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Hallo,
wer hat Folgendes schon so ähnlich erlebt oder hat Ideen?

Wenn ich ein Bad betrete mit Ziel Körperpflege ist das traumatischer Stress für mich. Ich fühl mich dann wie ein Kind das Angst hat.

Es gibt keine konkrete Gefahr. Es fühlt sich aber so an als würde ich mich in Gefahr begeben sobald ich in einem Bad etwas ausziehe mit Ziel Körperpflege.
Ich weiss woher das kommt (Ursache liegt in mehreren traumatischen Kindheitserlebnissen) war deshalb schon in einer Klinik.

Ich kann mein 'inneres Kind' vermeiden damit ich in Ruhe die Pflege durchführen kann. Ich kann die kindlichen Gefühle gedanklich wegschicken an einen vorgestellten sicheren Ort (Imagination/ Angst containern).

Mein Ziel ist jedoch nun, diese Gefühle zuzulassen zu wertschätzen und zu heilen.

Was würdet ihr einem 4jährigem Kind sagen (so fühl ich mich dann) das Angst hat im Bad sich auszuziehen
weil es bei der Körperpflege oder
allgemein in Bädern
mehrmals etwas beängstigendes erlebt hat und sich hilflos und ohnmächtig fühlt Angst hat jemand könnte ihr befehlen etwas zu tun was sie nicht tun möchte und wenn sie nein sagt passiert etwas schlimmes z.b angeschrien werden Drohungen allein gelassen werden?

Es geht sozusagen darum in eine beschützende Elternrolle zu gehen
wie würdet ihr ein Kind beruhigen das was schlimmes erlebt hat und nun ständig Angst im Bad hat?

danke fürs Lesen!

23.01.2020 10:50 • 23.01.2020 #1


10 Antworten ↓


kritisches_Auge
Ich schreibe später

23.01.2020 10:58 • x 1 #2



Hallo Ina2020,

Traumatischer Stress / Trigger bei Körperpflege

x 3#3


Hallo!
Ich kenne/kannte dieses Problem sehr gut.
Bei mir war die größte Hürde das duschen, ich habe mir schon vor dem Duschen mehrere große Handtücher zurecht gelegt um mich danach sofort einwickeln zu können.
Oft bin ich bis zu 15 Minuten neben der dusche gestanden, bis ich es geschafft habe hinein zu gehen.
Zum Glück ist es bei mir inzwischen viel besser, ich muss aber immer noch stark einheizen und kann das warme Wasser während dem einseifen nicht abdrehen.
Vielleicht hilft es deinem inneren Kind das Badezimmer neu zu gestalten, Farben bei denen du dich wohlfühlst, schöne kuschelige Handtücher, ein Geruch den du magst?
Liebe Grüße

23.01.2020 13:49 • x 1 #3


Icefalki
Kannst du ein bisschen näher ausführen, vor was du Angst hast? Geht es um sexuellen Missbrauch, oder um Bestrafungen, die mit damit verbunden waren, weil du Wasser nicht leiden konntest, oder Seife in die Augen bekommen hast, etc... und ziemlich grob behandelt wurdest ?

23.01.2020 13:59 • x 1 #4


kritisches_Auge
In Nektarines Schreiben habe ich mich auch wiedererkannt.
Eigentlich mag ich Kälte, den Winter, aber im Bad kann es mir nicht warm genug sein.

Von jeher habe ich viel lieber gebadet als geduscht, das Duschen hasse ich förmlich, es ist für mich ein Muss während ein Bad etwas Wunderschönes sein kann.
Ich höre tagsüber nie Radio, aber ich wüßte nicht wie ich den Badgang ohne Radio schaffen würde und je blöder die Sendung ist, desto besser.

Im Bad fühle ich mich wie ausgesetzt, ich mag auch den Kontakt mit Wasser nicht, ja- ich übertreibe- ich fühle mich wie ein Ei das gepellt wird.

Handtücher waren mir schon immer wichtig, ich würde auch dem Inneren Kind hübsche kaufen und bereitlegen.

23.01.2020 14:56 • x 2 #5


VORSICHT kann triggern !


Zitat von Icefalki:
Kannst du ein bisschen näher ausführen, vor was du Angst hast? Geht es um sexuellen Missbrauch, oder um Bestrafungen, die mit damit verbunden waren, weil du Wasser nicht leiden konntest, oder Seife in die Augen bekommen hast, etc... und ziemlich grob behandelt wurdest ?

Es handelt sich um mehrere unterschiedliche Erlebnisse.
Ich weiss nicht ob es gut ist das hier im Detail zu schreiben es könnte andere triggern.

vorsicht bitte ggf Lesen abbrechen wenn was unangenehm ist.

Ich versuche es mal zu umschreiben.
Das Bad ist für mich ein Ort an dem ein Kind Gefahr läuft

Situation A
dass Körpergrenzen missachtet werden (männl. Bezugspersonen betreffend)
Durfte nicht drüber reden mit Oma oder Mama das wusste ich. es war nicht richtig und ich konnte mit niemand drüber reden

Situation B
Nicht nein sagen dürfen in einer Kur wenn das Kind Angst hat vor dem Waschen durch eine Pflegeperson.

das kind wollte nicht gewaschen werden von einer pflegerin in einer Kur (vielleicht wg. A) vermutlich war das eine Retraumatisierung für mich
nochmal missachten von Körpergrenzen
hatte einen Wutanfall wieso das konnte die Pflegerin nicht wissen.
daraufhin wurde ich allein gelassen von der Pflegerin als erzieherische 'Beruhigungsmassnahme'.
Ich fühlte mich alleingelassen bestraft und unverstanden. Ich 'musste mal' in der Aufregung während ich allein war. ich war unbekleidet. schämte mich sehr, wie ein Welpe der noch nicht sauber ist.
Darüber reden mit meiner Familie konnte ich nicht ich wusste das war von kurseite nicht erwünscht.
Wieder musste ich schweigen.diesmal weil ich wusste es war von Kurseite nicht erwünscht.

In meiner Familie wird auch nur ungern über solche Sachen gesprochen. Ich wusste es ist besser zu schweigen.

Beide Ereignisse hatte ich lange Zeit amnestisch verdrängt.
Inzwischen teilweise therapeutisch aufgearbeitet. Ich bin mir logisch bewusst wss passierte, verdränge jedoch die Gefühle noch.

C Perfektionismus
Ich durfte zuhause den riesigen BadSpiegel nicht versehentlich mit Wasser benetzen beim Waschen.
hab deshalb nur einen kleinen Spiegel.

Ich glaub ich schäme mich für meine starken KörperGefühle, die Scham und meine alten Ängste.

Ich unterdrücke das vermeide das.

Ich möchte lernen das zu akzeptieren und ok zu finden und zu heilen.

23.01.2020 16:31 • #6


Zitat von kritisches_Auge:
In Nektarines Schreiben habe ich mich auch wiedererkannt.Eigentlich mag ich Kälte, den Winter, aber im Bad kann es mir nicht warm genug sein.Von jeher habe ich viel lieber gebadet als geduscht, das Duschen hasse ich förmlich, es ist für mich ein Muss während ein Bad etwas Wunderschönes sein kann.Ich höre tagsüber nie Radio, aber ich wüßte nicht wie ich den Badgang ohne Radio schaffen würde und je blöder die Sendung ist, desto besser.Im Bad fühle ich mich wie ausgesetzt, ich mag auch den Kontakt mit Wasser nicht, ja- ich übertreibe- ich fühle mich wie ein Ei das gepellt wird.Handtücher waren mir schon immer wichtig, ich würde auch dem Inneren Kind hübsche kaufen und bereitlegen.


Ich hör immer Entspannungsmusik beim Duschen und ja die Heizung ist an und alles ist bereit was ich brauche Handtücher Wäsche usw.

Hab bunte Kinderhandtücher fürs Gesicht u Achsel waschen.
Manchmal hab ich auch ein Kuscheltier dabei aber nicht extra ich trag die in der Wohnung mit mir rum wie ein Kind um mich zu beruhigen als Beruhigungsmassnahme.

23.01.2020 16:36 • #7


waage
Hallo Ina,

ich lese bei dir das vieles nicht verarbeitet ist und somit deine Probleme /Symptome kommen. Schämen brauchst du dich sicher nicht, und verdrängen hilft leider auf Dauer nicht. Es muß bearbeitet/verarbeitet werden. Sicher kann man nicht alles vergessen doch besser damit umgehen und das es einen weniger belastet. Du solltest nicht mehr schweigen ,vll noch mal in der Therapie drüber sprechen. EMDR wäre vll eine Methode um die Dinge hinter sich zu lassen .

L.G. Waage

23.01.2020 16:47 • x 1 #8


Icefalki
Danke, für deine Offenheit. Ja, ich kenne das auch, diese extremen Grenzüberschreitungen, die Hilflosigkeit, die mit einhergeht. War bei mir nicht sexuell, aber psychische und physische Gewalt..

Und wie bei dir, null Verständnis, nur Druck, funktionieren und Schweigen.

Ich will dir nix vormachen, das sitzt sehr tief und wird nur besser, wenn du loslassen kannst. Nur loslassen, und dir über diese Ursache und deren Auswirkung klar werden und Schuld oder Scham in dir löschen.

Ich mach das so: ich wundere mich nicht mehr, warum ich diesen Knacks bekommen habe, es war NICHT meine Schuld. Das haben andere zu verantworten. Und ja, ich habe diesen Knacks, weil..........

Sodele, jetzt kann ich weiter diese Vergangenheit festhalten, oder loslassen. Deswegen hab ich immer noch den Knacks und spüre ihn auch immer, aber den darf ich haben. Dessen schäme ich mich nicht mehr, im Gegenteil, der gehört jetzt zu mir. Das ist Akzeptanz. Lass los.

Und jetzt bist du nimmer das hilflose Kind, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, aber wir wissen doch, weshalb. Also, nehm dieses Kind in den Arm, und gebe ihm das, was du von anderen erwartet hättest, nämlich Liebe und Geborgenheit, dass darfst du und kannst du. Und das immer mehr und mehr, denn selbst wenn uns die Vergangenheit geschadet hat, die Zukunft gestalten wir jetzt selber.

Tu es, lass sie nicht gewinnen.

23.01.2020 16:51 • x 2 #9


Zitat von waage:
Hallo Ina, ich lese bei dir das vieles nicht verarbeitet ist und somit deine Probleme /Symptome kommen. Schämen brauchst du dich sicher nicht, und verdrängen hilft leider auf Dauer nicht. Es muß bearbeitet/verarbeitet werden. Sicher kann man nicht alles vergessen doch besser damit umgehen und das es einen weniger belastet. Du solltest nicht mehr schweigen ,vll noch mal in der Therapie drüber sprechen. EMDR wäre vll eine Methode um die Dinge hinter sich zu lassen .L.G. Waage


In meiner Familie ist Schweigen Verdrängen oder Runterspielen von Fakten immer noch aktuell. Vermute Transgenerationales Erlernen von in Krisenzeiten überlebensnotwendiger Emotionskontrolle . Lässt sich weiterverfolgen über mehrere Generationen. Versuche das zu heilen mit
Fingerspitzengefühl also langsam.

ich hab ein konkretes Angebot für EMDR dann probier ich das einfach mal aus.

23.01.2020 17:12 • x 1 #10


Zitat von Icefalki:
Danke, für deine Offenheit. Ja, ich kenne das auch, diese extremen Grenzüberschreitungen, die Hilflosigkeit, die mit einhergeht. War bei mir nicht sexuell, aber psychische und physische Gewalt..Und wie bei dir, null Verständnis, nur Druck, funktionieren und Schweigen. Ich will dir nix vormachen, das sitzt sehr tief und wird nur besser, wenn du loslassen kannst. Nur loslassen, und dir über diese Ursache und deren Auswirkung klar werden und Schuld oder Scham in dir löschen. Ich mach das so: ich wundere mich nicht mehr, warum ich diesen Knacks bekommen habe, es war NICHT meine Schuld. Das ...


Die Schwierigkeit ist, mein inneres Kind hat noch nicht kapiert was da genau passiert ist.

Es glaubt immer noch die alten Botschaften die es als Kind hörte, von Bezugs u Pflegepersonen.

Es braucht mehr Verständnis von mir und das es ok ist genau wie es ist.

Ich werd meinem inneren Kind einen Brief schreiben.

Danke

23.01.2020 17:21 • x 1 #11




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