Hallo @Ella13,
herzlich willkommen. So erschreckend die Thematik Deiner Zwangsgedanken auch sein mag, es sich erstmal lediglich Zwangsgedanken. Hinzu kommt der A lkoholsuchtaspekt. Beides sind zwar zwei verschiedene Dinge, wirken aber m. E. zusammen - insbesondere darin, dass sie Deine Unsicherheit verstärken. Zudem dürften Schuld- und Schamgefühle die Sache nicht unbedingt "übersichtlicher" machen.
Deine therapeutische Beschäftigung mit Zwangsgedanken etc. war vielleicht einfach etwas zu oberflächlich um Dir Beruhigung zu schaffen. Deshalb ein paar (hoffentlich) klärende Anmerkungen hierzu:
1. Gedanken und Denken sind zwei verschiedene Dinge!Gedanken sind
im Geist gespeicherte Sinneseindrücke, die aus bereits stattgefundenen Sinneskontakten (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) entstanden. Der Unterschied zu den Sinneskontakten ist lediglich, dass sie von "innen" (aus dem Geist) kommen.
Denken ist
aktives geistiges Gestalten und findet in aller Regel unbewusst statt. Unbewusst bedeutet hier, dass Denken nicht bewusst erlebt und schon gar nicht
beobachtet werden kann. Nur sehr weit fortgeschrittene Meditierende sind in der Lage, den Beginn und das Ende des geistigen Gestaltens zu erkennen, doch ich schätze, das ist bei keinem hier im Forum der Fall

Daraus folgt, dass das was Du oben beschreibst, lediglich ein
Beobachten von Gedanken darstellt.
2. Weshalb die Angst? Einer der Gründe, weshalb uns "wirre" Gedanken ängstigen, ist der (vermeintliche!)
Kontrollverlust. In Wahrheit ist es aber kein Verlust von Kontrolle, sondern Unwissenheit über Punkt 1 (s.o.).
Da wir glauben, Gedanken seien gleichbedeutend mit Denken beziehen wir die Gedanken
auf uns! Es fühlt sich so an, als hätten
wir etwas mit unseren Gedanken
gemeinsam, währen
dafür verantwortlich, ja sogar manchmal
schuld daran...
Niemals würden wir so über die anderen Sinneseindrücke (Gesehenes, Gehörtes, Gerochenes etc.) denken! Weshalb ist das so? Weil diese Sinneseindrücke (vermeintlich!) von
außen kommen, Gedanken jedoch, wie oben beschrieben, von
innen. Der unachtsame Geist meint deshalb,
er wäre der Schöpfer derselben.
Ich hoffe, das klärt die Sache etwas für Dich? LG