Panikattacken und Angst vor der Arbeit wegen Zittern
Hallo ihr Lieben,
ich bin heute auch zum 1. Mal in diesem Forum und es tut sehr gut zu sehen, daß es so viele gibt, die ähnliche oder gleiche Probleme haben. Nun komme ich mir nicht mehr so absolut blöd und allein vor. Ich habe seit fast 5 Jahren Panikattacken, die dadurch ausgelöst wurden, daß ich jahrelang mit einer Kollegin sehr eng zusammen arbeiten mußte, die absolut launisch und unberechenbar ist und vor der ich von Anfang an Angst hatte. Sie hat mir ständig das Gefühl gegeben, ich sei klein, blöd und unfähig und sie ist absolut perfekt. Ich habe 6 Jahre lang mit ihr gearbeitet und ständig geschauspielert, mich verstellt und jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, nur damit sie mir die Angst nicht anmerkt. Doch dann konnte ich irgendwann nicht mehr ohne starke Beruhigungsmedikamente zur Arbeit gehen, weil mir schon vor dem Gebäude dermaßen die Knie gezittert haben, daß es jeder gesehen hat.
Von der Kollegin kam ich dann weg, aber irgendwie hat sich diese Panik so in meinem Kopf festgefressen, daß es auch ohne sie mit der Zeit sogar noch schlimmer geworden ist.Ich habe meine Arbeitsstelle im Schichtdienst verloren, weil mir plötzlich am Funkplatz die Kehle wie zugeschnürt war und mir die Sprache weg geblieben ist. Und ich habe totale Probleme mit dem Zittern im Beisein anderer. Jeder Umtrunk z.B. mit Kollegen ist für mich der totale Horror, weil ich schon vorher Panik schiebe, daß ich das Glas nicht halten kann wegen dem Zittern und jeder kann es sehen und denkt sich dann natürlich seinen Teil. Auch in Gaststätten passiert mir das und mittlerweile selbst bei Besuch von Freunden und Verwandten. Meine Lebensfreude ist dadurch mittlerweile auch total eingeschränkt, weil man ja die ganze Zeit in solche Situationen kommt und oft kann man sich ja garnicht davor drücken. Das fängt ja schon beim morgendlichen Kaffeeklatsch mit den Kollegen an.
Und zusätzlich habe ich bei der Arbeit noch das Problem, daß ich auf eine Stelle versetzt worden bin, an der ich Texte in den Computer eingeben muß, die mir die Kollegen vor diktieren. Meistens ist auch noch Publikumsverkehr dabei. Auch hier zittern mir die Hände, das Herz springt mir fast zum Hals heraus und ich kriege fast keine Luft mehr. Das ist mir sowas von peinlich vor dem jeweiligen Kollegen und ich lebe den ganzen Tag in der Angst, daß plötzlich wieder jemand zum Diktat reinkommt und ich dann durchdrehe. Und abends und am Wochenende kann ich natürlich auch nicht richtig abschalten und habe meistens diese gräßliche innere Unruhe in mir.
Meine Gedanken kreisen eigentlich die ganze Zeit nur darum, wie ich etwas vertuschen oder am besten ganz vermeiden kann. Oder wie ich diesen blöden Kopf überlisten kann. Ich bin schon auf einen Trick gekommen, wie ich die Panik etwas lindern kann. Z.B. beim Schreiben auf Diktat kann ich mit den Füßen wippen, sieht ja keiner unterm Schreibtisch. So leitet sich diese Energie etwas ab und den schlimmsten Fluchtreflex kann ich so etwas runterdrücken. Die Hände zittern dann auch nicht mehr ganz so schlimm. Aber schon beim Umtrunk mit Kollegen kann ich diese Taktik ja schon nicht mehr anwenden, denn das käme ja etwas blöd
Hat vielleicht von euch jemand noch Möglichkeiten rausgefunden, wie man sich überlisten kann, damit man im Beisein anderer halbwegs anständig ein Glas halten kann. Oder was man sich sagen kann, daß dieses Zittern nicht so stark aufkommt. Ich frage mich echt, warum ich diese Unsicherheit und Unruhe im Beisein anderer habe. Das hatte ich früher nicht. Und meistens sind es ja nicht mal Fremde, sondern Leute, die ich gut kenne. Aber es verleidet mir schon ganz schön viel.
Für einen Ratschlag bedanke ich mich schon mal im voraus ganz herzlich
Liebe Grüße