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Hallo, ich habe mich gestern auch schon versucht vorzustellen... ich hoffe auf euer Verständnis, dass ich irgendwie nur Schritt für Schritt etwas zu mir sagen kann. Ich finde es teilweise schon gewagt, das alles in Internet zu stellen.
Dazu kommt auch, dass ich mich jetzt über meinen nickname ärgere. Er ist ganz schön negativ.

Aber im Moment geht es mir wirklich nicht so gut. Ich schlage mich schon so ewig mit Ängsten und körperlichen Beschwerden wie Reizdarm und Verspannungen im Nacken und Rücken herum. Ich habe gerade eine lange Therapie hinter mir (tiefenpsycholog.). Komischerweise geht es mir jetzt nach dem Ende so wie am Anfang, wenn nicht so gar schlechter, weil ich jetzt denke, dass ich keine Fortschritte gemacht habe und mir offensichtlich auch eine Therapie nicht hilft. Denn die Ängste und Beschwerden sind nicht weg, ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass sie sich bis zu einem bestimmten Maß erträglich gestalten lassen, aber irgendwann kommen sie wieder.


Kennt jemand von euch dieses Gefühl, dass es nach der Therapie fast schwieriger war als vorher?
(Damit will ich übrigens den Nutzen von Psychotherapie nicht in Frage stellen, denn die Therapie hat mich ja zeitweise auch ganz gut stabilisiert).

LG Martha

24.03.2015 14:40 • 26.03.2015 #1


12 Antworten ↓


Hotin
Hallo angstessenseeleauf,
Zitat:
Komischerweise geht es mir jetzt nach dem Ende so wie am Anfang, wenn nicht so gar schlechter,
weil ich jetzt denke, dass ich keine Fortschritte gemacht habe und mir offensichtlich auch eine
Therapie nicht hilft.


Was hast Du denn in der Therapie gemacht? Eine Therapie dient normalerweise dazu, eigene
Sichtweisen zu hinterfragen und da, wo es Sinn macht, sein Verhalten oder zumindest seine
eigenen Bewertungen zu verbessern.
Bist du damit überfordert Neues zu lernen oder wie würdest Du das beschreiben, das Deine
Therapie Dich nicht weiter gebracht hat?

Deine Ängste sind doch Deine Gefühle. Sei froh, das sie noch da sind.
Um Deine Gefühle nicht mehr als so sehr unangenehm zu empfinden,
müsstest Du schon Deine Bewertungen und Betrachtungsweisen in
Deinem Kopf ändern.

Viele Grüße

Hotin

24.03.2015 15:02 • x 1 #2



Fehlendes Vertrauen nach Therapie

x 3


Hallo Hotin,
vielen Dank für deine Antwort. Bei der Frage "Bist du damit überfordert Neues zu lernen" musste ich zuerst schlucken. Das wirkte ein bisschen abwertend. Eigentlich denke ich von mir schon, dass ich in der Lage bin, Neues zu lernen und habe auch Neues gelernt. Es gab auch Phasen, in denen ich das Gefühl hatte, die Therapie hat mich insoweit weiter gebracht, dass ich viel Neues ausprobiert habe. Vielleicht habe ich mich insgesamt zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigt und vielleicht habe ich mich zu sehr in der Therapie eingerichtet.

Jetzt habe ich natürlich Angst, dass die Therapie vorbei ist, ich auf eigenen Beinen stehen muss und mich eigentlich gar nicht in der Lage dazu fühle, weil - und da stimmt dein Satz "Deine Ängste sind doch deine Gefühle" absolut - ich mit Gefühlen anscheinend immer noch nicht so gut umgehen kann.

Ich habe mich gefragt, ob es sinnvoll wäre, in eine psychosomatische Klinik oder in eine Tagesklinik zu gehen. Hat jemand von euch auch eine Therapie gemacht und ist hinterher in eine Klinik?

Ich fühle mich halt wie eine Therapieversagerin, aber vielleicht brauche ich einfach noch Zeit und habe das wirklich Hilfreiche noch nicht gefunden.

24.03.2015 18:48 • #3


Hotin
Hallo angstessenseeleauf,

Zitat:
Bei der Frage "Bist du damit überfordert Neues zu lernen" musste ich zuerst schlucken.
Das wirkte ein bisschen abwertend.


Ja, ja, das weiß ich doch. Es ist provozierend, nicht abwertend. Ich mache das sehr oft.
Ist aber nie persönlich gemeint. Anders fängst du nicht über den Kern der Sache nachzudenken.
Also fühle Dich nicht schlecht. Wenn wir hier nicht offen und ehrlich reden,
können wir uns das ganze auch sparen.
Zitat:
Jetzt habe ich natürlich Angst, dass die Therapie vorbei ist, ich auf eigenen Beinen stehen muss
und mich eigentlich gar nicht in der Lage dazu fühle, weil - und da stimmt dein Satz "Deine Ängste
sind doch deine Gefühle" absolut - ich mit Gefühlen anscheinend immer noch nicht so gut umgehen kann.


Na vermutlich ist das so. Ist doch nicht so schlimm. Alles was Du verändern möchtest braucht
ausreichen Zeit. Ob Du eine Fremdsprache lernen willst, Rechnen lernen willst oder was sonst,
brauchst Du immer Zeit. Noch schwieriger ist es am Anfang, auf das gelernte etwas neues
"im Austausch zu lernen". Wenn du z. B. ein halbes Leben immer mit dem rechten Bein die erste
Treppenstufe genommen hast, wird es schwierig sein, ab sofort immer das linke Bein zuerst aufzusetzen.
So geht das auch mit unseren Gedanken.
Das bessert sich erst dann deutlich, wenn Du merkst, das Deine Neue
Denkweise weniger Angst spüren lässt.


Ich fühle mich halt wie eine Therapieversagerin, aber vielleicht brauche ich einfach noch
Zeit und habe das wirklich Hilfreiche noch nicht gefunden.
Zitat:
Du hast bestimmt keinen Grund Dich als Versagerin zu fühlen. Vielleicht bist
Du einfach noch nicht gut genug geübt, mit Deinen Gefühlen anders umzugehen.


Zitat:
Ich habe mich gefragt, ob es sinnvoll wäre, in eine psychosomatische Klinik oder in eine Tagesklinik zu gehen.


So was solltest Du natürlich hauptsächlich selbst entscheiden. Bespreche das mit Deinem Mann,
jemand der Dir sonst sehr vertraut ist und eventuell mit Deinem Arzt.

Gute Besserung. Du bekommst das schon hin.

Viele Grüße

Hotin

24.03.2015 19:18 • x 1 #4


alice01
Hallo Martha,

wie lange warst du denn in Therapie und warum wird sie beendet? Von dir aus, weil du das Gefühl hast, dass sie dir nicht hilft?
Mir ging es nach dem ersten 3/4 Jahr Therapie auch richtig schlecht, viel schlimmer als vorher, ich konnte gar nichts mehr machen, konnte nicht mehr vor die Tür so starke Angstzustände und PAs hatte ich.
Im Nachhinein denke ich jedoch, das lag daran, dass ich mit meiner Therapeutin erst einmal alles aufgewühlt habe, um es dann sukzessive aufarbeiten zu können. Es war eine sehr unangenehme, aber notwendige Phase. Nach ca. weiteren 2 Jahren Therapie bin ich gefestigt aus der Situation rausgekommen. Heute leide ich "lediglich" an leichten Angstzuständen, wenn ich Stress habe oder mit bestimmten Situationen nicht zurechtkomme.

Viele Grüße
Alice

24.03.2015 20:04 • #5


martha_r
Hallo, ich habe jetzt meinen Namen hier geändert, weil ich angstessenseeleauf zu negativ empfinde.
Mir ging es am Anfang der Therapie so, dass ich, nachdem der Kassenantrag gestellt war, furchtbar beängstigt war. Das hing sicher auch an einer sehr schwierigen Erfahrung, die ich davor gemacht hatte. Also ich brauchte eine Weile, um Vertrauen zu entwickeln. Dann folgte eine Phase, in der ich mich schon stabiler fühlte und einige Dinge (z. B. ein Studium) aufnahm. Ich wagte auch Dinge und hielt die dabei empfundene Angst aus und es war auch so, dass mir das Überwinden und das Tun trotz Angst Auftrieb gab.

Ich glaube, das Therapieende fällt bei mir damit zusammen, dass ich beruflich gerne wieder einsteigen würde, aber gleichzeitig auch vieles um mich herum schwierig ist (Erkrankungen von Verwandten, Umzug), außerdem habe ich schon seit einem Jahr das Gefühl, dass mein "Akku" leer ist. Das merke ich daran, dass ich mich der Angst zu stellen versuche, aber nach PA z. B. eher in Depression gerate, einfach weil ich körperlich so fertig bin.

@Alice: Wie hast du damals das Problem gelöst, vor Angst nicht mehr vor die Tür gehen zu können?

25.03.2015 12:38 • #6


alice01
Hallo Martha,
für mich ist aber immer noch nicht nachvollziehbar, warum die Therapie beendet wird und von wem aus? Dass du wieder arbeiten gehen möchtest schließt ja nicht eine Therapie aus..? Vielleicht wäre es gerade deshalb sogar ratsam, zumindest für die erste Zeit bis du dich an die Belastung wieder gewöhnt hast.

Zitat:
@Alice: Wie hast du damals das Problem gelöst, vor Angst nicht mehr vor die Tür gehen zu können?

In dem ich durch die Therapie gelernt habe mit der Angst umzugehen. In einem ersten Schritt habe ich gelernt nicht gegen die Angst anzukämpfen, sondern sie anzunehmen und zu akzeptieren. So kam ich frühzeitig aus der Angstspirale raus. Der nächste Schritt war, meine Gedanken, die eine PA auslösen bewusst zu erkennen und sie gegen positivere auszutauschen. Beide Schritte benötigen natürlich Übung. Am zweiten Schritt übe ich mich noch heute!

Viele Grüße
Alice

25.03.2015 21:29 • x 1 #7


Hotin
Hallo martha_r,

Dein neuer Name gefällt mir auch besser.

Zitat:
außerdem habe ich schon seit einem Jahr das Gefühl, dass mein "Akku" leer ist. Das merke ich daran, dass ich mich der Angst zu stellen versuche, aber nach PA z. B. eher in Depression gerate, einfach weil ich körperlich so fertig bin.


Das hört sich nicht gut an. Kannst Du Deinen Alltag etwas entstressen?
Irgendwo zwischen drin Entspannungsphasen einbauen?

Viele Grüße

Hotin

25.03.2015 21:55 • #8


martha_r
Hallo Alice,

die Therapie lief lange, vielleicht zu lange, es ist mir peinlich, zu schreiben wie lange. Es war schon seit längerem mein Wunsch, mein eigenes Leben wieder ohne Therapie zu gestalten. Und ich dachte auch an vielen Punkten, dass mir die Therapie da gar nicht mehr weiterhelfen kann (im positiven Sinne von "ist ja jetzt alles durchgesprochen").

Ich denke, dass ich einiges geschafft habe in der Therapie und dass die Begleltung gut für mich war.

Ich war nicht angstfrei in dieser Zeit, aber ich habe mich vielen Situationen, die mir Angst machen gestellt, was sicher gut ist. Das ist wie ein Training gewesen und es stimmt schon, dass dann Situationen besser wurden. Z. B. ist mir eine Zeitlang das Reden in Gruppen nicht mehr so schwer gefallen. Dann bin ich (aus mehreren Gründen) eher wieder ins Vermeiden gefallen, was einerseits mit meinem leeren Akku zusammen hängt (Angst aushalten ist anstrengend wie wir alle wissen und manchmal hat man keine Kraft mehr ...), und andererseits glaube ich aber auch mit der tiefenpsychologisch/psychoanalytischen Ausrichtung der Therapie zusammenhängt. Es tut mir nicht gut, zu sehr gleich immer alles in Frage stellen oder zu tief in meine Traumata einzutauchen und das Wühlen in der Vergangenheit lässt auch mehr Vermeiden der Gegenwart zu...).

Was du sagst, dass du die Gedanken ansiehst, die Panikattacken auslösen, das habe ich natürlich auch mit der Thp. besprochen. Manchmal hat mich das entlastet, meine irrationalen Gedanken sagen zu können (das kann ich allerdings auch meinem Partner und manchen Freunden mitteilen), aber durch die Angstgefühle und die körperlichen Probleme, die damit verbunden sind, muss ich eben alleine durch. Das ist, glaube ich, mein Problem, für das ich noch eine Lösung suche. Die Panikattacken aus heiterem Himmel schreibe ich meinem derzeitigen Energietief zu, die konkrete Angst vor bestimmten Situationen sind es, bei denen ich vor der Wahl stehe, lass ich es bleiben und ziehe mich zurück oder gehe ich durch die Angst durch.

Erlebst du denn deine Angst als Freundin oder Feindin? Ich kann das mit der Freundin nicht annehmen, denn sie übertreibt es ja und macht mir das Leben schwer. Feindin ist mir auch zu hart, aber ich sehe wahrscheinlich eher die Angst als meinen Feind an.

Sorry, das ist jetzt sehr lang geworden. Aber deine Antwort hat mich wirklich nachdenken lassen, um was es mir geht.

GLG Martha

26.03.2015 16:09 • #9


martha_r
Hallo Hotin,
naja ich habe einen Alltag, den ich mir einerseits selbst einteilen kann, andererseits fehlen mir die berufliche Anerkennung und Herausforderung, die ich früher mal hatte. Ich bin auch seit langem mit Magen-Darm-Problemen geplagt, die mich körperlich einfach schubweise schon sehr fordern. Von daher denke ich, ich sollte mich sowohl den Ängsten, als auch meinen Bedürfnissen nach Reha und körperlich wieder auf den Damm kommen, stellen und dafür eine Lösung suchen.

Ich finde auch, dass "angstessenseeleauf" kein guter nick in einem Angstforum ist obwohl ich den alten Fassbinder-Film durchaus mochte. Manchmal empfinde ich das aber auch so, dass die Angst mich aufrisst, oder dass sie meine Lebensenergie frisst. Als Freundin kann ich sie nicht sehen, weil sie wirklich auch übertreibt und mich plagt. Ist es dir denn gelungen, die Angst als Freundin/Freund zu betrachten und wie macht man das?

GLG Martha

26.03.2015 16:18 • #10


Hotin
Hallo martha_r,

bei Magen Darm Problemen kann ich mitreden. Hatte ich über ganz viele Jahre. Auch die können mit Ängsten in Zusammenhang stehen.
Du weißt sicher, das der Darm das Organ ist, wo die Kraft für den Körper
erzeugt wird. Wenn Du wenig Kraft hast, spürst du vermutlich auch deine Ängste mehr.
Deshalb ist die Ernährung auch wichtig.

Zitat:
Ist es dir denn gelungen, die Angst als Freundin/Freund zu betrachten und wie macht man das?


Na ja, ob Freundin der richtige Begriff dafür ist, weiß ich nicht. Mein Feind aber auf keinen Fall.

Die Angst ist unser Gefühl. Menschen und Tiere werden durch ihre Gefühle
(also ihre Ängste) gesteuert. Sie sind also lebensnotwendig.
Wenn Die Dein Arm oder Dein Bein schmerzt. Wie würdest Du Dein wehes Bein ehern bezeichnen,
als Freund oder als Feind? Schwer zu beantworten oder?

Am wichtigsten finde ich immer zu verstehen, was Angst überhaupt ist und was wir mit machen.
Das heißt, was nutzt sie uns, wo schadet sie und wie kannst Du das beeinflussen.
Wichtig ist, das Du bereit bist etwas neues über Dich selbst zu lernen und
keine Angst davor hast etwas neues auszuprobieren.
Schlimmer kann es nicht werden.

Die Ängste sind Deine Gefühle. Und die sind sehr hilfreich und notwendig.
Was würdest Du ohne Deine Gefühle machen?
Wenn sie allerdings außer Kontrolle geraten. Man,oh man, dann wird es schlimm.

Die Kontrolle, mit der Du Deine Ängste im Griff behältst, übst Du im Gehirn mit Deinem Selbstbewusstsein aus.

Deine Angst ist ein Gefühl von Dir. Wenn dieses Angstgefühl kommt, suchen viele nach Hilfe von außen.
So kann zum Beispiel jemand von außen sagen. "Du brauchst keine Angst zu haben" und dann noch etwas mehr dazu erklären.
Dies beruhigt Dich dann eventuell für eine gewisse Zeit.

Deine Angstgefühle kannst Du aber auch selbst abschwächen.
Ängste werden aber nie ganz verschwinden. Sie sind ja Deine Gefühle.
Du musst das ganze Geschehen im Kopf nur anders bewerten.
Die genaue Beschreibung wäre hier zu lang.

Ich sage mal. Du hast eine Zentrale im Kopf.
Ständig kommen Gefühle von Deinem Körper.
Ein Gefühl sagt z. B. es ist kalt. Jetzt entscheidest Du, ob Du aufstehst und
die Heizung hoch drehst, oder sitzen bleibst. Gerade kommt schon wieder ein Gefühl. "ich habe Hunger".
Du kannst entscheiden, ob Du an den Kühlschrank gehst, oder einen Gegengedanken erzeugst.
Du kannst Dir selbst sagen. "Ich will nicht schon wieder essen, ich möchte nicht zunehmen.
Jetzt kommt der nächste Gedanke. "ich habe bestimmt eine unheilbare Krankheit".
Das Gefühl schreit, "Davor musst Du Angst haben". Deine Antwort kann jetzt sein, "Solange das noch
nicht bewiesen ist, mach mich bitte nicht nervös.
Warum versuchst Du mich ohne ernsten Grund verrückt zu machen. Ich höre gern auf deinen Rat
liebe Angst, wenn Du mir helfen willst.
Willst du mir dagegen durch deinen Alarm ohne Beweise schaden, höre ich diesmal nicht auf Dich.
Ich höre nur auf Deinen Rat, wenn Du es vermutlich gut mit mir meinst.
Also melde Dich wieder, wenn Du mir etwas wichtiges mitzuteilen hast, was mir
helfen kann. An überflüssigen Gedanken habe ich jetzt kein Interesse.

Stell Dir das innerliche Gespräch bei Dir wie ein Gespräch zwischen
Mutter(Dein Selbstbewusstsein) und Kind(Deine Angst) vor.

Je häufiger Du entscheidest, was Du willst und was Dir lieb und angenehm ist, was aber nicht so
angenehm, um so mehr bekommst Du wieder Die Kontrolle. Jetzt ist es so, als hättest Du 15 Kinder
in Deiner Wohnung, die alles durcheinander lärmen und stören. Bringst Du Deinen Kindern Respekt
und Rücksicht bei, spielen die immer noch das gleiche. Es wird aber leiser und erträglicher.

Kannst Du mit dieser Beschreibung etwas anfangen

Viele Grüße

Hotin

26.03.2015 17:26 • #11


alice01
Hallo Martha,

Zitat:
Erlebst du denn deine Angst als Freundin oder Feindin? Ich kann das mit der Freundin nicht annehmen, denn sie übertreibt es ja und macht mir das Leben schwer. Feindin ist mir auch zu hart, aber ich sehe wahrscheinlich eher die Angst als meinen Feind an.


Ich würde mal sagen ich hab mich mit ihr arrangiert und versuche sie mir zu Nutzen zu machen. Viele Dinge, die ich durch die Therapie gelernt habe, laufen mittlerweile automatisch im Unterbewusstsein ab. Habe ich viel Stress oder eine Situation, die mich stärker aus dem Gleichgewicht bringt und diese, ich nenne sie mal automatischen Mechanismen reichen nicht mehr aus, kommt die Angst an die Oberfläche, ins Bewusstsein. Sie wirkt bei mir wie eine Alarmanlage. Dann weiß ich, dass ich nun auch bewusst an mir arbeiten muss. Ich versuche dann mich ein wenig "auszubremsen" und zur Ruhe zu kommen. Beispielsweise gehe ich überpünktlich von der Arbeit nach Hause, auch wenn ich ne Menge auf dem Schreibtisch habe. Die Angst würde mich ohnehin beim Arbeiten einschränken. Und ich mache Dinge, von denen ich aus der Therapie weiß, dass sie mir guttun. Korrigiere meine Gedanken.... Ich reagiere also bewusst, weil meine Alarmanlage angeschlagen hat.

Lg
Alice

27.03.2015 00:02 • x 1 #12


alice01
Zitat:
die Therapie lief lange, vielleicht zu lange, es ist mir peinlich, zu schreiben wie lange. Es war schon seit längerem mein Wunsch, mein eigenes Leben wieder ohne Therapie zu gestalten. Und ich dachte auch an vielen Punkten, dass mir die Therapie da gar nicht mehr weiterhelfen kann (im positiven Sinne von "ist ja jetzt alles durchgesprochen").


Das kann ich übrigens gut verstehen! Ich habe nach meiner Therapie, als es mir wieder besser ging, versucht einfach alles hinter mir zu lassen. Ich wollte es einfach nur genießen ohne PAs zu leben. Die übriggebliebenen Angstzustände nahm ich billigend in Kauf. Ich habe aufgehört weiter an mir zu arbeiten. Mit dem Ergebnis, dass mich letztes Jahr mein Jobwechsel fast wieder komplett aus der Bahn geworfen hatte. Seither versuche ich mich mit der Angst wieder auf unterschiedliche Art und Weise auseinanderzusetzen.

Lg
Alice

27.03.2015 00:24 • #13



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf