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M

melindaswelt
Mitglied

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Guten Tag,

Es geht um Folgendes. Ich hatte eine Therapiestunde, die mich doch sehr verwirrt hat. Ich arbeite aktuell an Beziehungsproblemen. Heute kamen von meinem Therapeuten solche Dinge, dass man durch Eifersucht z. B. Fremdgehen nicht verhindern kann und, wenn ich es richtig verstanden habe, Akzeptanz dafür zu schaffen. Ich kann es nicht ganz genau wiedergeben, wie das Gespräch genau verlief, zumindest klang es irgendwann sehr danach, dass ich Fremdgehen auch tolerieren oder akzeptieren kann.

Da meinte ich, dass ich Fremdgehen niemals akzeptieren oder tolerieren könnte, da das ein Vertrauensbruch für mich ist. Ich meinte außerdem, dass ich Fremdgehen niemals verzeihen würde. Zuvor hatte ich auch genau erklärt, was für mich überhaupt unter Fremdgehen fällt, damit klar ist, worüber wir sprechen. Daraufhin sagte der Therapeut: „Vielleicht jetzt noch nicht“, und ich solle mir bis zum nächsten Mal Gedanken darüber machen.

Dann war die Stunde auch vorbei.

Mich hat das total stutzig gemacht, um ehrlich zu sein. Dass man solche Dinge durch Kontrollverhalten nicht verhindern kann und dass das kontraproduktiv ist, verstehe ich ja alles, aber Akzeptanz und Toleranz fürs Fremdgehen entwickeln zu sollen oder können, finde ich persönlich dann doch sehr fragwürdig.

Da ist für mich eine persönliche Grenze, wo ich auch nichts akzeptieren oder tolerieren wollen würde.

Findet ihr die Aussage meines Therapeuten fragwürdig? Hat jemand eine Idee, was für ein therapeutischer Ansatz dahinter stecken könnte? Mich hat das doch verunsichert. 😲

06.06.2026 x 2 #1


9 Antworten ↓

Somatom
Vielleicht die Unsicherheit und Eifersucht akzeptieren, weil die kommt bei dir ob er jetzt fremdgeht oder nicht. Vielleicht in diesem Kontext.

#2


A


Verwirrung nach Therapiestunde

x 3


M
@Somatom dachte ich auch erst, aber so klang es nicht.
vielleicht beim nächsten mal nochmal genauer nachfragen.
Falls es aber so wirklich gemeint ist wie ich es verstanden habe, würde ich es schon sehr fragwürdig finden.

#3


Somatom
@melindaswelt naja wenn es denn so wäre und das seine Meinung ist, das darf auch sein. Ist legitim das jeder ne andere Meinung hat. Für mich wäre fremdgehen ein no go aber für meine Frau nicht, sie würde mir das verzeihen. So sind die Menschen verschieden.

x 1 #4


M
Zitat von miriamhasi:
Findet ihr die Aussage meines Therapeuten fragwürdig?

Fragwürdig nein, etwas komisch ausgedrückt ja.

Sachlich gesehen läufts eigentlich eher dadrauf raus, dass du die Beweggründe fürs Fremdgehen erkennst (also das Warum), dadurch Erkenntnis erlangst und gewissermaßen Verständnis (verstehen des Warum).

Dass du wie du schon sagst nicht ungeschehen machen kannst ist auch klar. Und da kannst du entscheiden ob du das akzeptierst (das du es eben nicht ungeschehen machen kannst) oder mit Unwissen und Unverständnis über die Situation und Beweggründe dauerhaft Groll schiebst

Kurz gesagt: Wenn du damit irgendwann abschliessen möchtest kommst du um einen gewissen Grad Akzeptanz nicht drumrum. Allerdings eben mit dem Wissen und Verständnis warum es zu diser Situation gekommen ist - oft liegt es an an beiden in der Beziehung.

#5


Feuerschale
Zitat von melindaswelt:
Mich hat das total stutzig gemacht, um ehrlich zu sein. Dass man solche Dinge durch Kontrollverhalten nicht verhindern kann und dass das kontraproduktiv ist, verstehe ich ja alles, aber Akzeptanz und Toleranz fürs Fremdgehen entwickeln zu sollen oder können, finde ich persönlich dann doch sehr fragwürdig.

Da ist für mich eine persönliche Grenze, wo ich auch nichts akzeptieren oder tolerieren wollen würde.

Was du beschreibst, da geht es um deine Werte....also keine Akzeptanz von Fremdgehen, Erwartung von Loyalität.
Wenn das mit dem Partner abgesprochen und transparent ist, hat eine Therapie das m Mn nicht zu hinterfragen.

Das andere ist:
Menschen tun Dinge, die man nicht kontrollieren kann ja,aber du hast in der Hand, wie du darauf reagierst
und wie deine Grenze ausfällt....Wenn A passiert, tu ich B.

Aber: DASS A passiert, kann ich nicht ändern oder ausschließen.
Wenn der Partner sich zu Monogamie verpflichtet, kann ich das glauben und vertrauen, aber es wäre noch eine Restmöglichkeit, dass es anders kommt.

Wenn es um Zwang- und Kontrollverhalten VORHER- ohne konkreten Anlass - geht, ist das was anderes.
Weil das dir selbst und dem Partner das Leben unnötig schwer macht und dysfunktional ist und auch den Partner co-krank machen kann, wenn dieser zum Objekt der Kontrolle und des Zwangs wird....

Würde auch nochmal nachfragen, auf was der Therapeut hinauswollte.
Warum diskutiert ihr über Fremdgehen? Ist konkret was passiert oder geht es wirklich um das was wäre wenn und Eifersucht und Kontrolle vorher? Oder sich und den Partner verrückt machen vorher?

x 2 #6


Windy
Vielleicht wollte er dir auch nur eine andere Sichtweise aufzeigen, daß zwischenmenschliche, partnerschaftliche Interaktionen so unterschiedlich und vielfältig sein können, daß man es auch so sehen kann, daß es akzeptabel oder tolerierbar sein kann. Diese Sichtweise, würde dann die eigene wieder etwas abmildern und die Möglichkeit für einen wieder etwas anderem Umgang damit wäre. Von weitem natürlich nur eine reine Hypothese möglich, das kann ja völlig anders sein, wenn du selbst das Gespräch nur vage beschreiben kannst.

x 1 #7


R
Zitat von melindaswelt:
Da meinte ich, dass ich Fremdgehen niemals akzeptieren oder tolerieren könnte, da das ein Vertrauensbruch für mich ist. Ich meinte außerdem, dass ich Fremdgehen niemals verzeihen würde. Zuvor hatte ich auch genau erklärt, was für mich überhaupt unter Fremdgehen fällt, damit klar ist, worüber wir sprechen. Daraufhin sagte der Therapeut: „Vielleicht jetzt noch nicht“, und ich solle mir bis zum nächsten Mal Gedanken darüber machen.


Ich denke, dein Therapeut meint damit, dass du "dir selbst" irgendwann verzeihen sollst, nicht deinem Partner. Damit ist gemeint (ähnlich wie z. B. wenn man den eigenen Eltern irgendwann indirekt verzeiht, was sie einem angetan haben), dass du durch Übernahme von mehr Selbstverantwortung dich beziehungsmäßig aus dieser Situation löst und akzeptieren lernst, dass dein Partner diese Entscheidung (Fremdgehen) eigenmächtig getroffen und nicht du irgendwie dafür verantwortlich bist...
Verhaltensweisen wie Wut, "Nicht verzeihen können", usw. sind nämlich häufig unbewusste Reaktionsbildungen auf Schuldgefühle, Gefühle der Mitverantwortung, usw., die andere durch ihr Verhalten oder ihre Äußerungen in einem auslösen (ähnlich z. B. wie wenn sich ein Kind mitverantwortlich fühlt, wenn Eltern es schlecht behandeln)..Natürlich läuft das nicht bewusst ab, weil wir uns bewusst (und rational) ja an unseren herkömmlichen Wertesystemen orientieren: "Mein Partner hat den "Fehler" gemacht, nicht ich"..aber unbewusst ist es häufig viel komplizierter, man fühlt sich mitverantwortlich oder einfach nicht mehr wichtig, wertvoll, liebenswert genug (der Partner hatte "eine Rechtfertigung" dich zu betrügen..), usw.
Und wenn du dir selbst verzeihen kannst, dann kannst du u.U. auch besser und bewusster mit der Situation umgehen, selbst wenn das u.U. bedeutet, dass du dich von deinem Partner trennst (dann aber ohne Schuldgefühle), oder evtl. Ihr beide versucht, Eure Beziehung noch in den Griff zu bekommen, durch eine Paartherapie, oder was auch immer..

#8


DrSeltsam
@melindaswelt
Ich denke schon, dass dein Therapeut es so gemeint hat wie Du verstanden hast:
Du könntest auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, deinem Partner bei einem Fehltritt zu verzeihen und ihn zu akzeptieren.

Das bedeutet nicht, dass Du deinem Partner "freie Hand" lässt.
Aber momentan ist es doch so, dass Du – ohne wenn und aber – an deinen Grundsatz "Fremdgehen = Ende der Beziehung" gebunden bist bzw. dich selbst bindest.

Dadurch liegt die Entscheidung über eure Beziehung bei deinem Partner, denn Du würdest nur gemäß deiner Wertvorstellung reagieren. Wenn Du dir aber die Möglichkeit schaffst auch verzeihen zu können(!), liegt die Entscheidung bei dir. Du entscheidest, wie es nach einem Fehltritt weitergeht und deine Fähigkeit und deine Stärke entscheiden über deine Zukunft – nicht sein Verhalten.

Du entscheidest dann ganz bewusst, ob und wie Du die Beziehung weiterführen möchtest. Dabei spielt es gar nicht eine so große Rolle, wie Du dich entscheidest. Aber Du gewinnst so mehr Kontrolle über dein Leben statt seines zu kontrollieren.

Das ist nicht einfach, aber die Angst vor einem Fehltritt des Partners kann damit verringert werden und damit auch Eifersucht und Kontrollzwang.

Und nochmal: es ist nicht gemeint, dass Du deinem Partner freie Bahn lässt und ein Fremdgehen einfach so akzeptierst. Es geht "nur" darum, dir selbst die Möglichkeit zu geben in so einem Fall eine Entscheidung treffen zu können.

#9


Butterfly-8539
Zitat von melindaswelt:
Guten Tag, Es geht um Folgendes. Ich hatte eine Therapiestunde, die mich doch sehr verwirrt hat. Ich arbeite aktuell an Beziehungsproblemen. Heute kamen von meinem Therapeuten solche Dinge, dass man durch Eifersucht z. B. Fremdgehen nicht verhindern kann und, wenn ich es richtig verstanden habe, Akzeptanz dafür zu ...

Für mich ist deine Denkweise absolut richtig. Würde genauso reagieren. Allein schon die Gefahr von Krankheiten in Kauf zu nehmen, wenn der Partner fremd geht. Niemals würde ich daran einen Gedanken verschwenden und auf sowas eingehen. Da wäre für mich die Partnerschaft beendet.
Bleib bei deinem Gefühl und deinen Gedanken. Handle danach was dir deine Logik und dein Bauchgefühl sagt.

Es gibt natürlich Paare mit offener Beziehung.

#10


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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