Hallo zusammen,
ich hoffe, mein Beitrag kommt nicht allzu spät & es treiben sich noch einige von euch in diesem Forum rum.
Ich bin ganz erstaunt, dass ich mit diesem Mist nicht alleine bin, habe mich schon als unnormal abgestempelt.
Mir geht es ähnlich wie euch, allerdings weiß ich nicht, wie lange ich daran schon leide ... wenn ich mich zurück erinnere, hatte ich schon als Kind panische Angst davor, mich zu übergeben.
Waren meine Eltern mit mir im Kino oder im Zirkus oder wo auch immer, wurde mir schlecht ... ganz plötzlich & ohne Grund. Ich kann meine Mutter verstehen, dass sie jedes Mal genervt war, da es ja ganz offensichtlich keinen Grund gab, aber ich bildete mir das nicht ein. Mir war jedesmal unsagbar schlecht, ich hab gezittert & jeden Moment damit gerechnet, dass ich mich übergeben müsse. Dasselbe passierte auf Familienfeiern, an Silvester oder auf langen Autofahrten! Dann war auf einmal Ruhe! Ich wurde älter & meine Panik oder die Übelkeit verschwanden, einfach so, für mehrere Jahre! Alles, was übrig blieb war, dass mir übel wurde, wenn ich dabei war etwas Neues anzugehen - Vorstellungsgespräche, Prüfungen usw.! Ich schon das auf die Nervosität & machte mir keine Gedanken! Komischerweise kam das alles aber wieder zurück & ich weiß nicht, wieso, ich finde einfach keinen Auslöser

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Alles, was ihr hier beschrieben habt, kenne ich. Die Fleckenanalyse auf der Straße, die Angst, wenn jemand zu mir sagt "Mir ist schlecht", das Ohren zu halten, wenn sich jemand übergeben muss usw.! Auch ich meide fettiges Essen, wenn ich unterwegs bin. Ich habe oft, wenn ich unterwegs bin, ne Tüte dabei, für den Fall, dass ich mich übergeben muss - gleichzeitig habe ich aber eine so tierische Angst davor, mich in der Öffentlichkeit übergeben zu müssen, dass mir fast auf Kommando schlecht wird, wenn ich daran denke. Ich trage pflanzliche Magentropfen immer mit mir rum, oft reicht auch einfach nur das Wissen, dass ich sie dabei habe ... wenn ich sie nehme, helfen sie meistens, was wohl auch nur an der Einbildung liegt.
Es ist wirklich super anstrengend, jeden Moment damit zu rechnen, es könnte einem schlecht werden & dass das dann auch tatsächlich passiert. Manchmal kriege ich schon die Krise, wenn jemand neben mir plötzlich blass wird oder sich an den Kopf fasst. An manchen Tagen habe ich das ganz gut im Griff, dann lese ich etwas, wenn mir schlecht wird, oder ich koche mir einen Kamillentee & gucke einem Film. Manchmal spiele ich Spiele auf meinem Handy - also ich mache irgendwas, das mich ablenkt. Helfen tut das meistens, aber nicht immer. Oft dauert es Stunden, bis es mir wieder besser geht, aber dann hilft mir die Erfahrung, dass es ohne Kotzen zu müssen irgendwann wieder vorbei ist. Ich sitze die Zeit dann quasi aus. Ich finde es komisch, dass ich mir meiner Angst so bewusst bin & mir während einer Attacke selbst zurede, dass es keine körperliche Übelkeit sondern wieder nur Angst ist, trotzdem aber ständig so leiden muss. Man sollte ja meinen, dass es aufhört, wenn man erkennt, was es ist.
Mich schränkt es schon sehr ein! Zwar feiere ich mit Freunden & trinke auch Alk., aber ich würde nie in Clubs fahren, die in anderen Städten sind - wo ich nicht schnell nach Hause kann, wenn mir schlecht wird. Ich habe, damals wie heute, auch nie gerne woanders übernachtet.
Ich habe diesen ganzen Roman hier geschrieben, weil ich das alles mal loswerden musste & weil ich so froh bin, dass ich damit nicht alleine bin ... auch wenn ich es niemandem von uns gönne.