haben mir Laufen und Yoga geholfen. Gerade morgens habe ich damit mein Morgentief bekämpft.

Viele Grüße

Mickey

09.03.2020 09:12 • #19



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