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Lillibeth
Zitat von Ginny1804:
Sag mal was tust Du gegen diese Grübelattacken ? Das ist schon extrem. Was sagt Dein Therapeut wo das herkommt? Klingt sehr nach Kontrollzwang. Habe ich auch so schlimm gehabt. [/quote]Vor der Therapie habe ich immer versucht alles zu beseitigen oder allem aus dem Weg zu gehen. Nun versuche ich mich dem ganzen zu stellen und Dinge zum Beispiel zu berühren ohne gleich Handschuhe anzuziehen (also im Fall von den Spuren des Pilzes - sonst lauf ich nicht immer mit Gummihandschuhen rum). Das Grübeln danach ist momentan einfach extrem, aber mein Therapeut meint, dass es besser wird, je öfter ich sowas mache. Ich rede aber in dem Moment auch mit meiner Familie. Meine Schwiegermutter und mein Mann haben da meistens ein offenes Ohr. Und natürlich hat mir auch das Forum hier gut geholfen.Mein Therapeut meint, dass ich Angst habe Fehler zu machen und diese Fehler dann fatale Folgen haben. Dies liegt in meiner Erziehung und in meiner Kindheit begründet. Gekrönt wird alles im Moment von einer akuten Belastungsstörung, weil mir die momentane Situation im allgemeinen zu viel geworden ist und ich nicht mehr abschalten kann. Diese Belastungsstörung ruft mittlerweile auch körperliche Symptome hervor. [/quote]
Genauso geht es mir auch. Angst zu versagen. Alles perfekt machen etc. Wir hatten für die Selbständigkeit meines Mannes letztes Jahr eine Finanzamt Prüfung. Die erste nach 16 Jahren. Mittlerweile ist die Firma nur noch nebenbei aber da mussten wir durch. Das hat mir den Rest gegeben. Ich habe alles im Namen meines Mannes gemacht und er hätte die Konsequenzen tragen müssen für meine Fehler. Die wollten alles sehen selbst die Sparbücher der Kinder, hätte ja schwarzes Geld drauf sein können. Die haben mich fertig gemacht. Totaler Zusammenbruch, Steuerberater musste übernehmen und ich wollte mich einweisen lassen. Nichts ging mehr. Dann fuhr die Tante vom Amt erstmal 3 Wochen in Urlaub etc. War die Hölle. Ich habe dann Medikamente genommen und bin letztlich bei Opipramol geblieben. Die Prüfung war natürlich ohne jeden Fehler. War ja eigentlich auch klar. Ich war noch 3 Monate krankgeschrieben. Und auch jetzt nach 14 Monaten habe ich noch Probleme. Ich war immer schon ein Perfektionist aber das mich das mal so einholt hätte ich nicht gedacht. Ich zwinge mich jetzt alles etwas lockere zu sehen. Räumt hier jemand seinen Kram nicht weg, ich mach es such nicht mehr. Und die Erde dreht sich trotzdem weiter ....
Hier ist Achtsamkeit der Schlüssel

10.10.2020 18:41 • x 1 #41


Zitat von Lillibeth:
Sag mal was tust Du gegen diese Grübelattacken ? Das ist schon extrem. Was sagt Dein Therapeut wo das herkommt? Klingt sehr nach Kontrollzwang. Habe ich auch so schlimm gehabt.
Vor der Therapie habe ich immer versucht alles zu beseitigen oder allem aus dem Weg zu gehen. Nun versuche ich mich dem ganzen zu stellen und Dinge zum Beispiel zu berühren ohne gleich Handschuhe anzuziehen (also im Fall von den Spuren des Pilzes - sonst lauf ich nicht immer mit Gummihandschuhen rum). Das Grübeln danach ist momentan einfach extrem, aber mein Therapeut meint, dass es besser wird, je öfter ich sowas mache. Ich rede aber in dem Moment auch mit meiner Familie. Meine Schwiegermutter und mein Mann haben da meistens ein offenes Ohr. Und natürlich hat mir auch das Forum hier gut geholfen.Mein Therapeut meint, dass ich Angst habe Fehler zu machen und diese Fehler dann fatale Folgen haben. Dies liegt in meiner Erziehung und in meiner Kindheit begründet. Gekrönt wird alles im Moment von einer akuten Belastungsstörung, weil mir die momentane Situation im allgemeinen zu viel geworden ist und ich nicht mehr abschalten kann. Diese Belastungsstörung ruft mittlerweile auch körperliche Symptome hervor. [/quote]Genauso geht es mir auch. Angst zu versagen. Alles perfekt machen etc. Wir hatten für die Selbständigkeit meines Mannes letztes Jahr eine Finanzamt Prüfung. Die erste nach 16 Jahren. Mittlerweile ist die Firma nur noch nebenbei aber da mussten wir durch. Das hat mir den Rest gegeben. Ich habe alles im Namen meines Mannes gemacht und er hätte die Konsequenzen tragen müssen für meine Fehler. Die wollten alles sehen selbst die Sparbücher der Kinder, hätte ja schwarzes Geld drauf sein können. Die haben mich fertig gemacht. Totaler Zusammenbruch, Steuerberater musste übernehmen und ich wollte mich einweisen lassen. Nichts ging mehr. Dann fuhr die Tante vom Amt erstmal 3 Wochen in Urlaub etc. War die Hölle. Ich habe dann Medikamente genommen und bin letztlich bei Opipramol geblieben. Die Prüfung war natürlich ohne jeden Fehler. War ja eigentlich auch klar. Ich war noch 3 Monate krankgeschrieben. Und auch jetzt nach 14 Monaten habe ich noch Probleme. Ich war immer schon ein Perfektionist aber das mich das mal so einholt hätte ich nicht gedacht. Ich zwinge mich jetzt alles etwas lockere zu sehen. Räumt hier jemand seinen Kram nicht weg, ich mach es such nicht mehr. Und die Erde dreht sich trotzdem weiter ....Hier ist Achtsamkeit der Schlüssel [/quote]

In vielem was du schreibst, erkenne ich mich selbst wieder. Wir haben dieses Jahr eine Firma übernommen. Da möchte man ja einiges erst mal ändern. V.a. weil der Vorgänger eher verkniffen war und mit neueren Arbeitsformen nichts am Hut hatte. Dann kam Corona und der Lockdown. Wir haben geschaut, dass es mit der Firma weitergeht, haben Hygienepläne etc. erstellt. Ich habe zusätzlich noch die Kleine hier gehabt, weil jegliche Betreuung eingestellt war und die Großeltern mit Diabetes, Bluthochdruck etc. zur Risikogruppe gehören. Dann hat uns der Vorgänger noch ein zusätzlichen Neubau hinterlassen, weil er sich ein Denkmal schaffen wollte. Dieser muss eingerichtet, unterhalten und finanziert werden. Zusätzlich ist man ja bei sowas nicht nur für sich selber verantwortlich, sondern auch noch für die Mitarbeiter und deren Familien. Denen soll es ja auch nicht schlecht gehen. Meine Mama ist depressiv. Corona hat sie etwas zurückgeworfen. Das habe ich auch noch als Belastung. Zum Glück kam diesbezüglich alles nicht so arg wie gedacht. Aber da waren die Ängste und die Anspannung schon zu groß. Bis August habe ich es auch noch nicht so arg gespürt. Dann musste ich in die Notaufnahme und ab dem Zeitpunkt waren die Ängste wieder da. Den Perfektionismus habe ich auch von Klein auf. Und das kommt dann mit voller Wucht.

10.10.2020 18:58 • #42



Knollenblätterpilz angefasst - nun Angst vor Vergiftung

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Lillibeth
Ja, so ist das leider. Ich musste mich auch noch um Pflegedienste für Schwiegermutter kümmern, mein Stiefvater ist an Krebs erkrankt, mein Mann ist zum 31.10 gekündigt wegen Corona, mein Teenies haben ständig irgendwas, meine Kollegin schon seit 6 Wochen krank, manchmal ist einfach alles Zuviel . Da hilft mir dann mal relaxen, durchatmen... und warten bis es wieder ruhiger wird. Und ich nehm nicht mehr alles persönlich. Eine 4 in Englisch ist nicht mehr mein Problem weil ich nicht genug hinterher war sondern seins. Stelle hier langsam einiges um. Gefällt nicht jedem ist mir aber egal

10.10.2020 19:37 • x 1 #43


Zitat von Lillibeth:
Ja, so ist das leider. Ich musste mich auch noch um Pflegedienste für Schwiegermutter kümmern, mein Stiefvater ist an Krebs erkrankt, mein Mann ist zum 31.10 gekündigt wegen Corona, mein Teenies haben ständig irgendwas, meine Kollegin schon seit 6 Wochen krank, manchmal ist einfach alles Zuviel . Da hilft mir dann mal relaxen, durchatmen... und warten bis es wieder ruhiger wird. Und ich nehm nicht mehr alles persönlich. Eine 4 in Englisch ist nicht mehr mein Problem weil ich nicht genug hinterher war sondern seins. Stelle hier langsam einiges um. Gefällt nicht jedem ist mir aber egal


Da hast du Recht. Man muss auch mal an sich denke. Hab meine Cousine nie verstanden, als sie mir immer sagte: Du brauchst auch Zeit für dich selber. Jetzt weis ich das. Wie alt sind deine Kinder? Du bist nicht Schuld daran, wenn sie schlechte Noten nach Hause bringen. Irgendwann fällt der Schalter bei den allermeisten. Ich versuche den Haushalt momentan in auch entspannter zu sehen und auch mal meine Mann mit einzuspannen. Die Kleine versteh das leider noch nicht.

10.10.2020 19:46 • #44


Lillibeth
Zitat von Ginny1804:
Da hast du Recht. Man muss auch mal an sich denke. Hab meine Cousine nie verstanden, als sie mir immer sagte: Du brauchst auch Zeit für dich selber. Jetzt weis ich das. Wie alt sind deine Kinder? Du bist nicht Schuld daran, wenn sie schlechte Noten nach Hause bringen. Irgendwann fällt der Schalter bei den allermeisten. Ich versuche den Haushalt momentan in auch entspannter zu sehen und auch mal meine Mann mit einzuspannen. Die Kleine versteh das leider noch nicht.

Meine Tochter ist 17 und der Kleine 15 beide lieb und recht pflegeleicht. Manchmal etwas viel Hormone hier da ihre kommen und meine sich mit 49 verabschieden dann rappelt es schonmal aber alles im normalen Rahmen. Hier hat jetzt auch jeder seinen Job. Sie muss die Bäder putzen und er ist für Müll und die Spülmaschine zuständig. Und im Sommer Rasen mähen. Klappt ganz gut. Ich brauche Auszeiten für mich und muss Aufgaben abgeben. Auch wenn es dann nicht so ist wie ich es machen würde aber da steh ich schon ganz gut drüber.

10.10.2020 19:52 • #45


Zitat von Lillibeth:
Meine Tochter ist 17 und der Kleine 15 beide lieb und recht pflegeleicht. Manchmal etwas viel Hormone hier da ihre kommen und meine sich mit 49 verabschieden dann rappelt es schonmal aber alles im normalen Rahmen. Hier hat jetzt auch jeder seinen Job. Sie muss die Bäder putzen und er ist für Müll und die Spülmaschine zuständig. Und im Sommer Rasen mähen. Klappt ganz gut. Ich brauche Auszeiten für mich und muss Aufgaben abgeben. Auch wenn es dann nicht so ist wie ich es machen würde aber da steh ich schon ganz gut drüber.


Das ist gut. Ich denke, die Beiden können schon etwas mithelfen, ohne dass es übertrieben ist. Ich musste bei meiner Mutter schon viel viel früher ran. Was ich rückblickend und auch zu der Zeit als übertrieben fand. Auszeiten und Achtsamkeit sich selber gegenüber sind sehr wichtig. Ich merke es immer gleich, wenn ich dafür keine Zeit habe und für mich keine Freiräume schaffen kann.

11.10.2020 07:00 • #46


Lillibeth
Zitat von Ginny1804:
Das ist gut. Ich denke, die Beiden können schon etwas mithelfen, ohne dass es übertrieben ist. Ich musste bei meiner Mutter schon viel viel früher ran. Was ich rückblickend und auch zu der Zeit als übertrieben fand. Auszeiten und Achtsamkeit sich selber gegenüber sind sehr wichtig. Ich merke es immer gleich, wenn ich dafür keine Zeit habe und für mich keine Freiräume schaffen kann.

Aber da können solche Probleme schon entstehen. Auch ich habe sehr früh Verantwortung übernehmen müssen , z. B. Für meinen jüngeren Bruder weil meine Eltern arbeiten mussten. Immer habe ich versucht alle zu entlasten und alles perfekt zu mache damit sie zufrieden sind. Nur war das mit 12 nicht mein Job ! Aber es ist halt verankert

11.10.2020 07:05 • #47




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