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Neidos
Hallo ihr Lieben,

Ich leider seit einem Jahr an einer generlaisierten Angststörung mit Depression im Vordergrund.

Die gener. Angstsörung dürfte wohl schon einiges länger da sein, bis zum früheren Jugendalter (12 Jahre oder so)

Nun bin ich halbwegs am Weg der besserung, ich arbeite seit 2 Wochen (McDonalds relativ viele spätschichten und sehr stressiger Beruf).

Habe mit der Arbeit einige Sachen aufeinmal bewältigt oder zumindest angefangen zu bewältigen (bin 3 Jahre nich mehr Zug gefahren, muss ich jetzt fast täglich) Die Angst vor der Nacht( dem Dunkeln) da ich auch spät Abends heimfahre) und natürlich die Arbeit ansich ( Stress bewältien, Konzentriert bleiben etc etc)

Nun zu meinem Problem (?) :

Ich habe ein ungutes Gefühl vor der Veränderung, da ich sozusagen jetzt ins Erwachsen werden rein schlittere. Habe immer wieder Angstgedanken darüber ob ich dann noch der selbe jenige bin von vorhin bzw ob ich dadurch irgendwie nicht mehr ich selbst sein werde.

Hab des öfteren solche Gedanken wie : Ist meine Art auf Sachen zu antworten nur eine Bewertung die ich früher diesen Thema gegeben habe etc.

Trifft halt recht in mein Krankheitsbild , mit dem ewigen Sorgen machen über allerlei komische Sachen.

Das Problem was ich damit habe is: wie kann ich wieder eine Selbstverständlichkeit für die Dinge kriegen wie sie sind. Früher hab ich die Welt und mein Bewusstsein so hingenommen wie sie nunmal waren etc. Durch diese Errfahrung jetzt hab ich gelernt alles in Frage zu stellen, nun wurmt mich die Frage ob ich dieses hinderliche Muster wieder los werde...

Was ich noch Fragen wollte ist, ob das normal ist das ich nach 2 Wochen , wo ich soviel Veränderung herbeigerufen habe, immer wieder so entfremdungs Gefühle habe oder unwirklichkeitsgefühle. Im prinzip glaube ich schon das es normal, ist nur hätte ich hierfür gerne trotzdem ein paar Meinungen von euch.


Hoffe ihr nehmt euch die Zeit , das alles durchzulesen und antwortet mir.


mfg Alex

27.11.2011 00:17 • 02.12.2011 #1


2 Antworten ↓


Hallo,

dieses Gefühl der Entfremdung wird damit zusammenhängen, dass jetzt gerade sehr viel Neues bei Dir stattfindet und das ist vollkommen normal. Es ist doch toll, dass Dir so eine massive Konfrontation mit allen möglichen Ängsten überhaupt gelingt.

Was die Sache mit dem Erwachsenwerden betrifft, diese Gefühl der Selbstverständlichkeit, des Einsseins mit sich selbst, kommt wieder. Ich dachte beim Ausbruch meiner Angsterkrankung genau in Deinem Alter, dass ich mich nie wieder richtig normal fühlen könnte. Ich bin jetzt ca. zehn Jahre älter als Du und dieses Gefühl der Entfremdung ist seit etlichen Jahren komplett verschwunden. Auch wenn ich zeitweise immer wieder mal Angstgefühle habe.

Grüße

pc

27.11.2011 16:45 • #2


Hi Alex!

Das hinderliche Muster, die Dinge plötzlich in Frage zu stellen, zählt zu den Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Ich steck da auch noch drin Als Kinder erleben wir die Welt als selbstverständlich, wir werden geführt und uns wird die Welt erklärt. Als junge Menschen wechseln wir von einer begrenzten, in eine ziemlich weite, verwirrende Umgebung und auch noch in den Job. Es ist nicht selbstverständlich, dass Brot da ist, man muss es kaufen, dafür muss man Geld verdienen, man soll sich verändert, mag aber nicht, usf.

Im Rahmen ist Dein Hinterfragen und Erkennen eine Gabe, die Dir Einblicke und Erkenntnisse geben und Dich bereichern kann. Ich verstehe allerdings, dass das übertriebene Sorgen machen irgendwann anfängt, richtig auf den Sack zu gehen. Einmal im Hirn aktiviertes Fehlverhalten wird keiner ohne aktives Gegenlenken los. Das ist wie ein Schienennetz, das nicht abreißbar ist. Aber man kann es deaktivieren.

Sich darüber Angstgedanken zu machen, dass man sich verändert, ist doch in erster Linie der Versuch, Veränderung aufhalten zu wollen. Aber - die Buddhisten haben das glaube ich cool auf den Punkt gebracht - darin liegt das Leid. Leben ist nun mal Veränderung und wir können beides nicht kontrollieren.

Zu Deiner letzten Frage. Entfremdungsgefühle sind Indikator der psychischen Erkrankung. Ist man innerlich einigermaßen relaxt, muckt meistens auch die Erkrankung nicht auf. Steigt das Anspannungslevel - z.B. wie bei Dir durch Arbeitsstress und echt krasse Veränderungen - spürt man auch wieder die Angstsymptomatik. Da reicht im angespannten Modus nur ein kleiner Stressmoment und man rutscht in die Angst und all ihre Symptome rein.

Finde ich übrigens mutig und sehr sehr klasse, dass Du so überlegt und diszipliniert Deine Ängste angehst und Dir einen Job geholt hast und damit auch die Ängste gleichzeitig bekämpfst. Es kostet sicher viel Kraft!

Viele Grüße, Amily

02.12.2011 22:23 • #3




Mira Weyer