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Ango
Mitglied

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Hallo zusammen,

ich werde am Mittwoch wegen meiner generalisierten Angststörung, die sich momentan vor allem um Krankheitsängste dreht, in eine Klinik gehen. Ich habe letzte Woche eine Einweisung meiner Ärztin bekommen und zufälligerweise direkt einen Platz bekommen. Momentan ist es für mich ein auf und ab der Gefühle. Mal bin ich froh und freue mich auf diese Möglichkeit und dann denke ich wieder, ob ich das überhaupt brauche und es nicht auch so mit meiner Therapie bei meiner Psychologin schaffe. Vor allem in Momenten, in denen es mir körperlich gut geht, stelle ich den Klinikaufenthalt total infrage. Dann gibt es immer wieder Situationen, wie gestern, wo mir vor allem der Schwindel und andere Empfindungen extreme Angst bereiten oder ich an der Supermarktkasse das Gefühl habe, zusammenzubrechen und mir schwindlig wird. In dieser Situation bin ich dann wieder froh, dass mir hoffentlich geholfen wird.

Manchmal frage ich mich, ob das, was ich habe, überhaupt Grund genug ist, in eine Klinik zu gehen oder, ob eine Therapie bei einem Psychologen nicht reichen würde. Außerdem habe ich extreme Angst davor, Medikamente nehmen zu müssen.

Wie ist das, habt ihr Erfahrung mit einem Klinikaufenthalt oder könnt mir helfen, aus meinem Gedankenkarussell rauszukommen? Ich muss so viel darüber nachdenken, ob es richtig ist.

05.01.2026 #1


17 Antworten ↓


N
Zitat von Ango:
Hallo zusammen, ich werde am Mittwoch wegen meiner generalisierten Angststörung, die sich momentan vor allem um Krankheitsängste dreht, in eine ...

Hallo Ango,
nicht alle Patienten in der Tagesklinik bekommen Medikamente. Und ein muss gibt es nicht wenn du nicht möchtest ist das auch ok die Medis rennen nicht weg und du kannst jederzeit sagen ab jetzt möchte ich

x 1 #2


A


Ist ein Klinikaufenthalt der richtige Weg für mich?

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Perle
Hallo @Ango mir hat das damals sehr gut getan, ich war 6 Wochen auf Akut und dann im Anschluss nochmal 6 Wochen in der Tagesklinik.

Siehe es als Chance, Dich intensiv mit Dir selbst auseinanderzusetzen und zu lernen. Zweifel sind normal, Deinen künftigen Mitpatienten wird es genauso gehen.

LG Perle

x 3 #3


A
Es handelt sich auch nicht um eine Tagesklinik, sondern um einen stationären Aufenthalt. Die Angst vor den Medikamenten ist auch eher zweitrangig. Primär geht es gerade um die Frage, ob es richtig ist oder nicht.

#4


Perle
Wie lange bist Du denn schon in ambulanter Therapie und konntest Du dort Fortschritte erkennen?

Du empfindest Dich ja als instabil, sonst hättest Du Dich nicht um stationäre Aufnahme gekümmert, richtig?

Insofern ist die Entscheidung gut.

x 1 #5


thokrifu
Selbstverantwortung ist der Schlüssel zu den meisten psychischen Störungen beziehungsweise dem Umgang mit diesen und der - falls noch möglich - Auflösung dieser.

x 1 #6


Schlaflose
Zitat von Ango:
Primär geht es gerade um die Frage, ob es richtig ist oder nicht.

Das kannst du nur erfahren, wenn du es ausprobierst. Und wenn es jemandem sehr schlecht geht, profitiert er oft gar nicht von den Therapieangeboten, weil er sie nicht durchhält. Dafür ist es sogar besser, wenn man einigermaßen stabil ist, damit man alles mitmachen kann.

x 3 #7


A
@Perle
Eine Therapie habe ich noch nicht begonnen, hatte bislang nur Gespräche mit der Psychologin. Aber wir wollten jetzt in diesem Jahr die Therapie beginnen.

Ich habe in den letzten Wochen einfach gemerkt, dass es ein auf und ab ist. Mal besser mal schlechter. Dazu der ständige Schwindel und zwischendurch Panikattacken … Da ich zwei kleine Kinder habe und mich in meinem Alltag nicht sicher mit ihnen fühle und aber wieder für sie da sein möchte, weil ich sie so sehr liebe, habe ich mich dazu entschieden.

x 1 #8


A
@Schlaflose

Ich versuche mir auch immer zu sagen, dass es das richtige ist und ja eigentlich nur besser werden kann. Trotzdem bleiben Zweifel …

#9


Darkshadow
Hallo Ango,

vielleicht hilft es dir, es so zu sehen:
Wenn ein Klinikaufenthalt so gar nicht nötig wäre, hätte die Klinik dich gar nicht erst aufgenommen.

Diese Zweifel sind total normal. Ich war selber mehrfach in Kliniken und kenne diese Zweifel von mir selber und von ganz vielen Mitpatienten. Wie @Perle auch schon schrieb: Diese Zweifel sind völlig normal, und du bist damit nicht alleine.

Deine Symptome sind schwer genug, um aufgenommen zu werden.
Versuche, es einfach dabei zu belassen.
Erlaube dir, diese Frage jetzt ruhen zu lassen.
Die Entscheidung ist gefallen, du wirst Mittwoch aufgenommen.

Du könntest deine Gedanken auf andere Fragen umlenken:
- Welche Therapieziele möchtest du erreichen?
- Welche Themen möchtest du in der Einzeltherapie besprechen?
- Welche Themen möchtest du in der Gruppentherapie ansprechen?
(- und nicht zuletzt: Wie weit bin ich mit meiner Packliste?)

Solche Fragen sind zum jetzigen Zeitpunkt mMn zielführender. Mach’ dir ruhig schon ein paar Notizen zu Zielen und Themen, das hilft, wenn es dann konkret losgeht. Nutze den Klinikaufenthalt bestmöglich, nimm die Therapien ernst und arbeite so gut mit, wie es dir möglich ist. Dann wirst du therapeutische Fortschritte machen und dann wird der Aufenthalt richtig gewesen sein.

Zu den Medikamenten: Ich habe es auch so erlebt, dass Medikamente freiwillig waren. Es wurde vielleicht mal etwas vorgeschlagen, aber man musste diese nicht nehmen, wenn man nicht wollte.

Dass du jetzt einen Klinikaufenthalt machst, bevor du ambulante Therapie gemacht hast, ist inzwischen nicht mehr so ungewöhnlich. Diesbezüglich hat sich in den Kliniken in den letzten Jahren viel verändert. Früher haben tatsächlich die Krankenkassen mehr darauf gedrängt, dass zuerst ambulante Maßnahmen ausprobiert werden sollen (wobei das auch damals schon keine Notwendigkeit war), aber seit immer mehr Kliniken mit immer mehr Krankenkassen Kooperationsverträge abschließen, entscheiden viele Kliniken selbstständig, wen sie aufnehmen, ohne dass die Krankenkassen noch vorher genehmigen müssen.
Seitdem gib es zunehmend mehr Patienten, die in der Klinik ihre ersten Therapieerfahrungen machen. Du bist damit nicht allein, und in der Klinik wird es bestimmt auch andere Patienten geben, die noch keine Erfahrungen haben.
Auch darüber musst du dir keine Gedanken machen, ich würde dir eher raten, dich jetzt lieber darauf zu konzentrieren, was du in deiner stationären Therapie erreichen möchtest.
Diese anderen Fragen rauben dir gerade nur mentale Energie, die du an anderer Stelle zielführender einsetzen kannst.

Ich wünsche dir viel Erfolg für deinen Aufenthalt ! LG

x 2 #10


Darkshadow
P.S.: Das Thema „Krankenkasse und Genehmigung“ bezog sich hauptsächlich auf psychosomatische Kliniken, nicht auf Psychiatrien.

#11


Nadi-Jan26
Zitat von Ango:
Hallo zusammen, ich werde am Mittwoch wegen meiner generalisierten Angststörung, die sich momentan vor allem um Krankheitsängste dreht, in eine ...

Du hast denn richtigen weg gewählt.
Ich selber habe 2 kider. Und leide an panik und verlustängste. (verhaltentherapie durch)
War nie in eine klinik oder bahandlung aber der gedanke ist da genau wie bei dir.
Noch ist bei mir nicht soweit das ich in die klinik soll. Habe auch Angst davor und wege kinder auch ungern alleine lassen mit meinem Mann. Weil ich dann nicht mehr da bin. Habe da auch zu viel gedanken.

Ich wünsche dir das beste das du alles schaffst mit viel kraft.

x 1 #12


Lina60
Liebe @Ango,

Ich kann verstehen, dass Du Dich zwischen In-Die-Klinik-Gehen und daheim bleiben schwer tust , Dich zu entscheiden. So unsicher Du Dich im Alltag fühlst, darf es auf keinen Fall weitergehen. Da sehe ich wie so viele hier die Klinik als angebracht.

Doch ich habe eine Frage an Dich : wieso bist Du so ganz gegen Medikamente ?

Ich frage das, weil mir selbst Medikamente ( das sind angst-hemmende Antideprewssiva) stets im Leben geholfen haben. Daneben habe ich auch - wie Du es diese Jahr beabsichtigst - intensive Therapie gemacht. So brauchte ich nie in eine psychiatrische Klinik zu gehen, fühlte mich wohl zu Hause bei Kindern etc.

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A
@darkshadow
Vielen Dank für deinen sehr wertvollen Beitrag!

Ob die Klink mich deshalb genommen hat oder weil Ich gerade zur richtigen Zeit da war und noch ein Platz frei war, weiß ich natürlich nicht …

Deine Fragen werde ich mir zu Herzen nehmen und drüber nachdenken!

x 1 #14


A
@Lina60

Danke für deine Einschätzung!

Bei den Medikamenten habe zum einen Angst vor den Nebenwirkungen, dass es vielleicht nicht wirkt und dass ich sie evtl. mein Leben lang nehmen muss.

wenn ich höre, dass sie dir geholfen haben, stimmt mich das ein bisschen zuversichtlich. Allerdings kommen auch wieder die Gedanken, ob ich das dann nicht auch nur mit Medikamenten und einer Therapie geschafft hätte und ob der Aufenthalt jetzt nicht eine voreilige Entscheidung war.

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Lina60
Liebe @Ango, es gibt viele Medikamente bei denen es keine oder kaum Nebenwirkungen gibt ( manchmal ist es nötig ein paar auszuprobieren). Wenn Du Dich selbst verachtest weil Du Dein Bessergehen nur den Medis und der Therapie zuschreiben müsstest, wäre es ev. gut um zu denken. Wenn jemand z.B. ein Leben lang Medis nehmen muss um leben zu können ( z.B Diabetes und andere Krankheiten) braucht der sich ja auch nicht zu schämen....

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A

Lina60
Liebe @Ango, leider weiss ich das nicht mehr so genau. vor allem erinnere ich mich nicht mehr daran, welche nützten und welche nicht. Aber weisst Du, die Medikamente wirken total individuell. Einige helfen den einen, schaden aber den anderen oder bringen nichts. Leider musst Du jedes Medikament selbst probieren. Ich glaube viele schwärmen von Prozac ( das hatte ich auch mal)..jetzt fahre ich seit langem mit Venlafaxin gut...aber eben wie ich sagte: die Wirkung ist individuell. Das ist so mit Psychopharmaka, im Gegensatz zu z.B. Aspirin etc.

#18


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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