reiger

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Hallo Zusammen,

habe eine Frage an "Leidensgenossen".

Ich kämpfe bereits 1,5 Jahre mit einem hartnäckigen Grübelzwang. Habe eine Zwangsstörung / schwere Depression / general. Angststörung. Ich habe keine speziellen Zwangsgedanken, mehr angstbesetzter Grübelzwang mit zwanghaften SG u. Grübelinhalt Angst vor dem Tod, gibt es ein Leben nach dem Tod, strafe "Gottes". Typisch Zwang komm natürlich zu keiner Lsg. ständig am Zweifeln, Entscheidungen zu treffen fällt mir unheimlich schwer.

Besonders belastend ist mein Grübelzwang. Normales Denken versperrt. Dadurch in die schwere Depression gerutsch. Sozial Isoliert.
Klinikaufenthalte u. Psychotherapie war nicht zielführend. Neuroleptika Risperdal kein Erfolg.
Escitalopram half vor 3 Jahren leider zu frühe ausgeschlichen u. nun zieht es nicht mehr.
Aufgrund der SG seit 1 Jahr auf Tavor 1.0mg - 4.0mg seit 1 Monat auf 1.5mg. Das ist auch mein zusätzl. Problem. Bin schon längst in der Toleranz. Erhöhe nicht sonst wird es wirklich eng. Laut Neurologen soll ich aber auch nicht absetzen. Zu kritisch meine Situation.

Derzeitige Medikation 45mg Mirta abends / 15mg Mirta morgens / 1.5mg Tavor verteilt täglich.

Jetzt muss ich dringend ein zweites AD einschleichen, um endl. mein Grübelzwang zu dämmen. Mein Neuro hat mir Venlafaxin 75mg retard aufgeschrieben. Heute die erste 75mg genommen. Gegen abend düster tief abgerutsch. Depression von einer neuen Härte mit zusätzlich Erbrechen Benommenheit u. Schwindel u. bin jetzt 4 Uhr immer noch hell wach trotz Mirta abend Dosis die mich bis dato zum Glück immer in den Schlaf gedrückt hat.

Nun zu meiner Frage:

Viele meiner Symptome kommen natürlich auch durch die Tavor Toleranz. Das blässt mich tägl. in unerträgl. Zustände, aber ein Benzo-Entzug in meinem jetzigem desolatem Zustand unmgl.

Meine letzte Hoffnung ist nun mit einem zusätzl. AD (Venlafaxin) in 3-facher Höhe, meine Depression, aber besonders den Grübelzwang zu dämmen. Nun mein 1 Tag der Einnahme, ging schon einmal richtig tief nach unten. Hat jemand Erfahrung mit Venlafaxin u. geht die düster Depression mit Erbrechen (Nebenwirkung) nach ein paar Tagen weg?

Also soll ich durchhalten u. hoffen? Was ich nicht gebrauchen kann ist Unruhe u. getrieben sein. Brauch was zum entspannen u. runter fahren. Habe nämlich auch (erwachsenen) ADHS, dafür wäre ja das Venlafaxin wieder geeignet (hemmt ja außerdem etwas die Dopamin-Wiederaufnahme).

Weiter wurde mir aber von der Uniklinik Freiburg Setralin in 3-facher Höhe empfohlen. Ist wohl besonders geeignet bei Zwangsstörung. Nun bin ich eben etwas irritiert. Meinem Neuro habe ich auf Setralin angesprochen, aber er meint ich brauch was "härteres" u. hat mir Venlafaxin aufgeschrieben.

Jetzt nehme ich Venla u. es haut schon dermasen rein, dass ich echt am zweifeln bin, besonders auch, weil Venla eigentl. zweite Wahl bei Zwangsstörung ist. Weiss jetzt nicht was besser ist.
Mit Venla noch 2 Woche gehen, aber mit der Gefahr, dass es richtig bergab geht. Oder nächste Woche doch auf Setralin umschwenken, da dieses Präparat ja für Zwänge geeignet ist?

Wer von Euch hat Erfahrung mit Venla bzgl. Depression u. Zwangsgrübeln u. wer hat Erfahrung mit Setralin bzgl. meiner Erkrankung?

Was würdet Ihr mir raten, klar Empfehlungen könnt Ihr mir keine geben, aber Eure Erfahrungen?

Bei mir ist der Leidensdruck enorm 24/7 Grübelzwang, agitiert depressiv zwanghafte SG. Alltag u. Selbstversorgung nicht mehr eigenständig mgl..

Ich war vor 1 Monat in Freiburg in der biologische Psychiatrie bzgl. deep brain stimulation für OCD Patienten. Bei mir würde das Verfahren in Betracht kommen! Das will ich natürl. nicht, aber mein Grübelzwang ist schon zu tief eingebrann u. hartnäckig ein weiteres Jahr im IST-Zustand, werde ich körperl. nicht mehr packen, zumal ich die Tavortoleranz auch nicht mehr lange halten kann u. dann gehts ganz schnell hoch u. danach wird es kritisch.

Daher mein letzter Versuch nochmals mit ADs was zu lösen in 3-fach Dosierung. Eventl. Stabilisierung u. danach Tavorentzug. Deshalb sind mir Eure Meinungen wirkl. wichtig, würde jetzt ungern auf das falsch AD setzen bzw. 2 Wochen Venla ausorobieren u. dann kalt raus u. auf Setralin umzustellen, wird in meinem desoltatem Zustand wohl nicht mehr funktionieren, mein ZNS ist durch das Tavor sowie so schon überreizt.

D.h. das jetzige AD muss sitzen u. daher meine Frage sind beim Einschleichen von Venla Verstärkung der Depression u. SG bekannt? Und hilft es auch bei Grübelzwang u. SG? Wie pushend wirkt es, oder macht es langfristig ruhig u. ausgeglichen?

Oder wäre Setralin vielleicht doch das bessere AD bei meiner Grunderkrankung (Zwangsstörung)?

Venlafaxin ist ja ein SSNRI d.h. die noradrenerge Komponent wirkt sich doch eher antriebssteigern aus, d.h. doch, dass die Hemmung des Noradrenalin mich eher stressen würde u. pushen? Noradrenalin löst doch Stresshormone aus u. dadurch der Körperpush? Das ist aber genau das was ich eben nicht gebrauchen kann, meine Depression ist agitiert u. der Grübelzwang auch eher rasend. Oder verstehe ich da was falsch? Ich brauch ein AD was mich gelassener macht und ruhig u. Zwänge eindämmt.

Daher wieder mein Zweifel wäre da nicht ein SSRI wie eben Setralin für mich passender? Keine Noradrenalin Hemmung, ergo weniger push? Seretonin Wiederaufnahmehemmer ergo gut für Zwangsgedanken u. Ausgleich?

Sy ist wirklich etwas lang geworden, aber ich greif jetzt eben nach jedem Strohalm u. bin um jede Erfahrung und Ratschlag dankbar. Möchte jetzt wirklich nichts falsch machen u. ein für mich jetzt endlich passendes AD einschleichen.

Danke im Voraus für Eure Tipps bzw. Erfahrungen.

LG Reiger

21.07.2018 03:08 • 08.08.2018 #1


3 Antworten ↓


Andrej333

Andrej333


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Sind Sie denn außerdem in psychotherapeutischer Behandlung?

08.08.2018 09:31 • #2


petrus57

petrus57


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Bei mir wurden die aggressiven Zwangsgedanken mit 150 mg Sertralin erst richtig schlimm. Davor hatte ich eher "nur" Zwangsimpulse.

08.08.2018 09:35 • #3


reiger


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Nehne jetzt seit 3 Wochen Venlafaxin 75mg + 35.5mg und es ist hart. Bei Einnahme enormer Druck u. so richtige Wirkung noch nicht vorhanden. Hoffe da kommt noch was in 2 Wochen.

08.08.2018 22:18 • #4



Prof. Dr. Borwin Bandelow