Zitat von berliner:Also, vielleicht sollte ich das doch nochmal erklären:
Ich habe nicht gemeint, dass ihr mir wirklich die Pest an den Hals wünscht. Aber die meisten hier wünschen mir eine Klinik "an den Hals" und das ist - in meiner Gefühlswelt - die "Höchststrafe".
Ich war heute mittag, als ich das geschrieben habe wohl gerade etwas emotional.
Riechen: Ja, ich hatte wirklich kurz Krankenhausgeruch in der Nase, und *kotz* bezieht sich auch auf Krankenhaus und was ich damit verbinde, natürlich nicht auf Euch.
Aber was ich nun mit einem Playbloy zu tun haben soll, verstehe ich kaum. Im verlinkten Wikipedia steht was von Nachtclubs, exzentrischen Vergnügen und wechselnden Partnerinnen . Mein Leben sieht sehr, sehr anders aus.
Die Dinge, die kämen, wenn ich die Agoraphobie überwunden hätte wären Dinge wie Arbeit finden (Vorstellungsgespräche !) oder Abiturprüfung, eine Frau finden, äh suchen, selbständig werden und das sind eben die Dinge, die ich mir wohl nicht zutraue oder vor denen ich (auch) Angst habe.
Lg, Berliner
Dass du das Krankenhaus aus deiner Kindheit wieder riechst, ist okay und es ist gut, dass du das wahrnimmst. Damit kannst du es dir bewusster machen, es bewusster abhaken. Es ist tatsächlich heute eine andere Situation. Damals warst du körperlich krank und warst deshalb in einer Klinik, in der es aseptisch zugehen musste, ständig alles desinifiziert werden musste, die Leute ersthaft und oft ansteckend krank waren (es sei denn, es war eine reine Krebsklinik) usw. Eine auf die Psyche spezialisierte Klinik braucht das alles nicht. Daher kann es dort gar nicht so nach Desinfektionsmitteln und Krankeit riechen. Höchstens mal nach Putzmitteln, aber das kann dir sogar bei euch zu Hause passieren.
Eine Klinik hätte mehrere Vorteile, wie schon hier mehrmals geschrieben wurde: Längere Trennung von deiner Mutter/Familie, intensivere Betreuung, Mit-Patienten, Kontaktmöglichkeiten und -notwendigkeit, usw.
Ich verstehe bisher nicht, wie du eine ambulante Therapie machen willst, wenn du dich gar nicht raustraust. Soll deine Mutter dich begleiten?
Vor ein paar Tage kam im Radio eine Sendung über Erich Fromm, und er wurde zuletzt sinngemäß so zitiert: "Eine Psychotherapie, in der einfach nur über vergangene Dinge und mögliche Gründe geredet wird, ist völlig nutzlos. Das ist reines Erzählen und kann sich in alle Ewigkeit ausdehnen, ohne irgendeinen Nutzen zu haben. Ein Mensch braucht eine
Vision. Er braucht
Ziele, die dann seine
Energie und
Vitalität mobilisieren, um dort hin zu gelangen."
Das ist wohl das, was auch Christina u.a. hier gesagt haben. Psychotherapie kann leicht zu einem harm- und endlosen Kaffeeklatsch werden und nichts bringen, wenn der Klient keine Ziele hat. Deswegen brauchst du erstmal eine Vision für dein Leben.
Du wirst natürlich deine Phobien nicht überwinden (wollen), wenn du gar nichts erreichen willst. Aber warum um Himmels willen solltest du alle die Dinge, die andere Männer tun können, nicht schaffen? Aber diese Bewerbungsangst kann man auch durch Vor-Üben schon teilweise abbauen.
Im übrigen: Je mehr zu der betreffenden Stelle
passende Kenntnisse man anzubieten hat und je weniger ebenfalls passende Mitbewerber vorhanden sind (sofern man das erfährt), desto gelassener kann man natürlich sein. Das hängt nicht immer bzw. nur zu einem kleinen Teil von einem selbst ab, wie die Bewerbung ausgeht. Deswegen: Man gibt sein Bestes und wartet dann ab, ob man von den 100 - 500 Bewerbern ausgesucht wurde. Mehr als sein Bestes geben kann man ohnehin nicht. Die anderen geben ja auch ihr Bestes. Man ist deswegen kein Versager oder schlecht, weil man z.B. nur auf die 2. oder 10. oder meinetwegen 200. Stelle gekommen ist. Es kann halt nur einer genommen werden - die anderen sind oft trotzdem ganz genau so gut. Das spielt der Zufall eben auch eine große Rolle.
Oft stellt es sich sogar als besser heraus, dass man irgendwo nicht genommen wurde, weil anschließend etwas viel Besseres kommt. (Ist mir mehrmals passiert.) Es ist gut, wenn man ein Vertrauen aufbaut, dass sich alles gut regeln wird. Und dass man selber aber sein Bestes dafür tut. Aber auch nicht
mehr.