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melindaswelt
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Guten Tag,

Es geht um Folgendes. Ich hatte eine Therapiestunde, die mich doch sehr verwirrt hat. Ich arbeite aktuell an Beziehungsproblemen. Heute kamen von meinem Therapeuten solche Dinge, dass man durch Eifersucht z. B. Fremdgehen nicht verhindern kann und, wenn ich es richtig verstanden habe, Akzeptanz dafür zu schaffen. Ich kann es nicht ganz genau wiedergeben, wie das Gespräch genau verlief, zumindest klang es irgendwann sehr danach, dass ich Fremdgehen auch tolerieren oder akzeptieren kann.

Da meinte ich, dass ich Fremdgehen niemals akzeptieren oder tolerieren könnte, da das ein Vertrauensbruch für mich ist. Ich meinte außerdem, dass ich Fremdgehen niemals verzeihen würde. Zuvor hatte ich auch genau erklärt, was für mich überhaupt unter Fremdgehen fällt, damit klar ist, worüber wir sprechen. Daraufhin sagte der Therapeut: „Vielleicht jetzt noch nicht“, und ich solle mir bis zum nächsten Mal Gedanken darüber machen.

Dann war die Stunde auch vorbei.

Mich hat das total stutzig gemacht, um ehrlich zu sein. Dass man solche Dinge durch Kontrollverhalten nicht verhindern kann und dass das kontraproduktiv ist, verstehe ich ja alles, aber Akzeptanz und Toleranz fürs Fremdgehen entwickeln zu sollen oder können, finde ich persönlich dann doch sehr fragwürdig.

Da ist für mich eine persönliche Grenze, wo ich auch nichts akzeptieren oder tolerieren wollen würde.

Findet ihr die Aussage meines Therapeuten fragwürdig? Hat jemand eine Idee, was für ein therapeutischer Ansatz dahinter stecken könnte? Mich hat das doch verunsichert. 😲

06.06.2026 x 2 #1


23 Antworten ↓
Sonja77

Sonja77
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Zitat von melindaswelt:
Guten Tag, Es geht um Folgendes. Ich hatte eine Therapiestunde, die mich doch sehr verwirrt hat. Ich arbeite aktuell an Beziehungsproblemen. Heute ...

Also als fragwürdig würde ich die Aussage deines Therapeuten nicht ansehen,ich denke eher er wollte dir etwas mit auf deinen Weg geben und vielleicht ist es bei dir auch anders angekommen als er es gemeint hat

du sagst ja selbst,das ihr auf das Thema gekommen seid weil ihr aktuell über Beziehungsprobleme sprecht,das heißt für mich das in deiner Beziehung etwas nicht stimmt und du deswegen dieses Thema in der Therapie aufgenommen hast,oder hab ich das falsch verstanden?

Ich weis ja nicht,wie das Gespräch im ganzen verlief und was da alles gesagt gefragt und beantwortet wurde

generell hat er mit seiner Aussage recht
mit Eifersucht kannst du Fremdgehen nicht verhindern,im Gegenteil zu extreme Eifersucht kann den Partner genau da hin treiben ist also kontraproduktiv toxisch unfair und eine ungesunde Art eine Beziehung zu führen

eine Beziehung sollte,müsste immer auf kompletten Vertrauen basieren,wenn das nicht gegeben ist hat eine Beziehung keine Chance und ist zum scheitern verurteilt
kontrollieren ist ein absolutes NO GO

du musst das auch nicht akzeptieren oder verzeihen das verlangt keiner von dir
dje einen können sowas verzeihen und andere nicht
da ist jeder anders
man sollte aber immer nur das von seinem Partner fordern oder verlangen was man auch selbst zu 100% geben kann

ich hab eher den Eindruck das dein Therapeut dir damit sagen wollte,das du dir nicht das Leben mit Dingen schwer machen solltest die du nicht kontrollieren kannst die du nicht steuern kannst und über die du keine absolute Kontrolle hast
sondern das du die Dinge so nehmen solltest wie sie kommen und dir erst dann Gedanken darüber machen wenn sie auch eintreffen
sonst machst du dir deine Gegenwart kaputt,weil du deine Zukunft kontrollieren willst
aber das kann keiner von uns

also ich hab es etwa so verstanden ich hoffe ich konnte es so erklären wie ich es meine
mein Deutsch ist nicht perfekt

06.06.2026 16:06 • x 2 #23


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Verwirrung nach Therapiestunde

x 3


Feuerschale

Feuerschale
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Hmm, ob jemand "schuld" ist am Fremdgehen, da denke ich nicht, dass das immer der Fall sein muss.
Manche fahren halt auch den Ansatz, dass die Welt vielfältig ist,dass nicht ein Mensch alles "bieten" könne, selbst wenn er dann noch soviel gibt. Also ich denke, dass Fremdgehen geschieht, weil in der Beziehung etwas fehlt, was behoben werden kann, ist nur EINE Option von vielen anderen...

Manche haben auch mangelnde Impulskontrolle oder sind im Außendienst und sagen ok...warum nicht usw.
Manche sind sexsüchtig, manche haben zu Hause die nette Freundin, biedere Frau und unterwegs reißen sie sich noch die h*tten Frauen auf, insofern das möglich ist und erreichbar....

Den Ansatz, zu erfahren warum jemand fremdging, also die Kommunikation hinterher nach dem Fremdgehen- halte ich für möglich, wenn sowieso schon offen und emotional nah kommuniziert wurde. Wenn jemand auch so reflektiert und offen ist, dass er davon auch berichten kann. Das halte ich manchmal auch eher für einen Sechser im Lotto, das jemand bereit ist offen und transparent zu sein und sich selber soweit auch klar hat 🤔

Aber ja, man kann sich auch im Weg stehen, wenn man hinterher alles gleich abschneidet an Beziehung, und so schwarz weiß Ansätze fährt "wenn du DAS tust (und ich krieg es raus), dann ist alles aus"...
Es ist dann halt auch ein ziemliches Korsett....der Mensch ist wie ne Black Box oder wie ne Schachfigur...das und das Feld darf sie auf KEINEN Fall betreten ohne Sanktionen....Rest dann egal.

Andererseits kann man auch vorher seine Grenzen kommunizieren....."wenn da eine andere Person ist, bin ich verletzt, das halte ich vermutlich nicht aus" oder "ich habe dann Zweifel an der Loyalität" usw....
Dem anderen ist klar dann,.dass er verletzt und es Konsequenzen haben wird.

Ich glaube, und das könnte der Therapeut auch gemeint haben....man kann zwar vorab schon ne Art Stellung beziehen....aber am Ende kommt es auf den aktuellen Prozess an...was genau passiert, was löst es aus....

Welche Gefühle habe ich noch zu meinem Partner? Können wir kommunizieren und kann es ggf. Verständnis und Vertrauen wieder geben? Oder ist das Bauchgefühl in der aktuellen Situation so schlecht, das Kommunikationsverhalten so schlecht, dass man da keine Prognose mehr sieht, dass es was wird?
Ich denke, das ist auch das, was Dr. Seltsam meinte...dass man aktuell schaut und nicht vorab schon alles festlegt.

06.06.2026 13:42 • x 2 #14


Zum Beitrag im Thema ↓


Somatom
Vielleicht die Unsicherheit und Eifersucht akzeptieren, weil die kommt bei dir ob er jetzt fremdgeht oder nicht. Vielleicht in diesem Kontext.

#2


M
@Somatom dachte ich auch erst, aber so klang es nicht.
vielleicht beim nächsten mal nochmal genauer nachfragen.
Falls es aber so wirklich gemeint ist wie ich es verstanden habe, würde ich es schon sehr fragwürdig finden.

#3


Somatom
@melindaswelt naja wenn es denn so wäre und das seine Meinung ist, das darf auch sein. Ist legitim das jeder ne andere Meinung hat. Für mich wäre fremdgehen ein no go aber für meine Frau nicht, sie würde mir das verzeihen. So sind die Menschen verschieden.

x 1 #4


M
Zitat von miriamhasi:
Findet ihr die Aussage meines Therapeuten fragwürdig?

Fragwürdig nein, etwas komisch ausgedrückt ja.

Sachlich gesehen läufts eigentlich eher dadrauf raus, dass du die Beweggründe fürs Fremdgehen erkennst (also das Warum), dadurch Erkenntnis erlangst und gewissermaßen Verständnis (verstehen des Warum).

Dass du wie du schon sagst nicht ungeschehen machen kannst ist auch klar. Und da kannst du entscheiden ob du das akzeptierst (das du es eben nicht ungeschehen machen kannst) oder mit Unwissen und Unverständnis über die Situation und Beweggründe dauerhaft Groll schiebst

Kurz gesagt: Wenn du damit irgendwann abschliessen möchtest kommst du um einen gewissen Grad Akzeptanz nicht drumrum. Allerdings eben mit dem Wissen und Verständnis warum es zu diser Situation gekommen ist - oft liegt es an an beiden in der Beziehung.

x 1 #5


Feuerschale
Zitat von melindaswelt:
Mich hat das total stutzig gemacht, um ehrlich zu sein. Dass man solche Dinge durch Kontrollverhalten nicht verhindern kann und dass das kontraproduktiv ist, verstehe ich ja alles, aber Akzeptanz und Toleranz fürs Fremdgehen entwickeln zu sollen oder können, finde ich persönlich dann doch sehr fragwürdig.

Da ist für mich eine persönliche Grenze, wo ich auch nichts akzeptieren oder tolerieren wollen würde.

Was du beschreibst, da geht es um deine Werte....also keine Akzeptanz von Fremdgehen, Erwartung von Loyalität.
Wenn das mit dem Partner abgesprochen und transparent ist, hat eine Therapie das m Mn nicht zu hinterfragen.

Das andere ist:
Menschen tun Dinge, die man nicht kontrollieren kann ja,aber du hast in der Hand, wie du darauf reagierst
und wie deine Grenze ausfällt....Wenn A passiert, tu ich B.

Aber: DASS A passiert, kann ich nicht ändern oder ausschließen.
Wenn der Partner sich zu Monogamie verpflichtet, kann ich das glauben und vertrauen, aber es wäre noch eine Restmöglichkeit, dass es anders kommt.

Wenn es um Zwang- und Kontrollverhalten VORHER- ohne konkreten Anlass - geht, ist das was anderes.
Weil das dir selbst und dem Partner das Leben unnötig schwer macht und dysfunktional ist und auch den Partner co-krank machen kann, wenn dieser zum Objekt der Kontrolle und des Zwangs wird....

Würde auch nochmal nachfragen, auf was der Therapeut hinauswollte.
Warum diskutiert ihr über Fremdgehen? Ist konkret was passiert oder geht es wirklich um das was wäre wenn und Eifersucht und Kontrolle vorher? Oder sich und den Partner verrückt machen vorher?

x 2 #6


Windy
Vielleicht wollte er dir auch nur eine andere Sichtweise aufzeigen, daß zwischenmenschliche, partnerschaftliche Interaktionen so unterschiedlich und vielfältig sein können, daß man es auch so sehen kann, daß es akzeptabel oder tolerierbar sein kann. Diese Sichtweise, würde dann die eigene wieder etwas abmildern und die Möglichkeit für einen wieder etwas anderem Umgang damit wäre. Von weitem natürlich nur eine reine Hypothese möglich, das kann ja völlig anders sein, wenn du selbst das Gespräch nur vage beschreiben kannst.

x 2 #7


R
Zitat von melindaswelt:
Da meinte ich, dass ich Fremdgehen niemals akzeptieren oder tolerieren könnte, da das ein Vertrauensbruch für mich ist. Ich meinte außerdem, dass ich Fremdgehen niemals verzeihen würde. Zuvor hatte ich auch genau erklärt, was für mich überhaupt unter Fremdgehen fällt, damit klar ist, worüber wir sprechen. Daraufhin sagte der Therapeut: „Vielleicht jetzt noch nicht“, und ich solle mir bis zum nächsten Mal Gedanken darüber machen.


Ich denke, dein Therapeut meint damit, dass du "dir selbst" irgendwann verzeihen sollst, nicht deinem Partner. Damit ist gemeint (ähnlich wie z. B. wenn man den eigenen Eltern irgendwann indirekt verzeiht, was sie einem angetan haben), dass du durch Übernahme von mehr Selbstverantwortung dich beziehungsmäßig aus dieser Situation löst und akzeptieren lernst, dass dein Partner diese Entscheidung (Fremdgehen) eigenmächtig getroffen und nicht du irgendwie dafür verantwortlich bist...
Verhaltensweisen wie Wut, "Nicht verzeihen können", usw. sind nämlich häufig unbewusste Reaktionsbildungen auf Schuldgefühle, Gefühle der Mitverantwortung, usw., die andere durch ihr Verhalten oder ihre Äußerungen in einem auslösen (ähnlich z. B. wie wenn sich ein Kind mitverantwortlich fühlt, wenn Eltern es schlecht behandeln)..Natürlich läuft das nicht bewusst ab, weil wir uns bewusst (und rational) ja an unseren herkömmlichen Wertesystemen orientieren: "Mein Partner hat den "Fehler" gemacht, nicht ich"..aber unbewusst ist es häufig viel komplizierter, man fühlt sich mitverantwortlich oder einfach nicht mehr wichtig, wertvoll, liebenswert genug (der Partner hatte "eine Rechtfertigung" dich zu betrügen..), usw.
Und wenn du dir selbst verzeihen kannst, dann kannst du u.U. auch besser und bewusster mit der Situation umgehen, selbst wenn das u.U. bedeutet, dass du dich von deinem Partner trennst (dann aber ohne Schuldgefühle), oder evtl. Ihr beide versucht, Eure Beziehung noch in den Griff zu bekommen, durch eine Paartherapie, oder was auch immer..

x 1 #8


DrSeltsam
@melindaswelt
Ich denke schon, dass dein Therapeut es so gemeint hat wie Du verstanden hast:
Du könntest auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, deinem Partner bei einem Fehltritt zu verzeihen und ihn zu akzeptieren.

Das bedeutet nicht, dass Du deinem Partner "freie Hand" lässt.
Aber momentan ist es doch so, dass Du – ohne wenn und aber – an deinen Grundsatz "Fremdgehen = Ende der Beziehung" gebunden bist bzw. dich selbst bindest.

Dadurch liegt die Entscheidung über eure Beziehung bei deinem Partner, denn Du würdest nur gemäß deiner Wertvorstellung reagieren. Wenn Du dir aber die Möglichkeit schaffst auch verzeihen zu können(!), liegt die Entscheidung bei dir. Du entscheidest, wie es nach einem Fehltritt weitergeht und deine Fähigkeit und deine Stärke entscheiden über deine Zukunft – nicht sein Verhalten.

Du entscheidest dann ganz bewusst, ob und wie Du die Beziehung weiterführen möchtest. Dabei spielt es gar nicht eine so große Rolle, wie Du dich entscheidest. Aber Du gewinnst so mehr Kontrolle über dein Leben statt seines zu kontrollieren.

Das ist nicht einfach, aber die Angst vor einem Fehltritt des Partners kann damit verringert werden und damit auch Eifersucht und Kontrollzwang.

Und nochmal: es ist nicht gemeint, dass Du deinem Partner freie Bahn lässt und ein Fremdgehen einfach so akzeptierst. Es geht "nur" darum, dir selbst die Möglichkeit zu geben in so einem Fall eine Entscheidung treffen zu können.

x 2 #9


Butterfly-8539
Zitat von melindaswelt:
Guten Tag, Es geht um Folgendes. Ich hatte eine Therapiestunde, die mich doch sehr verwirrt hat. Ich arbeite aktuell an Beziehungsproblemen. Heute kamen von meinem Therapeuten solche Dinge, dass man durch Eifersucht z. B. Fremdgehen nicht verhindern kann und, wenn ich es richtig verstanden habe, Akzeptanz dafür zu ...

Für mich ist deine Denkweise absolut richtig. Würde genauso reagieren. Allein schon die Gefahr von Krankheiten in Kauf zu nehmen, wenn der Partner fremd geht. Niemals würde ich daran einen Gedanken verschwenden und auf sowas eingehen. Da wäre für mich die Partnerschaft beendet.
Bleib bei deinem Gefühl und deinen Gedanken. Handle danach was dir deine Logik und dein Bauchgefühl sagt.

Es gibt natürlich Paare mit offener Beziehung.

x 1 #10


M
@Butterfly-8539 aus dem grund hatte ich die Aussage auch nicht so ganz nachvollziehen können.
Da ich ja meine Grenze extra nochmal klargemacht hatte um darauf bewusst einzugehen, das ich dass nicht tolerieren oder akzeptieren wollen würde deswegen die Verwunderung danach über die Aussage vielleicht jetzt noch nicht und das ich nochmal drüber nachdenken solle. Hat bei mir ein großes ? aufgeworfen. Für mich gibts da halt nichts zum Überlegen. Ich führe zumal ja auch schon keine offene Beziehung und wenn mein Partner mir Fremdgeht gibt es für mich da auch nichts weiterzuführen. Mir hat das irgendwie das Gefühl gegeben irgendwo meinen eigenen Wert überhaupt nicht zu sehen.
Gut aber es kann auch sein das wir da vielleicht uns auf eine art missverstanden haben trotz meiner Klarstellung.

x 1 #11


M
Zitat von melindaswelt:
wenn mein Partner mir Fremdgeht gibt es für mich da auch nichts weiterzuführen.

Frage: Warum nicht?

Trigger

Stichwort Kausalprinzip: Meist gehen Partner fremd, wenn es denen in einer Beziehung an etwas fehlt (solange es nicht ein völliges A*loch ist, der das aus Prinzip ohne zu denken macht, was ich ihm aber nicht unterstellen möchte). Das wäre mit der Einstellung schonmal Kommunikation.
Auf eine andere Art entwertest du die Beziehung und ihn als Person auch, da du nicht bereit bist zu kommunizieren, eventuelle Fehler oder Fehlverhalten wahrzunehmen und einzugestehen und stellst ihn als alleinigen "Übeltäter" hin.
Und ja, du darfst trotzalledem verletzt und wütend sein, das steht dir zu. Trotzalledem ...

#12


SilentRoG
Naja. Wenn er fremdgeht musst du das schon akzeptieren, da du es nicht ändern kannst.

ABER: Du kannst deine Konsequenzen daraus ziehen und handeln.

Ich würde die Worte deines Therapeuten eher in diese Richtung verstehen, und nicht als Aufruf die Situation hinzunehmen und weiter machen als wäre nichts geschehen.

#13


Feuerschale
Hmm, ob jemand "schuld" ist am Fremdgehen, da denke ich nicht, dass das immer der Fall sein muss.
Manche fahren halt auch den Ansatz, dass die Welt vielfältig ist,dass nicht ein Mensch alles "bieten" könne, selbst wenn er dann noch soviel gibt. Also ich denke, dass Fremdgehen geschieht, weil in der Beziehung etwas fehlt, was behoben werden kann, ist nur EINE Option von vielen anderen...

Manche haben auch mangelnde Impulskontrolle oder sind im Außendienst und sagen ok...warum nicht usw.
Manche sind sexsüchtig, manche haben zu Hause die nette Freundin, biedere Frau und unterwegs reißen sie sich noch die h*tten Frauen auf, insofern das möglich ist und erreichbar....

Den Ansatz, zu erfahren warum jemand fremdging, also die Kommunikation hinterher nach dem Fremdgehen- halte ich für möglich, wenn sowieso schon offen und emotional nah kommuniziert wurde. Wenn jemand auch so reflektiert und offen ist, dass er davon auch berichten kann. Das halte ich manchmal auch eher für einen Sechser im Lotto, das jemand bereit ist offen und transparent zu sein und sich selber soweit auch klar hat 🤔

Aber ja, man kann sich auch im Weg stehen, wenn man hinterher alles gleich abschneidet an Beziehung, und so schwarz weiß Ansätze fährt "wenn du DAS tust (und ich krieg es raus), dann ist alles aus"...
Es ist dann halt auch ein ziemliches Korsett....der Mensch ist wie ne Black Box oder wie ne Schachfigur...das und das Feld darf sie auf KEINEN Fall betreten ohne Sanktionen....Rest dann egal.

Andererseits kann man auch vorher seine Grenzen kommunizieren....."wenn da eine andere Person ist, bin ich verletzt, das halte ich vermutlich nicht aus" oder "ich habe dann Zweifel an der Loyalität" usw....
Dem anderen ist klar dann,.dass er verletzt und es Konsequenzen haben wird.

Ich glaube, und das könnte der Therapeut auch gemeint haben....man kann zwar vorab schon ne Art Stellung beziehen....aber am Ende kommt es auf den aktuellen Prozess an...was genau passiert, was löst es aus....

Welche Gefühle habe ich noch zu meinem Partner? Können wir kommunizieren und kann es ggf. Verständnis und Vertrauen wieder geben? Oder ist das Bauchgefühl in der aktuellen Situation so schlecht, das Kommunikationsverhalten so schlecht, dass man da keine Prognose mehr sieht, dass es was wird?
Ich denke, das ist auch das, was Dr. Seltsam meinte...dass man aktuell schaut und nicht vorab schon alles festlegt.

x 2 #14


Athina
@Feuerschale

guter Beitrag 👍🌻

x 1 #15


Athina
Ich finde es immer sehr interessant, von jedem hier, der hier seine
Meinung und Gedanken dazu niederschreibt.
Inwieweit es die TE weiter bringen wird, in ihrer Entwicklung bzw.
ihr Partner.., das wäre auch spannend...
🤔

x 1 #16


M
Man könnte sich grundsätzlich fragen, was man warum von jeglicher "Beziehung" erwartet und diese Erwartung (von Warten...!) dann radikal auf den Prüfstand stellen.
Viele Erwartungen erwachsen aus latenten "Ansprüchen an das Leben" generell. Und diese Ansprüche sind wiederum die Ursache für allerlei psychische Probleme.
Man kann also "Beziehung" als metaphorischen Therapieansatz verwenden.

x 3 #17

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M
Zitat von moo:
Man könnte sich grundsätzlich fragen, was man warum von jeglicher "Beziehung" erwartet und diese Erwartung (von Warten...!) dann radikal auf den Prüfstand stellen.

Und genau so ruiniert man eine Beziehung bevor die überhaupt erst anfängt.

Eine beziehung besteht auf geben und nehmen, Kommuikation, Verständnis und auch einen Freiraum für jedes Individuum. Jegliches Hinterfragen von jeder Kleinigkeit oder Aufzwingen der eigenen Erwartungshaltung führt zu einer Dikatatur, fehlende Kommunikation und Verständnis zu einer Anarchie.
Beides deutet auf eine Entwertung und herabsetzen des anderen und somit fehlenden Respekt dem Anderen gegenüber.
Fremdgehen deutet auch auf einige genannte Punkte hin, allerdings nicht aus eine rErwartungshaltung sondern einem Mangel (zB an Wertschätzung, Zuneigung, Freiheiten u.a.)

PS: Meinst du warten als temporäres oder pflegendes Adjektiv?

x 1 #18


DrSeltsam
Zitat von Marc_Sky:
Und genau so ruiniert man eine Beziehung bevor die überhaupt erst anfängt.

Genau das Gegenteil ist doch der Fall.

x 1 #19


M
@DrSeltsam Wenn man mit einer Erwartuingshaltung an den Anderen in eine Beziehung geht und diese einem ohne Komporomisse und Kommunikation aufzwingt? Das sehe ich eher als bedenklich weil stark einengend bis schlimmstenfalls militant übergriffig.
Oder ich versteh da was falsch

x 1 #20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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