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Guten Tag,
ich bin mir momentan nicht ganz sicher, wie ich mit einigen Dingen umgehen soll, deswegen frage ich hier vielleicht mal nach. Ich war bereits vor geraumer Zeit schon einmal in Therapie, damals habe ich zunächst zwölf Sitzungen gehabt und mich danach entschieden, dass ich glaubte es würde mir gut genug gehen. Es ging auch eine Weile, allerdings wurde es dann wieder schlechter und ich kam erneut nicht so richtig klar. Also fragte ich meinen alten Therapeuten und glücklicherweise hatte dieser die Therapie noch nicht als beendet erklärt, allerdings konnte er mich auch leider auf Grund eines Umzugs nicht weiter behandeln. Stattdessen habe ich dann bei einer anderen Therapeutin weiter gemacht, musste allerdings einige Monate warten und hatte dann erneut zehn oder elf Sitzungen, ich weiß nicht mehr genau. Am Ende kam es auf das Gleiche hinaus, ich fühlte mich irgendwie besser und wollte die Therapie beenden, dieses mal dann auch offiziell.
Nun ist es so, dass es mir seit circa einem Monat wieder schlechter geht, ich versuche mich so gut es geht mit Sport und anderen Sachen abzulenken, aber spätestens abends im Bett, schaffe ich es manchmal einfach nicht mich zusammen zu halten. Es kommt dann häufiger vor, dass ich einfach drauf los weine, als würde es aus mir herausplatzen. Ich habe ein sehr negatives Selbstbild, welches ich nicht schaffe abzulegen und es gab in letzter Zeit ein paar Sachen, die das wieder zum Auflodern gebracht haben. Damals in den Therapien hab ich es irgendwie einfach nicht geschafft darüber zu reden und mich dann nur noch mehr dafür gehasst. Generell fiehl es mir schwer mich darauf einzulassen.
Ich denke nun aber darüber nach, ob es vielleicht Sinn ergibt noch einmal einen Versuch zu wagen. Ich kann mit sonst niemandem über die Sachen reden, vielleicht ist das auch besser so, aber ich rutsche zur Zeit wieder in eine Abwärtsspirale. Nur hab ich Angst, dass ich die Therapie wieder verschwende oder dass es vielleicht gar nicht möglich ist noch eine zweite Therapie bei der Krankenkasse zu beantragen. Auch hadere ich sehr damit, ob es nicht vielleicht gut ist, dass es mir schlecht geht, es kommt mir so vor als hätte ich das verdient. Es ist als wäre ich in meiner eigenen Geschichte der Antagonist.

09.05.2020 00:08 • 09.05.2020 #1


4 Antworten ↓


Hi,
Hast du dir Denn Schon mal überlegt ob ein klinischer Reha Aufenthalt eine Möglichkeit wäre ?
Einfach um dich langfristig zu stabilisieren ?

1,2,,3 mal Therapie ist wohl auch sehr anstrengend. Und dann jedes Mal vor einem neuen Therapeuten einen seelenstripp hin zu legen, stelle ich mir auch nicht so toll vor.

09.05.2020 02:24 • x 2 #2


Calima
So lange auch nur ein winziger Teil in dir glaubt, eine Therapie könnte helfen, wird sie das nach meiner Überzeugung auch tun.

Es ist ja deine eigene Bereitschaft, dich heilen zu wollen, die dich motivieren und dir Kraft geben wird. Ich halte die bisherige Therapie auch nicht für verschwendet. Du hast davon profitiert und auch daraus gelernt.

Wenn du deine Erfahrungen nutzt, sind die Chancen auf einen erneuten und längerfristigen Erfolg ganz sicher gut.

09.05.2020 08:44 • x 2 #3


Ich würde mal eine Langzeitherapie mit 40-45 Stunden überlegen ,weil die 10-12 Stunden kurzzeittherapie nicht viel sind für bestimmte Erkrankungen. Dazu musst du nicht wieder wechseln sondern könntest du über eine Pause reden und die Therapie ruhen lassen ohne den Stress mit suchen , Warteliste und kennenlernen. Du kannst dann auch über die Häufigkeit reden ,wöchentlich -monatlich und könntest dich beobachten ,ob du stabil bist ?

Waren die Therapeuten auch der Meinung, dass deine Stunden ausreichend waren und du stabil aus der Therapie gehen konntest?

Ich schleiche meine Stunden seit einem Jahr extrem langsam aus -monatlich bis 12 Wochen Abstand .habe auch nur noch wenige Stunden .

09.05.2020 09:53 • x 1 #4


cube_melon
Eine Therapie ist effektiver, wenn Du sie auch durchziehst. Siehst es ja selber Therapie, einigermaßen gut gefühlt, Abbruch, kurz darauf Krise, Therapie, einigermaßen gut gefühlt, Abbruch, kurz darauf Krise.

Kennst den Film "und täglich grüßt das Murmeltier"?

Deine Diagnose kenne ich ja nicht. Falls Du eine hast solltest Du auch eine entsprechende Therapieform wählen dir dafür geeignet ist. Also ob analytisch, tiefenpsychologisch, Verhaltenstherapie, DBT usw..

Das Tempo der Therapie bestimmst Du selber, ebenso wen Du wählst und was Du erzählen möchtest.
Blockaden zu haben etwas zu erzählen ist vollig normal. Nur stelle ich mir das schwer vor, wenn ich das jedesmal mit einem anderen Therapeuten besprechen müsste.
In dem Du dich dafür geißelst, hilft dir das Null. Den Du solltest dich behandeln wie ein guter Freund es tun würde. Würdest Du einen guten Freund dafür so runter machen wenn er es nicht schaffen würde?

Eine Therapie soll für dich wie ein sicherer Ort anfühlen, wo ein gefestigter Rahmen alles sichert.
Und das aufzubauen dauert halt - je nach dem wie wir Vertrauen fassen können. Das kann aber teilweise sehr lange gehen.

`Wenn Du das Gefühl hast das Du wieder eine Therapie benötigst, dann solltest Du eine anstreben. Wenn Du ein gutes Vertrauen zu dem Therapeuten aufbauen kannst, solltest Du wirklich versuchen dran zu bleiben.

09.05.2020 09:59 • x 2 #5




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf