Zitat von Disturbed: Da bin ich bei Dir. Da seh ich auch viel Bedarf. Psychosomatik ist eben auch nicht Psychosomatik. Ich war schon in verschiedenen Kliniken und jede hat eine andere Philosophie bezüglich ihres Behandlungskonzepts. Selbst Therapien mit der selben Bezeichnung wurden unterschiedlich durchgeführt, was sicher auch an den Therapeuten vorort lag.
Ja. Generell ist jede Erkrankung psychosomatisch, weil auch wenn etwas nur dem Körper passiert, ob Beinbruch oder Sandkorn im Auge, dies natürlich auch psychische Auswirkungen hat.
Und auch rein psychische Erkrankungen werden heute als u.a. auch als Fehlfunktion des Körpers gesehen, bspw. Depressionen oder Psychosen.
Zitat von Disturbed: In der Psychiatrie war dann wieder alles anders. Für mich war da aber der Vorteil, ich weiß mittlerweile ziemlich genau, was mir eher hilft und was eher nicht.
Und die nehmen immer mehr Psychosomatik mit hinein. Auch eine Therapie chronischer Schmerzen ist oft psychosomatisch, die multimodale Schmerztherapie. Dort nennt man psychosomatisch nur biopsychosozial.
Und wie Du sagst, der Patient weiß oft, was ihm gut tut und sollte, wo immer es geht, mehr in die Therapie eingebunden werden.
Zitat von Disturbed: Bei ambulanter Therapie ist es zumindest für Kassenpatienten ja kaum möglich psychosomatisch orientiert behandelt zu werden und ich glaube dass dies auch fachlich schwer umzusetzen ist. Da ziehts vielleicht manche zu Heilpraktikern, aber die eierlegende Wollmilchsau sind die auch nicht und ob da nicht sogar der Placeboeffekt entscheidender für den Genesungsprozess ist, kann ich auch nicht beurteilen. Da kommts halt auch sicher drauf an, dass man den richtigen für sich erwischt.
Ich würde immer versuchen, den Placeboeffekt zu nutzen (statt schamhaft zu verbergen) und aktiv in die Therapie mit einzubauen. Bei vielen psychischen Erkrankungen ist Bewegung essentiell, die man auch noch genauer auf Krankheitsbild und Patienten zuschnneiden kann.
Ebenso ist Entspannung nicht gleich Entspannung und diese Stressreduktion ist gut, aber auch eher ein Schrotschuss, man macht das, was den meisten hilft. Auch hier sollte das Konzept indivudalisierter sein, vor allem bei schweren und chronischen Erfahrungen lohnt der Aufwand.