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Angststern
Trotz meiner Therapie, die gut war bzw. ist, fühle ich mich nicht vollständig angstfrei.

Mache alles für mich, Sport, Entspannung usw. aber so wirklich helfen tut nichts.

Was kann man tun?

03.11.2014 15:37 • 04.11.2014 #1


12 Antworten ↓


HeikoEN
Nunja, was die bekannten Therapie tun ist, den Umgang mit Angst verbessern bzw. erlernen.

Aber wenn Du eine klassische kognitive Verhaltenstherapie vollzogen hast bzw. noch dabei bist, bleiben die wahren Ursachen für Ängste im Trüben. Es mag sein, dass diese, wenn sie offensichtlich sind, angeschnitten werden, aber die klassische in Deutschland praktizierte Verhaltenstherapie, beschränkt sich auf Aufklärung (Psychoedukation, sprich was ist Angst usw.) und den Umgang mit Angst.

03.11.2014 15:46 • #2



Trotz Therapie keine Lösung und Hilfe

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wgh
Hallo Angststern,

bei einer Therapie werden einem gewisse Methoden zur Bekämfung der Situation im Falle der Wiederkehr einer Angst mitgegeben.
Selbstanalyse: Was war der Anlass dafür, das nunmehr immer noch Reste der Angst aktiv sind?

Gruß aus Nordfriesland
wgh

03.11.2014 15:48 • #3


Und was macht man in anderen Therapien? Ursachenforschung? Und dann?
Ich habe beispielsweise eine VT gemacht, die mir den Umgang mit der Angst gelehrt hat. Mehr nicht. Nebenbei wurden mir ein paar Dinge über mich selbst, meine Vergangenheit und die damit einhergehenden Verhaltensmuster und Ängste klar. Aber was dann? Lernen und akzeptieren, dass man durch Erlebnisse, Erfahrungen und Menschen geprägt wurde, was man aber daraus und damit macht ist eigentlich das, was einen krank macht?

Was kann da eine Therapie für einen tun? Und was lehrt diese einem? Und wie sieht die aus?

Danke, für euer feedback.

03.11.2014 16:04 • #4


HeikoEN
Es gibt Therapieformen, die ein nochmaliges durchfühlen dieser Erlebnisse, Ereignisse, Zusammenhänge (was auch immer) ermöglichen und damit löst sich dann auch das Problem.

Natürlich wohldosiert mit einem entsprechenden Therapeuten.

Tun kann sie damit, dass damit die Gründe für Angst, Depressionen, Burn-Out Co. nicht mehr da sind und damit auch diese Symptome überflüssig sind. In meiner Empfindung weitaus effizienter als der Ansatz, den Umgang mit Ängsten zu erlernen, weil man leider keine anderen Handwerkszeuge hat...

Oder glaubt hier noch jemand daran, dass Ängste angeboren sind?

03.11.2014 16:18 • #5


Hotin
@HeikoEN
Zitat:
Oder glaubt hier noch jemand daran, dass Ängste angeboren sind?

Hallo HeikoEn,
das Angstsignal ist ein Steuerungssignal für Menschen und Tiere. Damit wir funktionieren müssen wir Angst haben.
Besonders gut kann man an Tieren beobachten wie Angst funktioniert.Tiere verhalten sich mit den Menschen
verglichen fast völlig gleich.
Ein Auto läuft auch nicht ohne Strom. Insofern könnte man sagen - ja, Angst ist angeboren.
Du meinst aber vermutlich mehr die, als unangenehm empfundene Angst. Bestimmt auch erst recht das erschreckende
Paniksignal. Diese übersteigerte Stärke kann man in vielen Fällen beeinflussen. Diejenigen, die über ihre Erlebnisse
bei Panikattacken berichten sagen. Wenn sie es schaffen, nicht so stark daran zu denken, oder wenn sie sich ablenken
können, kommen sie mit dar Panikattacke besser zurecht. Dies ist eigentlich der Beweis dafür, dass man selbst lernen kann,
sich auch selbst etwas zu helfen.

Viele Grüsse
Hotin

03.11.2014 19:13 • #6


Hotin
@Paddlmädchen

Zitat:
Lernen und akzeptieren, dass man durch Erlebnisse, Erfahrungen und Menschen geprägt wurde, was man aber daraus und damit macht ist eigentlich das, was einen krank macht?


So kann man das sehen - Etwas wichtiges fehlt nur an Deinem Satz. Der Satz sollte eigentlich heißen:
Lernen, dass man durch Erlebnisse, Erfahrungen und Menschen geprägt wurde, was man aber daraus und damit macht,
ist eigentlich das, was einen krankmacht, oder gesund machen kann?


Deinen Satz finde ich großartig. Ich werde ihn mir merken. Wenn wir miteinander reden, uns schreiben, prägen wir
uns ständig. Und wenn wir mehr darauf achten, was und wie wir unseren Mitmenschen etwas sagen, kann man erkennen.
Hier hat jeder, jeden Tag die Chance an der Verbesserung unseres Zusammenlebens mit zu arbeiten.
Und Ängste bei sich und anderen zu reduzieren.

Viele Grüße
Hotin

03.11.2014 19:40 • #7


HeikoEN
Zitat von Hotin:
Hallo HeikoEn,
das Angstsignal ist ein Steuerungssignal für Menschen und Tiere. Damit wir funktionieren müssen wir Angst haben.
Besonders gut kann man an Tieren beobachten wie Angst funktioniert.Tiere verhalten sich mit den Menschen
verglichen fast völlig gleich.

Das mag das Physiologische sein.

Zitat von Hotin:
Ein Auto läuft auch nicht ohne Strom. Insofern könnte man sagen - ja, Angst ist angeboren.

Darüber brauchen wir, glaube ich, nicht zu diskutieren.

Zitat von Hotin:
Du meinst aber vermutlich mehr die, als unangenehm empfundene Angst.

Nein, ich meinte jegliches psychisches Problem. Ob es Angst, Depressionen oder was auch immer heisst.

Und dazu gilt nach meiner Auffassung festzuhalten, dass das nicht umsonst im Leben ist. Es gibt eine Ursache. Angst ist nicht einfach so da.

Zitat von Hotin:
Bestimmt auch erst recht das erschreckende
Paniksignal. Diese übersteigerte Stärke kann man in vielen Fällen beeinflussen. Diejenigen, die über ihre Erlebnisse
bei Panikattacken berichten sagen. Wenn sie es schaffen, nicht so stark daran zu denken, oder wenn sie sich ablenken
können, kommen sie mit dar Panikattacke besser zurecht. Dies ist eigentlich der Beweis dafür, dass man selbst lernen kann,
sich auch selbst etwas zu helfen.

Das mag alles stimmen. Wer damit zufrieden ist, der kann so sein Leben versuchen zu bewältigen, war aber nicht das, worauf ich hinaus wollte.

Mir geht es nicht um den Ansatz, mit der Angst umgehen zu lernen. Mir geht es darum zu ergründen, warum die Angst da ist im Leben. Und dazu bietet die hiesige Schulmedizin sehr wenig, um nicht zu sagen, gar nichts. Was ich dann durchaus für kritikfähig halte

03.11.2014 20:13 • #8


HeikoEN
Zitat von Hotin:
prägen wir
uns ständig. Und wenn wir mehr darauf achten, was und wie wir unseren Mitmenschen etwas sagen, kann man erkennen.

Genau. Der Mensch hat den Vorteil, dass er nicht durch Kindheit, schreckliche Erlebnisse oder auch Erkrankungen deteminiert ist.

DAS ist unser Vorteil.

Nur sollte man diesen auch antriggern, was eben durch die klassischen Methoden so gar nicht passiert.

03.11.2014 20:16 • #9


Guten Abend,
Interessantes Thema....
Mir geht es gerade nämlich ähnlich

03.11.2014 20:28 • #10


Hotin
@ HeikoEn

Hallo HeikoEN
Musste Deine Aussagen erst 3 mal lesen. ich hoffe ich habe Dich jetzt verstanden.
Ich stimme Dir da völlig zu.
Zitat:
Und dazu gilt nach meiner Auffassung festzuhalten, dass das nicht umsonst im Leben ist.
Es gibt eine Ursache. Angst ist nicht einfach so da.

Ich freue mich, Dass Du das so klar beschreibst. Das finde ich wichtig. Wenn Angst ein Sammelbegriff für
unterschiedliche Gefühle des Menschen ist, dann kann man sagen. Das Gefühl, hier ist es aber warm, ist nicht
nur einfach so da. Das Gefühl Ich mag dich oder Ich mag Dich nicht, ist nicht einfach nur so da. Jeder Mensch
erzeugt diese Gefühle selbst. Wie Du sagst, gibt es eine Ursache dafür.
Zitat:
Mir geht es darum zu ergründen, warum die Angst da ist im Leben. Und dazu bietet die hiesige Schulmedizin sehr wenig, um nicht zu sagen, gar nichts.

Ich versuche mal ein Erklärung zu finden.
Ich gehe davon aus, dieses (Angst)-Gefühl steuert uns. Mit unserem Denken können wir uns Dinge und Bewegungen vorstellen, die unseren momentanen Zustand, also unsere aktuelle Situation, verbessern könnten.
Der Vorstellung (Vision) folgt wenn möglich die Durchführung. Ich glaube ich geh mal spazieren erzeugt eine Reihe von Steuerungs(Angst)gefühlen. z.B. Zieh Dir die warme Jacke an. Trink vorher noch was, Du kannst unterwegs Durst
bekommen. Geh nochmal zur Toilette und immer so weiter.
Eine ebenfalls ganz wichtige Funktion ist die, den Menschen zu schützen.
Beispiele hierfür wären etwa. Vorsicht, da kannst Du runterfallen. Achtung, diese Menschen sind nicht gut für Dich.
Wenn der Aufzug stecken bleibt, kannst Du nicht mehr raus. Pass auf, wenn Du über die Straße gehst.
Solche Vorstellungen (Visionen) können den Menschen schützen.
Die Vorstellungen werden im laufe des Lebens mit immer mehr Erfahrungen gestützt. Und das Gehirn arbeitet mit
Verallgemeinerungen damit es schneller entscheiden kann. Nicht jeder Vorgang wird nochmal genau überprüft.
Wenn ich 3 mal saure Apfelsinen gegessen habe, sind alle Apfelsinen sauer. Wenn 3 junge Leute mit dem Fahrrad durch
eine Fußgängerzone brausen, sind heutzutage alle jungen Leute verantwortungslos.
Die Gefühle und Vorstellungen mit denen wir arbeiten sind nicht unabänderlich. Deswegen glaube ich sollten wir
uns darüber bewußt werden, dass wir die meisten Dinge im Leben selbst positiv oder negativ beeinflussen.
Diese Erkenntnis benutze ich für mich seit vielen Jahren. Sie hilft mir, das, was ich keinenfalls ändern kann besser zu akzeptieren. Und in der Kommunikation mit Menschen fällt es mir heute leichter, auf andere Meinungen und Wünsche Rücksicht zu nehmen.

Viele Grüße
Hotin

03.11.2014 23:50 • #11


HeikoEN
Alles richtig.

Nur glaube ich, sind wir damit schon viel zu weit in der Analyse...

Die Eingangsfrage war ja, warum z.B. eine Therapie nicht hilft und was man machen kann.

Und auch meine Erfahrungen sind, was ich so beobachte im realen Leben und sicherlich auch hier (das Forum ist voll davon), dass die Betroffenen von einer Maßnahme in die nächste geschoben werden. Ob das Kind nun Tagesklinik, ambulante Therapie oder Pillen heißt, es dient nur dem Zweck, mit der Angst umgehen zu lernen, hilft aber nicht ansatzweise weiter in der Erkenntnisgewinnung, was ich sehr Schade finde. Drastischer noch ausgedrückt, die Angstbetroffenen, aber auch Depressionen oder Burn-Out (was auch immer) werden schlichtweg belogen, weil die kognitive Verhaltenstherapie als Heilmittel für alles herhalten muss, das aber in keinster Weise leisten kann!

Meine Erfahrung ist, dass die kognitive Verhaltenstherapie toll ist! Ein echt wirksames Mittel, schnell, effizient. Vorausgesetzt sie wird RICHTIG angewandt. Da fallen schon 70% aller Teilnehmer hinten rüber. Wie ist es sonst zu erklären, wenn man in Selbsthilfegruppen nach Inhalten der kVT fragt, absolut keine Antworten bekommt

Selbst hier im Forum sind die grundlegendsten Zusammenhänge nicht klar, obwohl die Leute, wie sie schreiben, eine kVT gemacht haben. Frage ist, WER hat da versagt und WAS müsste man ändern, dass das bei den Leuten auch ankommt?

Sicher, meine These mag nicht representativ sein und oftmals mögen auch weitere Ursachen dahinter stehen, wie z.B. das NICHT tragen können (?) der eigenen Verantwortung für die Erkrankung, weil die Weißkittel genau das seit Jahrzehnten vermitteln (Krank? Hier ist die Pille! Schönen Tag noch!), was bei Grippe Co. wunderbar ist, aber bei psychischen Problemen, die extrem individuell und subjektiv (im Gegensatz zu rein organischen Erkrankungen - wobei NICHTS rein organisch ist, aber anderes Thema) sich zeigen und manifestieren, eben nicht so klappt.

DAS finde ich schlichtweg sträflich, denn deutliche Aufklärung mit dem Ziel, den Betroffenen MIT in den Prozess der Genesung, Erkenntnisgewinnung etc. einzubeziehen, ist Pflichtprogramm bei Angst, Depressionen Co.

Den Betroffenen stabilisieren (und ja, da sind Pillen auch erlaubt über einen Zeitraum x) mittels kVT und dann aber mit dem DEUTLICHEN (!) Hinweis nach Hause schicken WEITERZUMACHEN. Genau das wäre verantwortungsbewusst und ehrlich in meinem Augen. Genau DAS passiert aber nicht! Egal ob ambulant oder stationär. Nein, da werden Pillen als Lebensperspektive angeboten!

Auch hier im Forum gibt es Betroffene, die essen seit Jahrzehnten Pillen!

Und alle 7-9 Jahre werden die Wirkstoffe dann stumpf, also ab in die Klinik, neu ansetzen und schauen, welcher der ca. 30 anderen wirken könnte.

DAS ist REALES PROGRAMM IN DEUTSCHLAND!

Ich meine HALLO?

Damit konfrontiert, kommen zahlreiche Ausreden...die Beste ist: Haben wir nicht anders gelernt

Meine Antwort: Ja, genau wie der Mensch nicht durch seine Kindheit determiniert ist, ist der Mediziner nicht durch sein Studium determiniert!

Aber weit gefehlt...in einem Land, in dem eine Approbation 1945 bis heute seine Gültigkeit hat (ohne in der Zeit eine einzige Weiterbildung gemacht zu haben), kann ich nicht mehr erwarten. Darum ist es Pflicht, das Betroffene endlich erkennen, dass nur sie der Schlüssel zum Erfolg sind und nicht Fachärzte, geschweige denn Therapeuten, die kein wirkliches Interesse an der Genesung haben können und dürfen.

04.11.2014 08:20 • x 1 #12


Hotin
@ HeikoEN

Hallo HeikoEn,

Deine Aussagen finde ich wirklich bemerkenswert.
Nach erstem lesen bin ich fast völlig Deiner Meinung.
Ich möchte Dir gern darauf antworten, dafür brauche ich aber Zeit.

Viele Grüße
Hotin

04.11.2014 14:38 • #13



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