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Käit

Käit
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Hallo an alle,

Ich möchte gern über dieses Thema sprechen, weil ich es sehr wichtig finde und auch selbst davon Betroffen bin. Ich halte Fixierung als Maßnahme für äußerst fragwürdig. Wie geht es euch damit? Wurde eine/r von euch auch schon mal fixiert?
Dieser Eingriff hat Spuren hinterlassen, ich leide seither zusätzlich unter Angstzuständen und Albträumen.

Ich bin dankbar für eure Kommentare.
Käit

18.08.2026 #1


36 Antworten ↓
B

beside
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Ich wurde noch nicht fixiert, aber die übliche Ausgangssperre (Station nicht verlassen) verhängt.

Meine Erfahrungen mit der Psychiatrie:
Ob eine Situation eskaliert hängt auch maßgeblich von den Pflegern und Schwestern und Ärzten ab. Da gibt es durchaus welche, die von ihrer Art her nicht anders können als zu eskalieren. Die werden dann unter Umständern auch schnell übergriffig und sind unsensibel, indem sie die Patienten wie Tiere behandeln und unbedingt anfassen müssen, auch wenn diese das nicht wollen und aggressiv darauf reagieren, weil sie sich nicht anders zu wehren wissen. Dann heißt es, die Patienten seien schuld, weil die nicht alles mit sich machen lassen.

Es gibt auch Pfleger und Schwestern, die einen Bias gegenüber psychisch Kranken haben und diesen abwertend gegenüberstehen.

Wenn die Patienten selbst nicht in der Lage sind deeskalierend auf die Pfleger und Schwestern zu wirken, geht es meistens schief.

Mit der Polizei ist das nicht anders. Bei denen ist Bias sowie Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen noch mehr vorhanden. Die haben absolut kein Interesse den Gegenüber zu verstehen. Die gehen nur von sich aus und drängen den Gegenüber ihre Sichtweise auf. Die machen friedliebende zu aggressiven Menschen. Denn die Betroffenen versuchen nur sich vor dem Übergriff zu wehren, dass ihnen etwas aufgedrängt wird.

Es gibt aber auch sensible Pfleger und Schwestern, die rücksichtsvoll sind und auch deeskalierend wirken können.

Schuld an der Fixierung sowie (zu) langen Fixierung sind sicher auch die Arbeitsverhältnisse.

17.08.2026 22:50 • x 2 #28


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A


Fixierung als Maßnahme in der Psychiatrie

x 3


heartstowolves

heartstowolves
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Ich kann nur aus den Bereichen sprechen, wo ich es erlebt habe aber dort ist immer die letzte Wahl die Fixation. Wie es woanders ist, weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass es gewiss zu schnell angewandt wird.
Man darf eben nicht vergessen, dass es eine freiheitsentziehende Maßnahme ist und nur bei akuter Gefahr angewendet werden soll. Soll heißen: Bei schwerer Eigen- und Fremdgefährdung. Es war und ist leider in einigen Einrichtungen normal, wenn z.B. jemand eine Weglauftendenz hat, dass dieser fixiert wird. Das ist der falsche Ansatz.
Wo es allerdings auch sinnvoll ist zu fixieren:

Trigger

bei akuten Psychosen, in denen keine Medikamente helfen und die Person auf sich selbst und andere losgeht, bei hoch aggressiven Personen durch Alk und Dro. Einfluss



Ich habe schon häufiger fixiert, aber wenn, dann aus den oben genannten Gründen. Meist war es nicht anders zu handhaben und es ist auch nicht leicht. Aber bevor ich ernsthaft verletzt werde und die Person auch, wird fixiert und engmaschig überwacht, damit nichts passiert.
Ob es ethisch korrekt ist steht auf einem anderen Blatt. Es greift eben sehr auf die Intimsphäre ein, die fixierte Person kann sich nicht wehren (wobei ich da auch schon erlebt hab, dass man bespuckt wird oder die Person wollte dann zu beißen) und ist dementsprechend ausgeliefert, was zu Panik führen kann. Das kann ich auch vollkommen verstehen.

Ich stimme dir aber zu, dass einige Konzepte überarbeitet werden sollen.
Ich hoffe du kannst dieses Traumata mit Hilfe deiner Therapeutin überwinden.

27.07.2021 12:23 • x 1 #4


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heartstowolves
Hallo,

ich kann mir vorstellen, dass eine Fixierung nicht sehr schön ist. Ich kann nur von der anderen Seite - der Pflege - reden. Es gibt Situationen da sind Fixierungen die einzige Möglichkeit bzw. wichtig. Das wird aber im Vorfeld immer abgesprochen und muss vom Arzt verordnet werden.
Dass das Spuren bei dir hinterlassen hat tut mir leid. Hast du das mit den Angstzuständen und Albträumen irgendwo schon ansprechen können?

x 4 #2


Käit
Ich kann die Pflegekräfte auch verstehen, es ist deren Aufgabe, die haben sich das ja nicht ausgedacht. Und es gibt bisher eben keine Alternativen dazu, darum wird munter weiter fixiert. Ich denke, das ganze Konzept "Psychatrie" muss neu gedacht werden. Der Soteria Ansatz ist denk ich ganz vernünftig.

Ich kann zum Glück mit meiner Therapeutin darüber sprechen. Hast du selbst auch schon fixiert? Das muss auch hart sein.

#3


heartstowolves
Ich kann nur aus den Bereichen sprechen, wo ich es erlebt habe aber dort ist immer die letzte Wahl die Fixation. Wie es woanders ist, weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass es gewiss zu schnell angewandt wird.
Man darf eben nicht vergessen, dass es eine freiheitsentziehende Maßnahme ist und nur bei akuter Gefahr angewendet werden soll. Soll heißen: Bei schwerer Eigen- und Fremdgefährdung. Es war und ist leider in einigen Einrichtungen normal, wenn z.B. jemand eine Weglauftendenz hat, dass dieser fixiert wird. Das ist der falsche Ansatz.
Wo es allerdings auch sinnvoll ist zu fixieren:

Trigger

bei akuten Psychosen, in denen keine Medikamente helfen und die Person auf sich selbst und andere losgeht, bei hoch aggressiven Personen durch Alk und Dro. Einfluss



Ich habe schon häufiger fixiert, aber wenn, dann aus den oben genannten Gründen. Meist war es nicht anders zu handhaben und es ist auch nicht leicht. Aber bevor ich ernsthaft verletzt werde und die Person auch, wird fixiert und engmaschig überwacht, damit nichts passiert.
Ob es ethisch korrekt ist steht auf einem anderen Blatt. Es greift eben sehr auf die Intimsphäre ein, die fixierte Person kann sich nicht wehren (wobei ich da auch schon erlebt hab, dass man bespuckt wird oder die Person wollte dann zu beißen) und ist dementsprechend ausgeliefert, was zu Panik führen kann. Das kann ich auch vollkommen verstehen.

Ich stimme dir aber zu, dass einige Konzepte überarbeitet werden sollen.
Ich hoffe du kannst dieses Traumata mit Hilfe deiner Therapeutin überwinden.

x 1 #4


J
Ja ich wurde mal fixiert ,jedoch nicht in einer Psychiatrie ,sondern in einem normalen Krankenhaus auf der Intensivstation.

Dort lag ich aufgrund Dro..
An das Fixieren selbst und alles was davor geschah hab ich keinerlei Erinnerung ,dort hab ich ein Blackout .

Ich erinnere mich nur an alles was passierte bevor der RTW kam ,dann wie der Notarzt und die Sanitäter sich meiner Annahmen im Krankenwagen und dann wurde ich weg gespritzt .

Als ich wieder wach wurde lag ich *beep* bzw nur noch mit einem Slip bekleidet komplett mit Armen,Beinen und Bauch ans Bett fixiert in einer mir völlig fremden Umgebung .

Angeblich war ich laut Ärzten davor bereits wach gewesen und deswegen musst ich wohl auch fixiert werden ,jedoch egal wie sehr ich mich anstrenge ,ich hab daran keine Erinnerung ,ob das stimmt .

Naja das ganze Geschehen an sich ist und bleibt traumatisch für mich .

x 2 #5


E
Zitat von Käit:
Ich halte Fixierung als Maßnahme für äußerst fragwürdig.

Fixierungen unterliegen ja strengen Regularien. Es gibt Patienten, die sich und andere verletzen, toben, Infusionen herausreißen uvm. Da sind sie meiner Meinung nach zwingend erforderlich.

#6


Icefalki
Zitat von Käit:
Ich halte Fixierung als Maßnahme für äußerst fragwürdig.


Man wird ja nicht ohne Grund fixiert, meiner Meinung passiert das nur, wenn der Betroffene sich und andere in Gefahr bringt.

Ich arbeite in einer HNO-Praxis, wo Patienten aus dem Massregelvollzug behandelt werden. Die kommen mit 2 Pflegern bewacht und an Beinen und Händen gefesselt in die Praxis. Bisher waren die alle sehr nett und lieb, aber nen Grund wird es schon haben, wenn das nötig ist.

x 1 #7


J
Zitat von Icefalki:
Man wird ja nicht ohne Grund fixiert, meiner Meinung passiert das nur, wenn der Betroffene sich und andere in Gefahr bringt. Ich arbeite in einer ...


Das hat nix damit zu tun,ob oder wie gefährlich die sind ,sondern das gehört im Vollzug soweit ich weiß ,dann einfach zum Standardprogramm.

#8


Mondkatze
Fixierung bedeutet immer Freiheitsberaubung und ist strafbar.
Deswegen kann man auch nicht einfach mal so jemanden fixieren, weil er lästig ist oder in irgendeiner Weise stört.
Es muß schon Gefahr in Verzug sein.
D.h. die Fixierung muß in diesem Moment gerechtfertigt, das angemessene Mittel der Wahl sein.
Der Arzt ordnet die Fixierung an und das Amtsgericht muß darüber in Kenntnis gesetzt werden, wenn die Fixierung länger von Nöten ist.

Habe das nur mal geschrieben, damit man etwas die Angst vor übereifrigen Handlungen im Krankenhaus / Altenheim verliert.

Auch wenn es im Moment Schutz bedeutet, nämlich Schutz vor Eigengefährdung ( z.B. Suizid ), ist und bleibt es ein Eingriff, der eine schreckliche Erfahrung sein muß.

Leider ist die Fixierung im Notfall das einzige Mittel um den Patienten zu schützen, denn für ein Gespräch sind die meisten in dem Moment nicht zugänglich.

x 3 #9


Spaceman
Während meines Zivildienstes in der Altenpflege 2001 war ich auch einmal an einer Fixierung beteiligt - natürlich nur assistierend. Eine Bewohnerin hatte mitten in der Nacht einen demenzbedingten psychotischen Schub mit schwerer Angst, Wut und Aggressionen. Sie wusste überhaupt nicht mehr, wo sie war, hatte panische Angst und wollte unbedingt weg. Alle Versuche, sie zu beruhigen schlugen fehl und mittlerweile war die halbe Station wach.

Die Pflegerin hat dann eine Tranquilizer-Spritze aufgezogen und dann ging es los. Bewohnerin packen, aufs Bett zwingen, Gurte anlegen, Spritze rein. Ich kann Euch sagen, dass war eine richtig beschissene Erfahrung. Wir mussten danach erst einmal eine Rauchpause machen und auch der Pflegerin zitterten immer noch die Hände. Sie sage "Gott, wie ich das hasse!".

Das wurde alles sauber dokumentiert und bei der Übergabe am Morgen ausführlich berichtet. Es war echt furchtbar, aber ich weiß nicht, wie das anders hätte gelöst werden können.

x 2 #10


L
@Käit ich wurde oft fixiert, das erste Mal im Alter von 15 ( 8Punkt ) es hat bei mir in jedem Fall massiven Schaden angerichtet, ob es nötig war kann man sich jetzt sicherlich drüber streiten

#11


Sonja77
Wenn ich das gerade so lese muss ich sagen das ich Gott dankbar bin in einem Land zu leben wo die Fixierung schon seit sehr vielen Jahren verboten ist

Früher ja 👍 da gab es das hier auch sowie auch die Zwangsjacke die auch seit Jahrzehnten verboten hier ist

Für mich ein Ding der Unmöglichkeit tut mir leid egal aus welchem Grund auch immer aber ich finde sowas Menschenentwürdigend

x 2 #12


boomerine
Menschenentwürdigend ja
Aber es ist auch eine Art Sicherheit
für beide Seiten.
Ich habe es in der Psychatrie mitbekommen, ja es ist schockierend.
Man muss es verstehen .....

x 2 #13


Sonja77
Zitat von boomerine:
Menschenentwürdigend ja Aber es ist auch eine Art Sicherheit für beide Seiten. Ich habe es in der Psychatrie mitbekommen, ja es ist schockierend. ...

Das stelle ich auch nicht in Frage
aber es gibt heutzutage andere Maßnahmen die dazu dienen können einen Menschen der eine Gefahr darstellt ruhig zu stellen damit er weder sich selbst noch andere verletzen kann

ich spreche jetzt von der Psychiatrie denn das ist hier ja das Thema

ich weis nicht wie es hier gehandhabt wird aber sicher geht man auch hier kein Risiko ein also wird man schon Maßnahmen haben die das selbe bewirken jedoch nicht so Menschenentwürdigend sind da es hier wie gesagt schon lange verboten ist und darüber bin ich sehr froh

#14


YellowFerrum
@heartstowolves hat das (vor einigen Jahren) gut erklärt. "Fixierung" ist eine Zwangsmaßnahme, die auch mit Gewalt durchgesetzt werden kann bzw. muss. Grund ist hier die Abwägung der Rechtsgüter des Lebens und der Handlungsfreiheit. Der Staat ist verpflichtet, das Leben zu erhalten, d.h. auch Menschen vor Suizid zu bewahren. Es gibt dazu keine alternativen Mittel, wenn bereits alle milderen Mittel (wie z.B. Überzeugen) ausgeschöpft sind. Das ist für den Betroffenen schlimm, schützt aber entweder ihn oder andere Menschen; Fremd- und Eigengefährdung.

@Sonja77 In der Schweiz sieht es nicht anders aus (Fürsorgerische Unterbringung lt. Google).

#15


Sonja77
Zitat von YellowFerrum:
@heartstowolves hat das (vor einigen Jahren) gut erklärt. "Fixierung" ist eine Zwangsmaßnahme, die auch mit Gewalt durchgesetzt werden ...

Fixierung am Bett in der Psychiatrie ist hier verboten außer in der Forensischen Psychiatrie aus Sicherheitsgründen

ich war lange genug in Psychiatrien und lebe lange genug hier um die Gesetze zu kennen

aber gut wenn’s Google sagt wird’s stimmen

#16


boomerine
Zitat von Sonja77:
Das stelle ich auch nicht in Frage aber es gibt heutzutage andere Maßnahmen die dazu dienen können einen Menschen der eine Gefahr darstellt ruhig ...

Aber es gibt es nach wie vor.

x 1 #17

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Sonja77
Zitat von boomerine:
Aber es gibt es nach wie vor.

Entschuldige was denn gibt es nach wie vor?

#18


boomerine
Ich kann 2 Psychiatrien hier in München benennen.
Wo auch die Fixierungen gemacht werden.
Wenn es sein muss

x 1 #19


Sonja77
Zitat von boomerine:
Ich kann 2 Psychiatrien hier in München benennen. Wo auch die Fixierungen gemacht werden. Wenn es sein muss

Ich stelle deine Darstellung doch nicht in Frage denn ich lebe nicht in Deutschland somit kenne ich mich gar nicht aus wie es bei euch ist

ich hab ja gesagt wie es hier ist und nicht das in Frage gestellt was in Deutschland ist

x 2 #20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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